Flatlock- neuer Weg beim Upcycling

Es zieht sich durch meinen blog durch: Wie bekommt man abgelegte Kleidung Erwachsener zu Kinderkleidung ansprechend aufgearbeitet und umgestaltet. Bisher habe ich unifarbene und damit etwas triste Sachen dadurch aufgepeppt, dass ich mit Kinderstoffen kombinierte oder aber – und dies sehr häufig – kindliche Applikationen aufbrachte. Jetzt wird Leni 7 Jahre alt und Curd ist schon 9. Damit sind die vorhandenen brauchbaren Stoffstücke oft einfach zu klein, Kombinationen werden die Regel werden, und zudem entwachsen die Enkelkinder den kindlichen Applikationen.

Neue Wege sind zu finden!

Nun bin ich auf Bauschgarn in Flatlocknähten gestoßen. Und siehe da: Schnelles und einfaches Upcycling steht in Aussicht. Bauschgarn gibt es einfarbig, multicolor oder sogar neonfarbig.

Mutters Pullover verkleinert und mit Flatlock zusammengenäht

Nach einem einfachen Grundschnitt in Größe 134 habe ich den Pullover von Mamma seitlich und oben sowie oben an den Ärmeln für das Töchterchen gekürzt. Die Bündchen unten blieben erhalten. Das Halsbündchen habe ich abgeschnitten und gekürzt wiederverwendet. Alles ist rundum mit Flatlock in Multicolor-Bauschgarn zusammengenäht.

Detail Flatlocknähte

Am Ärmel habe ich unten noch eine Flatlocknaht zur Zierde gesetzt.

Ziernaht

Mein Nähen war ein erster Versuch mit Flatlock. Da man immer dazu lernt, ist das erste Stück noch nicht perfekt. Die Flatlocknähte haben, wie ich dann merkte, eine Richtung. Sie stehen an einer Seite etwas hoch. Damit symmetrisch gearbeitet wird, ist das bei den Nähten links und rechts zu beachten. Näht man die Seitennaht mit den Vorderteil oben von oben nach unten, sollte man auf der anderen Seite mit Vorderteil oben von unten nach oben nähen. Dann wird es symmetrisch. Es gibt auch die Anweisung, die Flatlocknaht noch einmal mit Geradstich zu übernähen. Dann entfiele meine Überlegung, weil der Geradstich Flatlock niederdrückt. Allerdings ist dann auch die Dehnbarkeit hin. Ich habe also auf die zusätzliche Naht verzichtet.

zweiter Versuch mit Flatlock

Bei diesem Exemplar habe ich dann schon symmetrisch gearbeitet. Außerdem habe ich eine zusätzliche Ziernaht entlang des Ärmels gesetzt. Die Ärmel habe ich diesmal mit Overlock eingesetzt. Und dann ist mir noch aufgefallen, dass, je nachdem in welche Richtung man arbeitet, das Halsbündchen auch anders aussehen kann.

mit Flatlock angenähtes Halsbündchen

Diesmal verschwindet die untere Kante des Strickbündchens innen, bei vorherigen Exemplar lag sie außen. So kann man also auch mit den Nähten und ihrer Richtung spielen.

Meine Flatlockexperimente werden sich weiter entwickeln. Ich habe zunächst die Dreifadenvariante angewendet. Ich bin sicher, dass ich die Möglichkeit Flatlock bei weiteren Gestaltungsideen unbedingt mit bedenken werde. Außerdem kann meine neue Bernette 48 auch covern. Demnächst also mehr zu Flat- und Coverlock, denn es gilt, Tristesse für Kinder aufzumuntern.

Alles über Lätzchen, Übersicht und all-in-one Schnitt

Unter dem Motto „kleine genähte Geschenke“ habe ich allerlei Vorschläge unterbreitet, mit welchen genähten Geschenken du Freude bereiten und gleichzeitig deiner Nähleidenschaft frönen kannst.

Geht es um Baby, Kleinkind oder die werdende Mutter, ergibt sich ein neues Thema wie z.B. kleine Geschenke zur Geburt. Eine beliebte Kleinigkeit ist ein Lätzchen. Und davon kann man nie genug haben! Es dauert halt ein wenig (und erfordert Geduld!), bis die Kleinsten selbst mit dem Löffel sicher essen können. Und meine Erfahrung im Rahmen von Upcycling ist, dass Kleidung häufig deshalb weggegeben wird, weil Flecken partout nicht verschwinden wollen. Insofern ist das Thema Lätzchen auch ein Beitrag zur Nachhaltigkeit.

So habe ich mich umgesehen und mit meiner Neigung zum Systematisieren ist mir aufgefallen, dass sich alle Varianten der ärmellosen Exemplare von einem Grundmuster ableiten lassen.

Was alles geht mit einer Grundüberlegung! Und dir kann noch mehr einfallen!

Was sind die Eckdaten, mit denen du selbst ein Schnittmuster entwerfen könntest? Die maximale Größe entspricht in etwa einem DINA3 Blatt und der Halsumfang von ca. 25 – 28 cm ist zu berücksichtigen. Da der Latz nicht ganz halseng sitzen sollte, nehme ich einmal 30 cm als Kreisumfang. Mit der Kreisformel kommt man dann zu einem Durchmesser von grob 10 cm. Wenn das Kleinkind etwas kräftiger ist, dürfen es auch 12 cm sein.

Und nun kannst du spielen: rechteckiger Latz, ovaler Latz, eher breit ovaler bis rundlicher Latz, Latz, der an ein Dreieckstuch erinnert, Latz in Birnenform …, alles ist planbar. Vom Stoff her sollte immer beachtet werden, dass viel gewaschen werden muss und dass der Latz z.B. Soßen abhalten sollte, d.h. zu dünn darf es nicht werden.

Latz ohne Verschluss mit Halsbündchen und passend für den Winter

Grundsätzlich sollte überlegt werden, ob der Latz einen Verschluss haben soll oder nicht. Ohne Verschluss verlangt der Latz nach einem größeren Ausschnitt, sicher 12 – 14 cm statt 10 cm Durchmesser, und zudem nach dehnbarem Material und einem dehnbaren Abschluss am Hals, z.B. einem Halsbündchen.

Latz mit amerikanischen Ausschnitt
Detail amerikanischer Ausschnitt

Mit Webware kann ohne Verschluss nur gearbeitet werden, wenn ein großzügig geschnittener, amerikanische Halsausschnitt gewählt wird, anderenfalls kommt das Kind nicht mit dem Kopf durch den Ausschnitt. Die Bündchenvariante verlangt eine doppelte Stofflage und eine Umfassung mit Schrägband. Die Webvariante mit amerikanischem Ausschnitt kann auch in einfacher Stofflage mit Schrägband um die Ränder hergestellt werden.

Latz zum Binden
zum Binden und doppelte Stofflage

Die Lätze, die einen Verschluss haben, erreichen diesen durch Bindebänder, durch Klettverschluss, Knöpfe oder Druckknöpfe. Die Schnitte können aus dem Grundmuster heraus angepasst werden. Sie haben hinten mittig den Verschluss mit Klettband oder Knopf. Mit Bändern verkürzt sich der Schnitt hinten.

hinten mittig Druckknopf
Detail hinten mittig geknöpfter Latz

Genauso gut lässt sich der Latz asymmetrisch schließen links oder rechts. Mittig vorne könnte auch ein Schlitz mit Verschluss gearbeitet werden. Dazu habe ich aber keine Demonstration angefertigt.

asymmetrisch geschlossener Latz
zum Geburtstag mit Applikation

Alle diese Varianten mit Verschluss können in doppelter Stofflage hergestellt werden, aus Webware oder aus elastischem Material. Wählt man die einlagige Herstellungsweise, muss rundherum eingefasst werden.

Ich habe die oben abgebildeten Lätzchen zur Demonstration hergestellt, ebenso werden Lätzchen in meinem shop unter der Kategorie Baby angeboten. Wie man sieht, können sie sehr verschieden ausfallen und sehr verschieden gestaltet werden. Der Kreativität und dem individuellen Gestalten sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Das ist das Schöne am Selbernähen!

Nun könntest du selbst kreativ tätig werden und dir einen Schnitt selbst entwerfen. Wenn du es aber einfacher haben willst: Für eine eiförmige, ovale Form biete ich einen all-in-one Schnitt an, der alle besprochenen Möglichkeiten samt Anleitung beinhaltet. Diesen kannst du aber im unteren Latzteil ohne Probleme abändern, wenn dir einfach oval nicht gefällt. Die Anleitungen und die im Schnitt enthaltenen Schließvarianten funktionieren dann ebenso. So könntest du einen noch rundlicheren Latz, einen rechteckigen Latz oder einen Latz herstellen, der an ein Dreieckstuch oder eine Birne erinnert. Den Schnitt findest du für €2,90 im shop.

Also viel Freude beim individuellen Nähen und Gestalten eines Lätzchenunikats!!!

Nun bin ich neugierig, ob sich die Varianten Latz mit Ärmeln ebenso systematisch abhandeln lassen – dazu also demnächst vielleicht mehr.

Auch zum Thema „Was schenkt man zur Geburt“ werden ich mich demnächst mit weiteren Vorschlägen melden.

Teekannenhaube nähen – eine Anleitung

Es wäre manchmal praktisch, den Tee ein wenig länger warm zu halten. Eine ausführliche Zeitungslektüre am Morgen oder unterschiedliche Frühstückszeiten beispielsweise rufen diesen Wunsch hervor. Wir haben zwar ein Stövchen mit Teelicht, aber das ist auch lästig, nebenbei auch ökologisch nicht so sinnvoll wie die Wärme zu dämmen.

Nun gehen jedem Nähprojekt eine Recherche und Überlegungen voraus. Bei Pinterest suche ich dann meistens nach Vorbildern und unter dem Stichwort Tea Cosy wird man fündig, Quelle der Bilder also Pinterest.

Meist sind die Kannenwärmer flach gearbeitet, weil Schnute und Henkel eine notwendige Breite verlangen. Sind sie rund gearbeitet, was ich eigentlich schöner finde, werden Schnute und Henkel extra ummantelt oder aber sie schauen aus Lücken hervor. Die Version, den Deckel frei zu lassen, halte ich nicht für gut, weil die Wärme nach oben hin entweicht. Die Überlegung, eine runde große Hülle zu nähen, damit Henkel und Schnute mit unter der Haube verschwinden, habe ich fallen gelassen. Es ergäbe ein Monstrum, für meine Kanne wäre ein Kreisumfang in der Bodenfläche von einem Meter notwendig.

Schließlich habe ich meine Lösung gefunden und gebe euch meine Anleitung dazu.

mein schöner tea cosy

Das Projekt beginnt damit, den Bauchumfang der Kanne zu ermitteln.

Bauchumfang der Kanne

Dann sollte man noch etwas zugeben, damit die Haube nicht zu eng wird und sich leicht überstülpen lässt. Ich habe mich für 60 cm entschieden. Will man nun 6 Teile für die Haube nehmen, ergibt sich die Breite von 10 cm. Die Höhe kann man ermitteln, indem vom Tischboden locker hoch zum Kannendeckel gemessen wird. Ich habe 20 cm ermittelt und mir eine entsprechende Schablone hergestellt.

Schablone

Jetzt werden benötigt:

  • 6 Stoffstücke für außen
  • 6 Stoffstücke für innen
  • Füllwatte entsprechend der 6 Stücke
  • Bändchen 1 m
  • an die Nahtzugaben denken!
Innen- und Außenstoffstücke

Jedes Außenteil wird nun wattiert, indem die Füllwatte mit dem Außenstoffstück per Stepplinien verbunden wird. Man nimmt das Füllvlies zunächst etwas größer. Ich habe einige Schräglinien entsprechend des Rautenmusters gewählt, aber man kann auch andere Stepplinien wählen. Dann wird noch rundherum knappkantig verbunden und überstehendes Vlies wird abgeschnitten.

wattiertes Oberstoffstück

Nun werden je drei Stücke zusammengenäht.

zwei Hälften der Haube

Ehe die beiden Hälften zusammengeführt werden, wird noch ein Bändchen als oberer Griff der Haube angesteckt. Genäht wird dann nicht vollständig, weil ja Schnute und Henkel herausragen müssen. Wie weit die Verbindungsnaht geführt wird, richtet sich nach der jeweiligen Kanne. Man muss es ausprobieren und abstecken. Schließlich ist die Außenhaut mit zwei Schlitzen fertig.

Griff mitfassen
Hälften im oberen Bereich zusammennähen
fertige Außenhaut

Mit dem Innenstoff wird nun fast ebenso verfahren, aber natürlich wird er nicht auch noch wattiert. Außerdem ist eine Wendeöffnung vorzusehen, durch die man das gesamte Gebilde von links auf rechts drehen kann. Das Ganze erinnert an das Nähen eines gefütterten Mützchens. Innen- und Außenteil werden rechts auf rechts zusammengelegt und gesteckt. Ehe genäht wird, werden die Bändchen, vier Stück, zwischen die Stofflagen am Ende der Schlitze gesteckt, damit sie beim Nähen mitgefasst werden können. Die Bändchen schließen per Schleife später den Bodenkreis der Teehaube. Dann wird zusammengenäht. Nahtüberstände müssen eingekürzt werden, insbesondere an den Ecken. Wichtig sind auch die Spitzen der Schlitze, hier muss bis zur Naht eingeschnitten werden, damit nach Wenden eine saubere Ecke entsteht.

Teehaube mit Schlitzen für Schnute und Henkel

Man kann dann noch absteppen, damit der Futterstoff auch innen bleibt. Ich habe mich für breite Hand-Steppstiche rundherum mit Ziergarn entschieden. Das fand ich schön passend und einfach.

Der schöne Stoff heißt „garden party“ und ist in meinem shop erhältlich.

Stoff garden party
Teekanne mit Haube

Da die Teekannenhaube aus 6 Stoffstücken besteht, kann man sich das Projekt auch unter dem Motto Stoffreste verwerten oder Upcycling vorstellen. Gerne nehme ich entsprechende Fotos, die ihr mir zusendet, nachfolgend auf.

Also viel Freude beim Überlegen, beim Nähen und zur teatime!!!

Wer eine solche oder ähnliche Teekannenhaube genäht haben möchte, kann sich mit seinen Maßen über meine mail an mich wenden. Ich werde dann gerne ein Angebot unterbreiten.

Wenn euch die Anleitung geholfen hat, bedankt euch durch pinnen:

T-Shirts zu Kinder-T-Shirts – eine Anleitung zum planvollen Upcycling

Mit wachsenden Enkeltöchtern kann ich nicht mehr der Leidenschaft nachgehen, aus T-Shirts Erwachsener Kinderkleidchen zu fertigen. Die Längen selbst von Herrenshirts reichen nicht mehr. Also werden T-Shirts nun zu Kinder-T-Shirts.

Das Verfahren ist dabei immer ähnlich, und damit du Arbeit sparst, erzähle ich dir, wie am besten vorgegangen wird, denn es geht sehr einfach, wenn du planvoll vorgehst. Eine Overlock setze ich voraus. Im Handumdrehen waren diese Shirts fertig:

t-shirts1

erster Schritt: Fange mit den Ärmeln an!

Breite das T-Shirt mit kurzen oder langen Ärmeln aus. Lege den Grundschnitt der Ärmel gefaltet auf den Ärmel, und zwar von unten beginnend, damit der schon fertige Saum oder das Bündchen erhalten bleiben. Dann schneidest du den oberen Ärmelbogen aus, maßgebend ist die Rückenseite des Schnitts. Wenn der untere Teil des vorhandenen Ärmels sehr schmal ist, kannst du die innere Ärmelnaht erhalten. Das bedingt dann, dass du später den geschlossenen Ärmel einsetzen musst, nachdem Vorder- und Rückenteil vollständig zusammengenäht sind. Anderenfalls schneidest du den inneren Teil des Ärmels weg und kannst später den Ärmel in einem Rutsch mit der Seitennaht schließen. Für beiden Varianten gilt bei sehr exaktem Arbeiten, dass wahrscheinlich entsprechend dem Schnitt etwas von der vorderen Ärmelkugel weggeschnitten werden muss.

zweiter Schritt: Schulternähte des vorhandenen Shirt durchschneiden!

Wie der Schnitt geführt wird, ist ziemlich egal, denn die oberen Teile des T-Shirt fallen weg. So fällt auch meistens weg, dass ein Brustembleme oder ein Firmenlogo vorhanden war. Manchmal muss eine Brusttasche entfernt werden, damit du mit dem Stoff hinkommst.

dritter Schritt: Vorder- und Rückenteil zuschneiden!

Nun kann der Grundschnitt von unten – du sparst Arbeit, wenn du den unteren Saum oder das untere Bündchen erhälst! – mit der Stoffbruchkante auf das mittig gefaltete Vorder- bzw. Rückenteil aufgelegt werden. Dazu ist nicht nötig, dass du die Seitennähte des Ausgangsshirts aufschneidest! Stattdessen kannst du das an den Schultern aufgeschnittene Shirt mit Seitennaht auf Seitennaht auslegen. Dann schneidest du Vorder- und Rückenteil zurecht. Es gibt für sehr enge Ausgangskleidung eine Variante: Wenn das Ausgangsshirt sehr schmal ist, kann ein weites Kindershirt entstehen, ohne dass die Seitennähte neu genäht werden müssen. In diesem Fall breitest du das Shirt glatt aus, das Vorderteil liegt platt auf dem Rückenteil. Jetzt faltest du mittig und schneidest entsprechend dem Schnitt für das Rückenteil (!) Armausschnitt, Schulter und Hals doppelt aus. Erst danach wird für vorne der Halsausschnitt vergrößert und ggf. die Schulter etwas gekürzt bzw. der Armausschnitt etwas vergrößert.

vierter Schritt: Halspartie planen und nähen!

In jedem Fall ist der Halsabschluss neu zu nähen. Im einfachsten Fall dienst ein dehnbarer, doppelt gelegter Stoffstreifen z.B. aus dem Rest des Ärmels oder der oberen rückwärtigen Schulterpartie als Bündchen. Du kannst aber auch ein dehnbares Band, eine dehnbare Spitze  o. Ä. verwenden. Ich verfahre so, dass ich zunächst nur eine Schulternaht schließe, dann das Bündchen gedehnt annähe und beim Schließen der zweiten Schulternaht das Bündchen mitfasse.

fünfter Schritt: T-Shirt seitlich schließen!

Wenn die Schulternähte geschlossen sind, werden die Ärmel angenäht. Wenn sie offen sind, ist es einfach. Es ist lediglich gut zu klammern, damit der Bogen beim Nähen schön ausfällt. Wenn die Ärmel eingesetzt werden, führe den auf rechts gedrehten Ärmel von innen an das auf links gedrehte Shirt. Auch hier hilft gutes und enges Klammern. Wenn langsam genäht wird, gelingt das Ausarbeiten der Armkugel sicherlich.

Details

Wenn es sich machen lässt, sollten schöne Details erhalten blieben. So konnte ich eine kleine Knopfleiste mit übernehmen oder einen Rückenaufdruck erhalten. Eine simple Applikation tut es aber auch. Je nach Ausgangsmaterial und reichem Fundus kann kreativ gespielt werden.

Viel Freude beim Nähen!

faules Bündchen, falsches Bündchen, Fakebündchen – das geht auch bei Mützen!

Hinter diesen Begriffen verbirgt sich ein Ruckzuckverfahren, um beispielsweise einen einfachen Ärmelabschluss zu gestalten. Und diese Variante beim Nähen hat weitere Vorteile, sie ist nicht nur schnell und einfach:

  • du musst klein farblich passendes Bündchen suchen und finden
  • du arbeitest mit dem gleichen Stoff weiter
  • das Nähprodukt ist farblich einheitlich
  • der Abschluss ist weicher als ein doppelt gelegtes Bündchen
  • die Naht zum falschen Bündchen ist flacher

In jedem Falle ist der Schnitt zu verlängern, d.h. gegenüber den Angaben kannst du getrost um mindestens 5 cm verlängern, das T-Shirt nach unten hin oder die Ärmel nach unten hin. Ich habe mir überlegt, dass das auch bei einer Mütze funktioniert, in meinem Beispiel wird die Mütze also gesichtswärts verlängert.

Und wie geht es dann weiter? In meinem Beispiel liegt die Mütze fertig vor dir. Nun wird am unteren Rand das Nähgut 5 cm nach außen umgeschlagen, es liegt also rechte Seite auf rechter Seite, du schaust auf die linke Seite des Umschlags. Befestigen mit Klammern ist sinnvoll, damit nichts verrutscht. Nun wird der umgeklappte Streifen zurückgeklappt bis zur ersten Umschlagkante. Die Klammern fassen dann neu drei Stofflagen, oben auf treffen linke Seiten aufeinander.

Nun wird entlang der Umschlagkante mit der Overlock genäht. Dabei bitte das Nähgut so gut führen, dass nichts abgeschnitten wird. Du kannst variieren, wie stramm genäht wird. In jedem Falle bleibt die Overlocknaht dehnbar, wichtig beispielsweise für eine Mütze.

 

mütze1

mützeaußen

Die Mütze ist passend zu Lenis Mantel, der inzwischen wegen Längenwachstum zur Jacke geworden ist. Das Besondere gibt es nur, wenn du selbst nähst!

Zur Nachahmung empfohlen!

 

 

 

Statt immer neuer Schnitte – Grundschnitt verändern!

Angesichts von drei Enkeltöchtern beschäftige ich mich wirklich gerne mit Mädchenkleidern. Ich stöbere bei Pinterest und suche nach neuen Anregungen. Unter Mädchenfein habe ich als Inspirationsquelle schon Allerlei gesammelt.

Diese Varianten stachen mir ins Auge und ich wollte mich damit beschäftigen:

Quelle/Quelle2

Es lässt sich sicherlich für ein solches Kleid ein Schnittmuster finden. Aber es geht auch einfacher, wenn du das Gesehene analysierst. Was ist zu sehen? Das Vorderteil besteht aus vier Teilen. Unter der gestreiften Passe findet sich im linken Beispiel ein gekrauster Rock. Seitlich geht der blumige Stoff längs durch. Wo dieser an den gekrausten Rockteil ansetzt, sind Nahttaschen untergebracht. Hinterrücks wird das Kleid fast genauso konstruiert sein, allerdings ohne die Taschen. Dann blinkt noch eine Knopfleiste im Rückenteil hervor. Halbe Ärmel runden das Bild ab. Was mich anspricht, ist die eingesetzte Passe, und dass die Weite des Kleidchens über das gekrauste Mittelstück erreicht wird. Soweit die Analyse.

Einen Grundschnitt für ein einfaches Kleidchen wird wohl jede Näherin besitzen. Wenn dieser schon erprobt ist und sich als brauchbar herausgestellt hat, ist das die beste Voraussetzung für eine Abwandlung.

Ich zeige dir nun per Abbildung, wie ich vorgegangen bin.

Zeichnung

Den Grundschnitt habe ich in der Seitenlinie schmäler geschnitten, weil es ja das gekrauste Mittelteil geben wird. Von Schulter bis Saum habe ich den Schnitt im Fadenlauf, also senkrecht, durchgeschnitten und noch einmal quer im Mittelteil, damit die Passe entsteht. Die Seitenteile 1 werden dann 4 mal, 2 für vorne und 2 für hinten, jeweils seitenverkehrt, benötigt. Das untere Mittelteil 2 habe ich verbreitert, weil es gekraust werden soll. Es wird 2 mal benötigt für hinten und vorne. Das obere Mittelteil 3 bleibt so wie es ist für vorne und wird im Stoffbruch zugeschnitten. Sinnvoll ist es, die Passe zu füttern, also das Ganze noch einmal in Futterstoff zuzuschneiden. Für den Rücken ist die Knopfleiste vorzusehen. Dazu wird Schnittteil 3 nach rechts erweitert und nicht im Stoffbruch sondern in doppelter Stofflage, zugeschnitten. Für das Futter das Ganze wiederum noch einmal mit Futterstoff vorsehen.

Dann kann schon genäht werden, sofern du die Taschen weglässt. Wie Nahttaschen zu nähen sind, erkläre ich ein anderes Mal.

Die Umsetzung hat dieses Kleidchen ergeben. Der einfarbige dickere Baumwollstoff harmoniert schön mit einem Stoffrest eines englischen Quiltstoffes. Der sorgt für ein romantisches Aussehen.

schnittvariante1

schnittvariante2

Das Kleid hat die Größe 98/104 und ich werde es zum Kauf anbieten, siehe „Angebote“ in der Menüleiste.

Letztlich sind meine Schnitte Designerschnitt „Cilly“ – Schnitt für Mustermix fertiggestellt und Upcycling Jeans – Jeanskleidchen aus vier Hosenbeinen – Freebook Größe 86 – 126 auch über solche Überlegungen entstanden. Allerdings war es hier wesentlich komplizierter, weil die Knopfleisten bedacht und konstruiert werden mussten und weil Stoffstücke für ein Upcyclingprojekt zu bedenken waren.

Einfacher ging es hier: Easy: Easy: Schnitt verändern, Schulternaht verschieben und Wenn der Stoff nicht reicht

Ich denke, mit ein wenig Näherfahrung mit verschiedenen Schnitten wirst du auf Dauer unabhängig von neuen Schnittmustern, vorausgesetzt gute, erprobte Grundschnitte sind vorhanden.

Adventsgeschenke aus Stoffresten

Du nähst sehr viel? Du weißt nicht wohin mit den überquellenden Stoffrestekisten?

Da ich alle Schnipsel aufbewahre, weil sie ja vielleicht noch für die ein oder andere Applikation taugen könnten oder weil sie zumindest Puppenkleider noch ergeben, weiß ich jetzt bald nicht mehr, wohin mit den Stoffresten. Aber es lassen sich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, nachdem mir dank der Anregung bei Pinterest eine Idee kam.

Was ist also entstanden?

blatt1.jpg

Topflappen in Blattform! Topflappen kann man gerade zur Weihnachtsbäckerei doch gut gebrauchen, heiße Bleche sind eine Gefahrenquelle. Und wer will schon zu Weihnachten verpflastert herumlaufen.

Ausgegangen wird von Stoffstreifen, die versetzt aneinander genäht werden. Es kommt sich nicht genau mit den Stoffbreiten und -längen, insgesamt sollte eine Blattform später herauszuschneiden sein. Es werden etwa 6-7 Streifen aneinander gefügt. Fadenlauf und Muster können ebenso vernachlässigt werden. Ich denke aber, man sollte in einer Farbfamilie bleiben.

Es versteht sich von selbst, dass nur hitzebeständige Baumwolle infrage kommt.

blatprozess2

Die beiden Stücke für links und rechts werden in der Mitte zusammengenäht. Eine zuvor aus Papier ausgeschnittene Blattform wird aufgelegt und größere Überstände werden schon einmal abgeschnitten, die stören das weitere Nähen. Schließlich wird ein passendes Stück Füllvlies untergelegt und für die Rückseite ein größerer Stoffrest. Alles wird – noch nicht in Form gebracht – aufeinandergesteckt. Dabei ist darauf zu achten, dass auch die Rückseite stramm sitzt und keine Falten bildet.

blattprozess1

Nun werden alle Nähte zwischen den Streifen von oben, alle Stofflagen fassend, sorgsam abgesteppt, beginnend mit der Längsnaht in der Mitte. Dann wird die Blattform rundherum mit Zickzack „gezeichnet“. Nun kann man sauber entlang der Zickzacknaht  das „Blatt“ ausschneiden. Mit dem Bändchenfasser und Schrägband aus Stoffresten habe ich anschließend rundherum den Topflappen abgefasst. Dabei habe ich unten begonnen und oben am „Blatt“ eine Schlaufe zum Aufhängen in einem Zug mitgenäht. Unten muss das Bändchen zum Schluss umgeschlagen festgenäht werden.

Meine Stoffrestekisten sind ein wenig, allerdings nur ein wenig, leerer geworden, und Beschenkte werden sich hoffentlich freuen.

blatt9.jpg

blatt8.jpg

blatt7

blatt6

blatt5

 

blatt4

blatt3

blatt2

 

 

 

 

Upcycling Jeans – Jeanskleidchen aus vier Hosenbeinen – Schnitt Größe 86 – 126

Zu Upcycling von Jeans ist Allerlei veröffentlicht. Das erklärt sich dadurch, dass der Jeansstoff so robust und trageangenehm ist. Außerdem ist er in jahreszeitlich verschiedenen Kombinationen ganzjährig einsetzbar.

Ich habe länger darüber nachgedacht und herumgebastelt, bis mir gelungen ist, ein Hängerchen aus Jeans zu kreieren und auch noch den Schnitt zu digitalisieren sowie eine Anleitung zu verfassen. Ein Hängerchen aus Jeansstoff ist ein Allrounder. Nur mit einem Höschen drunter ist es für einen Supersommer wie dieses Jahr ebenso passend wie kombiniert mit einem Rolli oder Pullover im Winter. Nähen und Upcycling lohnen sich also wirklich.

Du möchtest Jeans, die schon gute Dienste getan haben, weiterverwenden? Hier ist ein Vorschlag, wie aus den Hosen ein schönes Mädchenkleid, ebenso robust wie spielfreundlich, entsteht. Der Clou ist das Zusammensetzen aus Bahnen, weil die Hosenbeine eben kein weites und bequemes Kleidchen in A-Linie in einem Stück hergeben. Du benötigst zwei farblich harmonierende, abgelegte Jeans und Baumwollstreifen zum Einfassen von Kanten. Hier empfehle ich ein farblich passendes, abgelegtes Herrenhemd oder eine ausgediente Bluse zu verwenden. Für die zwei großen Größen benötigst du weite Herrenjeans, Damenjeans, insbesondere enge, geben die Stoffstücke der Bahnen nicht her. Der wirklich für das Upcycling ausgeklügelte Schnitt ermöglicht ein leichtes Überziehen und Ausziehen, weil mit dem Zusammensetzen Knopfleisten in einem integriert werden.

Der Schnitt ist auch für eine Stoffresteverwertung super verwendbar.

Aber erst einmal zum Ergebnis:

IMG_0663

Diese Diashow benötigt JavaScript.

jenskleid

Anleitung und Schnitt gibt es in meinem Shop Mädchenfein, siehe Menüleiste, oder gleich springen zum Angebot:  https://sewtonew.blog/product/jeanskleid-aus-4-hosenbeinen-schnitt-und-anleitung-groesse-86-126/

Ich verweise noch auf zwei Artikel, in denen ich mir schon einmal zum Upcycling von Jeans Gedanken gemacht habe.

Also viel Freude beim Nachnähen und bei guten Ideen für eine Gestaltung! Ran an Schere und Nähmaschine!

Julia ist die erste, die das Kleidchen nachgenäht hat. Sie stellt mir ihre Fotos zur Verfügung. Ich bedanke mich ganz herzlich dafür. Ich freue mich, dass das Projekt Anklang findet und dass Julia so Schönes kreiert hat, einfach super! Gleichzeitig gibt sie mir zwei kleine Anregungen für die Anleitung, damit es noch klarer wird. Ich werde diese aufnehmen und die Anleitung ergänzen. Nachfolgende finden also die durch Julia optimierte Anleitung.

Auch Jasmin hat, nachdem sie die Anleitung per Zufall fand, das Kleidchen in einer Nachtaktion nachgenäht und das Bild des fertigen Kleidchens zum Veröffentlichen freigegeben. Ich bedanke mich ganz herzlich dafür und schicke Grüße in die Schweiz. Es freut mich, dass die Anleitung Anklang findet. Hier nun das Kleidchen für die Tochter von Jasmin:

kleidjasmin

Reißverschluss defekt – was nun?

Ein Kinderjäckchen wanderte in meine Nähstube mit der Frage, was hier noch möglich sei, denn der Zipper des teilbaren Reißverschlusses war nicht mehr vorhanden. Da das Jäckchen ein preiswertes war, würde sich der Kauf eines neuen Reißverschlusses  nicht lohnen, dann kauft man besser eine neue Jacke. In meinem Upcyclingfundus fand sich leider auch kein passendes Reißverschluss-Exemplar.

Mir ist dann eine Idee gekommen:

reparaturfertig

Wie du siehst, hat die Jacke nunmehr eine verdeckte Knopfleiste. Und diese kostete weder viel Arbeit, noch Geld. Denn ich nahm ein Herrenhemd aus dem Fundus und schnitt die fertige Knopfleiste entlang des Umschlags ab. Oben und unten schlug ich bei beiden Teilen in der passenden Länge den Stoff nach innen um und versäuberte hinterrücks mit der Overlock. Bei dem Stück mit den Knopflöchern schlug ich die Vorderkante nach innen um, so wenig, dass die Knopflöcher nicht verdeckt waren und so viel, dass die Knopflochleiste in die gegenüberliegende Lücke zwischen Knopfleiste und Jacke passte. Hier zog ich noch eine Naht.

reparatur1.jpg

Beide Leisten wurden nun am Jäckchen passgenau angenäht.

reparatur2

Was hat das also an Arbeit gekostet:

  • Reißverschluss abtrennen
  • Knopfleiste abschneiden, versäubern, eine Seite umgeschlagen nähen
  • Knopf- und Knopflochleiste annähen

Das war doch relativ einfach und das Jäckchen kann noch ein wenig Dienst tun.

Fazit: Es ist auch für andere Reparaturen zu fragen, ob nicht vorhandene Knopfleisten ein Problem lösen können. Schließlich mussten weder Knopflöcher genäht, noch Knöpfe angenäht werden.

 

 

 

Spucktücher werden zu Halstüchern – erste Erfahrungen mit Musselin

Es wird nicht gut sein, wenn du gleich loslegst, Musselin zu nähen. Der Trendstoff, die schönen Bilder und die Angebote verführen dazu, gleich eine Idee zu entwickeln, Stoff zu kaufen und deine Idee umzusetzen. Ich rate nach Ersterfahrung dazu, erst einmal zu lesen und mit vorhandenen Stoffen wie ehemaligen Spucktüchern zu beginnen.

Allgemeines über Musselin, sehr viel Interessantes und eine wundervolle Übersicht bietet sewsimple.

Was das Nähen angeht, informiert farbenmix wieder einmal hervorragend, ausführlich und mit Nähvideo. Die geeigneten Sticharten werden besprochen und es gibt jede Menge Ideen für luftige Mädchenbekleidung.

In Ermanglung eines Obertransportfußes habe ich mich zunächst mit der Overlock versucht. Dabei ist wirklich wichtig, dass der Stoff nicht gebügelt ist, sondern geschrumpft verarbeitet wird. Außerdem muss die Overlock auf Raffen, dabei maximale Stärke, eingestellt sein, anderenfalls schlägt die Naht Wellen. Außerdem habe ich extrem langsam genäht, der Stoff flutscht leicht seitlich weg. Das erste Ergebnis, hellblaues Übungsstück mit dunkelblauer Overlocknaht, stellte mich nicht zufrieden. Die vom Overlockmesser hinterlassene Kante sieht unsauber aus. Deshalb habe ich beim grauen Exemplar die Kante umgeschlagen genäht und so geführt, dass das Overlockmesser die Kante nicht traf, Auf der anderen Seite der Naht habe ich anschließend überschüssiges Material wie an der Kante einer Applikation entlang vorsichtig entfernt. Das Ergebnis ist doch viel sauberer!

halstuchdetail

halstücher

Das hellblaue und das graue Exemplar waren zuvor Babyspucktücher. Da sie für ein Halstuch etwas zu klein waren, habe ich die äußeren Versäuberungsnähte aufgetrennt und so ein paar Zentimeter gewonnen. Man sieht noch die Einstiche der ehemaligen Naht. Ich hoffe, die Löcher schließen sich bei der ersten Wäsche.

Das dunkelblaue Exemplar war groß genug. Hier habe ich jenseits der Säume eine Ziernaht (Wabenstich) in pink gezogen. Gezogen ist aber falsch, beim Nähen habe ich den Stoff gleichmäßig vor dem Füßchen geschoben, damit die Naht nicht wellig wird.

Fazit: Es näht sich gut mit raffenden Overlockstich und es wird funktionieren unter Verwendung eines Oberstoff-Transportfüßchens. Verschiedene Fadenspannungen sollten noch in die Erprobung gehen, ehe ich mich an Kleidung aus Musselin wage.