Upcycling Pullover oder T-Shirt – ein Ruckzuckvorschlag

In meinem Blog gibt es zahlreiche Beispiele, was aus abgelegten Pullovern oder Shirts entstehen kann. Mein Besuch beim I-Tüpfelchen in Koblenz, ich berichtete: traumhafte Stoffe – manchmal muss es etwas Besonderes sein, hat dann als Nebeneffekt noch ein sehr einfaches Verfahren zum Upcycling hervorgebracht. Ich sah nämlich ein Jerseyhängerchen als Muster hängen und wunderte mich darüber, dass mittig quer keine Teilungsnaht vorhanden war, obwohl das Kleidchen gekrauste Bereiche zum Rock hin hatte. Ich drehte natürlich auf die linke Seite und da fiel sozusagen ein Groschen. Es ist gar nicht nötig, für Weite im Rock ein Kleidchen mit vollständiger Teilungsnaht zwischen Passe und Rockteil zu versehen. Das hatte ich bisher gedacht, Polohemd wird zum Polokleidchen.

Wenn du so schneidet,

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bleibt der untere Saum und ein Großteil der Seitennähte erhalten. Arbeit gespart! Es sind dann Schulternähte und kurze Seitennähte der unvollständigen Passe zu schließen. Dann wird der seitlich herausstehende Bereich so stark gekraust, dass er auf den unteren Einschnitt in die unvollständige Passe zu liegen kommt. Seitlich wird dann zwischen Passe und Rockteil eine Naht waagerecht gesetzt. Jetzt musst du dich noch um die Ärmel, den Halsabschluss und evtl. um einen Verschluss bei nicht dehnbarem Material kümmern. Ein Kleidchen ist dann im Nu fertig. Mehr als eine Stunde wirst du nicht benötigen.

Entstanden aus Mutters Pullover:

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Entstanden aus Vaters Polohemd:poloblau

 

Upcycling Herrenhemd – Was alles geht!

Herrenhemden werden meist entsorgt, weil der Kragensteg von innen nicht mehr schön ist. Entweder er ist verschlissen oder aber so verschmutzt, das selbst Vorbehandlungen mit Waschpasten nichts mehr bringen. Bei meinem Mann kommt hinzu, dass durch Aufstützen am Schreibtisch der Ellenbogen Risse abbekommt. Bei dunkleren Sommerhemden kann es sein, dass die Farbe verschossen ist. Wenn diese Sommerbleiche zu weit fortgeschritten ist, geht nichts mehr. Aber ansonsten ist Vieles möglich, wie ich euch zeigen werde.

Übergewichtige Männer schaut man im Übrigen unter Upcycling-Gedanken positiver an. Deren Hemden sind nicht tailliert, so dass ein Auftrennen der Abnäher nicht nötig wird. Außerdem steht bei großen Größen mehr Stoff zum „Spielen“ zur Verfügung.

Ich zeige dir durch Skizzen, was in den einzelnen Beispielen verwendet wurde. Wie aufgehübscht wurde und was im Detail zu beachten war, findest du jeweils im Link darunter. Es gibt etwas zu Jungenhemden, zu Mädchenblusen, zu Mädchenkleidern in verschiedenen Schnitten, zu Turnbeutel, zu Taschen und Utensilos, zu Babysachen usw..

Upcycling zu Jungenhemden:

Beispiel 1: Der Kragen des Hemds wurde ganz verworfen, ein neuer Stehkragen wurde genäht, zusätzlicher neuer Stoff wurde verwendet.

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Zu den Details findest du hier mehr …

Beispiel 2: Hier wurde der Kragen in den guten Anteilen mit verwendet. Schmückendes findet sich als Applikation auf dem Rücken und andersfarbige Stoffstückchen setzen an Ärmel und Kragen Akzente.

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Zu den Details findest du hier mehr …

Upcycling zu Mädchenblusen:

Dazu kannst du die Skizzen zu den Jungenhemden entsprechend anschauen.

Beispiel 1: Wie im oberen Beispiel wurde für die Bluse auch ein Teil des Kragens verwendet.

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Für die Details kannst du hier nachlesen, mehr …

In diesem Beispiel 2 wurde ein neuer Stehkragen genäht.

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Für die Details kannst du hier nachlesen, mehr …

Beispiel 3: Ein Schnitt erhält das Hemd einschließlich der angenähten Ärmel. Es entsteht eine gekrauste Bluse.

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Details zum flotten Blusenkonzept findest du unter Westernrock aus Bettlaken – Westernlady zu Karneval

Das Konzept ist bei Hemden, die groß genug sind, und bei Mädchen, die noch klein genug sind, ebenso gut für ein Kleidchen zu verwenden, indem die gesamte Länge des Herrenhemds genutzt wird.

Upcycling zu Mädchenkleidern:

Beispiel 1: Ein Hängerchen entsteht vollständig aus dem Hemd. Wirklich wenig Arbeit!

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Rückseite aus Vorderseite

 

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Vorderseite aus Rückseite

Für die Details zur Anfertigung siehe Feine, fröhliche Kleidchen – Weniger ist manchmal mehr!

Beispiel 2: Das Hemd wird fast vollständig verwendet, aber ein schmückender Stoff generiert eine Passe sowie Kragen und Manschetten.

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Die genauere Beschreibung findet sich unter: Bubikragen! – feinstes Sonntagskleidchen

Beispiel 3: Auch das weitere Kleidchen funktioniert nach diesem Prinzip. In der oberen Passen wurden schmückende Stoffe verwendet. Die Knopfleiste eines Herrenhemds befindet sich diesmal vorne, ein anderes Hemd lieferte Rockteil und Ärmel.

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Der zugehörige Artikel beschreibt, wie du es dir mit den Ärmeln ganz einfach machen kannst: Upcycling: Ärmel nicht aufschneiden!

Beispiel 4: Das Herrenhemd liefert die Kleidchenpasse einschließlich der Knopfleiste. Ein anderer oder neuer Stoff gesellt sich dazu.

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Näheres zu diesem Projekt findest du unter Upcycling: Knopfleiste verwenden

Beispiel 4: Die „Passe“ wird länger geschnitten und es wird ein Tellerrock angenäht. Manchmal reicht der Reststoff des Hemds zusammengesetzt für den Rock.

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Die Idee kam, weil ich einen schönen Grundschnitt fand: Schönen Grundschnitt gefunden!

Upcycling zu Utensilos, Taschen und Beuteln aller Art:

Die Stoffstücke eines Herrenhemds sind so groß, dass sich aus Rechteckstücken Taschen und Beutel jeder Art schneidern lassen. Schön ist, wenn du die Brusttasche des Herrenhemds nutzt, statt sie abzutrennen.

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Ein wie ich finde gelungenes Beispiel ist der Turnbeutel für Cosi. Die Brusttasche befindet sich im Innenfutter des Beutels, das Äußere ist vollständig aus Herrenhemden entstanden.

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Das Projekt ist beschrieben unter: Turnbeutel

Upcycling zu Babysachen:

Herrenhemden geben die Kleinigkeiten für ein Baby allemal her. Knistertücher, Wickeltaschen, Lätzchen, Schnullerbänder, Spielsachen, für diese Projekte findest du immer ein Stück Stoff aus einem Herrenhemd. Schön ist, wenn man noch sieht, dass es mal ein Herrenhemd war.

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Upcycling zu Schrägstreifen:

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Insbesondere der breite Rücken der Herrenhemden eignet sich, um daraus Schrägband herzustellen. Die Materialien sind doch meist nicht zu dick, dass gerade diese glatte, dünne wie stabile Stoffqualität hervorragend Schrägband abgibt. Und so lässt sich allerlei einfassen.

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Upcycling zu Schürzen und Kissenbezügen:

In meinem Pinterest-Ordner habe ich weitere Ideen gesammelt, aber noch nicht erprobt. Die Quellenangaben finden sich dort.

 

 

Ehe du also das nächste Mal ein Herrenhemd entsorgst, so denke ich, wirst du zögern und überlegen, ob du nicht noch etwas daraus nähen könntest.

Wenn du weitere Ideen hast, nutze gerne das Kommentarfeld mit Link und rege andere Näherinnen damit an.

Viel Freude beim Überlegen und Nähen!!!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Statt immer neuer Schnitte – Grundschnitt verändern!

Angesichts von drei Enkeltöchtern beschäftige ich mich wirklich gerne mit Mädchenkleidern. Ich stöbere bei Pinterest und suche nach neuen Anregungen. Unter Mädchenfein habe ich als Inspirationsquelle schon Allerlei gesammelt.

Diese Varianten stachen mir ins Auge und ich wollte mich damit beschäftigen:

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Es lässt sich sicherlich für ein solches Kleid ein Schnittmuster finden. Aber es geht auch einfacher, wenn du das Gesehene analysierst. Was ist zu sehen? Das Vorderteil besteht aus vier Teilen. Unter der gestreiften Passe findet sich im linken Beispiel ein gekrauster Rock. Seitlich geht der blumige Stoff längs durch. Wo dieser an den gekrausten Rockteil ansetzt, sind Nahttaschen untergebracht. Hinterrücks wird das Kleid fast genauso konstruiert sein, allerdings ohne die Taschen. Dann blinkt noch eine Knopfleiste im Rückenteil hervor. Halbe Ärmel runden das Bild ab. Was mich anspricht, ist die eingesetzte Passe, und dass die Weite des Kleidchens über das gekrauste Mittelstück erreicht wird. Soweit die Analyse.

Einen Grundschnitt für ein einfaches Kleidchen wird wohl jede Näherin besitzen. Wenn dieser schon erprobt ist und sich als brauchbar herausgestellt hat, ist das die beste Voraussetzung für eine Abwandlung.

Ich zeige dir nun per Abbildung, wie ich vorgegangen bin.

Zeichnung

Den Grundschnitt habe ich in der Seitenlinie schmäler geschnitten, weil es ja das gekrauste Mittelteil geben wird. Von Schulter bis Saum habe ich den Schnitt im Fadenlauf, also senkrecht, durchgeschnitten und noch einmal quer im Mittelteil, damit die Passe entsteht. Die Seitenteile 1 werden dann 4 mal, 2 für vorne und 2 für hinten, jeweils seitenverkehrt, benötigt. Das untere Mittelteil 2 habe ich verbreitert, weil es gekraust werden soll. Es wird 2 mal benötigt für hinten und vorne. Das obere Mittelteil 3 bleibt so wie es ist für vorne und wird im Stoffbruch zugeschnitten. Sinnvoll ist es, die Passe zu füttern, also das Ganze noch einmal in Futterstoff zuzuschneiden. Für den Rücken ist die Knopfleiste vorzusehen. Dazu wird Schnittteil 3 nach rechts erweitert und nicht im Stoffbruch sondern in doppelter Stofflage, zugeschnitten. Für das Futter das Ganze wiederum noch einmal mit Futterstoff vorsehen.

Dann kann schon genäht werden, sofern du die Taschen weglässt. Wie Nahttaschen zu nähen sind, erkläre ich ein anderes Mal.

Die Umsetzung hat dieses Kleidchen ergeben. Der einfarbige dickere Baumwollstoff harmoniert schön mit einem Stoffrest eines englischen Quiltstoffes. Der sorgt für ein romantisches Aussehen.

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Das Kleid hat die Größe 98/104 und ich werde es zum Kauf anbieten, siehe „Angebote“ in der Menüleiste oder Etsy.

Letztlich sind meine Schnitte Designerschnitt „Cilly“ – Schnitt für Mustermix fertiggestellt und Upcycling Jeans – Jeanskleidchen aus vier Hosenbeinen – Freebook Größe 86 – 126 auch über solche Überlegungen entstanden. Allerdings war es hier wesentlich komplizierter, weil die Knopfleisten bedacht und konstruiert werden mussten und weil Stoffstücke für ein Upcyclingprojekt zu bedenken waren.

Einfacher ging es hier: Easy: Easy: Schnitt verändern, Schulternaht verschieben und Wenn der Stoff nicht reicht

Ich denke, mit ein wenig Näherfahrung mit verschiedenen Schnitten wirst du auf Dauer unabhängig von neuen Schnittmustern, vorausgesetzt gute, erprobte Grundschnitte sind vorhanden.

Jeans Upcycling, aber bitte mit System!

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Wie du erkennst, habe ich mich mit dem Upcycling von Jeans schon einige Male befasst und Erfahrungen gesammelt. Deshalb möchte ich ein wenig aus meinem Nähkästchen plaudern.

Technische Erfahrungen:

Ohne eine Jeansnadel geht es nicht. Der Jeansstoff ist robust, aber eben auch schwer zu nähen. Mit einer Universalnadel kommt es doch zu Nadelbruch. Deshalb ist es ratsam, gleich die Jeansnadel oder sogar die Ledernadel einzuschrauben! Das verwendete Garn sollte Qualitätsgarn sein, anderenfalls ärgert du dich darüber, dass Garn reißt und der Faden wieder eingefädelt werden muss.

Overlock oder normale Nähmaschine? Dieser Frage möchte ich mich zuwenden. Overlocknähte haben zwar den Vorteil, das in einem Zug genäht und versäubert wird, aber die Nähte sind bei Jeansstoff doch recht dick. Will man das bei Kinderkleidung? Eher nicht. Außerdem verlangt der feste Jeansstoff der Overlockmaschine (ausgelegt für den privaten Gebrauch) allerhand ab. Wenn dann noch quer zu weiteren Nähten genäht werden soll, wird es doch noch mühsamer. Ich plädiere deshalb für die normale Nähmaschine. Ich plädiere dann weiter dafür, dass du die Nähte streng auseinander bügelst und links und rechts von der Naht absteppst, dies kleinstichig, um die Naht nicht nur flach zu halten, sondern auch um die Nahtzugabe zu sichern. Das macht Arbeit, klar, aber es lohnt sich.

Die Außenbeinnähte der Jeanshosen sind meist als Kappnähte gearbeitet. Ich halte diese dicken Wülste für ungeeignet, um sie bei Kinderkleidung weiter zu verwenden, wenn ich auch sonst dafür bin, so viel als möglich zu erhalten.

Es bietet sich daher an, die Hosen links und rechts der Kappnähte aufzuschneiden und dabei die Kappnaht zu entfernen. Die Innenbeinnähte kann man geschickt positioniert ggf. erhalten und verwenden. Dies war geschehen bei Lenis Jacke, die eine solche Naht mittig im Rücken und mittig auf den Ärmeln trägt.

So aufgeschnitten empfehle ich zunächst eine gründliche Wäsche. Mit gründlich meine ich, dass ruhig heißer gewaschen wird, als dies normalerweise für Jeans vorgesehen ist. Danach kann der Stoff eine gewissen Weichheit erlangen, wenn er im Trockner gewirbelt wird.

Gestalterische Überlegungen:

Reicht der Stoff der Hosenbeine für die vorgesehenen Schnittteile? Dies kann für Kinderkleidung kleiner Größen so sein. Günstig sind dann im Übrigen Schnitte, die von vorneherein ein stückweises Vorgehen verlangen, so bei Upcycling Jeans – Jeanskleidchen aus vier Hosenbeinen – Freebook Größe 86 – 126 oder bei Designerschnitt „Cilly“ – Schnitt für Mustermix fertiggestellt.

Wenn sich aber auch für nur eins der Schnitteile kein ganzes Jeansstück findet, muss der Stoff zusammengesetzt werden. Im Beispiel der Tasche waren das schmale Stoffstreifen, wobei gerade die kleinen Streifen den Clou der Tasche ausmachen. Und hier sieht man, dass der Phantasie beim Zusammensetzen keine Grenzen gesetzt sind. Aber: Es sollte mit System zugehen. Ich sehe im Netz zahlreiche Beispiele von Kleidung, die durch Upcycling entstanden ist. Oft sind die Stücke wirr zusammengesetzt, auch noch mit anderen Materialien kombiniert, und es entsteht etwas sehr Buntes, Ungeordnetes, Lappiges. Es macht den Eindruck, als wären die Stücke zufällig unter der Nähmaschine zusammengekommen. Man kann den „Hippie-Stil“ mögen, ich mag ihn nur zurückhaltend.

Deshalb plädiere ich für ein System: Streifen oder Quadrate oder Rechtecke in gleicher oder verschiedener Größe, in Farbtiefe und Größe wohl überlegt ausgesucht. Das macht zugegeben ein wenig Arbeit, bis die Stücke so liegen, dass ein schönes Bild entstehen kann. Im Projekt Upcycling, diesmal gar nicht so leicht – zusammengesetztes Jeanskleidchen, hatte ich mich zudem vehement dafür ausgesprochen, Streifen schräg laufend zu verwenden.

In meinem letzten Projekt, das ich nunmehr hinzufügen möchte, habe ich noch etwas Komplizierteres ausprobiert, nämlich das Zusammensetzen in einer Art Fischgrätemuster:

Dazu werden Stoffstreifen benötigt, die zumindest paarweise die gleiche Breite haben. Das Paar wird im Winkel zusammengenäht und jede weitere Bahn wird an der Seite angenäht, die schon eine Quernaht besitzt. Nicht vergessen, nach jedem Schritt bügeln und steppen! So entsteht dann ein großes Stoffstück, das ein ganzes Vorderteil hergibt. In diesem Beispiel läuft die Mitte des Fischgrätemusters senkrecht mittig im Vorder-und Rückenteil, aber das muss nicht so sein. Eine asymmetrische Anordnung ist ebenso denkbar. Die Richtung der Nähte habe ich dann für die Knopfleiste und für den Kragen wieder aufgenommen. Ich finde den mit den Nähten parallel laufenden asymmetrischen Kragen sehr schön passend. Hier wurde im Übrigen ein Stück nicht mehr benötigter Kinderbettwäsche aus meinem Fundus verwendet.

Das Verfahren lässt sich weiter verwenden für andere Stoffarten. Jedenfalls werden größere Stoffstücke geschaffen, wenn das Ausgangsmaterial für das Upcycling die Schnitteile einfach nicht hergeben will. Ich denke mit größer werdenden Enkelkindern werde ich auf die verschiedenen Verfahren zurückgreifen müssen.

Omas Spitzendeckchen im Schrank? Nicht entsorgen!

In zahlreichen Haushalten werden sich noch Spitzendeckchen befinden, die nicht mehr gebraucht werden. Ich denke die Zeit, dass diese Deckchen Möbel zierten, ist vorüber. So sah ich einen Stapel solcher Deckchen in Lindlar bei „coming home“, und die Geschäftsinhaberin erzählte mir, dass die Leute diese Deckchen zum Verkauf geben. Sie wunderte sich darüber und gab zu verstehen, dass man daraus doch noch etwas machen kann.

Ja, das geht tatsächlich:

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Als Kragen für ein feines Kleidchen kann ein Spitzendeckchen noch gute Dienste leisten. Die Größe entscheidet darüber. ob es für Damen oder Mädchenkleidung verwendet werden kann. Und dieses kleine Deckchen stammt tatsächlich noch von meiner Oma, ist also nahezu 100 Jahre alt. Da es aus Baumwolle ist, habe ich es einer Kochwäsche unterzogen. Danach war es tiptop.

Wie habe ich das mit dem Kragen fertig gebracht?

Erst einmal habe ich die Schulternähte geschlossen, aber nur diese. Dann lässt sich der gesamte Halsausschnitt auf dem Tisch ausbreiten, Vorderteil des Kleidchen in die eine, Rückenteil in die gegenüberliegende Richtung. Das Deckchen habe ich dann auf dem Halsausschnitt positioniert und mit ein paar Stecknadeln fixiert. Nun lässt sich, da das durchbrochene Deckchen nicht die Sicht auf das Halsloch nimmt, das Deckchen mittig entlang der Halskante wegschneiden, im Rücken habe ich entsprechend der Knopfleiste des Kleidchens das Deckchen durchtrennt. Noch einmal gut festgesteckt habe ich den Spitzenkragen nun an den Halsausschnitt genäht. Dann machte ich die Erfahrung, dass die Stickwülste des Deckchens doch recht dick sind. Eine Nadel brach. Also Jeansnadel oder Ledernadel verwenden! Im Rücken habe ich das Material um die Knopfleistenkanten geschlagen und innen festgenäht. Da das Material bei diesem Deckchen so dick war, habe ich mich dagegen entschieden, an der Halskante etwas nach innen umschlagen zu wollen, beispielsweise um mit Belegen zu versäubern. Stattdessen habe ich die Kante mit Schrägstreifen gefasst. Auch hier war die Jeansnadel vonnöten. In der Mitte des Deckchens hatte ich eine Rosette weggeschnitten. Diese habe ich fein herausgeschnitten, halbiert und damit die Unterkante der halben Ärmel verziert.

Ich denke, dass der klein gepunktete Stoff gut zu dem Deckchen passt, wirkliches Vintage-Outfit. So ist etwas Feines und Kleines entstanden. Wenn ich noch einmal Fotos gemacht habe, geht das Kleidchen in Größe 98 zu Etsy.

Easy: Schnitt verändern, Schulternaht verschieben

Blätternd in alten Schnittmusterheften kam mir eine Idee für meine einfachen Grundschnitte.

Wie kann man es nämlich anstellen, dass Kleidung im Schulterbereich aufgehübscht wird? Ein Bändchen oder eine Paspel direkt auf der Schulter, das sähe doch wirklich etwas militärisch aus. Die Schulternaht lässt sich aber ganz leicht verschieben und zwar nach vorne für ein hübsches Detail im Frontbereich:

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Du kannst einfach im Schnitt ein Stück vom vorderen Schulterbereich abschneiden parallel zur Schulternaht. Dieses Stück schlägst du dann dem Schulterbereich des Rückenteils zu. Damit ist die Schulternaht nach vorne gerutscht. Auf den Schnitt für die Ärmel hat das keinen Einfluss, das Ärmelloch bleibt gleich.

Ich habe in einem Beispiel eine Paspel in der verlagerten Schulternaht mitgefasst, im anderen Beispiel eine Spitze mitgenäht. Beide Details wiederholen sich an anderer Stelle der Kleidchen, so dass insgesamt ein überaus leichtes Aufhübschen möglich war. Dir fallen sicher noch andere Variationen ein. Füge sie gerne im Kommentarfeld ein.

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Beide alltagstauglichen, robusten wie hübschen Hängerchen aus geblümtem Jeansstoff gehen demnächst als Angebote zu Etsy.

Applikationsvorlage Törtchen zum Download

Es gab Anfragen wegen einer Applikation, die ich auf einem Schürzenset bei Etsy verwendete. Selbstverständlich stelle ich die Applikationsvorlage gerne zur Verfügung.

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Hier geht es zum download: Törtchen

Du kannst sehr gut kleine Stoffrestchen verwenden. Die Größe kannst du über deinen Drucker festlegen. Die vorgelegte Applikation habe ich in dieser Größe auf der Schürze für Erwachsene aufgebracht. Für eine Kinderschürze oder einen anderen Zweck musst du die Größe anpassen. Das Herzchen habe ich nicht mit gezeichnet, das kriegst du selber hin. Viel Spaß bei deinem Projekt!

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Adventsgeschenke aus Stoffresten

Du nähst sehr viel? Du weißt nicht wohin mit den überquellenden Stoffrestekisten?

Da ich alle Schnipsel aufbewahre, weil sie ja vielleicht noch für die ein oder andere Applikation taugen könnten oder weil sie zumindest Puppenkleider noch ergeben, weiß ich jetzt bald nicht mehr, wohin mit den Stoffresten. Aber es lassen sich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, nachdem mir dank der Anregung bei Pinterest eine Idee kam.

Was ist also entstanden?

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Topflappen in Blattform! Topflappen kann man gerade zur Weihnachtsbäckerei doch gut gebrauchen, heiße Bleche sind eine Gefahrenquelle. Und wer will schon zu Weihnachten verpflastert herumlaufen.

Ausgegangen wird von Stoffstreifen, die versetzt aneinander genäht werden. Es kommt sich nicht genau mit den Stoffbreiten und -längen, insgesamt sollte eine Blattform später herauszuschneiden sein. Es werden etwa 6-7 Streifen aneinander gefügt. Fadenlauf und Muster können ebenso vernachlässigt werden. Ich denke aber, man sollte in einer Farbfamilie bleiben.

Es versteht sich von selbst, dass nur hitzebeständige Baumwolle infrage kommt.

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Die beiden Stücke für links und rechts werden in der Mitte zusammengenäht. Eine zuvor aus Papier ausgeschnittene Blattform wird aufgelegt und größere Überstände werden schon einmal abgeschnitten, die stören das weitere Nähen. Schließlich wird ein passendes Stück Füllvlies untergelegt und für die Rückseite ein größerer Stoffrest. Alles wird – noch nicht in Form gebracht – aufeinandergesteckt. Dabei ist darauf zu achten, dass auch die Rückseite stramm sitzt und keine Falten bildet.

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Nun werden alle Nähte zwischen den Streifen von oben, alle Stofflagen fassend, sorgsam abgesteppt, beginnend mit der Längsnaht in der Mitte. Dann wird die Blattform rundherum mit Zickzack „gezeichnet“. Nun kann man sauber entlang der Zickzacknaht  das „Blatt“ ausschneiden. Mit dem Bändchenfasser und Schrägband aus Stoffresten habe ich anschließend rundherum den Topflappen abgefasst. Dabei habe ich unten begonnen und oben am „Blatt“ eine Schlaufe zum Aufhängen in einem Zug mitgenäht. Unten muss das Bändchen zum Schluss umgeschlagen festgenäht werden.

Meine Stoffrestekisten sind ein wenig, allerdings nur ein wenig, leerer geworden, und Beschenkte werden sich hoffentlich freuen.

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Probenäherin gewonnen

Es ist wunderbar, auf Gleichgesinnte zu treffen! Als Oma ist das ein wenig schwierig, weil Gleichaltrige eher nicht mit Nähen beschäftigt sind und weil Oma der Facebook-Generation noch hinterherhinkt. Aber es hat sich glücklich gefügt. Meinem Aufruf, mir Fotos zum Freebook Jeanskleidchen aus vier Hosenbeinen zukommen zu lassen (Upcycling Jeans – Jeanskleidchen aus vier Hosenbeinen – Freebook Größe 86 – 126), ist Julia gefolgt.  Daraus hat sich ein sehr schöner Kontakt ergeben und eben die Bereitschaft von Julia, mir beim Entwickeln von Schnitten behilflich zu sein.

Ich selbst schneidere die Kleidungsstücke mehrfach, ehe ich den zugehörigen Schnitt digitalisiere und bereitstelle. Aber: Es kann sich vor lauter Betriebsblindheit ergeben, dass etwas fehlt, dass die Anleitung nicht verständlich ist, dass für mich Selbstverständliches in der Anleitung zu kurz kommt, dass ich unterschiedliche Entwicklungsstufen in Sachen Nähen nicht berücksichtige oder dass Formulierungen zu Missverständnissen führen, usw., usw..

Was sollte eine Probenäherin mitbringen?

Erst einmal natürlich eine Nähmaschine und ein wenig Erfahrung im Nähen. Wenn Nähen ihre Leidenschaft ist und die Liebe zu schönen Stoffen und Gestaltungen hinzukommt, ist das überaus von Vorteil. Es geht aber auch um die kritische Prüfung von Schnitt und Anleitung. Dann werden neben der kreativen und handwerklichen Ader genaues Hinsehen, durchaus eine Neigung zum Perfektionismus und die Verpflichtung zum Exakten notwendig. Wenn die Kritik dann noch freundlich herübergebracht werden kann, umso besser!

All diese Anforderungen erfüllt Julia, und sie ist offenbar eine ganz liebe. Sie arbeitet im Bereich der Geodäsie. Wie wunderbar, auch dort wird vermessen! Sie näht mit Herzblut und findet Kindersachen eben zu süß. Sie beschenkt Kinder ihrer Bekanntschaft mit ihren handmade Stücken und näht für den Freundeskreis. Wenn ihr Näheres zu ihr erfahren wollt, hier ist der link zu ihrer facebook-Seite.

Ich jedenfalls bedanke mich für die kritischen Verbesserungen meines Projekts Kleid im Mustermix, Designerschnitt „Cilly“ – Schnitt für Mustermix fertiggestelltDesignerschnitt „Cilly“ – Hängerchen im Mustermix. Die Anleitung wurde dank der Hilfe von Julia noch einmal überarbeitet und ergänzt.

Und so sieht das Kleidchen im Mustermix (Größe 86) aus, das Julia zur Probe nähte und verschenken wird:

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Julia ist extra an eine schöne Blätterwand gefahren, um euch ein Foto mit schönem und passendem Hintergrund zu präsentieren. Danke!

 

Und der Bändchenfasser kann noch mehr!

In meinem Artikel Bändchenfasser – enorme Erleichterung hatte ich gezeigt, wie die Arbeit mit dem Bändchenfasser Schrägband anzunähen kinderleicht macht. Dass dies für Webware gilt, ist ja eigentlich selbstverständlich.

Aber wie sieht es aus, wenn dehnbare Materialien ins Spiel kommen. Kann dann der Bändchenfasser dann ebenso helfen?

Ich habe es ausprobiert, und zwar einerseits mit einem Dessousbändchen, das ich als Abschluss bei einem Kleidchen für Cilly verwenden wollte, und andererseits mit Jerseystoff, den ich für ein zweites weihnachtliches Kleidchen für meine Enkelin einsetzen wollte.

Annähen von Ziergummiband

Es werden fertige Gummibänder angeboten, die mittig schon eine Falz besitzen. Sie werden üblicherweise für feine Arbeiten an Unterwäsche eingesetzt. Bei den Minikleidchen für eine Zweijährige fand ich ein solches Bändchen passend. Da das Bändchen gefaltet die richtige Breite für meinen Bändchenfasser hatte, konnte ich ihn einsetzen und er brauchte den Stoff nicht nach innen umlegen, die Kanten des Gummibands sind fertig. Auch das funktioniert mit dem Bändchenfasser. Und noch etwas Praktisches hat sich ergeben. Während des Nähvorgangs lässt sich das Gummiband etwas einhalten. Damit habe ich den Halsausschnitt so hinbekommen, dass nichts lappt, nichts zu eng ist und dass das Band gerade passend anliegt. Es bedarf allerdings einiger Erfahrung im Nähen und entsprechendem Feingefühl, damit das Gummiband unter passendem Dehnen angenäht wird. Bei den Ärmeln habe ich stärker gezogen. So wurde der Armabschluss wie von selbst etwas gekraust und ist gleichzeitig dehnbar. Das gefällt mir überaus gut. Daumen hoch für den Bändchenfasser!

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Annähen von Jerseyband

Jerseyband ist tückisch, weil es sich rollt und zwar auch noch ausgerechnet in die Richtung, die entgegen der Falz für ein Schrägband liegt. Was tun? Zuerst habe ich versucht, mit Hilfe von hauchdünner Bügeleinlage das Band zu zähmen. Das ließ sich machen, das Annähen klappte, aber leider ist der Jerseystreifen anschließend – auch nach Waschen – nicht mehr dehnbar und damit ungeeignet, um dehnbare Kleidung einzufassen. Dann stieß ich bei Pinterest auf einen Eintrag von K-Naehleon. Cailin schlägt vor, Sprühstärke zu verwenden. Das habe ich in mehreren Runden nachgemacht und bin schließlich – so denke ich – zu einer Optimierung gekommen.

Bei Jersey ist es egal, wie die Fadenlaufrichtung für das Schrägband liegt. Es gehen Streifen quer oder längs zur Strickrichtung des Stoffs. Wie bei Schrägband sollte das Zusammennähen allerdings immer diagonal erfolgen. Aber zunächst zur Stärke und dem Ausschneiden der Streifen. Es hat sich als sinnvoll erwiesen, erst ein Stück Jersey, aus dem die Streifen geschnitten werden sollen, mit Sprühstärke gründlich einzusprühen, ich habe Zeitungspapier untergelegt. Wenn die Stärkelösung ein wenig eingezogen und ein wenig eingetrocknet ist, wird gründlich von links und rechts gebügelt. Danach fühlt sich der Jerseystoff wie Webware an: fest, nicht verzogen, keine Wölbungen und Rollen. Er ist so prima hergerichtet, um die Streifen zum Einfassen in exakter Größe herauszuschneiden. Und die verhalten sich dann im Bändchenfasser wie Webware, es gibt überhaupt keine Probleme mehr, das Nähgut läuft 1A durch. Es lässt sich beim Durchlaufensogar ein wenig einhalten. Das ist günstig bei Halsausschnitten. An den Ärmeln habe ich den einzufassenden Stoff zuvor gekräuselt, weil ein zu starkes Dehnen des Streifens die durch Stärke erreichte Festigkeit zunichte macht. Hier geht es also anders als bei Gummiband.

Fazit: Der Bändchenfasser eignet sich für Einfassungen mit Jersey. Ausblicke auf wirklich fein eingefasste Jerseykleidung tun sich damit auf. Wieder ein Satz nach vorne in meiner Nähentwicklung!

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