Opas Windjacke wird zu Wetterjacke für kölsches Mädchen

Opa legte sich für seinen Schulaufenthalt in England eine sehr weite Windjacke zu. Sie sollte über das Jacket passen, das Lehrer in England an den Schulen tragen. Ein vorhandener Mantel war ihm wegen des Autofahrens zu unbequem.

Nun hing die dunkelblaue Jacke schon Jahre im Schrank und ist viel zu weit. Aber Oma betreibt ja Upcycling…

Die Sache lohnt sich, weil die Jacke eben so groß ist und weil es sich um ein gutes Schätzchen handelt. Die Qualität von „WindMaster“ kam dann erst richtig zum Vorschein, als ich Inneres von Äußeren trennte. Echte Schneiderkunst kam da zum Vorschein. Die Nähte waren beispielsweise z.T. mit Webband unterlegt, alle Innentaschen waren mittels Bändern in Nähten verankert, so dass nicht herumwabern konnte. Selbst die Innentaschen hatten Paspeln und Schutzstreifen gegen Einklemmen des Reißverschlusses, usw..

Die Qualität des Materials Sympatex basiert offensichtlich darauf, dass der Stoff rückwärtig mit einer Art Folie versehen ist. Wind- und Regendichtigkeit sind damit gegeben. Aber der Stoff erwies sich als schwierig. Er flutschte unter der Nähmaschine weg und lud sich statisch auf.

Abhilfe schaffte die Overlock, mit der war die Sache zu packen. Für das Futter entschied ich mich für Baumwolle, um ein statisches Aufladen zu mildern.

Lenis neue Wetterjacke

Die Farbstellung war dadurch vorgegeben, dass ich den Reißverschluss wieder verwenden wollte, und der hatte eben einen roten Zierstreifen. Die großen Taschen mit Paspeleingriff und Reißverschluss wollte ich übernehmen, deshalb waren beim Zuschnitt einige Überlegungen fällig. Das führte dann dazu, dass ich in den Bereich des Firmenlogos geriet. Kurzerhand habe ich an der Stelle ein Stück abgeschnitten und den Bereich durch ein einfarbiges Stück ersetzt. Das ergab beidseits eine zusätzliche Naht unterhalb der Schulternaht. Bei dem etwas flauschigen Stoff fällt das aber gar nicht auf.

Den Reißverschluss hätte man dann natürlich zwischen Futter und Oberstoff einfügen können. Mit den gestreiften Bündchen und dem rot gepunkteten Inneren fiel mir aber ein, dass ich beim letzten Besuch bei Stoffmöller in Köln ein Webband mitnahm, das die Kölner Skyline abbildet. Das Thema Köln stand damit fest.

Ich erinnerte mich an ein Video bei farbenmix, https://inspiration.farbenmix.de/tutorials/naehtricks/neues-video-reissverschluesse-ganz-easy-mit-webband-einnaehen/, und damit hatte ich die Idee, den Reißverschluss durch das Webband innen abzudecken. Das war auch viel einfacher als ihn zwischen den Stofflagen einzufügen. Das Video zu dieser Art, Reißverschlüsse ansehnlich einzunähen, kann ich nur empfehlen.

Das Band verwendete ich dann auch noch als Zipperverlängerung der Taschenreißverschlüsse.

Opa war ganz begeistert, was aus seiner nicht mehr genutzten Jacke geworden ist. Für Leni wird es eine wirklich praktische Jacke werden.

warmes Kleid aus Doubleface-Jersey

Die Freude war groß

Zu meinem neuesten Stofferwerb gehört ein dickerer, etwas elastischer, doppelter Jersey. Er besticht nicht nur wegen des wärmenden und gemütlichen Charakters, sondern dadurch, dass er zwei schöne und verschiedene Seiten hat. Die eine Seite zieren Flamingos in Glitzer und rosa, die andere Seite klassische Streifen in weiß und rosa.

Und rosa bzw. pink, diese typischen Mädchenfarben, sind ebenso Lieblingsfarben meiner Enkeltöchter. Es muss doch etwas mit den Genen und Hormonen zu tun haben, dass die Mädels auf diese Farben stehen, denn die Mütter und die weitere Umgebung leben diese Farben nicht vor.

Der Schnitt ist einfach: A-Linie und vorne eine Falte für die Bewegungsfreiheit. Der Stoff ist so elastisch, dass ich keine Schließung arbeiten musste, sondern mit gestreiften, elastischen Bündchen abschließen konnte. Die Taschen habe ich aus dem gewendeten Stoff gefertigt, so dass die Innenseite zum Vorschein kommt. Taschen sind immer praktisch beim Spielen.

Mit dem Kleid werde ich auch noch Leni und Lotta erfreuen, ich kaufte einen größeren Stoffvorrat.

Für die, die sich auch freuen möchten, aber nicht selbst nähen, stelle das Kleid in Größen 86 – 122 in meinem Shop ein.

Schnittmuster für Mantel Charlotte nun bis Größe 134

Die Enkelkinder wachsen – wirklich unglaublich schnell! Der Winter naht. Außerdem wurde ich schon oft gefragt, ob es den Mantelschnitt nicht größer gäbe, denn zuvor hatte ich ihn nur für die Größen 104 bis 116 erstellt. Nun ist es soweit: Ich habe den Schnitt bis Größe 122/134 erweitert, für meine und andere Enkelkinder bzw. Kinder.

Den Fünf-Größen-Schnitt 104 – 134 werde ich nun im Shop einfügen. Wer nicht selbst nähen kann oder will und einen solchen Mantel aus Walk oder Softshell dennoch haben möchte, kann mit mir kommunizieren, nutze die email sew-to-new@t-online.de, um einen Mantel mit Wunschstoff in passender Größe zu erhalten.

Der Schnitt enthält zwei Versionen: einen Mantel mit Bubikragen, der gesäumt wird, und einen Mantel mit Kapuze, der rundherum mit Schrägband eingefasst ist. Es werden die Größen 104 – 128 abgedeckt, für schmale Mädchen sollte jeweils die kleinere als die sonst übliche Größe gewählt werden, so dass der Schnitt auch für Mädchen bis Größe 134 anwendbar ist.

Die Größenanpassung für den 5-Größen-Schnitt hat dafür gesorgt, dass nunmehr 25 DINA4-Seiten auszudrucken sind (plus 2 für die optionale Kapuze), bis man den vollständigen Schnitt erhält. Es wird genau erklärt, wie man den Schnitt zusammensetzen muss. Die Anleitung umfasst im Übrigen 12 Seiten und ist sehr ausführlich und bebildert.

Welche Überlegungen mich zu diesem Schnitt geführt haben, kannst du in früheren Artikel nachlesen.

Zunächst habe ich Leni einen neuen Regenmantel genäht. Wie man sieht, muss ich doch wohl eine Nummer kleiner wählen, damit Leni nicht im Mantel versinkt. Aber auch noch im Frühjahr wird es regnen, der Mantel passt dann richtig. Für den nunmehr zu nähenden Walkmantel werde ich das berücksichtigen.

neuer Regenmantel aus Softshell taupe-pink

Verjüngungskur für Omas Mantel

An meinem Wintermantel hatte ich mich leid gesehen. Es war ein weiter, kurzer Mantel von Peter Hahn, den ich mal chic fand, jetzt aber nicht mehr. Es traf sich, dass Leni aus allen Mänteln heraus gewachsen war. Vor allem die Ärmel sind ihr schnell zu kurz, Vaters und Opas Erbe mit den langen Armen schlägt hier durch.

So habe ich also zur Schere gegriffen, wobei sich zeigte, dass Knopflöcher und Taschen  in der Front ein echtes Problem sind. Sie unterbrechen große Stücke Stoff, die man bräuchte. Der Schnitt „Charlotte“ fiel deshalb gleich weg, denn hier benötigt man wegen der Falten wirklich große Stoffstücke und kann auch vom Schnitt her nicht zusammensetzen. Anders verhält es sich beim Schnitt für das Rundpassenmäntelchen von „Schnabelina“. Diesen Schnitt verwendete ich schon einmal. Da es ein Mehrgrößenschnitt ist, druckte ich ihn also noch einmal aus und setzte das Schnittmuster zusammen. Es zeigte sich, dass ich dennoch „zirkeln“ musste, um mit dem Stoff auszukommen. So hat die Passe vorne noch einmal einen Einsatz bekommen.

Echtes Upcycling ergab sich dann noch einmal beim Futter. Ein Sommerkleid von Katrin ergab die Front, die Passe, die Kapuze und die Taschen sowie die Applikationen. Den unteren Rücken lieferte ein passender dunkelblauer Stoff aus Gregors Jogginghose. Leider reichte die aber auch nicht ganz, weil ein blöder Aufdruck den gesamten Oberschenkel zierte. So wurden die Ärmel aus dem Rücken eines weiten Herrenhemds in graublau genommen.

Es waren also ein paar Überlegungen fällig, aber das ist die Freude beim Projekt, kostenmäßig blieb es beim Reißverschluss.

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Sonnenmütze mit Nackenschutz

Der Wunsch kam kurzfristig. So blieb angesichts einer ereignisreichen Woche keine Zeit, einen Schnitt selber zu basteln, und ich habe mich auf die Suche bei Pinterest begeben. Ich wurde fündig bei Jenny. Die Anleitung kommt mit 15 MB daher und ist für Menschen mit Näherfahrung zu langatmig, Nahtzugabe wird beispielsweise erklärt. Das Layout ist scheußlich für meinem Geschmack und „unter Strafe verboten“ irritiert, wenn auf einer ganzen Seite auf den Urheberschutz hingewiesen wird. Da reicht doch ein Satz, die Sache mit dem Urheberschutz ist doch selbstverständlich! Der Schnitt ist aber gut und variabel erklärt für kleine oder große Kinder. Ich habe also nur 2 Seiten des gesamten Opus ausgedruckt. Gegenüber der Anleitung habe ich die Wendeöffnung wie sonst üblich im Innenfutter vorgesehen. Schirm und Nackenschutz habe ich in einem Rutsch mit dem Zusammennähen von Innenfutter und Außenhaut realisiert. Das ging unproblematisch und schneller als der Weg, der in der Anleitung vorgeschlagen wird. Schön ist die Sache mit dem Bindeband, womit sich die Mütze an die Kopfgröße anpassen lässt, d.h. man kann etwas größer zuschneiden, das Band garantiert, dass die Mütze bei weiterem Wachstum auch noch im nächsten Jahr passt.

Ich habe einen gestreiften Bettwäschestoff verwendet. Der ist sehr angenehm und hautfreundlich. Er wird beim Schwitzen Feuchtigkeit aufsaugen. Er kam schon einmal für Osterkleidchen zum Einsatz. Die herrlichen Farben passen zu Sonnentagen. Innen ist die Mütze einfarbig gelb.

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Nun aber ab in die Ferien!

 

 

Babymantel aus Frotteehandtuch für den Strandurlaub

Nun fährt auch schon Lotta, unsere kleinste Enkelin, mit in den Urlaub an das Mittelmeer. Für Leni hatte ich zu diesem Zweck einmal einen Badeumhang genäht, siehe Badeponcho. Ein solcher Umhang aus Frottee ist praktisch, denn er nimmt Feuchtigkeit nach dem Bad auf und er wärmt dadurch schnell. Eine kühle Brise kann den Kleinen im Poncho auch nichts anhaben.

Und was das Upcycling betrifft, ein Handtuch, das zerschnitten werden darf, findet sich in den meisten Haushalten.

Ich hatte ein von der Qualität her sehr schweres Exemplar zur Verfügung. Stücke davon waren schon zu Lätzchen verarbeitet worden. Da der Stoff sehr fest und nicht mehr vollständig  und nicht dehnbar ist, habe ich mich für eine vorne mit Druckknöpfen gehaltene Variante entschieden. Die macht das An- und Ausziehen unproblematisch. Zur farblichen Auflockerung habe ich den beigen Frotteestoff mit Sommersweat kombiniert, der gleichzeitig für Bewegungsfreiheit an Armen und am Kopf sorgt. Zur Verschönerung wurde wieder einmal appliziert, diesmal entsprechend des Themas Mittelmeer mit Seepferdchen, alles Ton in Ton. Ich denke, das passt für ein Baby.

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Oma wünscht also gute Erholung!

faules Bündchen, falsches Bündchen, Fakebündchen – das geht auch bei Mützen!

Hinter diesen Begriffen verbirgt sich ein Ruckzuckverfahren, um beispielsweise einen einfachen Ärmelabschluss zu gestalten. Und diese Variante beim Nähen hat weitere Vorteile, sie ist nicht nur schnell und einfach:

  • du musst klein farblich passendes Bündchen suchen und finden
  • du arbeitest mit dem gleichen Stoff weiter
  • das Nähprodukt ist farblich einheitlich
  • der Abschluss ist weicher als ein doppelt gelegtes Bündchen
  • die Naht zum falschen Bündchen ist flacher

In jedem Falle ist der Schnitt zu verlängern, d.h. gegenüber den Angaben kannst du getrost um mindestens 5 cm verlängern, das T-Shirt nach unten hin oder die Ärmel nach unten hin. Ich habe mir überlegt, dass das auch bei einer Mütze funktioniert, in meinem Beispiel wird die Mütze also gesichtswärts verlängert.

Und wie geht es dann weiter? In meinem Beispiel liegt die Mütze fertig vor dir. Nun wird am unteren Rand das Nähgut 5 cm nach außen umgeschlagen, es liegt also rechte Seite auf rechter Seite, du schaust auf die linke Seite des Umschlags. Befestigen mit Klammern ist sinnvoll, damit nichts verrutscht. Nun wird der umgeklappte Streifen zurückgeklappt bis zur ersten Umschlagkante. Die Klammern fassen dann neu drei Stofflagen, oben auf treffen linke Seiten aufeinander.

Nun wird entlang der Umschlagkante mit der Overlock genäht. Dabei bitte das Nähgut so gut führen, dass nichts abgeschnitten wird. Du kannst variieren, wie stramm genäht wird. In jedem Falle bleibt die Overlocknaht dehnbar, wichtig beispielsweise für eine Mütze.

 

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Die Mütze ist passend zu Lenis Mantel, der inzwischen wegen Längenwachstum zur Jacke geworden ist. Das Besondere gibt es nur, wenn du selbst nähst!

Zur Nachahmung empfohlen!

 

 

 

Katzenkostüme aus Stoffresten und T-Shirts

Leni und Lotta werden zu Karneval Miezen. Bisher dachte ich, Tierkostüme würde man als Overall mit Kapuze fertigen. Ein bisschen Recherche zeigte mir allerdings, dass es auch anders gehen kann und eben mädchenhafter.

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Was ich nur kaufen musste, waren zwei Meter Tüll. Der schwarze Stoff und der plüschige, weiße Stoff – beide Polyester – fanden sich noch in meinem Fundus in Annes Stoffrestekiste. Da ich sicherlich niemals Polyester zu Kleidchen oder sonstigen Bekleidungsstücken für meine Enkel verwenden werde – hier kommen mir nur Baumwolle, Baumwollmischungen oder Wolle unter die Nähmaschine -, darf es für einmaliges Tragen an Karneval eine Ausnahme geben. Ich habe einen einfachen Kleiderschnitt verwendet, diesen sehr kurz gehalten und in Höhe obere Hüfte den gekrausten Tüll angenäht. Das war ein ziemliches Gefummel angesichts der Tüllmassen. An dem Kleid habe ich eine Linie markiert und zunächst den längeren unteren Tüll angenäht, dann auf derselben Naht die obere Lage Tüll. Gekraust wurde der Tüll zuvor mit dem Rüffler bei stark krausender Einstellung, Rüffler, eine feine Sache. Der verwendete Tüll ist Gott sei Dank eine leichte Ware. Ich musste die Kanten nicht einfassen, er pikst nicht. Ich erinnere mich an nur ungern an Tüll. Petticoats in meiner Kindheit hinterließen blutige Beine und flogen deshalb schnell in die Ecke. Ich gehe davon aus, dass Leni eine schwarze Leggings zu dem Kostüm tragen wird, der leichte, aber dennoch ggf. unangenehme Tüll kommt also nicht an ihre Beine. Die Länge der unteren Tüllbahn kann ich noch einkürzen – einfach abschneiden -, dies aber erst nach Anprobe. Ein Haarreif mit Ohren und ein ansteckbarer Schwanz sind schon vorhanden.

Für die kleine Lotta, die noch im Kinderwagen sitzt, gibt es nun tatsächlich einen Overall. Das Kind wird am Karnevalszug schön eingepackt sein. Den Schnitt hatte ich schon einmal verwendet: Unsere Kleinste wird nicht frieren, deshalb ging es leicht.

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Das gesamte Kostüm ist ein Upcyclingprojekt: 4 schwarze Shirts sind verwendet worden. Das erste für die Beine, ein zweites für den Körper, Ärmel eines Longshirts samt Bündchen für die Ärmel, und die Kapuze entstand aus dem vierten T-Shirt. Da ich sonst Schwierigkeiten habe, Schwarzes für Kinderkleidung zu verwenden, hat das jetzt richtig geräumt im Fundus der geschenkten, abgelegten Kleidungsstücke.

Nun also Alaaf und Miau!

 

 

Mantel „Charlotte“

Vor geraumer Zeit nähte ich einen Kindermantel für Leni, Das Besondere gibt es nur, wenn du selbst nähst!, damit sie neben dem warmen Overall, Plädoyer für Walkstoff – Winteroverall, noch eine Alternative für kalte Tage hat.

Im Nachgang ergaben sich Gespräche über Wintermäntel für Kinder und mein lieber Sohn verwies auf ein Internetbild von Charlotte aus dem britischen Königshaus, die nunmehr den Kindergarten besuchen würde. Das Bild zeigte sie mit einem roten Mäntelchen. Mein Sohn fand Charlotte in diesem Outfit überaus chic.

Das brachte mich ins Grübeln. Das Mäntelchen von Charlotte war eben ein sehr klassisches, sozusagen ein elegantes. Die Anregungen, die ich über Pinterest und die Nähgemeinschaft erhalte, sind eher bunt – manchmal auch für meinen Geschmack zu bunt -, und ich nenne diesen Stil  à la Pipi Langstrumpf. Dieser Stil macht Selbstgenähtes wirklich reizend und außergewöhnlich.

Nun denn, diesmal wollte ich für die kalten Tage den Geschmack meines Sohnes eher treffen. Ich wälzte Schnittmuster, sah mir das Bild von Charlotte genau an und kreierte einen eigenen Schnitt, den ich wegen des Ausgangspunktes „Charlotte“ nennen werde.

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Wie der Mantel von Charlotte ist das Mäntelchen doppelreihig geknöpft angelegt. Vier Knöpfe in einem exakten Quadrat fand ich chic. Damit der Mantel dennoch unten gut schließt, ist eine weite Überlappung nötig. Das bedingt einen hohen Stoffverbrauch von zweimal der Länge. Auch die Falten verschlingen Stoff, als Upcyclingschnitt ist „Charlotte“ also nicht geeignet. Die vier Falten unten, vorne und hinten zwei, setzen mit einer Naht an der Schulter an. Der Stoffüberschuss muss angesichts des wärmenden und dicken Walkmaterials hinterrücks abgeschnitten werden. Die Faltenanfänge werden mit einer Naht gesichert. Es bleibt innen alles sauber, auch ohne Futterstoff, weil ich Walkstoff verwendete, der nicht versäubert werden muss. Alternativ würde Fleece auch gehen, aber ich habe ja ein Faible für Naturmaterialien. Oben habe ich mädchenhaft einen Bubikragen auf Kragensteg eingearbeitet. Das Mäntelchen hat in den Seitennähten Eingriffstaschen. Hinten habe ich das Mäntelchen etwas länger geschnitten. Ich denke, dass passt gut für die Bewegungsabläufe bei Kindern.

Der Schnitt befindet sich zurzeit auf dem Scanner, bei Inkscape auf dem Rechner, die Anleitung ist noch zu schreiben, und es wird noch etwas dauern, bis er in das Probenähen gehen kann. Danach werde ich ihn vorstellen und anbieten.

Aktuell: https://sewtonew.blog/2019/10/06/schnittmuster-fuer-mantel-charlotte-jetzt-online/

Zwischenzeitlich wollte ich die schönen Bilder nicht für mich behalten. Mein Sohn fotografierte und Leni spielte mit. Wie man hier sieht (s.u.), gibt es einen meilenweiten Unterschied zwischen Kleidung auf der Schneiderpuppe fotografiert und der Kleidung am Model. Schön ist, dass so fotografiert ist, dass Leni dennoch nicht im Internet erscheint. Das hielte ich für problematisch.

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Spucktücher werden zu Halstüchern – erste Erfahrungen mit Musselin

Es wird nicht gut sein, wenn du gleich loslegst, Musselin zu nähen. Der Trendstoff, die schönen Bilder und die Angebote verführen dazu, gleich eine Idee zu entwickeln, Stoff zu kaufen und deine Idee umzusetzen. Ich rate nach Ersterfahrung dazu, erst einmal zu lesen und mit vorhandenen Stoffen wie ehemaligen Spucktüchern zu beginnen.

Allgemeines über Musselin, sehr viel Interessantes und eine wundervolle Übersicht bietet sewsimple.

Was das Nähen angeht, informiert farbenmix wieder einmal hervorragend, ausführlich und mit Nähvideo. Die geeigneten Sticharten werden besprochen und es gibt jede Menge Ideen für luftige Mädchenbekleidung.

In Ermanglung eines Obertransportfußes habe ich mich zunächst mit der Overlock versucht. Dabei ist wirklich wichtig, dass der Stoff nicht gebügelt ist, sondern geschrumpft verarbeitet wird. Außerdem muss die Overlock auf Raffen, dabei maximale Stärke, eingestellt sein, anderenfalls schlägt die Naht Wellen. Außerdem habe ich extrem langsam genäht, der Stoff flutscht leicht seitlich weg. Das erste Ergebnis, hellblaues Übungsstück mit dunkelblauer Overlocknaht, stellte mich nicht zufrieden. Die vom Overlockmesser hinterlassene Kante sieht unsauber aus. Deshalb habe ich beim grauen Exemplar die Kante umgeschlagen genäht und so geführt, dass das Overlockmesser die Kante nicht traf, Auf der anderen Seite der Naht habe ich anschließend überschüssiges Material wie an der Kante einer Applikation entlang vorsichtig entfernt. Das Ergebnis ist doch viel sauberer!

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Das hellblaue und das graue Exemplar waren zuvor Babyspucktücher. Da sie für ein Halstuch etwas zu klein waren, habe ich die äußeren Versäuberungsnähte aufgetrennt und so ein paar Zentimeter gewonnen. Man sieht noch die Einstiche der ehemaligen Naht. Ich hoffe, die Löcher schließen sich bei der ersten Wäsche.

Das dunkelblaue Exemplar war groß genug. Hier habe ich jenseits der Säume eine Ziernaht (Wabenstich) in pink gezogen. Gezogen ist aber falsch, beim Nähen habe ich den Stoff gleichmäßig vor dem Füßchen geschoben, damit die Naht nicht wellig wird.

Fazit: Es näht sich gut mit raffenden Overlockstich und es wird funktionieren unter Verwendung eines Oberstoff-Transportfüßchens. Verschiedene Fadenspannungen sollten noch in die Erprobung gehen, ehe ich mich an Kleidung aus Musselin wage.