Upcycling vom Upcycling

Es scheint verrückt, dennoch geschah es. Das T-Shirt, das ich für Cosi einst nähte, https://sewtonew.blog/2017/02/17/bulli-parat-ab-in-die-ferien/, war zunächst zu klein geworden und wurde verlängert.

Ferienshirt verlängert

Nun ist es wirklich zu klein und kleine Flecken im weißen Bereich lassen sich auch nicht mehr entfernen. Es drang aber die Anregung zu mir, die Applikation doch wiederzuverwenden. So weit zum Thema: „Wann es sich lohnt“. Nämlich dann, wenn Kleidung noch gut ist oder aber es sich um etwas Geliebtes handelt, das man nicht in den Altkleidersack geben möchte. Selbstgenähtes hat es an dieser Stelle schwer. In meinem Kleiderschrank befinden sich beispielsweise immer noch selbst genähte Stücke, längst zu eng, aber ich kann mich noch nicht trennen.

Nun denn, die Bulliapplikation lässt sich natürlich herausschneiden und neu aufnähen. Gesagt, getan, und das ist dabei herausgekommen.

Ferienshirt neu und größer

Der weiße Bereich ist wieder ein abgelegtes T-Shirt von Christl, den gestreiften Stoffrest hatte ich noch im Fundus. Cosi kann das geliebte Shirt nun wieder anziehen.

Empirchen – ideal fürs Upcycling

Was sind denn eigentlich Empirchen?

Der Empire-Stil entstand vor ca. 200 Jahren zwischen der französischen Revolution und dem Biedermeier. Madame Recamiere hat ihn hoffähig gemacht und Königin Luise von Preußen war eine herausragende Persönlichkeit, die diesen Stil verkörperte. Was war neu? Die Damenwelt wurde nicht mehr eingeschnürt, Freiheit für die Figur! Lange, weite, fließende Gewänder setzten unterhalb der Brust an, die nur knapp bekleidet war. Hingeschmackt auf die Recamiere ließen sich die bedeutenden Damen der Zeit von Malern festhalten. Bequemlichkeit und Sinnlichkeit wurden propagiert.

Und Bequemlichkeit und Freiheit, das sind ja wohl auch Anforderungen an Kinderkleidchen. Die sog. Empirchen haben ein kurzes, glattes, meist doppelt gearbeitetes Passenstück, an das du einen gekrausten Rock annähst. Oben ist die Passe entweder so weit ausgeschnitten, dass überhaupt kein Verschluss nötig ist, oder aber die Passe wird hinten oder vorne geknöpft. Es ist auch eigentlich kein Schnitt nötig, weil du für die Passe den Schnitt von einem T-Shirt, das gerade gut passt, abnehmen kannst. Der Rock kann mehr oder weniger gekraust werden, das kannst du je nach vorhandener Stoffmenge anpassen. Die Länge ist ebenso einfach zu bestimmen, indem du von der oberen Brust des Kindes entweder bis über Knie oder bis zum Knie abmisst.

Empirchen aus Stoffrest und Tunika
Empirchen im Rücken geknöpft

Da die Empirchen aus zwei Teilen bestehen, kannst du Stoffe kombinieren. Ein kleiner Stoffrest reicht für die Passe. Für den Rock kannst du ein Herrenhemd, einen Damenrock, ein Damenkleid od. Ä. nehmen. In meinem Beispiel habe ich einen schönen, aber wirklich nur kleinen Stoffrest (https://sewtonew.blog/2019/03/10/traumhafte-stoffe-manchmal-muss-es-etwas-besonderes-sein/) verwendet und eine abgelegte Tunika von Katrin. Es fanden sich dann noch passend zwei Knöpfchen mit Erdbeermotiv. Im Handumdrehen war ein Empirchen für Leni fertig.

Wer selbst aus neuen Stoffen nähen möchte, werfe einen Blick auf meine Stoffpakete im Shop Mädchenfein. Wer Mädchenkleider für den Sommer fertig sucht, wird dort auch fündig.

faules Bündchen, falsches Bündchen, Fakebündchen – das geht auch bei Mützen!

Hinter diesen Begriffen verbirgt sich ein Ruckzuckverfahren, um beispielsweise einen einfachen Ärmelabschluss zu gestalten. Und diese Variante beim Nähen hat weitere Vorteile, sie ist nicht nur schnell und einfach:

  • du musst klein farblich passendes Bündchen suchen und finden
  • du arbeitest mit dem gleichen Stoff weiter
  • das Nähprodukt ist farblich einheitlich
  • der Abschluss ist weicher als ein doppelt gelegtes Bündchen
  • die Naht zum falschen Bündchen ist flacher

In jedem Falle ist der Schnitt zu verlängern, d.h. gegenüber den Angaben kannst du getrost um mindestens 5 cm verlängern, das T-Shirt nach unten hin oder die Ärmel nach unten hin. Ich habe mir überlegt, dass das auch bei einer Mütze funktioniert, in meinem Beispiel wird die Mütze also gesichtswärts verlängert.

Und wie geht es dann weiter? In meinem Beispiel liegt die Mütze fertig vor dir. Nun wird am unteren Rand das Nähgut 5 cm nach außen umgeschlagen, es liegt also rechte Seite auf rechter Seite, du schaust auf die linke Seite des Umschlags. Befestigen mit Klammern ist sinnvoll, damit nichts verrutscht. Nun wird der umgeklappte Streifen zurückgeklappt bis zur ersten Umschlagkante. Die Klammern fassen dann neu drei Stofflagen, oben auf treffen linke Seiten aufeinander.

Nun wird entlang der Umschlagkante mit der Overlock genäht. Dabei bitte das Nähgut so gut führen, dass nichts abgeschnitten wird. Du kannst variieren, wie stramm genäht wird. In jedem Falle bleibt die Overlocknaht dehnbar, wichtig beispielsweise für eine Mütze.

 

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Die Mütze ist passend zu Lenis Mantel, der inzwischen wegen Längenwachstum zur Jacke geworden ist. Das Besondere gibt es nur, wenn du selbst nähst!

Zur Nachahmung empfohlen!

 

 

 

Schonbezug für Maxi Cosi, Lob für das Schnittmuster

Ein Schonbezug für die Maxi Cosi Babyschale ist überhaus nützlich. Das Baby liegt im Sommer auf Baumwolle, im Winter auf wärmendem Plüsch oder Frottee. Die Babyschale wird nicht verschmutzt und kann nach der kurzen Verwendungszeit im ersten Lebensjahr wie neu weitergegeben werden.

Für Katrin und unsere Enkelin Lotta hat sich ein solcher Bezug schon bewährt. Ich berichtete darüber, dass ich dazu ein Schnittmuster in digitaler Form erstellte:

Sommerbezug für Maxi-Cosi Babyschale

Ich habe schon zahlreiche dieser Schnittmuster weitergegeben und nun kann ich mich über eine neue Rückmeldung freuen. Oma Traute nähte nach meinem Schnittmuster für ihre Kinder bzw. für die Enkelin Marlene.

maxitraute1

Maxi Cosi Schonbezug für 6. Enkelkind Marlene

Und von Oma zu Oma schrieb mir Traute:

„…Und vor allem herzlichen Dank für die wunderbar, didaktisch super beschriebene Anleitung des Schnittes für den Maxi Cosi. Selten habe ich so eine gut nachvollziehbare Beschreibung gelesen. Da ich einen Stoff hatte, bei dem man auf das Muster achten musste, habe ich den Schnitt anders auf den Stoff platziert, ich lege dir das Foto bei. Die jungen Eltern waren ganz entzückt von dem Ergebnis. Ein Schnullerband wollten sie nicht haben, aber über die Schnullertasche haben sie sich sehr gefreut. So eine Möglichkeit haben sie bisher sehr vermisst….“

Besonders schön finde ich die Stoffauswahl von Traute und die Kombination mit pink für die Einfassungen. Dass Traute die Version mit den Paspeleinfassungen wählte, zeigt, dass sie sich über Näherfahrung und -erfolg freuen kann, obwohl sie noch nicht so lange für ihre Enkel näht. Außerdem ist sie von der Anleitung insofern abgewichen, als sie den Zuschneideplan an ihren Streifenstoff anpasste. Auch das muss man erst einmal überlegen und hinkriegen. Mein Lob also zurück an Traute!

Den Schnitt gibt es unter shop Mädchenfein auf dieser Seite oder bei Etsy.