Upcycling als Puzzle

Wenn die Kinder die Größe 98/104 erreichen, lassen sich zwar Oberteile der Erwachsenen zu Kindershirts oder zu Röckchen verarbeiten, jedoch wird es bei Kleidchen schwierig. Das geht nur, wenn mindestens zwei zusammenpassende Kleidungsstücke zur Verfügung stehen. Hilfreich sind dann Schnitte, die ein Zusammensetzen vor vorneherein vorsehen.

So habe ich bei Ottobre kids fashion 6/15 etwas Schönes gefunden: Die vordere Passe besteht aus drei Teilen und ist nicht nur einfach gerade gearbeitet, sondern seitlich verlängert sich die Passe schräg nach unten. Unter dem Mittelteil setzt der Rock gekräuselt an. Das fand ich chic.

Sollte Jemand andere Schnitte finden, die ein solches Stückeln ermöglichen, wäre ich für Tipps dankbar – bitte Kommentarfeld nutzen -, denn die Kinder wachsen weiter.

bütenkleidchen

Grundlage für die Passe war ein Sommertop, vorne geblümt und hinten weiß. Den mittleren Teil der vorderen Passe und die hintere Passe habe ich aus dem Geblümten gearbeitet. Links und rechts vorne in der Passe befindet sich der Rückenstoff des Tops. Außerdem habe ich die Passe doppelt gearbeitet, weil der dünne Sommerstoff für die Übergangszeit zu kalt wäre. Innwendig befindet sich also ebenso der weiße Rückenstoff des Tops. Das hatte noch den Vorteil, dass ich nicht mit Halsblende arbeiten musste, sondern das Innenliegende sauber am Hals verdeckt angenäht ist.

Tipp: Wenn Stoffe für die kältere Jahreszeit zu dünn erscheinen, nehme man sie einfach doppelt. Beim Stricken von Socken verfährt man doch ebenso, indem zwei Fäden parallel verstrickt werden.

Der Rockteil und die Ärmel stammen von einen Streifenshirt mit Ärmeln. Ich denke, dass man geometrische Muster mit organischen Mustern und Unistoffen kombinieren kann. Was ich nicht mag, aber oft sehe, sind Kombinationen aus verschieden gemusterten Kinderstoffen, wo allenfalls die Farben harmonieren. Die Ärmel habe ich übrigens ohne Auftrennen verwendet, indem ich den Armkugelbogen an passender Stelle am gefalteten Ärmel herausschnitt. So entfiel das Versäubern am Ärmel unten. Ebenso habe ich so geschnitten, dass der Saum des Rockteils erhalten blieb. Dabei habe ich die gesamte Höhe des Damenshirts genutzt. Dennoch ist das Kleidchen ein kurzes geblieben. Mehr war nicht heraus zu holen.

Abgerundet habe ich das Kleidchen durch eine Applikation. Aus dem geblümten Stoff habe ich eine Blüte verwendet, die ich nähmalend aufbrachte, siehe Nähmalen – tolle neue Nähwelten.

blütendetail.jpg

Vampirkostüm als Upcyclingprojekt

vampirangezogen

„Süßes, sonst gibt’s Saures“, daran hat Curd Spaß. Zu Halloween wünscht er sich deshalb ein Vampirkostüm.

Ich bin froh, die schwarzen Sachen im Fundus abgelegter Kleidung brauchen zu können. Natürlich steht für einen Umhang kein so großes einzelnes Stoffstück zur Verfügung. Aber das macht nichts, Zusammensetzen aus Teilstücken geht auch, wie schon unter Jeansrock – das ultimative Upcyclingkonzept beschrieben.

Ausgangslage: zwei Poloshirts

Poloshirts

Dass schwarz nicht gleich schwarz ist, sieht man hier. Ich denke aber, dass das gerade ein interessantes Bild ergibt, wenn man die Töne abwechselt.

Schnitt für den halbkreisförmigen Umhang:

Curd hat die Spannweite 94 cm, d.h. der Halbkreis hat den Radius von 47 cm. Von der Ecke eines rechteckigen Bogens werden 47 cm kreisförmig markiert. Der Kreis wird dann ausgeschnitten und zweimal längs gefaltet. Damit hat man ein Achtel des Halbkreises.

schnitt1

schnitt2

Zuschneiden:

Fronten und Rücken der Poloshirts geben 8 brauchbare Teile her, Nähte, Bruststickereien und Schadstellen bleiben außen vor.

teilstücke

Zusammennähen:

Mit der Overlock werden die Teilstücke zum Halbkreis zusammengefügt. Der rückwärtige Halsbogen wird mit Hilfe eines Tellers markiert und abgeschnitten.

halbkreis

unterer Rand:

Der untere Rand wird nun gezackt, jeweils ein Teilstück erhält einen Bogen. Dann wird mit der Overlock versäubert. Auf einen eingeschlagenen Saum habe ich verzichtet.

zackenrand

Applikation:

Es fand sich ein helles, etwas glänzendes Garn – Rest aus einem Häkelprojekt -, der zu einem Spinnennetz gelegt und mit Zickzackstich festgenäht wurde.

spinnennetzapplikation

Befestigen:

Es sind jetzt Varianten denkbar: Im Projekt Kribbel, Krabbel – Marienkäfer verlassen ihr Winterquartier habe ich dem Umhang ein Bindeband angenäht. Im Internet gibt es eine Anleitung, wo durch angenähte Rechtecke quasi Ärmel entstehen. Ich dachte mir, dass Curd sowieso etwas Schwarzes unterziehen muss und dass ich den Umhang dann auch gleich an das Shirt nähen kann. So habe ich aus einem Damenshirt in schwarz ein Kindershirt gefertigt. Um den Umhang annähen zu können, muss man beim Arbeitsschritt Längsnähte unterbrechen, um den Umhang an der Schulter- und Ärmelmitte annähen zu können. Das heißt auch für fertige Shirts, dass man erst auftrennen müsste, um den Umhang annähen zu können.

umhangannähen

Man kann mit Flatlock arbeiten, ich habe mit dem Wabenstich der normalen Maschine genäht. Das ist etwas kniffelig, gründliches Stecken und Backpapier, das unter dem Füßchen mitläuft, haben geholfen. Zunächst habe ich den Schulterbereich und den Ärmelbereich genäht, erst zum Schluss die Rundung im Halsbereich/Rücken. Beim anschließenden Zusammennähen der Ärmel- und Seitennähte gilt es aufzupassen. Der Umhang liegt innerhalb des Ärmels, also ihn schön aus dem Nahtbereich wegschieben.

Vampirkostüm von vorne:

vampirfront

Jetzt sieht man die Overlocknähte von links. Ich habe bewusst einen grauen Faden mitlaufen lassen, weil dann die Assoziation zu den zwischen den langen Fingerknochen der Fledermäuse ausgespannten Flughäuten leicht fällt.

Vampirkostüm von hinten:

vampirrücken

Morgen werde ich noch eine Plastikspinne erwerben, um sie vorne auf dem Shirt zu befestigen, und einen Faden zum Netz ausspannen. So könnte eine lebende Spinne feststellen, ob ihr etwas ins Netz gegangen ist. Die Idee hatte Opa.

Süßes oder Saures!

 

Babyset – Geschenk zur Geburt

Eine liebe Freundin in England wird nun auch schon mehrfache Oma. Da darf ein Geschenk für den neuen Erdenbürger nicht fehlen.

Bei der Gelegenheit fällt mir eine Zeitungsnotiz ein, dass die jungen Leute wieder mehr Kinder bekommen. Es mag an den politischen Weichenstellungen liegen – Elterngeld, Kita etc. – vielleicht aber auch an Einsichten, dass Familie einen besonderen Wert darstellt. Zur Zeit meiner Familiengründung gab es 8 Wochen Mutterschutz nach der Geburt, mehr nicht, und man kehrte in den Beruf zurück, weil keine Garantie bestand, dass man nach dem Kinderkriegen und einer Erziehungspause überhaupt den Job wiederbekam. Es war wahrlich eine Zerreißprobe mit ständiger Übermüdung. Der Zeitgeist hieß Emanzipation, Viele schlugen sich deshalb doppelt und dreifach. Aus heutiger Sicht waren die Gedanken wirklich doof. Das Leben ist so lang, dass die Frauen auch nach Erziehungszeiten noch reichlich arbeiten können – und Steuern zahlen. Als u. A. für junge Kolleginnen und Kollegen Zuständige habe ich immer geraten, sich die Zeit für das Kind zu nehmen. Dreijährige verlassen aus sich selbst heraus ohne Tränen Mutters Rockzipfel, weil die Welt da draußen so interessant ist. Soviel Zeit muss sein, was sind schon drei Jahre in einer Lebensspanne! Die Zeiten haben sich Gott sei Dank geändert, heutige Regelungen begünstigen Mütter und Väter!!!

babysetvorne

Die Mütze habe ich nach einer kostenfreien Anleitung im Netz genäht, die Schnullerkette ebenso. Der Strampler ist insofern besonders, als er sich hinten zum Windelwechsel öffnen lässt. Der Schnitt stammt aus Ottobre kids fashion 4/16.

babysetdetailhinten

Glückwunsch, liebe Anne, zum erweiterten Omadasein, und liebe Barbara zum neuen Söhnchen!

Plädoyer für Walkstoff – Winteroverall

Der Winter naht, jedenfalls nähplanerisch sollte man sich schon auf die kältere Jahreszeit vorbereiten.

Ich plädiere an dieser Stelle für Wolle. Wolle ist eine absolute Superfaser, das wissen – leider ist es ihnen nicht bewusst – Schafe und Ziegen, dem Schäfer mit seinem Walkumhang ist es bei Sauwetter sehr bewusst. Die Faser ist isolierend durch Mikrolufträume und sie ist gleichzeitig regulierend, was das Wasser und die Feuchtigkeit angeht. Schmutzabweisend verhält sie sich ebenso, und sie ist elastisch. Wenn man allerdings Wollfäden verstrickt, bleiben Löcher, durch die der Wind ziehen kann. Walk hingegen hat verfilzte Fasern und wird für den Wind undurchlässig. Man kommt dem natürlichen Schaffell so schon recht nahe.

Nähtechnisch ist Walk super, weil es nicht franst. Alle Versäuberungsarbeiten entfallen. Man muss auch nicht füttern, das habe ich nur aus modischen Gründen getan. Gegenüber Softshell bleiben mit den Nadelstichen dank der Elastizität von Walk keine Löcher, Auftrennen kann man also, falls mal etwas schief läuft beim Nähen.

So nähte ich dieses Jahr schon den dritten Walkoverall für die Enkelin. Walk hält wirklich warm, der Overall dafür, dass alle Körperteile verpackt sind, auch beim Bücken und Spielen. Leni hat den letzten Winter immer noch Mittagsschlaf draußen im Kinderwagen gehalten, warm verpackt u. A. dank Walkoverall.  Und die Frischluft unter Bäumen hat für eine gute Immunabwehr gesorgt. Dieses Jahr wird sie auf den Wegen zwischen Wohnung und Kindergarten gut verpackt sein, wenn Wind und Wetter ihr auf dem Fahrradsitz nicht so viel werden anhaben können.

diesjähriges Projekt, gefüttert mit Jersey, Einhornmotiv:

winteroverallblau

Detail Zipperanhänger aus Perlen und Filz:

winteroverallblaudetail

Der Winteroverall aus dem letzten Jahr mit Häkelmäusen als Zipperanhänger:

winteroverallrot

Der Schnitt stammt aus Ottobre, kids fashon 4/15. Das Heft hatte ich mir extra bestellt, Altexemplare kann man online ordern. Der Schnitt hat sich als super bequem und praktikabel erwiesen.

Für hochwertige Walkstoffe kann ich ein Spezialgeschäft empfehlen. Für einen weiteren Overall für die zweite Enkelin habe ich dort aktuell die Farbkarte bestellt.

erste Bewährungsprobe bei Herbstwetter:

bewährungsprobe

Jeansrock – das ultimative Upcyclingkonzept

Schon länger wollte ich einen Kinderrock aus Jeans nähen, weil Jeansstoff so ein unverwüstliches Material ist. Wie soll man das aber anstellen, wenn zwar abgelegte Jeans Erwachsener zur Verfügung stehen, aber große, unverletzte, nicht benähte Stoffstücke darin nicht zu finden sind.

Hier zunächst einmal das Ergebnis:

upcyclingrock6

Auf die Idee kam ich, als ich bunt zusammengesetzte Röckchen bei Pinterest fand. Zudem finde ich Tellerröckchen wegen der Weite und noch nicht vorhandener Kurven bei den Mädchen schön. Eine grundsätzliche Anleitung findet sich in Maries Blog. Angesichts des festen Jeansstoffs kommt aber hier allenfalls der Halbkreistellerrock infrage.

Wenn man mit Reißverschluss arbeiten will, ist die Taillenweite maßgebend für das Weitere. Bei der Entscheidung für Gummiband, Bindeband oder Bündchenabschluss in der Taille ist die breiteste Körperstelle zu messen, also Hüfte/Po-Umfang, damit man in den Rock bequem hineinkommt.

tellerrock

 

Jetzt nimmt man z. B. ein Zeitungsblatt und schlägt von einer Ecke aus einen Kreis  (man kann wenige Punkte mit Hilfe eines Lineals markieren, das reicht) mit dem Radius, der sich aus dem gemessenen Umfang geteilt durch pi, also durch 3,14 ergibt. In meinem Beispiel war das 55/3,14. Der zweite Kreis hat den Radius, der zuvor ermittelt wurde, plus gewünschter Rocklänge. Dann wird ausgeschnitten und man hat den Schnitt für die Hälfte des Rocks. Wenn man dann zweimal faltet, entsteht das Achtelstück des Rocks. Das sieht dann so aus:

upcyclingrock2

Dieses Stück passt auf aufgeschnittene Ärmel, auf Hosenbeine etc., es lassen sich also Kleidungsstücke mit Stellen verwerten, die man zuvor nicht im Blick hatte! Das macht das Konzept so ultimativ.

auf Hosenbeinen:

upcyclingrock3

So kamen 8 schöne Stücke zusammen:

upcyclingrock4

aneinander genäht:

upcyclingrock5

Nun gilt es noch schön und einzigartig zu gestalten. Man hätte sportlich weiter machen können, z.B. einfach mit bunten Steppnähten. Da sich jedoch Claras Geschmacksbildung derzeit entlang von Lillyfee entwickelt, habe ich mich für verspielt entschieden. So habe ich Girlanden mit Zickzack in rosa aufgenäht und darauf Vögelchen appliziert.

vögelchen

Stoffrestchen in rosa sind bei Omas von Enkelinnen immer vorhanden. Nun habe ich noch Bund und Bindeband ergänzt und gesäumt.

Ich bin sicher, dass ich diese Konzept mit anderen Stoffen und anderen Gestaltungsideen wiederholen werde.

 

 

Badeponcho aus Badetuch

Nach bleichender Kochwäsche wurde klar, dass ich das alte Badetuch weiterverwenden kann. Sein Flor war noch schön fest und dick, es würde also einen schönen Badeponcho für Kinder hergeben. Die Ränder des Tuchs waren abgestoßen und verschlissen, so habe ich das Badetuch rundherum gekürzt und die Ecken abgerundet.

badeponcho

Kanten:

Die Eckrundungen erleichterten mir, ein passendes Jerseyband ohne Eckausbildungen fortlaufend rundherum anzunähen. Das ging angesichts des Geradstichs mit der normalen Nähmaschine nur unter Verwendung von Backpapier, das beim Nähen unterm Füßchen mitlief. Anderenfalls würde sich der Jersey wellen und man würde fast verzweifeln – gewusst wie! Der nette Lillestoff stammt noch aus dem Projekt Diesmal nicht mit Bärchen.

Halsausschnitt:

Durch Falten stellte ich die Mitte des Tuchs fest, um die Halsrundung ausschneiden zu können. Man kann natürlich mit U = 2 pi r und Papierschnitt das Rundloch an den Kopfumfang des Kindes anpassen, praktischer geht es mit einem Tortenring, tatsächlich Tortenring! Man stellt ihn so ein, dass außen herum gemessen der Kopfumfang erreicht ist, dann legt man ihn auf den Stoff und markiert rundherum mit Trickmarker. Schon ist klar, wie einzuschneiden ist.

Kapuze:

Für die Kapuze war kein Frotteestoff mehr vorhanden, allerdings gerade noch Stoffreste des Lillestoffs und ein Herrenpoloshirt in orange, für das ich bis jetzt angesichts der Knallfarbe noch keine Verwendung sah. Die Kapuze ist doppelt gearbeitet und aus einem Schnitt für einen Kinderoverall – demnächst veröffentlicht – entnommen. Wie bei den rückwärtigen Halsausschnitten aller Shirts, die ich mittlerweile immer versäubere, habe ich ein Versäuberungsband beim Annähen mitgefasst und anschließend innwendig festgesteppt. Wer will schon gerade am Halsausschnitt auf Oberlocknähte oder Zickzackversäuberung gucken!

Taschen:

Was hat man im Schwimmbad gerne griffbereit? Entchen, Duschgel, Haargummi usw., die passen in die Taschen. Sie sind doppelt aus Lillestoff und Poloshirtstoff innen gearbeitet, und der Kreis wurde zu 3/4 festgesteppt.

Aus dem Wasser kommend friert die Enkelin nun nicht mehr. Oma ist glücklich.

Kleidchen aus zwei T-Shirts

Wenn die Kinder wachsen und etwa Größe 98/104 erreichen, langt ein Damenshirt nicht mehr, um ein Kinderkleidchen zu nähen, siehe Polohemd wird zum Polokleidchen oder Pullover wird zum Kinderkleidchen – das geht fast immer. Allenfalls große Herrenshirts ergeben noch ein Kleidchen. Also ist ein anderes Verfahren anzuwenden, siehe Wenn der Stoff nicht reicht

kleidauszweitshirts

So müssen also zwei Damen-T-Shirts herhalten, zumal das eine abgelegte noch mit Passe versehen war und im unteren Teil nur ein halbes Kleidchen ergab. Zum gemusterten mit Ärmeln gesellte sich ein einfarbiges Top. Es wurde wieder soviel als möglich erhalten und wiederverwendet:

  • ein Teil der Kopfleiste blieb an Ort und Stelle
  • die Bündchen an Ärmeln und Halsausschnitt stammen vom Top
  • der untere Saum vom Top blieb erhalten
  • die Webbändchen an den Taschen oben waren zuvor hintere Halsausschnittversäuberung
  • inneres Bändchen und der Knopf außen zum Ärmelkrempeln blieben erhalten

Upcycling ist demnach einfacher als völlig neu zu nähen, es bedarf nur der Ideen, und die machen den meisten Spaß.

Röckchen, 20-Minuten-Upcycling

Das Konzept lässt sich übertragen auf T-Shirts, Sweatshirts, Kleider etc. und ist denkbar einfach.

Hier war die Grundlage ein abgelegtes, langes Sommertop mit fließendem Charakter und hohem Elastikanteil.

röckchen1

Von unten her habe ich die Rocklänge für das Mädchen abgemessen und entlang der Messlinie abgeschnitten. Saum, Seiten und Rückennaht bleiben erhalten. Nur die Taille muss neu gearbeitet werden. Es ist denkbar mit Bund und Reißverschluss, mit Bündchenstoff, mit Tunneldurchzug oder Gummiband weiter zu verfahren. Ich habe mich für einen Dessousgummi entschieden. Dabei ist so zu verfahren wie mit Bündchen: Der Gummi wird zum Schlauch geschlossen und in jedem Viertel markiert. Dann wird unter Dehnung des Gummis rechts auf rechts angenäht, die Viertel waren zuvor seitlich und mittig an den Rockteil gesteckt. Den Gummi habe ich dann nach innen geklappt und noch einmal mit einem Zickzackstich (Dehnung möglich) von rechts festgenäht.

Wenn ich noch einmal so verfahre, werde ich zuvor den Rockteil etwas kräuseln. Es war schwer, unter extremer Dehnung sauber anzunähen. Gummilänge und Weite der Stofftaille dürfen nicht zu weit auseinander gehen.

Jetzt kann noch verschönert werden. Den Rand eines Damenstofftaschentuchs habe ich zu Blütchen gekräuselt und sie angenäht. Das gefällt mir für das kleingeblümte Röckchen in blauschwarz. In anderen Konzepten lässt sich hier allerlei und mit unendlichen Varianten spielen. Das Grundkonzept zum Röckchen kann dabei identisch sein.

röckchen2