Nachthemden aus Biberbettwäsche

Zwei Überlegungen haben mich zum Nähen veranlasst. Leni zieht gerne Nachthemden an, und wenn es nicht eilt, spielt sie auch gerne noch im Nachthemd, bis es dann Zeit wird, sich anzuziehen. Echt gemütlich so ein langer Vormittag! Die Nachthemden sollten derzeit aber warm sein. In meinem Fundus lag noch Biberbettwäsche in weiß-blau von Christl und welche in hellgelb glänzend mit der weißen kuscheligen Biberseite rückseits noch von meiner Mutter.

Die andere Überlegung war, dass der Schnitt für die Weihnachtsfestkleidchen, https://sewtonew.blog/2020/12/09/weihnachtskleidchen-und-was-danach/, in der Basisversion des Unterkleids noch weiter getestet werden sollte. Und dieser Schnitt eignet sich für Nachthemden hervorragend, weil das Nachthemd an der Schulter geknöpft wird. Nichts Hartes stört das Schlafen, kein Liegen auf Knöpfen oder anderen Verschlussarten.

So sind dann zwei Nachthemden entstanden:

Das hellgelbe Exemplar habe ich mit Belegen am Hals versäubert. Zur Zierde wurde ein Webbändchen auf dem oberen Teil der Falte und an den Saum genäht. Das blaue Nachthemd ist am Hals mit Schrägband eingefasst. Da die Knopfpartie in Rundung zum Halsausschnitt übergeht, ließ sich das Schrägband gut annähen. Statt einer Falte vorne habe ich das blaue Nachthemd mit zahlreichen kleinen Fältchen vorne und hinten konzipiert. So ist es wirklich gemütlich weit.

Das Schnittmuster biete ich in meinem ➜ shop an.

Playfood für die Kinderküche

Cilly hat schon zum Geburtstag etwas an Utensilien für die Kinderküche bekommen. Ich nahm wahr, dass es ihr Lieblingsgeschenk war. Cilly spielte diesen Sommer gerne in ihrer „Matscheküche“ im Garten. Nun ist es für Spielen draußen zu ungemütlich. Insofern waren die Kochutensilien für innen genau richtig.

Ehe ich aber über Ergänzungen zum Kochen berichte, fehlt die Aufklärung, was es mit diesen Schächtelchen auf sich hat.

Kaufmannsladen in den 50ern

Derweil ich für Cilly mit Wonne bastelte, kamen Erinnerungen an intensives, zeitvergessendes Spielen mit Macht hervor. Im Juli 2019 löste ich das Haus meiner verstorbenen Eltern auf. Damit begann eine emotionale Rückreise, deren Seelenarbeit bis dato anhält. Auf dem Speicher fand ich Spielsachen aus meiner Kindheit. Diese beiden Schächtelchen sind noch vollkommen intakt. Es waren arme Zeiten in den 50ern, es gab nur wenig. Das, was man hatte, wurde wie ein Augapfel gehütet und man ging vorsichtig damit um. Schächtelchen auf und zu, in das Einkaufskörbchen legen und wieder ins Regal des Kaufmannsladen, so ging es stundenlang hin und her. Sie sind also noch da, diese Schächtelchen. Weder meine Eltern noch ich entsorgten sie. Wohl kaum von Wert, sie werden immer noch gehütet. Das sagt etwas aus.

Und die Berichte von Cillys Spielen in der „Matscheküche“ triggerten meine Erinnerung zusätzlich. Bei jedem Ausschneiden und jeder Naht für neues Playfood kam das Spielen meiner Kindheit zum Vorschein. Was wäre man glücklich gewesen über solche Utensilien! Die Frage aber bleibt, ob bei einem Mehr an Spielsachen die Schächtelchen heute noch da wären. Jedenfalls hatte ich ganz besondere Bastelstunden und das Ergebnis macht mich in besonderer, sozusagen doppelter Weise glücklich, aus dem Blickwinkel der Rückreise und aus dem der Vorausschau auf Cillys zukünftiges Spielen.

Nun aber zu den Filzgeschichten. Ich fand Filz in meinem Näh- und Bastelfundus. Zudem begeisterten mich Anleitungen und Bilder im Netz, weiter unten setze ich Links für Interessierte.

Obst und Gemüse
Herzhaftes
Naschereien

Dann fand ich im Keller noch ein passenden Körbchen.

Vorratskörbchen für die Kinderküche

So wünsche ich Cilly also inbrünstiges Spielen.

Anregungen und Anleitungen zur Herstellung von Playfood findet sich z. B:

https://www.facebook.com/Minifilz/

https://www.heimwerker.de/naehen-fuer-die-spielkueche-lebensmittel-und-zubehoer-selber-machen/

http://hellohcmc.canalblog.com/archives/2010/09/18/19092627.html

Chiffon nähen – Anleitung und Tipps

Für meine Enkeltöchter nähte ich Weihnachtskleidchen mit einem Überwurf aus Chiffon. Es sollte festlich werden. Dabei lernte ich dazu und machte Erfahrungen, die ich nunmehr zusammenfasse.

Was ist Chiffon?

Chiffon ist ein leichtes, hauchzartes, fließendes, federweiches, aber auch empfindliches Material. Es eignet sich für leichte Kleidung mit flatterndem sowie romantischem Charakter und insbesondere wegen der Transparenz für Festkleidung. Besteht Chiffon aus Seide, werden daraus teure Abendroben gefertigt. Preiswerter ist die Polyestervariante, die aber in den Eigenschaften bzw. den hier interessierend Näheigenschaften vergleichbar ist.

Was ist beim Verarbeiten von Chiffon zu beachten?

Chiffon zu verarbeiten, verlangt wirklich Respekt bzw. Näherfahrung. Husch, husch, geht hier gar nichts.

Das beginnt schon beim Zuschneiden.

Tipp 1:

Den Stoff auf der Schneidermatte ordentlich ausrichten, die Webkante entlang einer Linie. Den Schnitt entsprechend Fadenlauf auflegen, ohne dass der Stoff verrutscht, und den Schnitt mittig gründlich mit Gewichten fixieren. Den Schnitt besser nicht mit Nadeln fixieren, das hinterlässt ggf. Löcher. Vor dem Zuschneiden die Ränder des Schnitts leicht anheben und mit nicht permanenten Sprühkleber besprühen. Dann den Schnitt aufdrücken, so verrutscht beim Schneiden nichts mehr. Zum Ausschneiden einen Rollschneider verwenden oder aber die Schere mit kleinen Schnitten führen.

Wie überträgt man Nahtlinien?

Tipp 2:

Kopierpapier und Rädeln eignet sich bei Chiffon nicht, zu groß ist die Gefahr, den Stoff zu verletzen. Da bleibt nur, mit großen Stichen, mit kontrastreichem Garn und feinster Nadel, die eine unverletzte Spitze besitzt, die Linien zu kopieren.

Wie wird das Nähen vorbereitet?

Tipp 3:

Was zusammen genäht werden soll, wird normalerweise zuvor gesteckt. Bei Chiffon besteht aber die Gefahr, damit Löcher zu hinterlassen. Normalerweise stecke ich quer zur Nahtlinie und nähe auch über die Nadeln hinweg. Das geht bei Chiffon gar nicht. Was möglich ist, ist ein Vorstecken in Längsrichtung im Bereich der Nahtzugabe. Dann näht man schrittweise und entfernt die Nadel kurz bevor man die Stelle erreicht. Plastikklammern finde ich wegen des Gewichts auf leichtem Stoff zu schwer und unhandlich.

Mit welchen Nähmaschine, mit welchem Garn und welcher Nadel wird genäht?

Tipp 4:

Chiffon lässt sich z.T. mit der Overlock, ansonsten mit der normalen Nähmaschine nähen. Für beide Nutzungen gilt: Die feinsten Nadeln, Stärke 70 oder kleiner, sind geeignet. Entsprechendes gilt für das Garn. Man sollte feinste, hochwertige Garne verwenden. Es wird Stickgarn für die Nähmaschine empfohlen. Ich nahm hochwertigen Allesnäher.

Welche Stiche sind geeignet?

Tipp 5:

Unabhängig von der gewünschten Stichart gilt, dass zuvor Nähproben absolut sinnvoll bzw. unerlässlich sind. Ich musste sowohl bei Geradstich als auch bei Zickzackstich und Oberlocknaht die normalen Einstellungen extrem verändern. Bei der Nähmaschine musste ich die Fadenspannung extrem lockern, damit sich der Stoff nicht kräuselte. Bei der Overlock musste ich ebenfalls auf maximale Dehnung einstellen, um kein gekraustes Ergebnis zu erhalten. Es gibt den Ratschlag, Seidenpapier mitlaufen zu lassen, damit Ober- und Unterstoff in gleicher Weise gepackt werden.

Wie geht das mit dem Versäubern?

Tipp 6:

Zickzacknaht, die noch zurück geschnitten werden muss

Mit der Oberlock lässt sich das bewerkstelligen, entweder gleichzeitig mit dem Zusammenfügen von Ober- und Unterstoff, oder aber bei den überstehenden Nahtzugaben. Eine Zickzacknaht nahe der Verbindungsnaht ist ebenso zielführend. Dann wird anschließend die überstehende Nahtzugabe entlang der Zickzacknaht sauber abgeschnitten. Schön ist eine kleine Kappnaht. Dann ist die Naht von beiden Seiten – außen wie innen – sehr schön und perfekt.

Sollte Handarbeit stattfinden?

Tipp 7:

An Kanten wie dem Halsausschnitt oder dem Saum sollte besonders fein gearbeitet werden. Das bekommt man mit der Nähmaschine nicht hin, so sehr man sich auch Zeit nimmt und Mühe macht! Deshalb sollte hier mit der Hand gearbeitet werden. Zu feinstem Rollieren gibt es detaillierte Anleitungen:

https://stoffe.ch/de/naehen/rollieren-von-seide

https://www.burdastyle.de/naehtipp-rollsaum-naehen

Dann habe ich noch ein Video gefunden, das zeigt, wie man mit einem Hilfsmittel sehr feine Säume nähen kann: https://youtu.be/-6XDlG4b6EU

Was ist mit Bügeln der Nähte und des Genähten?

Tipp 8:

Polyesterchiffon verträgt keinen Dampf! Man bügelt also ohne Dampf und bei geringer Temperatur wie man es auch bei Seide tun würde. Ein zwischengelegtes Seidenpapier kann das Bügeln noch sicherer machen.

Wie wird gewaschen?

Polyesterchiffon kann im Schongang der Waschmaschine gereinigt werden.

Ich wünsche viel Erfolg, wenn ihr euch traut. Ich empfehle ruhige Stunden für ein solches Projekt.

Wenn diese Tipps weitergeholfen haben, „gefällt mir“ nicht vergessen. Danke!

Geschwisterlich mit Hoodies

Vielleicht liegt es daran, dass ich selbst ein Zwilling bin und deshalb ähnlich angezogene Geschwister so schön finde. Da ich einen Bruder habe, hielt sich das Ähnliche zwar in Grenzen, aber es gibt Fotos mit den kleinen Zwillingen in identischen Wintermänteln, à la 50er Jahre in dunkelblauem Wollstoff mit weißen Bubikrägen.

Nun denn, ich habe für Cilly und Curd bisher nichts Ähnliches genäht, weil ich eben eine Vorliebe für Kleidchen habe. Nun habe ich mich aber für Hoodies entschieden, die beide tragen können. Da Curd ein so langes Kerlchen ist, war das mit den Schnitten etwas schwierig, die Kinderschnitte gehen meistens nur bis 128 oder maximal bis 146. Aber ich wurde dann doch fündig, musste aber abändern, weil mein Stoff nicht sehr dehnfähig ist.

Hoodies für die Geschwister
Kordeln und Öse mit Leder

Der blaue, sehr weiche Cordstoff wird schön zu den Enkeln mit den strahlend blauen Augen passen. Die Kängurutasche wird sich als praktisch erweisen. Der Schnitt war einfach zu nähen, da er Raglanärmel hat, das geht schon flott und ist bequem. Was mich herausforderte, war die Ledermontur an Öse und Kordel. Es gibt aber hervorragende Anleitungen. Nachdem ich das Video https://www.youtube.com/watch?v=2pKPpPuZsIQ gesehen hatte, gelang die Sache auf Anhieb. Wichtig war auch der Hinweis, die Kordel vor dem Annähen des vorderen Kapuzenumschlags einzuführen. Ein späteres Einführen hätte mir ohne Anleitung sicher mehr Mühe gemacht.

Da Curd und Cilly wahrscheinlich noch etwas in die Hoodies hineinwachsen werden, habe ich auf eine weihnachtliches Gestaltung verzichtet, aber es bleibt ein weihnachtlicher Wunsch: Die gemeinsame Kluft möge dazu beitragen, dass sich die Geschwister geschwisterlich fühlen.

Weihnachtskleidchen, und was danach?

Zugegeben, ich hatte mich in ein Kinderkleid im Internet verguckt. Und wenn ich mir etwas in den Kopf setze, bleibe ich durchaus hartnäckig. Es handelte sich um ein Kleid mit einem transparenten Drüber, dessen Charme darin bestand, dass es mit Sternen übersät war. Das hätte aber bedeutet, dass man ein zweilagiges Kleid für einen Tag oder eben zwei Weihnachtstage herstellt.

Das passt nicht zum Grundgedanken meines Blogs Nähen und Upcycling, der sich ja um Wiederverwertung bemüht. So kam ich auf die Idee, das transparente Drüber als Überwurf abnehmbar zu gestalten, damit das Kleid darunter weiter ganzjährig tragbar wird und ggf. weitere Optionen der Gestaltung bietet.

Ich kam auf die Idee, das Kleid an der Schulter überlappend zu schließen. Flache, kleine Knöpfchen an der Stelle bieten die Möglichkeit, später verschiedene Krägen anknöpfen zu können. Außerdem hat man so die Möglichkeit, das Kleid samt Überwurf in einem anziehen zu können.

Ich bastelte mir einen Schnitt, den ich nach weiterer Überarbeitung und Digitalisierung auch online stellen werde. Das also später.

Weihnachtskleidchen für Leni und Lotta

Ich hatte noch einen dunkelblauen Stoff, der mir als Reststück von Katrins Nachbarin geschenkt wurde, ohne weitere Beschreibung. Eine Brennprobe verriet, dass er zumindest teilweise Polyester oder eine andere Kunstfaser enthielt. Ansonsten fühlte er sich wollig und hochwertig an, ich vermute also eine Woll-Mischfaser. Diese Überlegung ist wichtig, denn Drunter und Drüber sollten sich nicht statisch aufladen.

Als Transparentes kam natürlich Baumwolltüll infrage, das war eigentlich mein Ausgangsgedanke. Aber nachdem ich die feinste Art dieser Stoffsorte in Händen hielt, fiel dann doch die Wahl auf Chiffon aus Polyester, weil Chiffon so wunderbar weich und fließend daherkommt. Was ich mir damit antat, dazu später. Der feinste Tüll war einfach noch zu steif.

die Kleidchen drunter

Die Kleidchen aus dem dunkelblauen Wollmischgewebe wurden zu durchgehend geschnittenen einfachen Modellen, mit der Besonderheit einer vorderen Falte – wegen der Bequemlichkeit – und der Schließung an der Schulter. Die Ausschnitte sind mit Belegen versäubert.

je zwei Knöpfchen am größeren Kleid
je ein Knöpfchen am kleineren Kleid

Der transparente Überwurf ist hinten mit einer Weite gebenden kleinen Falte versehen und aus demselben Grund seitlich weiter ausgestellt geschnitten. Er ist auch länger als das Drunter, das betont das Flatterhafte. Vorne sind die Überwürfe offen und mit einem Knöpfchen gehalten. Verziert wurden sie mit aufgebügelten Sternchen.

Überwurf weiter und länger

So ist es also geschafft. Das Weihnachtsfest mit festlich gekleideten Mädchen kann kommen. Für die anderen beiden Enkelkinder werde ich gänzlich Anderes produzieren, das also nächste Woche.

So habe ich drei Ausblicke:

  • Es entsteht ein Schnitt für ein Mädchenkleid mit Überwurf.
  • Meine leidvollen Erfahrungen mit dem Nähen von Chiffon werde ich zusammenstellen und Tipps geben.
  • Ein anderes Projekt für Curd und Cilly folgt.

Ich habe aber auch Rückblicke, denn Kleidchen zu Weihnachten haben schon Tradition.