Mädchenkleider aus Webware – dennoch leicht

Nähanfängerinnen wählen nicht umsonst dehnbare Stoffe für ihre ersten Projekte. Dehnbare Stoffe verzeihen kleine Abweichungen vom Schnitt. Nicht umsonst ist die Modeindustrie auf die Größenbezeichnungen S, M L, XL gekommen, mit dehnbaren Materialien kommt es sich nicht so genau.

Mit Webware werden Mädchenkleider häufig mit oberer Passe und für die Bequemlichkeit mit gekraustem Rockteil gearbeitet. Die Passe ist dann geknöpft oder hat einen Reißverschluss und ist gefüttert bzw. doppelt gearbeitet. Das ist natürlich aufwändiger als eine Kleidchen quasi als langes, ausgestelltes T-Shirt zu arbeiten.

Aber auch mit Webware kann es leichtes Nähen und Bequemlichkeit geben.

Das Kleidchen für Lotta ist aus grauem, gepunktetem Flanell gearbeitet. Ein echtes Herbstkleid! Es wurde aus nur zwei Teilen plus den Raglanärmeln zusammengesetzt. Raglanärmel gelingen auch Nähanfängerinnen. Vorder- und Rückteil haben im Stoffbruch eine Falte, damit es bequem wird. Hinten gibt es einen geknöpften Schlitz, damit das Kleidchen überhaupt angezogen werden kann. Mir ist dazu wirklich etwas eingefallen, wie das nämlich leicht zu arbeiten ist, ohne dass der Rücken aus zwei oder mehr Teilen bestehen muss.

Ich verweise also erneut auf meinen Nähtipp: https://sewtonew.blog/2018/09/05/naehtipp-knopfleiste-und-falte-in-einem-zug-herstellen/

Da das Kleidchen einen zurückhaltenden Stoff hat, habe ich mit gestickten Zierbändern gearbeitet, am Saum, an den Ärmeln, an den Taschen und am Hals. Meine gute, alte Nähmaschine hat mehrere Zierstiche und ich erinnerte mich an die neuen Erfahrungen mit Bauschgarn. Damit werden die Zierstiche wirklich attraktiv, wie sich zeigte. Lottas Wunsch entsprechend habe ich eine fertige Applikation von Peppa auf der Tasche aufgebracht. Der Stoff in rosa an Ärmel, den Taschen und am Hals – so denke ich – rundet die Sache farblich ab.

Covern an Cillys Kleidern

Im vorangegangenen Artikel hatte ich über meine neue Nähmaschine und die ersten Übungen mit Covern berichtet. Nun traf es sich, dass der Wunsch nach neuen Sachen für den Herbst geäußert wurde. Also geht es weiter auch mit Coverübungen.

klassischer Schnitt für Jersey mit Ärmeln

Es stellt sich heraus, dass das Säumen eines elastischen Stoffs mittels Covern ein Kinderspiel ist. Das leichte und schnelle Nähen des Saums stellt alle bisherigen Versuche mit den Stichmöglichkeiten der normalen Nähmaschine in den Schatten. Ich habe nur zuvor gesteckt und dann gleich genäht. Der Saum gelingt mühelos ohne hässliches Dehnen des Materials. Vorbereitende Arbeiten waren nicht vonnöten.

Ebenso kann ein schmaler und feiner Halsabschluss ohne Probleme realisiert werden. Der zum Ring geschlossene und gefaltete Jerseystreifen wird nur gedehnt untergesteckt und dann gleich festgenäht. Es entsteht ein flacher Abschluss ohne ein Zuviel an Fäden.

Für das zweite Kleid gilt die gleiche Überzeugung, dass Covern wirklich die Arbeit erleichtert.

Cillys zweites Herbstkleidchen

Die verwendeten Stoffe waren sämtlich Reststücke aus ehemaligen Projekten. Ich denke, dass die Kombinationen farblich und vom Muster her harmonieren. Der verwendete Ottobre-Schnitt aus dem aktuellen Heft scheint mir sehr weit auszufallen. Ich hatte Größe 128 gewählt. Falls die Kleider zu groß sind – die Anprobe wird es zeigen – sie passen mit den Ärmeln auch noch im nächsten Frühjahr.

Covern – jetzt wird es weich und professionell

Mit meiner neuen Bernette b48 funlock habe ich eine erste Übungsrunde durchlaufen. Es ist immer etwas aufregend, Neues zu erproben. Wird man mit der neuen Maschine und den neuen Möglichkeiten Freund? Ich denke, das wird es!

Die Maschine ist eine kombinierte Cover- und Overlock mit zahlreichen Stichvarianten. Es bedarf ein wenig der Übung, sie zu den jeweiligen Arbeitsschritten umzurüsten, sprich im wesentlichen neu einzufädeln. Aber wenn man es durchdacht hat, geht es dann immer routinierter. Noch muss ich im Anleitungsheft die jeweils empfohlenen Fadenspannungen für die Stichart nachlesen, aber das Umrüsten ansich ist schnell klar. Klar ist auch, dass der Arbeitsprozess durchdacht werden sollte, damit es bei einem Projekt, sprich einem Kleidungsstück, nur einmal nötig wird umzurüsten. Die Planung von Arbeitsschritten bin ich aber gewohnt, weil mein Arbeitstisch nur Platz für eine Maschine hat. So habe ich schon immer reflektiert, wann ich die normale Nähmaschine und wann die Overlock benutze, damit, wenn es gut geplant ist, nur einmal die Maschine auf dem Tisch gewechselt werden muss.

Nun aber zu den ersten Näherfahrungen:

Meine Übungsprojekte waren zwei Kleidungsstücke für Cilly. Ein bunter, feiner Jersey und ein doppelter, wendbarer Sweat waren die Stoffe, wichtig für die unterschiedlichen Erfahrungen, denn der eine ist dünn und sehr elastisch und der andere dicker und weniger elastisch. Der Schnitt ist von Ottobre für eine glockige Tunika, im Falle des Sweatstoffes habe ich den Schnitt vorne bogenförmig unterteilt.

Der Coverstich ist vor allem für dehnbare Säume verwendbar. Und die Sache hat mich wirklich überzeugt! Von Bedeutung ist hier auch der glockige Schnitt und die damit stark gebogene Saumlinie. Ohne Cover habe ich das meist so gemacht: Um den inneren Stoffüberschuss beim Umschlagen zu bändigen, habe ich zunächst die untere Kante eingehalten, entweder mit dem Geradstich der normalen Maschine mit Stichlänge 5 und leichtem Zurren zum leichten Kräuseln oder aber mit der Overlock und Einstellung des Transports auf leichtes Kräuseln. Anschließend habe ich mich dann entweder für die Zwillingsnadel und somit für eine sichtbar doppelte Nahtlinie oder aber für den Wabenstich entschieden. Innen hat das Kleidungsstück dann in jedem Falle viele Nahtfäden – nicht schön! Nun wird komfortabler und mit weniger Nahtgewimmel gesäumt:

Covernaht zum säumen

Den glockigen Saum mit durchaus Stoffüberschuss im Innern habe ich lediglich gesteckt, dies mit kurzen Abständen der Stecknadeln und genauem Umschlag, damit der Saum überall exakt gleich zu liegen kommt. Denn beim Covern ist die Rückseite nicht zu sehen und es ist sicherzustellen, dass die rückwärtigen Schlingen noch auf der rechten Seite des Stoffs liegen, ansonsten wäre der Saum nicht überall angenäht. Dieses Vorgehen unterscheidet sich aber nicht vom Aufwand, den man bei Verwendung der Zwillingsnadel oder des Wabenstichs hat. Ich habe dann den dreifädigen Coverstich in breit gewählt. Zu meinem Erstaunen gab es keinerlei Fältchen auf der Rückseite, das Nähgut wurde ohne jede Schwierigkeit exakt transportiert, dies bei Standardeinstellung des Nähfüßchendrucks. Damit sieht der Saum vorne wie hinten perfekt aus.

Bei der gepunkteten Tunika hatte ich die schmale Variante für das Säumen gewählt. Das hat sich nicht als optimal herausgestellt, die Saumnaht ist dann im Verhältnis zum dickeren Stoff zu schmal. So habe ich der Einfachheit halber eine zweite schmale Naht gesetzt statt aufzutrennen. Insgesamt ging es hier aber ebenso einfach zu wie beim Säumen der anderen Tunika: kein Knubbeln, keine Fältchen im Inneren, kein Fadengewirr!

Die Ärmel habe ich ebenso mit Covernaht gesäumt. Hier hat sich als Nachteil herausgestellt, dass meine Bernette wie aber auch andere Covermaschinen keinen Freiarm für die Ärmelbearbeitung hat. Die Übungen haben mir gezeigt, dass dieser Projektabschnitt am besten zu händeln ist, wenn man den Ärmel auf links hat, man sieht den Umschlag außen, genäht wird aber innen auf der rechten Seite, indem man die Ärmelnaht langsam rundführt.

Tasche mit Covernaht aufgenäht

Eine weitere Erleichterung und Optimierung ist zu nennen. Taschen aufzunähen erforderte bisher folgende Schritte:

  • zunächst die obere Kante versäubern und säumen, erst Overlock, dann Zwillingsnadel oder Wabenstich oder normaler Stich
  • die Tasche außen herum versäubern, Overlock mit Einhalten
  • Außenkanten umschlagen, stecken und anstecken
  • Aufnähen mit normalen Stich oder Wabenstich

Nun bleibt alles elastisch auf und mit elastischem Material:

  • obere Kante mit Covern säumen oder wie hier mit Covern Spitze annähen
  • Kanten umschlagen und stecken und anstecken
  • Tasche mit Covern aufnähen

Wer genau hinsieht, wird entdecken, dass die Naht noch nicht gut geführt ist, sodass es ein wirklich wichtiges Fazit gibt:

Der transparente!!! Standardnähfuß wird demnächst zum Einsatz kommen,

damit man die Nahtführung optisch gut kontrollieren kann. Dies gilt auch für den nächsten Arbeitsschritt.

Jerseystreifen als Halsabschluss

Gerade bei leichten Stoffen möchte man am Hals nicht unbedingt mit einem Bündchen arbeiten. Gestreifte oder farblich akzentuierende Bündchen sind zwar ein bewährtes und beliebtes Gestaltungsmittel, aber nicht immer hat man ein passendes Bündchen zur Hand oder aber die Ware ist einfach zu fein für die meist doch dickeren Bündchen. Dann habe ich in der Vergangenheit schon Jerseystreifen verwendet. Welche Arbeitsschritte waren dann nötig? Die Jerseystreifen werden gefaltet und mit der Overlock gedehnt angenäht, entweder im Ring noch offen von vorderer zweiter Schulter zu hinterer zweiter Schulter, bevor man die Schulternaht schließt, oder aber als Ring geschlossen an die schon vollständig geschlossene Halsrundung. In jedem Falle hat man es dann innwendig mit einer abstehenden, dicken Overlocknaht zu tun – nicht schön! Es lässt sich mit einen eventuell farblich abgesetzten Streberstreifen im hinteren Halsbereich noch Chic hinzufügen und auf dem Bügel hängend oder gefaltet liegend sieht man dann die hässliche Naht nicht. Dick bleibt es aber dennoch und der Streberstreifen sorgt auch nicht unbedingt für hohe Elastizität!

Der Durchbruch ist nun gefunden: Der gefaltete und zum Ring zusammengenähte Jerseystreifen wird der leicht umgeklappten Halsrundung gedehnt untergesteckt. Ich habe tatsächlich nur gründlich mit Stecknadeln das Nähen vorbereitet! Dann wird knappkantig gecovert – fertig! Alles liegt flach aneinander und ist sauber und ist absolut elastisch! Damit bin ich sehr zufrieden!

Allerdings und ich wiederhole mich: Der transparente Standardnähfuß wird demnächst auch hier zum Einsatz kommen!

Bei der gepunkteten Tunika habe ich statt des Jerseystreifens eine elastische Spitze gewählt, das Verfahren ist hier aber entsprechend.

Fazit zu den Nähmaschinen: Ich denke, dass sich eine Covermaschine für Diejenigen lohnt, die viel nähen und Freude daran haben. Meine Wahl fiel auf eine Kombimaschine, weil meine erste Overlockmaschine kaputt ging und die Reparatur nicht wirtschaftlich erschien. In diesem Zusammenhang warne ich vor allzu preiswerten Einsteigermodellen wie der meinen ersten Overlock. Hier gilt wahrscheinlich: Wer billig kauft, kauft zweimal. Meine normale Nähmaschine ist im Übrigen die gute alte Bernina 1090 und sie begleitet mich schon Jahrzehnte. So sollte es sein! Sie war ein Geschenk meiner Eltern, das macht sie noch einmal wertvoller, zumal ich für meine Enkelkinder und ihre Urenkelkinder damit nähe.

Optimierung: Badeponcho aus Badetuch

Leni ist enorm gewachsen. Der schon einmal genähte Badeponcho passt nun der Schwester und Leni benötigt einen größeren. In der Wäschekiste meiner verstorbenen Mutter fand sich ein noch niemals genutztes, riesige Badetuch, groß genug den neuen Zweck.

Wie hier geschnitten wird, habe ich schon einmal erläutert: Badeponcho aus Badetuch. Aber diesmal habe ich noch eine Optimierung eingeführt.

Badeponcho aus riesigem Badetuch

Der Frotteestoff ist nicht flexibel. Deshalb fällt das notwendige Halsloch recht groß aus, damit das Kind hineinschlüpfen kann. Dann allerdings wird das Kind evtl. nach dem Baden bzw. Schwimmen am Hals kalt. So habe ich ein Halsbündchen zwischen Kapuze und Tuch eingefügt. Es ist aus zwei Stücken genäht – also nicht gefaltet – und fasst die Kapuze oben zwischen. Unten ist es mit Overlock angenäht. Seitlich habe ich es verjüngend geschnitten. So legt sich das Tuch am Hals eng und warm an.

Die Kapuze stammt von einem abgelegten Bademantel, bei dem der Reißverschluss völlig kaputt war. Plastikreißverschlüsse an Wäschestücken, die heiß gewaschen werden, das ist so eine Sache. Nachhaltig wird es dabei nicht, aber immerhin verwende ich die Stoffe weiter. Die Taschen des Bademantels habe ich ebenso verwendet und durch Applikation aufgepeppt.

Seepferdchen als Applikation

Die Kapuze habe ich durch ein innen liegenden Bändchentunnel flexibel gehalten, wie gesagt, das Kind soll nicht frieren!

Kapuze kann gezurrt werden

Seitlich habe ich auch noch Bänder angenäht, so bleibt das Tuch besser geschlossen, wie gesagt, Leni soll nicht frieren!

Mützchen mit Flatlock

4 Fliegen mit einer Klappe, so könnte man den post auch nennen. Aber alles nacheinander…

Es gab zunächst eine Anregung aus dem Bernina-blog, die mich ansprach: https://blog.bernina.com/de/2016/04/tutorial-wie-flachnaht-overlock/. Eine Mütze wurde mit Flatlock fertig gestellt. Das wollte ich auch ausprobieren, nachdem ich schon Pullover im Upcycling-Verfahren mit Flatlock verschönerte, siehe vorheriger Artikel. Und es gab ein Ergebnis: Viel schöner als die Schlingenseite sieht die Leiterseite der dreifägigen Flatlocknaht aus. Insbesondere dann, wenn Bauschgarn verwendet wird. Wählt man Multicolor-Bauschgarn wird es geradezu chic.

Leiterseite der dreifädigen Flatlocknaht
Bauschgarn multicolor

Die erste Fliege ist so erledigt. Ich empfehle die Leiterseite der Flatlocknaht für Mützchen. Sie brauchen auch nicht gefüttert zu werden, weil alles schön sauber genäht wird, innen wie außen!

Gleichzeitig machte ich Erfahrungen mit meiner Bernette 48. Sie steht auf einem Arbeitstisch am Fenster. Wenn die Sonne herein scheint, wird es durchaus warm auf dem Tisch. So wunderte ich mich, dass eine einmal eingestellte und gut funktionierende Einstellung der Fadenspannungen beim nächsten Mal mit gleichem Stoff nicht mehr passend war. Der Hinweis, jedes Mal eine Nähprobe zu machen, ist also durchaus sinnvoll! Mein Bauschgarn lief immer in der Nadel mit Spannung 0, die Greifer waren meist auf 4,5 und auf 6,5 eingestellt. Erfahrungen gesammelt, Fliege 2 erledigt!

Für die Mützchen verwendete ich zunächst einen vierteiligen Schnitt.

Schnitt für Zipfelmütze von Ottobre
Stoffreste verwerten
Teile und Jerseystreifen mit Flatlock

Der Schnitt bietet den Vorteil, dass man für bunte Kindermützchen vier verschiedene Teile verwenden kann. Die Stoffrestekiste freute sich. Viele Stückchen konnten genommen werden. Quasi kostenfrei entstanden bunte Kindermützchen, zunächst 11 Stück mit diesem Schnitt in Größe 48 – 50. Unter dem Stichwort Stoffreste verwenden wurde so die dritte Fliege erledigt.

Über eine Bloggerin, die meinem Blog folgt, kam ich zur Initiative handmade for refugees, https://www.facebook.com/groups/406054740606058. Die neue Initiative für „mehr Wärme und Zuversicht“ bittet um Mützen und Schals für Geflüchtete, die in Griechenland verharren. Es gibt dort auch unbegleitete Jugendliche. Ich will angesichts der Not gerne helfen, zumal ich es mit Nähübungen verknüpfte, gebe aber zu bedenken, dass das wirklich nett und lieb ist. Was ist aber mit den Konzernen, von denen man hört, dass Rückläufe und Überschüsse an Kleidung vernichtet werden.

Jerseymützchen einlagig
multicolor Flatlocknaht schön zu unifarbenem Stoff

In Gedanken an Jugendliche, meist männliche Flüchtlinge, wählte ich einen einfachen Beanieschnitt. Abnäher und Nähte wurden mit grellem Multicolor-Bauschgarn genäht. Der untere Saum wurde ebenso mit dieser Flatlocknaht als Fake-Bündchen gearbeitet.

für Jugendliche

Es entstanden zunächst 7 Mützchen mit attraktivem Flatlockgarn, chic für Jugendliche. Die Näharbeiten haben noch Zeit bis 31. Oktober. Es wird also hoffentlich noch mehr Mützchen geben.

Der Zusammenhang mit handmade for refugees ist sozusagen die vierte Fliege.

Flatlock- neuer Weg beim Upcycling

Es zieht sich durch meinen blog durch: Wie bekommt man abgelegte Kleidung Erwachsener zu Kinderkleidung ansprechend aufgearbeitet und umgestaltet. Bisher habe ich unifarbene und damit etwas triste Sachen dadurch aufgepeppt, dass ich mit Kinderstoffen kombinierte oder aber – und dies sehr häufig – kindliche Applikationen aufbrachte. Jetzt wird Leni 7 Jahre alt und Curd ist schon 9. Damit sind die vorhandenen brauchbaren Stoffstücke oft einfach zu klein, Kombinationen werden die Regel werden, und zudem entwachsen die Enkelkinder den kindlichen Applikationen.

Neue Wege sind zu finden!

Nun bin ich auf Bauschgarn in Flatlocknähten gestoßen. Und siehe da: Schnelles und einfaches Upcycling steht in Aussicht. Bauschgarn gibt es einfarbig, multicolor oder sogar neonfarbig.

Mutters Pullover verkleinert und mit Flatlock zusammengenäht

Nach einem einfachen Grundschnitt in Größe 134 habe ich den Pullover von Mamma seitlich und oben sowie oben an den Ärmeln für das Töchterchen gekürzt. Die Bündchen unten blieben erhalten. Das Halsbündchen habe ich abgeschnitten und gekürzt wiederverwendet. Alles ist rundum mit Flatlock in Multicolor-Bauschgarn zusammengenäht.

Detail Flatlocknähte

Am Ärmel habe ich unten noch eine Flatlocknaht zur Zierde gesetzt.

Ziernaht

Mein Nähen war ein erster Versuch mit Flatlock. Da man immer dazu lernt, ist das erste Stück noch nicht perfekt. Die Flatlocknähte haben, wie ich dann merkte, eine Richtung. Sie stehen an einer Seite etwas hoch. Damit symmetrisch gearbeitet wird, ist das bei den Nähten links und rechts zu beachten. Näht man die Seitennaht mit den Vorderteil oben von oben nach unten, sollte man auf der anderen Seite mit Vorderteil oben von unten nach oben nähen. Dann wird es symmetrisch. Es gibt auch die Anweisung, die Flatlocknaht noch einmal mit Geradstich zu übernähen. Dann entfiele meine Überlegung, weil der Geradstich Flatlock niederdrückt. Allerdings ist dann auch die Dehnbarkeit hin. Ich habe also auf die zusätzliche Naht verzichtet.

zweiter Versuch mit Flatlock

Bei diesem Exemplar habe ich dann schon symmetrisch gearbeitet. Außerdem habe ich eine zusätzliche Ziernaht entlang des Ärmels gesetzt. Die Ärmel habe ich diesmal mit Overlock eingesetzt. Und dann ist mir noch aufgefallen, dass, je nachdem in welche Richtung man arbeitet, das Halsbündchen auch anders aussehen kann.

mit Flatlock angenähtes Halsbündchen

Diesmal verschwindet die untere Kante des Strickbündchens innen, bei vorherigen Exemplar lag sie außen. So kann man also auch mit den Nähten und ihrer Richtung spielen.

Meine Flatlockexperimente werden sich weiter entwickeln. Ich habe zunächst die Dreifadenvariante angewendet. Ich bin sicher, dass ich die Möglichkeit Flatlock bei weiteren Gestaltungsideen unbedingt mit bedenken werde. Außerdem kann meine neue Bernette 48 auch covern. Demnächst also mehr zu Flat- und Coverlock, denn es gilt, Tristesse für Kinder aufzumuntern.

Alles über Lätzchen, Übersicht und all-in-one Schnitt

Unter dem Motto „kleine genähte Geschenke“ habe ich allerlei Vorschläge unterbreitet, mit welchen genähten Geschenken du Freude bereiten und gleichzeitig deiner Nähleidenschaft frönen kannst.

Geht es um Baby, Kleinkind oder die werdende Mutter, ergibt sich ein neues Thema wie z.B. kleine Geschenke zur Geburt. Eine beliebte Kleinigkeit ist ein Lätzchen. Und davon kann man nie genug haben! Es dauert halt ein wenig (und erfordert Geduld!), bis die Kleinsten selbst mit dem Löffel sicher essen können. Und meine Erfahrung im Rahmen von Upcycling ist, dass Kleidung häufig deshalb weggegeben wird, weil Flecken partout nicht verschwinden wollen. Insofern ist das Thema Lätzchen auch ein Beitrag zur Nachhaltigkeit.

So habe ich mich umgesehen und mit meiner Neigung zum Systematisieren ist mir aufgefallen, dass sich alle Varianten der ärmellosen Exemplare von einem Grundmuster ableiten lassen.

Was alles geht mit einer Grundüberlegung! Und dir kann noch mehr einfallen!

Was sind die Eckdaten, mit denen du selbst ein Schnittmuster entwerfen könntest? Die maximale Größe entspricht in etwa einem DINA3 Blatt und der Halsumfang von ca. 25 – 28 cm ist zu berücksichtigen. Da der Latz nicht ganz halseng sitzen sollte, nehme ich einmal 30 cm als Kreisumfang. Mit der Kreisformel kommt man dann zu einem Durchmesser von grob 10 cm. Wenn das Kleinkind etwas kräftiger ist, dürfen es auch 12 cm sein.

Und nun kannst du spielen: rechteckiger Latz, ovaler Latz, eher breit ovaler bis rundlicher Latz, Latz, der an ein Dreieckstuch erinnert, Latz in Birnenform …, alles ist planbar. Vom Stoff her sollte immer beachtet werden, dass viel gewaschen werden muss und dass der Latz z.B. Soßen abhalten sollte, d.h. zu dünn darf es nicht werden.

Latz ohne Verschluss mit Halsbündchen und passend für den Winter

Grundsätzlich sollte überlegt werden, ob der Latz einen Verschluss haben soll oder nicht. Ohne Verschluss verlangt der Latz nach einem größeren Ausschnitt, sicher 12 – 14 cm statt 10 cm Durchmesser, und zudem nach dehnbarem Material und einem dehnbaren Abschluss am Hals, z.B. einem Halsbündchen.

Latz mit amerikanischen Ausschnitt
Detail amerikanischer Ausschnitt

Mit Webware kann ohne Verschluss nur gearbeitet werden, wenn ein großzügig geschnittener, amerikanische Halsausschnitt gewählt wird, anderenfalls kommt das Kind nicht mit dem Kopf durch den Ausschnitt. Die Bündchenvariante verlangt eine doppelte Stofflage und eine Umfassung mit Schrägband. Die Webvariante mit amerikanischem Ausschnitt kann auch in einfacher Stofflage mit Schrägband um die Ränder hergestellt werden.

Latz zum Binden
zum Binden und doppelte Stofflage

Die Lätze, die einen Verschluss haben, erreichen diesen durch Bindebänder, durch Klettverschluss, Knöpfe oder Druckknöpfe. Die Schnitte können aus dem Grundmuster heraus angepasst werden. Sie haben hinten mittig den Verschluss mit Klettband oder Knopf. Mit Bändern verkürzt sich der Schnitt hinten.

hinten mittig Druckknopf
Detail hinten mittig geknöpfter Latz

Genauso gut lässt sich der Latz asymmetrisch schließen links oder rechts. Mittig vorne könnte auch ein Schlitz mit Verschluss gearbeitet werden. Dazu habe ich aber keine Demonstration angefertigt.

asymmetrisch geschlossener Latz
zum Geburtstag mit Applikation

Alle diese Varianten mit Verschluss können in doppelter Stofflage hergestellt werden, aus Webware oder aus elastischem Material. Wählt man die einlagige Herstellungsweise, muss rundherum eingefasst werden.

Ich habe die oben abgebildeten Lätzchen zur Demonstration hergestellt, ebenso werden Lätzchen in meinem shop unter der Kategorie Baby angeboten. Wie man sieht, können sie sehr verschieden ausfallen und sehr verschieden gestaltet werden. Der Kreativität und dem individuellen Gestalten sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Das ist das Schöne am Selbernähen!

Nun könntest du selbst kreativ tätig werden und dir einen Schnitt selbst entwerfen. Wenn du es aber einfacher haben willst: Für eine eiförmige, ovale Form biete ich einen all-in-one Schnitt an, der alle besprochenen Möglichkeiten samt Anleitung beinhaltet. Diesen kannst du aber im unteren Latzteil ohne Probleme abändern, wenn dir einfach oval nicht gefällt. Die Anleitungen und die im Schnitt enthaltenen Schließvarianten funktionieren dann ebenso. So könntest du einen noch rundlicheren Latz, einen rechteckigen Latz oder einen Latz herstellen, der an ein Dreieckstuch oder eine Birne erinnert. Den Schnitt findest du für €2,90 im shop.

Also viel Freude beim individuellen Nähen und Gestalten eines Lätzchenunikats!!!

Nun bin ich neugierig, ob sich die Varianten Latz mit Ärmeln ebenso systematisch abhandeln lassen – dazu also demnächst vielleicht mehr.

Auch zum Thema „Was schenkt man zur Geburt“ werden ich mich demnächst mit weiteren Vorschlägen melden.

romantische Kleiderbügel in pink mit Rosen

Ein romantischer Stoff fiel mir ins Auge. Es ist ein hochwertiger Quiltstoff von Tilda mit der Bezeichnung Mary Pink. Da ich mit Stoff bezogene Kleiderbügel im shop anbiete und auch eine Anleitung mit dem Titel „hübsch aufhängen“ schrieb, wie Kleiderbügel mit Stoff bezogen werden können, ergänze ich nun mit diesen romantischen Exemplaren. Ich stelle sie mir vor in einer weiblich geprägten Wohnung oder eben einem Damenzimmer. „Hübsch aufhängen“, das hebt jedes Kleidungsstück und jeden Kleiderhaken. Die Kleiderbügel machen sich schön an einer Garderobe. Sie sind auch geeignet, um empfindliche Kleidung wie z.B. Strickwaren aufzuhängen. Nichts drückt durch, nichts rutscht, es entstehen keine Beulen mehr. Wenn Kleidung präsentiert werden soll, hebt der passende Bügel die Anmutung. Außerdem machen die Bügel das Aufhängen leise, nichts klappert im Schrank. Als Geschenk eignen sich die Bügel natürlich auch, beispielsweise zum Einzug.

Fotoanleitung Paspel

Mein Schnittmuster für den Schonbezug Maxi Cosi wird dann besonders schön umgesetzt, wenn die Durchlässe für die Gurte und für die Öffnungen zum Verstellen von Paspeln gerahmt werden. Dazu hat aber so manche Nähanfängerin noch keine rechte Vorstellung und keine Näherfahrung. Deshalb ergänze ich die Beiträge zu Schonbezug für den Maxi Cosi um eine Fotoanleitung.

Öffnung wurde mit Trickmarker eingezeichnet

Die Öffnung wurde angezeichnet. Die Streifen für die Paspel sind 3 cm länger als die Öffnung und 3 cm breit. Günstig ist, wenn sie aus Webware bestehen.

Die Streifen der Paspel werden mittig links auf links gefaltet und sie werden mit der offenen Kante an die Mittellinie des Durchlasses auf der Oberseite des Stoffs angelegt, dann mit einer mittigen Naht auf dem Jersey festgenäht bis jeweils 1,5 cm vor dem Ende des Streifens.

Streifen umrahmen auf der Oberseite die angezeichnete Öffnung

Beim Wenden des Stoffs siehst du nun zwei parallele Nähte.

Einschneiden

Auf der Rückseite: In der Mitte wird nun längs aufgeschnitten bis jeweils 1,5 cm vor dem Ende der Nähte. Dann wird jeweils in die Ecke bis zur Naht geschnitten, ohne die Paspel mit zu treffen.

Einschlagen, Wenden der Paspel

Die Streifen werden auf die Rückseite sozusagen nach innen gezogen, gewendet.

Abschluss links und rechts

Jetzt ist es ein wenig schwierig und es muss genau genäht werden: Das Enddreieck des Jerseys wird an die Paspel genäht. Dabei liegt der Stoff des Jerseydreiecks mit der Rückseite oben und darunter liegen die Paspelüberstände. Das Nähgut wird ansonsten von der zu nähenden Stelle weggehalten, damit man schön von Nahtende zu Nahtende der parallelen Nähte trifft.

Endergebnis von der Oberseite aus gesehen

Nun ist es vollbracht!

Ich hoffe, die Anleitung erleichtert dein Projekt und bringt Nähanfängerinnen voran. Die Anleitung lässt sich übertragen auf Paspelknopflöcher und auf Paspeltaschen. Davor braucht man anschließend auch keinen Respekt mehr haben.

Viel Freude beim Nähen!

Törtchen, Törtchen, Törtchen

Es war der Wunsch meiner Enkelin Leni, noch einmal ein Kleid oder ein T-Shirt oder eine Tunika mit einem Törtchenstoff genäht zu bekommen. Die kleine Schwester trug gerade ein Kleidchen mit entsprechendem Motivstoff auf. Der vormals verwendete, grüne Stoff war ausverkauft, nur ein gleicher in festerer Baumwolle für Dekorationszwecke war verfügbar. So habe ich mich auf die Suche nach einer Alternative gemacht und fand diesen Jerseystoff bei Slantastoffe, der sich als sehr schön weich erwies. Ich bestellte 1,30 m.

Im Fundus fand ich einen passenden einfarbigen Jersey, ehemals ein Nachthemd meiner verstorbenen Mutter, in sehr guter Qualität. Etwas Einfarbiges zum starken Motivstoff beruhigt die Wirkung, so denke ich. So entstanden aus den 1,30 m drei Kleidungsstücke für die drei Enkeltöchter. Wenn die Uroma das sehen könnte!

Das erste Kleidchen ist nach meinem bewährten Schnitt gefertigt.

für Cilly nach meinem easy-peasy-Schnitt
für Lotta nach einem Ottobre-Schnitt
für Leni ebenso nach Ottobre-Schnitt
Partnerlook für Schwestern

Törtchen, das scheint für Mädchen, die beim Backen helfen und die gerne naschen, ein beliebtes Motiv zu sein. Ich hatte das schon einmal berücksichtigt, so gibt es eine Törtchen-Applikationsvorlage kostenfrei und ein Schürzenset für Mutter und Kind mit Törtchen im shop.

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