Zur Einschulung hat Oma genäht

Nun ist es soweit: Der erste Enkel kommt in die Schule.

Ich habe mich informiert, was es zu diesem Anlass so nähtechnisch gibt. Ich bin auf genähte Schultüten, auf passende Einschulungskleider und T-Shirts mit ganz netten Plots gestoßen.

Ich wollte es dem neuen Lehrer leicht machen. Und es ist ein Lehrer, nicht eine Lehrerin! Welche Seltenheit, aber schön für Curd. Aus meiner Erfahrung als Lehrerin weiß ich, dass es ggf. eine Woche dauert, bis die Lehrperson die Namen drauf hat. In der Grundschule ist es einfacher, die Richtwerte für Klassen sind eher angemessen und der Lehrer unterrichtet fast alle Stunden in der Lerngruppe. Ich selbst hatte Lerngruppen bis zu 34 Kindern mit 2 Wochenstunden und habe zum Lernen der Namen Fotos und Klassenspiegel genutzt. Aus der späteren Perspektive Schulleitung weiß ich, wie mühevoll die Unterrichtsverteilung in Mangelverwaltung ist. Lehrermangel ist wirklich kein neues Thema! Wie oft musste ich mit Engelszungen reden, dass man bereit war, die ein oder andere zusätzliche Last zu tragen. In ihrer Mehrheit sind Lehrerinnen und Lehrer aber Gott sei Dank Überzeugungstäter, die ihre vielfältige und lebendige Arbeit und die Kinder wirklich mögen. Ohne diese engagierten Alltagshelden wäre das System schon lange zusammengebrochen. Wenn du also auf eine Klasse mit unter 30 Kindern triffst, ist das ein Glücksfall! Und wenn du immer bedenkst, dass Schule insgesamt als Massenveranstaltung organisiert ist, ersparst du dir so manchen Ärger und manchen Konflikt!

Folgerichtig habe ich  also das Lernen der Namen verkürzt und Curd schnell identifizierbar ausgestattet.

Es ist natürlich mühevoll, die einzelnen Buchstaben zu applizieren. Nach der Decke für Lotta hatte ich aber noch Übung, Hurra, Carlotta ist da! – Babydecke zur Geburt

Und ich habe gegenüber Plots erreicht, dass die Applikationen jede Bewegung mitmachen und dass sie Wäschen, Fleckenmittel und Bügeln nicht übel nehmen.

Die Stoffreste hatte ich noch und der Schnitt ermöglichte ein Kombinieren von Stoffen. Ich habe ihn schon oft verwendet,Es war einmal Opas Schlafanzug.

Oma und Opa freuen sich auf die Einschulungsfeier und das kleine Familienfest.

 

Designerschnitt „Cilly“ – Schnitt für Mustermix fertiggestellt

Wie im vorhergehenden Artikel angekündigt, habe ich mit dem ersonnenen Schnitt ein weiteres Kleidchen genäht.

Mir kam zugute, dass mich eine Kurzreise an den Bodensee und nach Lindau führte. Und in Lindau muss ich jedes Mal das besondere Stoffgeschäft Marie Lind besuchen. Man führt dort außergewöhnliche Stoffe aus französischer Quelle, meist haben sie etwas festere Baumwollqualität und sind überwiegend für Dekozwecke geeignet. Ich könnte stundenlang dort schwelgen. Immerhin finden sich dort auch Stoffe, die für Kinder geeignet sind. Ich kaufte einen maritimen Stoff und hatte gleich eine Verwendung im Sinn.

Zu Hause angekommen, wurde der Fundus durchsucht, was passen könnte. Eigentlich hatte ich Jeansstoffe in meiner Vorstellung, viele Stücke erwiesen sich jedoch trotz des Schnitts, der drei Stoffstücke kombiniert und eben für Resteverwertung oder Upcycling überaus geeignet ist, als noch zu klein. Ich wollte nämlich für Leni nähen, die hat inzwischen Größe 110. Leni wird noch einmal auf Reisen gehen, wahrscheinlich ans warme Meer. Da passt ein Sommerhängerchen und der maritime Stoff. Schließlich fand ich doch noch Passendes, musste aber, um mit den Stücken auszukommen, die Seitennähte arbeiten. Im Schnitt ist das nicht unbedingt erforderlich. Verwendet wurden Teile aus zwei Herrenhemden in jeansartigem Stoff, hellblau sowie graublau. Selbst die Knöpfe fand ich an einem anderen Herrenhemd, nachdem ich den Gedanken an rote Kinderknöpfe verwarf. Das hätte das Oberteil mit dem starken Muster gestört. So ist wieder einmal ein Kombiprodukt in überwiegend Upcyclingmanier entstanden.

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Die Idee für die Applikation erhielt ich über Pinterest, wo ich zauberhafte Applikationen sammle, Oma-näht.

Beim nochmaligen Nähen kam mir die ein oder andere Idee, wie ich euch die Anleitung noch deutlicher und verständlicher fassen könnte. So habe ich die Anleitung noch einmal überarbeitet und nun ist es geschafft, selbst Nähanfängerinnen müssten mit der Anleitung klar kommen. Der Mehrgrößenschnitt umfasst die Größen 86 – 126. Den Schnitt und die ausführliche Fotoanleitung findet ihr bei Etsy oder bei mir über email. Gegen einen geringen Unkostenbeitrag von € 3,50 kann ich euch die Dateien übermitteln, eine Anfrage klärt den Rest der Abwicklung. Nachdem Dawanda überraschend schließt und Etsy aus meiner Sicht noch nicht wirklich etabliert ist, denke ich über die Integration eines shops in meinen blog nach. Aber noch ist es nicht soweit…

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Ich wünsche also viel Freude beim Aufnehmen der ein oder anderen Idee und beim Nachnähen!

Ein weiteres Exemplar habe ich bei Etsy eingestellt:

Designerschnitt „Cilly“ – Hängerchen im Mustermix

Schon lange beschäftige ich mich mit Mädchenkleidern, sammle eifrig Ideen bei Pinterest und habe inzwischen einen gewissen Überblick, was so gefertigt wird und was möglich ist.

Wenn aus abgelegter Kleidung Neues entstehen soll, ist meist ein Schnitt günstig, der ein Zusammensetzen aus verschiedenen Stoffen vorsieht. Manchmal ist es aber auch nur einfach schön, im Stoffgeschäft herrlich zueinander passende Stoffe zusammenzustellen. Bei zugehörigen Schnitten befindet sich die Teilungsnaht zwischen verschiedenen Stoffen mal quer unter einer Passe und über einem gerüschten Rockteil, mal wird längs geteilt, oder es wird eine diagonale Teilung genäht. All das habe ich schon ausprobiert. Die Schnittführung hängt auch damit zusammen, wie man das Kleid schließt. Oft ist der Halsausschnitt so groß, dass weder Knöpfe noch Reißverschluss vorgesehen werden. Wenn diese vorhanden sind, befinden sie sich hinten oder vorne längs, manchmal ist die Schulterpartie knöpfbar.

Aus den Erfahrungen ergab sich der Wunsch, mal etwas Neues auszudenken.

So ist der Schnitt Cilly – ein Schnitt für Mustermix – entstanden. Er zeichnet sich dadurch aus, dass die Teilungsnähte bogenförmig geführt werden, dass die Knopfleiste ebenso bogenförmig integriert ist und dass die Teilungsnähte das Kleid fertigstellen, ohne dass die Seitennähte genäht werden müssen. Damit läuft die eine wie die andere Stoffart exakt vom Vorderteil zum Rückenteil. Der Schnitt ist natürlich ebenso geeignet, um ein nicht zusammengesetztes, einfaches Hängerchen zu nähen.

Ich werde noch weitere Exemplare probenähen und dann den Schnitt digitalisieren. Ich denke, dass ich Ende August damit soweit bin. Ihr werdet den Schnitt dann bei Etsy finden.