Upcycling, so einfach!

Katrin äußerte den Wunsch nach einem kurzärmeligen Nachthemd für Leni. Und ich hätte selbst nicht gedacht, wie einfach der Wunsch zu erfüllen war.

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Und der Prozess – im Übrigen zur Nachahmung ausdrücklich empfohlen – beginnt mit der Überlegung, was im Fundus geeignet sein könnte. Eine Schafanzugjacke, lang genug und mit weiten Ärmeln im Stil der 80er schien geeignet, weil der leichte Stoff schon fürs Schlafen gedacht aus 100% Baumwolle bestand.

Und nun die zweite wichtige Überlegung: Was kann erhalten werden und wie spart man dadurch unnötige Näharbeit. Im Kopf sollte das neue Stück zunächst fertig gedacht werden, ehe die Schere angesetzt wird. In diesem Fall war eine seitlich versetzte Knopfleiste im oberen Teil oberhalb einer Falte schon vorhanden, leichtes An- und Ausziehen dadurch möglich, genügende Weite gesichert. Also erhalten! Die Länge passte so gerade, also Saum unten erhalten! Ein Grundschnitt wurde unten angesetzt. Die Ärmel der Schafanzugjacke hatten unten einen schönen Abschluss mit Bündchen und Knöpfchen. Also erhalten! Für kurze Ärmel hieß das nun, dass der untere Teil der Ärmel so, wie er mit Manschette war, verwendet werden konnte.

Das einzige, was dann zu nähen war: Schulternähte, Seitennähte, Ärmel einsetzen, Halsabschluss neu gestalten. Hier habe ich mich für eine Einfassung im gleichen Stoff entschieden.

Das Nachthemd hat mich also nichts gekostet, nur eine Stunde Arbeit. Gespart wurde auch der Weg zum Altkleidercontainer, der Weg in die Stadt zum Shopping oder das Surfen zum Onlinekauf eines neuen Nachthemds, später das Entsorgen der Verpackung. Ganz zu schweigen von den allgemeinen Aufwendungen wie beispielsweise Transport möglicherweise aus Indien.

Und wieder einmal stellt sich die Erkenntnis ein: Es ist in allererster Linie Kopfsache!

 

faules Bündchen, falsches Bündchen, Fakebündchen – das geht auch bei Mützen!

Hinter diesen Begriffen verbirgt sich ein Ruckzuckverfahren, um beispielsweise einen einfachen Ärmelabschluss zu gestalten. Und diese Variante beim Nähen hat weitere Vorteile, sie ist nicht nur schnell und einfach:

  • du musst klein farblich passendes Bündchen suchen und finden
  • du arbeitest mit dem gleichen Stoff weiter
  • das Nähprodukt ist farblich einheitlich
  • der Abschluss ist weicher als ein doppelt gelegtes Bündchen
  • die Naht zum falschen Bündchen ist flacher

In jedem Falle ist der Schnitt zu verlängern, d.h. gegenüber den Angaben kannst du getrost um mindestens 5 cm verlängern, das T-Shirt nach unten hin oder die Ärmel nach unten hin. Ich habe mir überlegt, dass das auch bei einer Mütze funktioniert, in meinem Beispiel wird die Mütze also gesichtswärts verlängert.

Und wie geht es dann weiter? In meinem Beispiel liegt die Mütze fertig vor dir. Nun wird am unteren Rand das Nähgut 5 cm nach außen umgeschlagen, es liegt also rechte Seite auf rechter Seite, du schaust auf die linke Seite des Umschlags. Befestigen mit Klammern ist sinnvoll, damit nichts verrutscht. Nun wird der umgeklappte Streifen zurückgeklappt bis zur ersten Umschlagkante. Die Klammern fassen dann neu drei Stofflagen, oben auf treffen linke Seiten aufeinander.

Nun wird entlang der Umschlagkante mit der Overlock genäht. Dabei bitte das Nähgut so gut führen, dass nichts abgeschnitten wird. Du kannst variieren, wie stramm genäht wird. In jedem Falle bleibt die Overlocknaht dehnbar, wichtig beispielsweise für eine Mütze.

 

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Die Mütze ist passend zu Lenis Mantel, der inzwischen wegen Längenwachstum zur Jacke geworden ist. Das Besondere gibt es nur, wenn du selbst nähst!

Zur Nachahmung empfohlen!

 

 

 

Köln Shirt mit Applikation Kölner Dom

Verbundenheit und Zugehörigkeit werden häufig durch Kleidung ausgedrückt. Man denke nur an die Fanartikel von Fußballvereinen. Meine  beiden großen Enkel besitzen schon einen FC-Köln-Schal und sind ganz stolz darauf.

Die Applikation Kölner Dom ist bei unseren Kölnern sehr beliebt, schon Babymützen haben eine solche Applikation.

Mein nächstes Upcyclingprojekt verarbeitete unter dem Motto: „Aus zwei mach eins!“, ein Schwangerschaftsshirt mit Streifen von Mama und ein Poloshirt von Hannas Mann.

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Schon farbstark fehlte dem Raglanshirt nach Fertigstellung eine Kleinigkeit, wie ich fand. So fiel die Wahl auf eine kleine Applikation, die vorne deutlich hervorsticht. Mit diesem kleinen, roten Farbakzent war ich dann zufrieden mit meinem Werk.

In der Vergangenheit habe ich oft schon solche Motive verwendet:

Upcycling Blockstreifen für Kinder?

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Kleid für kleine Kölnerin

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Hurra, Carlotta ist da! – Babydecke zur Geburt

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Und den Kölner Dom als Knistertuch haben wir auch schon häufig verschenkt:

 

 

Dein Ort oder deine Stadt lässt sich ebenso gut verarbeiten, wenn du die entsprechende Skyline oder Silhouette im Netz suchst oder ein passendes Bild verwendest, ausdruckst und für die Applikation die Außenlinien seitenverkehrt auf Vliesofix überträgst.

Für Koblenz wäre das eine schöne Vorlage: Quelle

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Viel Spaß mit dem Nähen für Fans der Stadt!

 

 

 

 

Stoffe und Motive für Jungen

Man mag darüber nachdenken, aber mein Fundus an Stoffresten von Anne war in einem Teil noch unberührt. Denn ich nähe am liebsten für Mädchen, und Stoffreste, die eher zu Jungs passen, blieben bisher liegen. Ich weiß nicht, ob es Erziehung ist, dass ich meine, Jungen ist es sowieso egal, was sie anhaben. Jedenfalls hat sich diese Meinung mit dem Heranwachsen meiner Söhne verstärkt. Vielleicht ist doch eine biologische Ursache beteiligt. Mit der Pubertät ändert sich das sicherlich, den „Halbstarken“ ist es nicht mehr egal, und im Erwachsenenalter hat jeder der beiden Söhne klamottentechnisch seinen ganz eigenen Stil entwickelt.

Ich bin nicht alleine mit solchen Zuschreibungen. Beratungen in Stoffgeschäften beginnen meist mit der Frage: Mädchen oder Junge?

So lag ein schöner Stoffrest mit dem sportlichen Schaf Shaun im Fundus. Er wäre mir für Leni oder Cilly nicht in den Sinn gekommen. Ebenso schien mir das Motiv Traktor für Mädchen ungeeignet.

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Nun traf es sich, dass mir von Opa Heinz zwei stofflich ausgezeichnete Poloshirts mitgegeben wurden. Farblich waren sie passend zu zwei Stoffrestchen aus der Jungenkiste. Ich habe sie mit der Raglanvariante Bethioua verarbeitet, die gerade für Stoffkombinationen gut geeignet ist. Ich hoffe, die neuen Shirts passen dem Enkel von Opa Heinz, dem Constantin.

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Wie zu erkennen ist, habe ich den unteren Saum der Poloshirts beibehalten. Dabei ist nur aufzupassen, dass für vorne und hinten zusammenpassend zugeschnitten wird. Es ist immer sinnvoll, die untere Ecke Armausschnitt als Orientierungspunkt zu nehmen.

Wenn man mit Was aus T-Shirts und Stoffrestchen entstehen kann – Lenis neue Kleider vergleicht, sieht man, wie die Zuordnungen für Mädchen und Jungen vorgenommen werden. Ein Shirt mit Bambi wäre mir für Jungen nicht unter die Nadel gekommen.

 

Windeltasche – eingefasste Variante

Windeltaschen oder Wickeltaschen sind ein beliebtes Geschenk zur Geburt. Ich hatte dazu schon einmal geschrieben: Welche Kleinigkeit schenkt man zur Geburt?.

Etwas zu nähen bringt dabei immer nur Vorteile. So kleine Stoffrestchen, wie zu diesen Geschenken nötig sind, hat wohl jede Näherin von euch noch da liegen, d.h. Kosten sozusagen gegen Null. Dann kannst du dich auf den Geschmack der Beschenkten einstellen. Welche Farbe, welche Motive liebt die Mutter? Und diese Kleinigkeiten sind eben auch schnell genäht und beflügeln deinen Stolz in Sachen handmade.

Für die Wickeltasche habe ich mir nun Folgendes überlegt. Die Tasche wird meist so genäht, dass im letzten Nähschritt durch eine möglichst kleine Wendeöffnung gewendet werden muss. Das finde ich etwas nervig. So habe ich diesmal die Stofflagen zusammengefasst und mit Schrägband gefasst. Damit dann in einem Zug genäht werden kann, sind die Ecken gerundet. Noch die Schnullerhalterung und die Schließlasche unter das Schrägband zu bekommen, schien mir zu schwierig. Deshalb sind nach Fertigstellung Bänder in der Nahtlinie des Schrägbands außen bzw. innen angenäht. So ergibt sich eine Variante, bei der das „Paket“ umschlungen und festgebunden wird. Ich habe es ausprobiert, das „Packen geht ganz flott, statt dass man noch den Druckknopf sucht.

Eine Schwierigkeit will ich aber nicht verschweigen. Wie wird das Schrägband sauber an den Enden zusammengeführt? Hierzu nähst du nur bis ca. 4 cm rechts und links vom Punkt des Zusammentreffens der beiden Schrägbandenden. Nun schneidest du an beiden Enden des Schrägbands in gleicher Weise schräg ab, so dass noch ein winziges Stückchen für die Naht überlappt. Jetzt wird es etwas kniffelig: Die Naht ist zu setzen, obwohl links und rechts knapp davon weg das Schrägband schon angenäht ist. Hier hilft nur exaktes Stecken, bevor du nähst. Dann wird das restliche 8 cm lange Stück mit neu einsetzender Naht um die Stofflagen der Wickeltasche angebracht. Hier gilt auch wieder: Zuvor gut stecken!

Die Ergebnisse:

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Innen sind die Wickeltaschen klassisch aufgebaut: zwei große Laschen für Windeln und Feuchttücherpackung, zwei mehrfach unterteilte obere Laschen für Kleinkram und schließlich die Schnullerbefestigung mittig, siehe zweites Bild.

Da Freundinnen von Katrin schwanger sind, gehen einige Taschen dorthin, einige habe ich bei Mädchenfein bei Etsy eingestellt. Mein Dank gilt wieder Anne, die mich mit wunderschönen Stoffresten versorgt hat.

 

Upcycling Pullover oder T-Shirt – ein Ruckzuckvorschlag

In meinem Blog gibt es zahlreiche Beispiele, was aus abgelegten Pullovern oder Shirts entstehen kann. Mein Besuch beim I-Tüpfelchen in Koblenz, ich berichtete: traumhafte Stoffe – manchmal muss es etwas Besonderes sein, hat dann als Nebeneffekt noch ein sehr einfaches Verfahren zum Upcycling hervorgebracht. Ich sah nämlich ein Jerseyhängerchen als Muster hängen und wunderte mich darüber, dass mittig quer keine Teilungsnaht vorhanden war, obwohl das Kleidchen gekrauste Bereiche zum Rock hin hatte. Ich drehte natürlich auf die linke Seite und da fiel sozusagen ein Groschen. Es ist gar nicht nötig, für Weite im Rock ein Kleidchen mit vollständiger Teilungsnaht zwischen Passe und Rockteil zu versehen. Das hatte ich bisher gedacht, Polohemd wird zum Polokleidchen.

Wenn du so schneidet,

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bleibt der untere Saum und ein Großteil der Seitennähte erhalten. Arbeit gespart! Es sind dann Schulternähte und kurze Seitennähte der unvollständigen Passe zu schließen. Dann wird der seitlich herausstehende Bereich so stark gekraust, dass er auf den unteren Einschnitt in die unvollständige Passe zu liegen kommt. Seitlich wird dann zwischen Passe und Rockteil eine Naht waagerecht gesetzt. Jetzt musst du dich noch um die Ärmel, den Halsabschluss und evtl. um einen Verschluss bei nicht dehnbarem Material kümmern. Ein Kleidchen ist dann im Nu fertig. Mehr als eine Stunde wirst du nicht benötigen.

Entstanden aus Mutters Pullover:

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Entstanden aus Vaters Polohemd:poloblau

 

Upcycling Herrenhemd – Was alles geht!

Herrenhemden werden meist entsorgt, weil der Kragensteg von innen nicht mehr schön ist. Entweder er ist verschlissen oder aber so verschmutzt, das selbst Vorbehandlungen mit Waschpasten nichts mehr bringen. Bei meinem Mann kommt hinzu, dass durch Aufstützen am Schreibtisch der Ellenbogen Risse abbekommt. Bei dunkleren Sommerhemden kann es sein, dass die Farbe verschossen ist. Wenn diese Sommerbleiche zu weit fortgeschritten ist, geht nichts mehr. Aber ansonsten ist Vieles möglich, wie ich euch zeigen werde.

Übergewichtige Männer schaut man im Übrigen unter Upcycling-Gedanken positiver an. Deren Hemden sind nicht tailliert, so dass ein Auftrennen der Abnäher nicht nötig wird. Außerdem steht bei großen Größen mehr Stoff zum „Spielen“ zur Verfügung.

Ich zeige dir durch Skizzen, was in den einzelnen Beispielen verwendet wurde. Wie aufgehübscht wurde und was im Detail zu beachten war, findest du jeweils im Link darunter. Es gibt etwas zu Jungenhemden, zu Mädchenblusen, zu Mädchenkleidern in verschiedenen Schnitten, zu Turnbeutel, zu Taschen und Utensilos, zu Babysachen usw..

Upcycling zu Jungenhemden:

Beispiel 1: Der Kragen des Hemds wurde ganz verworfen, ein neuer Stehkragen wurde genäht, zusätzlicher neuer Stoff wurde verwendet.

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Zu den Details findest du hier mehr …

Beispiel 2: Hier wurde der Kragen in den guten Anteilen mit verwendet. Schmückendes findet sich als Applikation auf dem Rücken und andersfarbige Stoffstückchen setzen an Ärmel und Kragen Akzente.

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Zu den Details findest du hier mehr …

Upcycling zu Mädchenblusen:

Dazu kannst du die Skizzen zu den Jungenhemden entsprechend anschauen.

Beispiel 1: Wie im oberen Beispiel wurde für die Bluse auch ein Teil des Kragens verwendet.

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Für die Details kannst du hier nachlesen, mehr …

In diesem Beispiel 2 wurde ein neuer Stehkragen genäht.

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Für die Details kannst du hier nachlesen, mehr …

Beispiel 3: Ein Schnitt erhält das Hemd einschließlich der angenähten Ärmel. Es entsteht eine gekrauste Bluse.

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Details zum flotten Blusenkonzept findest du unter Westernrock aus Bettlaken – Westernlady zu Karneval

Das Konzept ist bei Hemden, die groß genug sind, und bei Mädchen, die noch klein genug sind, ebenso gut für ein Kleidchen zu verwenden, indem die gesamte Länge des Herrenhemds genutzt wird.

Upcycling zu Mädchenkleidern:

Beispiel 1: Ein Hängerchen entsteht vollständig aus dem Hemd. Wirklich wenig Arbeit!

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Rückseite aus Vorderseite

 

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Vorderseite aus Rückseite

Für die Details zur Anfertigung siehe Feine, fröhliche Kleidchen – Weniger ist manchmal mehr!

Beispiel 2: Das Hemd wird fast vollständig verwendet, aber ein schmückender Stoff generiert eine Passe sowie Kragen und Manschetten.

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Die genauere Beschreibung findet sich unter: Bubikragen! – feinstes Sonntagskleidchen

Beispiel 3: Auch das weitere Kleidchen funktioniert nach diesem Prinzip. In der oberen Passen wurden schmückende Stoffe verwendet. Die Knopfleiste eines Herrenhemds befindet sich diesmal vorne, ein anderes Hemd lieferte Rockteil und Ärmel.

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Der zugehörige Artikel beschreibt, wie du es dir mit den Ärmeln ganz einfach machen kannst: Upcycling: Ärmel nicht aufschneiden!

Beispiel 4: Das Herrenhemd liefert die Kleidchenpasse einschließlich der Knopfleiste. Ein anderer oder neuer Stoff gesellt sich dazu.

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Näheres zu diesem Projekt findest du unter Upcycling: Knopfleiste verwenden

Beispiel 4: Die „Passe“ wird länger geschnitten und es wird ein Tellerrock angenäht. Manchmal reicht der Reststoff des Hemds zusammengesetzt für den Rock.

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Die Idee kam, weil ich einen schönen Grundschnitt fand: Schönen Grundschnitt gefunden!

Upcycling zu Utensilos, Taschen und Beuteln aller Art:

Die Stoffstücke eines Herrenhemds sind so groß, dass sich aus Rechteckstücken Taschen und Beutel jeder Art schneidern lassen. Schön ist, wenn du die Brusttasche des Herrenhemds nutzt, statt sie abzutrennen.

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Ein wie ich finde gelungenes Beispiel ist der Turnbeutel für Cosi. Die Brusttasche befindet sich im Innenfutter des Beutels, das Äußere ist vollständig aus Herrenhemden entstanden.

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Das Projekt ist beschrieben unter: Turnbeutel

Upcycling zu Babysachen:

Herrenhemden geben die Kleinigkeiten für ein Baby allemal her. Knistertücher, Wickeltaschen, Lätzchen, Schnullerbänder, Spielsachen, für diese Projekte findest du immer ein Stück Stoff aus einem Herrenhemd. Schön ist, wenn man noch sieht, dass es mal ein Herrenhemd war.

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Upcycling zu Schrägstreifen:

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Insbesondere der breite Rücken der Herrenhemden eignet sich, um daraus Schrägband herzustellen. Die Materialien sind doch meist nicht zu dick, dass gerade diese glatte, dünne wie stabile Stoffqualität hervorragend Schrägband abgibt. Und so lässt sich allerlei einfassen.

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Upcycling zu Schürzen und Kissenbezügen:

In meinem Pinterest-Ordner habe ich weitere Ideen gesammelt, aber noch nicht erprobt. Die Quellenangaben finden sich dort.

 

 

Ehe du also das nächste Mal ein Herrenhemd entsorgst, so denke ich, wirst du zögern und überlegen, ob du nicht noch etwas daraus nähen könntest.

Wenn du weitere Ideen hast, nutze gerne das Kommentarfeld mit Link und rege andere Näherinnen damit an.

Viel Freude beim Überlegen und Nähen!!!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Statt immer neuer Schnitte – Grundschnitt verändern!

Angesichts von drei Enkeltöchtern beschäftige ich mich wirklich gerne mit Mädchenkleidern. Ich stöbere bei Pinterest und suche nach neuen Anregungen. Unter Mädchenfein habe ich als Inspirationsquelle schon Allerlei gesammelt.

Diese Varianten stachen mir ins Auge und ich wollte mich damit beschäftigen:

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Es lässt sich sicherlich für ein solches Kleid ein Schnittmuster finden. Aber es geht auch einfacher, wenn du das Gesehene analysierst. Was ist zu sehen? Das Vorderteil besteht aus vier Teilen. Unter der gestreiften Passe findet sich im linken Beispiel ein gekrauster Rock. Seitlich geht der blumige Stoff längs durch. Wo dieser an den gekrausten Rockteil ansetzt, sind Nahttaschen untergebracht. Hinterrücks wird das Kleid fast genauso konstruiert sein, allerdings ohne die Taschen. Dann blinkt noch eine Knopfleiste im Rückenteil hervor. Halbe Ärmel runden das Bild ab. Was mich anspricht, ist die eingesetzte Passe, und dass die Weite des Kleidchens über das gekrauste Mittelstück erreicht wird. Soweit die Analyse.

Einen Grundschnitt für ein einfaches Kleidchen wird wohl jede Näherin besitzen. Wenn dieser schon erprobt ist und sich als brauchbar herausgestellt hat, ist das die beste Voraussetzung für eine Abwandlung.

Ich zeige dir nun per Abbildung, wie ich vorgegangen bin.

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Den Grundschnitt habe ich in der Seitenlinie schmäler geschnitten, weil es ja das gekrauste Mittelteil geben wird. Von Schulter bis Saum habe ich den Schnitt im Fadenlauf, also senkrecht, durchgeschnitten und noch einmal quer im Mittelteil, damit die Passe entsteht. Die Seitenteile 1 werden dann 4 mal, 2 für vorne und 2 für hinten, jeweils seitenverkehrt, benötigt. Das untere Mittelteil 2 habe ich verbreitert, weil es gekraust werden soll. Es wird 2 mal benötigt für hinten und vorne. Das obere Mittelteil 3 bleibt so wie es ist für vorne und wird im Stoffbruch zugeschnitten. Sinnvoll ist es, die Passe zu füttern, also das Ganze noch einmal in Futterstoff zuzuschneiden. Für den Rücken ist die Knopfleiste vorzusehen. Dazu wird Schnittteil 3 nach rechts erweitert und nicht im Stoffbruch sondern in doppelter Stofflage, zugeschnitten. Für das Futter das Ganze wiederum noch einmal mit Futterstoff vorsehen.

Dann kann schon genäht werden, sofern du die Taschen weglässt. Wie Nahttaschen zu nähen sind, erkläre ich ein anderes Mal.

Die Umsetzung hat dieses Kleidchen ergeben. Der einfarbige dickere Baumwollstoff harmoniert schön mit einem Stoffrest eines englischen Quiltstoffes. Der sorgt für ein romantisches Aussehen.

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Das Kleid hat die Größe 98/104 und ich werde es zum Kauf anbieten, siehe „Angebote“ in der Menüleiste oder Etsy.

Letztlich sind meine Schnitte Designerschnitt „Cilly“ – Schnitt für Mustermix fertiggestellt und Upcycling Jeans – Jeanskleidchen aus vier Hosenbeinen – Freebook Größe 86 – 126 auch über solche Überlegungen entstanden. Allerdings war es hier wesentlich komplizierter, weil die Knopfleisten bedacht und konstruiert werden mussten und weil Stoffstücke für ein Upcyclingprojekt zu bedenken waren.

Einfacher ging es hier: Easy: Easy: Schnitt verändern, Schulternaht verschieben und Wenn der Stoff nicht reicht

Ich denke, mit ein wenig Näherfahrung mit verschiedenen Schnitten wirst du auf Dauer unabhängig von neuen Schnittmustern, vorausgesetzt gute, erprobte Grundschnitte sind vorhanden.

Jeans Upcycling, aber bitte mit System!

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Wie du erkennst, habe ich mich mit dem Upcycling von Jeans schon einige Male befasst und Erfahrungen gesammelt. Deshalb möchte ich ein wenig aus meinem Nähkästchen plaudern.

Technische Erfahrungen:

Ohne eine Jeansnadel geht es nicht. Der Jeansstoff ist robust, aber eben auch schwer zu nähen. Mit einer Universalnadel kommt es doch zu Nadelbruch. Deshalb ist es ratsam, gleich die Jeansnadel oder sogar die Ledernadel einzuschrauben! Das verwendete Garn sollte Qualitätsgarn sein, anderenfalls ärgert du dich darüber, dass Garn reißt und der Faden wieder eingefädelt werden muss.

Overlock oder normale Nähmaschine? Dieser Frage möchte ich mich zuwenden. Overlocknähte haben zwar den Vorteil, das in einem Zug genäht und versäubert wird, aber die Nähte sind bei Jeansstoff doch recht dick. Will man das bei Kinderkleidung? Eher nicht. Außerdem verlangt der feste Jeansstoff der Overlockmaschine (ausgelegt für den privaten Gebrauch) allerhand ab. Wenn dann noch quer zu weiteren Nähten genäht werden soll, wird es doch noch mühsamer. Ich plädiere deshalb für die normale Nähmaschine. Ich plädiere dann weiter dafür, dass du die Nähte streng auseinander bügelst und links und rechts von der Naht absteppst, dies kleinstichig, um die Naht nicht nur flach zu halten, sondern auch um die Nahtzugabe zu sichern. Das macht Arbeit, klar, aber es lohnt sich.

Die Außenbeinnähte der Jeanshosen sind meist als Kappnähte gearbeitet. Ich halte diese dicken Wülste für ungeeignet, um sie bei Kinderkleidung weiter zu verwenden, wenn ich auch sonst dafür bin, so viel als möglich zu erhalten.

Es bietet sich daher an, die Hosen links und rechts der Kappnähte aufzuschneiden und dabei die Kappnaht zu entfernen. Die Innenbeinnähte kann man geschickt positioniert ggf. erhalten und verwenden. Dies war geschehen bei Lenis Jacke, die eine solche Naht mittig im Rücken und mittig auf den Ärmeln trägt.

So aufgeschnitten empfehle ich zunächst eine gründliche Wäsche. Mit gründlich meine ich, dass ruhig heißer gewaschen wird, als dies normalerweise für Jeans vorgesehen ist. Danach kann der Stoff eine gewissen Weichheit erlangen, wenn er im Trockner gewirbelt wird.

Gestalterische Überlegungen:

Reicht der Stoff der Hosenbeine für die vorgesehenen Schnittteile? Dies kann für Kinderkleidung kleiner Größen so sein. Günstig sind dann im Übrigen Schnitte, die von vorneherein ein stückweises Vorgehen verlangen, so bei Upcycling Jeans – Jeanskleidchen aus vier Hosenbeinen – Freebook Größe 86 – 126 oder bei Designerschnitt „Cilly“ – Schnitt für Mustermix fertiggestellt.

Wenn sich aber auch für nur eins der Schnitteile kein ganzes Jeansstück findet, muss der Stoff zusammengesetzt werden. Im Beispiel der Tasche waren das schmale Stoffstreifen, wobei gerade die kleinen Streifen den Clou der Tasche ausmachen. Und hier sieht man, dass der Phantasie beim Zusammensetzen keine Grenzen gesetzt sind. Aber: Es sollte mit System zugehen. Ich sehe im Netz zahlreiche Beispiele von Kleidung, die durch Upcycling entstanden ist. Oft sind die Stücke wirr zusammengesetzt, auch noch mit anderen Materialien kombiniert, und es entsteht etwas sehr Buntes, Ungeordnetes, Lappiges. Es macht den Eindruck, als wären die Stücke zufällig unter der Nähmaschine zusammengekommen. Man kann den „Hippie-Stil“ mögen, ich mag ihn nur zurückhaltend.

Deshalb plädiere ich für ein System: Streifen oder Quadrate oder Rechtecke in gleicher oder verschiedener Größe, in Farbtiefe und Größe wohl überlegt ausgesucht. Das macht zugegeben ein wenig Arbeit, bis die Stücke so liegen, dass ein schönes Bild entstehen kann. Im Projekt Upcycling, diesmal gar nicht so leicht – zusammengesetztes Jeanskleidchen, hatte ich mich zudem vehement dafür ausgesprochen, Streifen schräg laufend zu verwenden.

In meinem letzten Projekt, das ich nunmehr hinzufügen möchte, habe ich noch etwas Komplizierteres ausprobiert, nämlich das Zusammensetzen in einer Art Fischgrätemuster:

Dazu werden Stoffstreifen benötigt, die zumindest paarweise die gleiche Breite haben. Das Paar wird im Winkel zusammengenäht und jede weitere Bahn wird an der Seite angenäht, die schon eine Quernaht besitzt. Nicht vergessen, nach jedem Schritt bügeln und steppen! So entsteht dann ein großes Stoffstück, das ein ganzes Vorderteil hergibt. In diesem Beispiel läuft die Mitte des Fischgrätemusters senkrecht mittig im Vorder-und Rückenteil, aber das muss nicht so sein. Eine asymmetrische Anordnung ist ebenso denkbar. Die Richtung der Nähte habe ich dann für die Knopfleiste und für den Kragen wieder aufgenommen. Ich finde den mit den Nähten parallel laufenden asymmetrischen Kragen sehr schön passend. Hier wurde im Übrigen ein Stück nicht mehr benötigter Kinderbettwäsche aus meinem Fundus verwendet.

Das Verfahren lässt sich weiter verwenden für andere Stoffarten. Jedenfalls werden größere Stoffstücke geschaffen, wenn das Ausgangsmaterial für das Upcycling die Schnitteile einfach nicht hergeben will. Ich denke mit größer werdenden Enkelkindern werde ich auf die verschiedenen Verfahren zurückgreifen müssen.

Omas Spitzendeckchen im Schrank? Nicht entsorgen!

In zahlreichen Haushalten werden sich noch Spitzendeckchen befinden, die nicht mehr gebraucht werden. Ich denke die Zeit, dass diese Deckchen Möbel zierten, ist vorüber. So sah ich einen Stapel solcher Deckchen in Lindlar bei „coming home“, und die Geschäftsinhaberin erzählte mir, dass die Leute diese Deckchen zum Verkauf geben. Sie wunderte sich darüber und gab zu verstehen, dass man daraus doch noch etwas machen kann.

Ja, das geht tatsächlich:

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Als Kragen für ein feines Kleidchen kann ein Spitzendeckchen noch gute Dienste leisten. Die Größe entscheidet darüber. ob es für Damen oder Mädchenkleidung verwendet werden kann. Und dieses kleine Deckchen stammt tatsächlich noch von meiner Oma, ist also nahezu 100 Jahre alt. Da es aus Baumwolle ist, habe ich es einer Kochwäsche unterzogen. Danach war es tiptop.

Wie habe ich das mit dem Kragen fertig gebracht?

Erst einmal habe ich die Schulternähte geschlossen, aber nur diese. Dann lässt sich der gesamte Halsausschnitt auf dem Tisch ausbreiten, Vorderteil des Kleidchen in die eine, Rückenteil in die gegenüberliegende Richtung. Das Deckchen habe ich dann auf dem Halsausschnitt positioniert und mit ein paar Stecknadeln fixiert. Nun lässt sich, da das durchbrochene Deckchen nicht die Sicht auf das Halsloch nimmt, das Deckchen mittig entlang der Halskante wegschneiden, im Rücken habe ich entsprechend der Knopfleiste des Kleidchens das Deckchen durchtrennt. Noch einmal gut festgesteckt habe ich den Spitzenkragen nun an den Halsausschnitt genäht. Dann machte ich die Erfahrung, dass die Stickwülste des Deckchens doch recht dick sind. Eine Nadel brach. Also Jeansnadel oder Ledernadel verwenden! Im Rücken habe ich das Material um die Knopfleistenkanten geschlagen und innen festgenäht. Da das Material bei diesem Deckchen so dick war, habe ich mich dagegen entschieden, an der Halskante etwas nach innen umschlagen zu wollen, beispielsweise um mit Belegen zu versäubern. Stattdessen habe ich die Kante mit Schrägstreifen gefasst. Auch hier war die Jeansnadel vonnöten. In der Mitte des Deckchens hatte ich eine Rosette weggeschnitten. Diese habe ich fein herausgeschnitten, halbiert und damit die Unterkante der halben Ärmel verziert.

Ich denke, dass der klein gepunktete Stoff gut zu dem Deckchen passt, wirkliches Vintage-Outfit. So ist etwas Feines und Kleines entstanden. Wenn ich noch einmal Fotos gemacht habe, geht das Kleidchen in Größe 98 zu Etsy.