Feines Drehkleid zu Weihnachten

Das größere Weihnachtskleidchen, das ich zum Weihnachtsfest für Clara nähte – Frohe Weihnachten! Weihnachtskleidchen für die Mädels – ist inzwischen zu Leni gewandert und nach vielem Tragen etwas ramponiert. Was besonders gut daran gefällt, ist die Weite des Kleidchens, dessen Rockteil beim Drehen eine schöne Runde ergibt. So kam der Wunsch nach einem neuen Drehkleid auf. Ich verwendete wiederum den Schnitt aus Ottobre kids fashion 6/15, diesmal in Größe 110. An Stoff benötigt man zweimal die Länge des Kleidchens, das ist der Weite geschuldet. Außerdem wollte ich diesmal lange Ärmel nähen. Der Stoff ist Nickystoff, etwas glänzend und in altrosa. Den Schnitt für die kurzen Ärmel habe ich auf die Ärmellänge von Leni vergrößert. Sie benötigt immer etwas längere Ärmel als der Schnitt ansonsten angibt. Für den Halsabschluss habe ich mich für einen Bubikragen entschieden. Damit entsteht ein braves Kleidchen, wenn auch brave Kinder nicht mehr dem heutigen Erziehungszielen entsprechen. Oma erinnert sich noch an ihre Kindertage, damals galt brav noch als erstrebenswert. Bubikragen haben aber inzwischen eine Renaissance erfahren mit neuen Assoziationen wie beispielsweise retro als besonders chic.

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Den Schnitt für den Bubkragen habe ich mir selbst gebastelt, indem ich nach Schließen einer Schulternaht und noch freien Seitennähten das Nähgut ausbreitete und von Mitte vorne bis Mitte hinten den runden, halben Halsausschnitt auf Papier übertrug. Diese Linie ist dann die Ansatzkante des Bubikragens. Frei Hand habe ich dann gezeichnet und stelle euch den Schnitt des Bubikragens – Bukikragen 110 – passend zum verwendeten Schnitt aus Ottobre zur Verfügung.

An dieser Stelle ist das Projekt ein Upcycling-Projekt, weil ein rosa Babykleid, das mit Riss in meinem Fundus landete, den Stoff für den Kragen wie auch den Unterkragen hergab. Weitere Stücke des Babykleids dienten als Verzierung an den Ärmeln, als Beleg für den Halsausschnitt innen und für das Schleifchen. Rückwärtig wird das Kleid mit einen aufgesetzten Zierreißverschluss geschlossen.

Es ist noch etwas Stoff übrig. Ich denke, für das kleine Schwesterchen Lotta fällt mir damit noch etwas ein.

 

 

Mantel „Charlotte“

Vor geraumer Zeit nähte ich einen Kindermantel für Leni, Das Besondere gibt es nur, wenn du selbst nähst!, damit sie neben dem warmen Overall, Plädoyer für Walkstoff – Winteroverall, noch eine Alternative für kalte Tage hat.

Im Nachgang ergaben sich Gespräche über Wintermäntel für Kinder und mein lieber Sohn verwies auf ein Internetbild von Charlotte aus dem britischen Königshaus, die nunmehr den Kindergarten besuchen würde. Das Bild zeigte sie mit einem roten Mäntelchen. Mein Sohn fand Charlotte in diesem Outfit überaus chic.

Das brachte mich ins Grübeln. Das Mäntelchen von Charlotte war eben ein sehr klassisches, sozusagen ein elegantes. Die Anregungen, die ich über Pinterest und die Nähgemeinschaft erhalte, sind eher bunt – manchmal auch für meinen Geschmack zu bunt -, und ich nenne diesen Stil  à la Pipi Langstrumpf. Dieser Stil macht Selbstgenähtes wirklich reizend und außergewöhnlich.

Nun denn, diesmal wollte ich für die kalten Tage den Geschmack meines Sohnes eher treffen. Ich wälzte Schnittmuster, sah mir das Bild von Charlotte genau an und kreierte einen eigenen Schnitt, den ich wegen des Ausgangspunktes „Charlotte“ nennen werde.

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Wie der Mantel von Charlotte ist das Mäntelchen doppelreihig geknöpft angelegt. Vier Knöpfe in einem exakten Quadrat fand ich chic. Damit der Mantel dennoch unten gut schließt, ist eine weite Überlappung nötig. Das bedingt einen hohen Stoffverbrauch von zweimal der Länge. Auch die Falten verschlingen Stoff, als Upcyclingschnitt ist „Charlotte“ also nicht geeignet. Die vier Falten unten, vorne und hinten zwei, setzen mit einer Naht an der Schulter an. Der Stoffüberschuss muss angesichts des wärmenden und dicken Walkmaterials hinterrücks abgeschnitten werden. Die Faltenanfänge werden mit einer Naht gesichert. Es bleibt innen alles sauber, auch ohne Futterstoff, weil ich Walkstoff verwendete, der nicht versäubert werden muss. Alternativ würde Fleece auch gehen, aber ich habe ja ein Faible für Naturmaterialien. Oben habe ich mädchenhaft einen Bubikragen auf Kragensteg eingearbeitet. Das Mäntelchen hat in den Seitennähten Eingriffstaschen. Hinten habe ich das Mäntelchen etwas länger geschnitten. Ich denke, dass passt gut für die Bewegungsabläufe bei Kindern.

Der Schnitt befindet sich zurzeit auf dem Scanner, bei Inkscape auf dem Rechner, die Anleitung ist noch zu schreiben, und es wird noch etwas dauern, bis er in das Probenähen gehen kann. Danach werde ich ihn vorstellen und anbieten.

Zwischenzeitlich wollte ich die schönen Bilder nicht für mich behalten. Mein Sohn fotografierte und Leni spielte mit. Wie man hier sieht (s.u.), gibt es einen meilenweiten Unterschied zwischen Kleidung auf der Schneiderpuppe fotografiert und der Kleidung am Model. Schön ist, dass so fotografiert ist, dass Leni dennoch nicht im Internet erscheint. Das hielte ich für problematisch.

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Bubikragen! – feinstes Sonntagskleidchen

Ich hatte Lust auf einen Bubikragen und fand eine schöne Anleitung, wie man den Kragen vom vorhandenen Schnitt passend abnehmen kann, hamburger liebe erklärt super. Es wird dort richtig kommentiert, dass Ansehen und Wirkung des Bubikragens sich von lieb zu sexy im Laufe der Zeit gewandelt haben. Eine Sammlung von Bubikrägelchen hat „hamburger liebe“ auf Pinterest zusammengestellt.

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Stoffgrundlage war wieder ein abgelegtes Herrenhemd, siehe auch Upcycling: Kragen von Herrenhemd nicht wegschneiden! und Herrenhemd wird zur Mädchenbluse, weiteres Upcycling sowie Herrenhemd wird zur Mädchenbluse – Tipps zum Upcycling. Der Stoff ist ausgesprochen fein. Wahrscheinlich ist das Hemd zu Upcycling gewandert, weil jemand das Bügeln leid war. Dazu fand sich ein Stoffrest aus dem schönen Konvolut von Christl, der farblich und stilmäßig so passte, dass ein feines Kleidchen entstehen konnte. Der Stoffrest reichte aber nur für die vordere Passe, den Kragen und den Beleg sowie für die äußeren Manschetten.

Das Hemd ist diesmal so genutzt, dass die Knopfleiste in der rückwärtigen Passe erscheint. Dabei wurde der obere Teil der Knopfleiste aufgetrennt, um Kragen und Beleg aufnehmen zu können. Das bedingt, dass nicht im Bereich eines Knopfs gearbeitet werden kann. Um aber anschließend das Kleid bis oben hin schließen zu können, muss ein weiterer Verschluss her, Druckknopf, Haken oder aber wie hier ein weiterer Knopf und ein weiteres Knopfloch. Das führt dazu, dass der Abstand der Knöpfe nicht gleich ist. Stört das? Ich finde nicht.

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Da die Taufe von Cilly ansteht, kann Leni jedenfalls fein gemacht werden.