Etsy – von der Katastrophe zu einem fast guten Ende

Da ich sehr viel nähe und Freude dran habe, vermarkte ich Produkte nicht nur über den Shop Mädchenfein auf diesem Blog, sondern habe auch bei Etsy einen Shop eingerichtet.

Mitte Juli konnte ich die Seite dort nicht mehr erreichen. Erst dachte ich, es läge an unseren wackeligen Internet auf dem Lande, aber am nächsten Tag war der erneute Versuch wieder erfolglos. Die Nachricht lautete immer wieder: email-Adresse unbekannt.

Daraufhin kam mir die Idee, mich mit eben dieser email-Adresse neu zu registrieren. Das hätte ja eigentlich nicht klappen dürfen, denn sie war ja schon vergeben. Aber die Registrierung gelang. Daraufhin suchte ich nach meinem Shop. Und nun die echte Katastrophe! Unter meinem Profil wurden meine Sachen angeboten, viel teurer, und die Unikate waren zigfach vorhanden. Und das Stärkste: Die Verkaufszahlen waren in die Höhe geschnellt.

Mit wurde ganz heiß, es hat mich eine schlaflose Nacht gekostet.

Da mein Sohn als Anwalt im Internetrecht tätig ist, Lexea-Kanzlei, rief ich ihn wirklich ordentlich irritiert an. Sein Rat: Sofort anzeigen! Sofort Etsy informieren!

Ersteres war dann noch recht einfach: Die Polizei stellt online die Möglichkeit zur Verfügung, Anzeigen auch gegen Unbekannt zu stellen.

Das Zweite war dann aber wirklich schwierig. Die Hilfe-Funktionen von Etsy bieten Rat auf gängige Fragen, meine war nicht dabei. Wie kann man Kontakt aufnehmen? Wirklich schwierig! Niemand irgendwo auf der Seite erreichbar! Ich habe es dann schließlich über Impressum geschafft, mein Anliegen zu mailen. Man wünscht sich manchmal in die Zeit vor Digitalisierung zurück. Den ehrbaren Kaufmann um die Ecke, den man kennt und den man bei Schwierigkeiten ansprechen könnte, den hätte man früher erreichen können. Aber wenn selbst Volkswagen betrügt – die Zeiten haben sich eben geändert! Immerhin bestätigte die erneute Suche nach dem Shop, dass er vom Markt genommen war.

Es gab ein weiteres Problem: Meine emails unter der Adresse, die ich bei Etsy verwendete, waren verschwunden. Die Telekom hat aber eine Sicherheitsabteilung, über die normale Servicenummer wurde ich dorthin geleitet. Sehr hilfreich, was mir dort begegnete. Also auch mein email-Passwort war geändert worden und der oder die Betrüger hatten natürlich die emails gelöscht, die eine Nachverfolgung des Geschehens hätten ermöglichen können.

Erste Maßnahme mit Hilfe der Telekom war dann das Einrichten meiner mail-Adressen mit Zweistufen-Authentifizierung und ein Test meines Computers mit einem Programm, dass Schadsoftware sucht, 15 Tage kostenfrei. Schadhaftes wurde gefunden! und in Quarantäne geschickt! Ehe ich aber wieder meinem Windows-Rechner benutze, wird der noch einmal professionell gecheckt. Ich bin zunächst auf ein Macbook umgestiegen.

Da ich mich dann bei Etsy neu hatte registrieren lassen, fehlte dann noch die Bestätigung der email-Adresse. Mein Glück war, dass ich nicht auf  „Bestätigen“ drückte, sondern wartete. Schließlich meldete sich die Sicherheitsabteilung von Etsy. Jetzt hatte ich endlich den richtigen Kontakt.

Der führte dann schlussendlich dazu, dass ich meinen shop weitgehend bereinigt zurück bekam. Zusätzlich erstattet Etsy den geschädigten Kunden den Verlust, ich muss also nicht bangen, in die Pflicht genommen zu werden. Teilweise wurden offenbar nicht gewollte Bestellungen abgewickelt, indem man fremde Daten benutzte. Das macht mir den Eindruck, als wären nicht einzelne Kriminelle unterwegs, sondern ganze Gruppen, die mit Daten und Plattformen ihr Schindluder treiben.

Bereinigen bedeutete dann noch einige Arbeit: Sprache richtig einstellen, der Zugriff kam wohl aus UK, viele Artikel durcharbeiten, Stückzahlen und Preise wieder richtig setzen usw.. Was mir nicht gelang: Meine 5 positiven Sternchen sind dahin, die negativen Rückmeldungen erboster Kunden kann ich wohl nicht bearbeiten.

Was ich gelernt habe – als Verkäufer bzw. Käufer – und das ist ja auch etwas:

  • Shops, die nur mit Vorkasse (von Direktüberweisung bis hin zu Scheckkarte) arbeiten, sind für Betrüger extrem interessant, insbesondere dann, wenn Geld schon ausgezahlt wird, ehe die Nachricht vom Kunden oder Transportunternehmen kommt: erhalten oder zugestellt. So funktioniert das leider bei Etsy.
  • Shops, bei denen man unkompliziert telefonischen Kontakt erhält, sind vertrauenswürdiger
  • dann sind wohl kleinere Unternehmen vertrauenswürdiger
  • immer Zweistufen-Authentifizierung durchführen, egal wo, sofern möglich
  • Passwörter nicht nur stark anlegen, sondern für jede Adresse ein anderes Passwort wählen
  • ich speichere Passwörter nicht mehr, sondern schreibe sie mir auf
  • Kundenanfragen hinterfragen, ehe man den ganzen Text öffnet
  • vertrauenswürdig erscheinende Fotos mit Papa, Mama, Kindern könnten so angelegt sein, dass sie täuschen sollen
  • Etsy prüft Anfragen auf Schadsoftware wohl nicht, also ist eigene Vorsicht geboten

Ob ich den Etsy-Shop auf Dauer behalte, wird sich zeigen.

Jedenfalls biete ich über diesen blog und meinen Shop Mädchenfein an, schon ab der zweiten Bestellung auf Rechnung zu bestellen und meine Telefonnummer ist auch hinterlegt. Dann ist der Kunde sicher.

 

 

einfacher Mundschutz aus Herrenoberhemd

Es geht um einen einfachen Mundschutz, besser als gar nichts in Zeiten von Corona. Er bietet einen gewissen Schutz, keine absolute Sicherheit. Die Handhabung ist auch zu beachten, siehe unten.

Ein Herrenoberhemd habe ich deshalb gewählt, weil ich als Upcyclingfan viele Exemplare in meinem Fundus liegen habe. Wo soll man auch derzeit Stoffe kaufen gehen?! Außerdem bestehen die Oberhemden meist aus qualitativ hochwertiger, fester, dichter Baumwolle. Das erleichtert das Nähen und die spätere Desinfektion. Baumwollfasern saugen Tröpfchen weg, und mit ihnen sollen ja die Viren daherkommen. Deshalb ist Baumwolle im Übrigen ein typischer Stoff für verschwitzte Sommer.

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Der Mundschutz wird aus einem doppelt gelegten Stück Stoff hergestellt. Dieses sollte ungefähr 18 x 36 cm groß sein. Das Oberhemd bietet in der Vorderseite zwei solche Abschnitte unterhalb der Brusttasche. Auch die Ärmel können dafür aufgeschnitten werden. Insgesamt lassen sich so mindestens vier Schutztücher aus einem Herrenhemd herstellen. Der Rücken des Hemds dient dazu, Stoffstreifen, Schrägstreifen, für die Einfassung und die Bänder zu liefern. Da das Rückenstück lang genug ist, müssen für die Bänder dann keine Stücke zusammengesetzt werden.

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Das Stoffstück wird zunächst gefaltet, so dass eine Doppellage mit 18 x 18 entsteht. Diese doppelte Lage erhält nun drei kleine Falten parallel zum Umschlag, pi mal Daumen 0,7 cm breit. Am besten man steckt die Falten seitlich fest und bügelt.

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In den Umschlag der beiden Stofflagen schiebt man nun ein Stück Draht, ca. 14 cm lang. Der dient dazu, dass der Mundschutz eng an die Nase gepresst angelegt werden kann. Ich habe ihn mit breitem Zickzackstich dicht am Umschlag fixiert. Ebenso habe ich die Falten per Geradstich fixiert.

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Nun zur Einfassung: Ich bin glückliche Besitzerin eines Bändchenfassers. Wer darüber nicht verfügt, kann mit fertigem oder selbst hergestelltem Schrägband weiterarbeiten. Der Umschlag und die gegenüberliegende Kante werden nun eingefasst. Bei mir dienten dazu die Stoffstreifen, die ich aus dem Rücken des Hemds heraus geschnitten habe.

Die Bänder, die dem Mundschutz hinten am Kopf befestigen, habe ich ebenso aus diesen Streifen mit dem Bändchenfasser gearbeitet. Das geht wie im Fluge. Erst ein Stück Band, dann den Mundschutz zwischengefasst, dann wieder ein Stück Band. Linke und rechte Seite werden so in gleicher Weise fertig gestellt.

Das Ergebnis:

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Wir gehören als Oma und Opa zur Risikogruppe. Bisher werden wir mit Essen und Lebensmitteln versorgt. Sollte sich dennoch einmal ergeben, dass wir unter Leute müssen, sind wir nun zusätzlich zum Abstand halten vorbereitet.

Zur Handhabung: Tröpfchen mit Viren könnten sich auf der Außenfläche des Mundschutzes niederlassen. Deshalb sollte man beim Ausziehen die Front nicht anfassen. In jedem Falle sowieso zu Hause die Hände waschen, ehe man sich vielleicht unbeabsichtigt ins Gesicht fasst. Wie wird dann der Mundschutz behandelt? Waschen bei 60°C geht bei Baumwolle und wird empfohlen, ebenso ein „Backen“ bei 80°C im Umluftbackofen.

Kein offizieller Hinweis: Ich denke ein heißes Dampfbügeleisen tut es aber auch. Ich denke ebenfalls als naturwissenschaftlich gebildete Person, dass, wenn man den Mundschutz einige Zeit der prallen Sonne aussetzt, alles „platt“ sein müsste.

Bleibt gesund und habt Freude beim Nähen!

Kleiderbügel für Kinder, neues Set im Sortiment

Das Frühjahr ist eine Zeit, in der Haus und Wohnung einmal neuen Überlegungen und Planungen zur Renovierung oder Verschönerung unterworfen werden. Auch der Kleiderschrank kommt ins Visier.  Deshalb mein Hinweis, wie Kleiderbügel mit schönen Stoffen bezogen werden. Sie sind dann eine Zierde für alle Einrichtungen, die den Landhausstil präferieren. Dazu habe ich schon einmal eine ausführliche Anleitung gegeben: Anleitung aus 2017.

Nun sind neue Exemplare für die entstanden, die nicht selber nähen möchten. Sie sind in meinem Shop erhältlich.

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Drache Ohnezahn – Kostüm zu Karneval

Gesicht von Ohnezahn auf der Kapuze

Curd liebt die Geschichten und Phantasien rund um den Drachen Ohnezahn. Was liegt da näher als ein entsprechendes Kostüm zu Karneval zu nähen. Zugegeben, es ist ein wenig aufwendig, aber ich hatte viel Freude beim Überlegen und Nähen.

Gott sei Dank gibt es schon ein Vorbild. Sarah bietet im Netz eine wunderschöne Anleitung, die ich nur weiterempfehlen kann, https://mommymade.de/2017/02/toothless-costume-ohnezahn-kostum.html.

Erst dachte ich, den Kapuzenpulli auch als Upcyclingprojekt zu realisieren. Davon habe ich jedoch angesichts der dann noch fälligen Näharbeit Abstand genommen. Begonnen habe ich also mit einem fertigen schwarzen Kapuzenpulli, hinzu kamen diverse Upcyclingstoffe in schwarz und dunkelblau.

Die Kapuze bekam Ohnezahns Augen appliziert, ein paar Glitzersteinchen machen ihn interessanter. Die Mitte der Kapuze erhielt Drachenzacken, versteift mit Bügelvlies. Sie wurden in eine Falte der Kapuze eingenäht. Seitlich habe ich die Art Ohren, ausgestopft mit Füllwatte, von Hand angenäht.

Drachenzacken im Rücken

Anders als in Sarahs Anleitung habe ich die Flügel zweigeteilt, um im Rücken weitere Drachenzacken unterzubringen.

Ohnezahns Flügel

Die Flügel habe ich mit Füllvlies versteift und abgesteppt.

Flügel von der Rückseite
Schwanz mit oberen Flügelchen

Der Drache Ohnezahn hat natürlich einen langen Schwanz, wie es sich für Drachen gehört. Allerdings stelle ich mir vor, dass ein solcher Schwanz im Straßenkarneval überaus lästig werden kann. Deshalb ist der Schwanz abnehmbar. Innen ist er mit Füllwatte aufgepolstert. Er hat oben und unten weitere Flügelchen. Diese sind mit Pappe versteift.

untere Flügelchen am Schwanz

Nun fehlt noch ein Bild vom ganzen Drachen. Wenn Curd das Kostüm anprobiert, werde ich hoffentlich in der Lage sein, ein schönes Bild festzuhalten. Es wird dann nachgeliefert.

weitere Karnevalskostüme findest du unter:

Schnittmuster für Mantel Charlotte jetzt online

Es hat ein wenig gedauert. Im Frühjahr waren wir mit der Überarbeitung des Schnitts zu spät dran und haben auf Veröffentlichung verzichtet. Wer will schon im Sommer einen Mantel nähen?!

Jetzt ist aber Zeit, den Schnitt online zu geben. Die kühleren Tage regen zum Nähen für die aktuelle Jahreszeit an. Und es ist ja auch wieder Zeit, schönste Stunden an der Nähmaschine zu verbringen, derweil es draußen „uselig“ und wenig einladend wird.

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Wintermantel aus Walk

Die Zwischenzeit wurde aber genutzt: Der Schnitt wurde um eine Variante mit Kapuze statt Bubikragen erweitert. Diese Variante ist nun geeignet, um einen Regenmantel aus Softshell mit dem gleichen Schnitt zu nähen.

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Regenmantel aus Softshell

Und Julia hat auch geschneidert. Sie hat den Mantel im unteren Bereich bestickt. Eine schöne Idee wie ich finde!

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Julia hat aus Walk genäht

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Julia hat den Mantel bestickt

Insgesamt ist das Schnittmuster nun gedacht für Mäntel ohne Futter

  • aus Walk oder Doublefleece für den Winter
  • aus Fleece für die Übergangszeit
  • aus Shoftshell für die Regenzeit

Der Schnitt ist ein Dreigrößenschnitt 104, 110, 116. Wie sich aber gezeigt hat, ist er weit gehalten. Für sehr schmale Mädchen kann man getrost die kleinere Größe wählen, dann aber ein wenig unten verlängern. Da der Schnitt insgesamt 4 Falten ab der Schulter hat, kann man an dieser Stelle „spielen“ und den Schnitt an die Breite des jeweiligen Oberkörpers anpassen.

Ich danke an dieser Stelle noch einmal meiner lieben Probenäherin Julia sowohl für ihr Durchhaltevermögen, ihre Genauigkeit und letztlich für die schönen Fotos ihres Exemplars von Charlotte.

Den Schnitt gibt es nun

Ich wünsche allen Näherinnen viel Freude mit dem Schnitt und allen benähten Kindern, dass sie nun gut eingepackt werden und nicht frieren!

pattern slipcover for Maxi-Cosi baby carrier is online

Schonbezug Maxi CosiMy pattern for the slip cover for the Maxi-Cosi baby carrier is quite successful, that is how the idea occurred to translate it for the international market.

It started with the request of my daughter-in-law 4 years ago, if I could not sew a cover. Since then, there has been an intensive learning process for me. First of all, I had to design a paper pattern before sewing. First attempts had to be optimized. I learned how to create an ebook and how to make a printable pattern. Now I am proud that many babies will already be on the cover.

There are previous posts on this topic:

http://sewtonew.blog/2018/06/18/sommerbezug-fuer-maxicosi/

http://sewtonew.blog/2019/05/01/schonbezug-fuer-maxi-cosi-lob-fuer-das-schnittmuster/

A cover for the Maxi-Cosi baby carrier is practical and comfortable. A cover made of cotton jersey makes lying for the baby skin-friendly especially in summer. In winter terry cloth and warming plush are offered. In any case, the baby seat remains clean and can be passed on after a short period of use in the first year of life. You need 80 cm of a stretchable fabric and a 30 cm x 140 cm piece of woven fabric. The manual is aimed at sewing beginners in a variant. If piping passages are wanted, a little sewing experience is neccessary. Instructions and pattern have been carefully prepared and checked.

The pattern and the instructions (sewtonew) can be found at:

http://sewtonew.blog/product/pattern-slipcover-for-the-maxi-cosi-baby-carrier/

https://www.crazypatterns.net/de/

http://www.etsy.com/de/shop/Maedchenfein

You will find the german version in my shop on this website: Schnittmuster für Schonbezug Maxi Cosi

Schnitt und Stoff sollten zueinander passen!

Denke nur an karierte Stoffe, dann wird das Problem unmittelbar deutlich. Schottenröcke haben Falten und sind nicht etwa gekraust. Wenn Glockenröcke aus karierten Stoff gefertigt werden, liegt das Karomuster diagonal. Entsprechendes gilt für Streifen. Sie können quer, längs oder diagonal verlaufen, aber das Kleidungsstück mit Streifen hat immer ein einheitliches Linienkonzept. Es gilt, erst denken, dann zuschneiden!

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Nun stehe ich da mit meinen „floral pets“ Miezen. Ich hatte mich in diesen Stoff verguckt. Er hat für einen Patchwork-Stoff nicht ungewöhnlich ein Rechteckmuster von 15,5 cm x 11,2 cm, so groß ist ein Stück Mieze. Nun wollte ich diesen Stoff für Mädchenkleider verwenden. Wenn nur ein Stück für eine Tasche oder für eine Applikation verwendet wird, kein Problem! – siehe meinen vorherigen Beitrag. Den Stoff als Ganzes für ein beliebig geschnittenes Kleid zu verwenden, schien mit unpassend und unschön. Aber meine Sammlung von Mädchenkleidern bei Pinterest hatte nun einmal Wirkung, ebenso dass ich mich mit einen Grundschnitt auseinandersetzte, Grundschnitt von B Trendy. Die Lösung war so gefunden: Eine Passe mit übergeschnittenen Ärmeln nimmt die Reihe der Miezen auf, und die Miezen werden symmetrisch, mittig positioniert.

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Den Schnitt der Passe habe ich mir selbst gebastelt. Als Ausgangspunkt diente der erwähnte Grundschnitt mit übergeschnittenen Ärmeln. Die Passe ist gefüttert. Dann dachte ich mir, dass ein Schließen über Schlaufen und Knöpfe entlang der Schultern mal ganz nett sei. Die Taschen sind groß geraten – zwei Miezen wurden verwendet -, viel Platz für allerlei Gesammeltes oder Mitzunehmendes. Auch die Taschen sind gefüttert. Das alles ist robust angelegt und dazu passt der Baumwoll-Piqué, der wie gesteppt aussieht und zu den langlebigen Doppelstoffen gehört. So ist ein unverwüstliches Kleid entstanden, dass mit Longshirt drunter auch noch in der Übergangszeit getragen werden kann.

Das Kleid ist für meine Enkelin Leni. Ein gleiches Exemplar werde ich in meinem shop bei Mädchenkleidern einstellen. Du benötigst für eine ähnliche Kombination, z. B. mit Jeansstoff, ein Stoffstück mit 8 Miezen. Auch das stelle ich im shop bei Stoffpakete ein.

flottes Kleidchen aus Kleid

Mit zunehmender Upcyclingerfahrung finden sich immer leichter ganz einfache Lösungen.

Hier zunächst einmal das Produkt, ein klassisches Kinderkleidchen mit Oberteil und gekraustem Rock, hinten mit Knöpfen geschlossen.

Im Fundus lag ein gefüttertes, ärmelloses Sommerkleid aus fließender Viskose. Und ich habe es mir ganz einfach gemacht. Du findest unten die einzelnen Arbeitsschritte, um es ebenso zu probieren.

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Das Kleid habe ich fein säuberlich platt ausgebreitet und darauf geachtet, dass auch das Futter dementsprechend glatt und ausgebreitet lag. Nun habe ich von unten ein 35 cm hohes Stück für den Rockteil des Kinderkleidchens gerade abgeschnitten. Sofort, ehe etwas verrutschen konnte, habe ich an der Schnittkante Futter und Oberstoff zusammengenäht. Dann wurde der Grundschnitt des oberen Rückenteils auf das Kleid gelegt und ausgeschnitten. Dabei fielen die Abnäher des Kleid Gott sei Dank weg. Danach habe ich für das obere Vorderteil den Halsausschnitt vergrößert und das Rückenteil in der Mitte durchtrennt, für Oberstoff und Futter immer gleich. An Futter und Oberstoff wurden nun die Schulternähte geschlossen. Anschließend kamen Futter und Oberstoff an Hals- und Armausschnitten sowie an der Rückenmitte zusammen. Zuvor wurden noch Schlaufen für die rückwärtige Schließung zwischen Futter und Oberstoff geschoben und beim Zusammennähen mitgefasst. Die Seitennähte des Oberstoffs und des Futters wurden dann in einem Zug geschlossen – Oberteil fertig! Der Rockteil erhielt einen kleinen Schlitz hinten mittig, der versäubert wurde. Oberteil und Rockteil wurden nun verbunden. Noch vier Knöpfchen, dann war das Kinderkleid fertig.

Kosten: eine Stunde Arbeit / Ergebnis: ein gefüttertes Sommerkleid für Mädchen / Ersparnis: Weg zum Altkleidercontainer und Arbeit anderer zur Wiederverwertung, vielleicht aber auch nur Müllvermeidung

Upcycling, so einfach!

Katrin äußerte den Wunsch nach einem kurzärmeligen Nachthemd für Leni. Und ich hätte selbst nicht gedacht, wie einfach der Wunsch zu erfüllen war.

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Und der Prozess – im Übrigen zur Nachahmung ausdrücklich empfohlen – beginnt mit der Überlegung, was im Fundus geeignet sein könnte. Eine Schafanzugjacke, lang genug und mit weiten Ärmeln im Stil der 80er schien geeignet, weil der leichte Stoff schon fürs Schlafen gedacht aus 100% Baumwolle bestand.

Und nun die zweite wichtige Überlegung: Was kann erhalten werden und wie spart man dadurch unnötige Näharbeit. Im Kopf sollte das neue Stück zunächst fertig gedacht werden, ehe die Schere angesetzt wird. In diesem Fall war eine seitlich versetzte Knopfleiste im oberen Teil oberhalb einer Falte schon vorhanden, leichtes An- und Ausziehen dadurch möglich, genügende Weite gesichert. Also erhalten! Die Länge passte so gerade, also Saum unten erhalten! Ein Grundschnitt wurde unten angesetzt. Die Ärmel der Schafanzugjacke hatten unten einen schönen Abschluss mit Bündchen und Knöpfchen. Also erhalten! Für kurze Ärmel hieß das nun, dass der untere Teil der Ärmel so, wie er mit Manschette war, verwendet werden konnte.

Das einzige, was dann zu nähen war: Schulternähte, Seitennähte, Ärmel einsetzen, Halsabschluss neu gestalten. Hier habe ich mich für eine Einfassung im gleichen Stoff entschieden.

Das Nachthemd hat mich also nichts gekostet, nur eine Stunde Arbeit. Gespart wurde auch der Weg zum Altkleidercontainer, der Weg in die Stadt zum Shopping oder das Surfen zum Onlinekauf eines neuen Nachthemds, später das Entsorgen der Verpackung. Ganz zu schweigen von den allgemeinen Aufwendungen wie beispielsweise Transport möglicherweise aus Indien.

Und wieder einmal stellt sich die Erkenntnis ein: Es ist in allererster Linie Kopfsache!

 

faules Bündchen, falsches Bündchen, Fakebündchen – das geht auch bei Mützen!

Hinter diesen Begriffen verbirgt sich ein Ruckzuckverfahren, um beispielsweise einen einfachen Ärmelabschluss zu gestalten. Und diese Variante beim Nähen hat weitere Vorteile, sie ist nicht nur schnell und einfach:

  • du musst klein farblich passendes Bündchen suchen und finden
  • du arbeitest mit dem gleichen Stoff weiter
  • das Nähprodukt ist farblich einheitlich
  • der Abschluss ist weicher als ein doppelt gelegtes Bündchen
  • die Naht zum falschen Bündchen ist flacher

In jedem Falle ist der Schnitt zu verlängern, d.h. gegenüber den Angaben kannst du getrost um mindestens 5 cm verlängern, das T-Shirt nach unten hin oder die Ärmel nach unten hin. Ich habe mir überlegt, dass das auch bei einer Mütze funktioniert, in meinem Beispiel wird die Mütze also gesichtswärts verlängert.

Und wie geht es dann weiter? In meinem Beispiel liegt die Mütze fertig vor dir. Nun wird am unteren Rand das Nähgut 5 cm nach außen umgeschlagen, es liegt also rechte Seite auf rechter Seite, du schaust auf die linke Seite des Umschlags. Befestigen mit Klammern ist sinnvoll, damit nichts verrutscht. Nun wird der umgeklappte Streifen zurückgeklappt bis zur ersten Umschlagkante. Die Klammern fassen dann neu drei Stofflagen, oben auf treffen linke Seiten aufeinander.

Nun wird entlang der Umschlagkante mit der Overlock genäht. Dabei bitte das Nähgut so gut führen, dass nichts abgeschnitten wird. Du kannst variieren, wie stramm genäht wird. In jedem Falle bleibt die Overlocknaht dehnbar, wichtig beispielsweise für eine Mütze.

 

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Die Mütze ist passend zu Lenis Mantel, der inzwischen wegen Längenwachstum zur Jacke geworden ist. Das Besondere gibt es nur, wenn du selbst nähst!

Zur Nachahmung empfohlen!