Tennishemden werden zu Kindershirts

Es sollten gute Kleidungsstücke zum Upcycling verwendet werden, bei denen es sich lohnt, Arbeit zu investieren. Ich erhielt mehrere gleiche Tennishemden von Gregor. Sie waren unter den Armen und an den Schultern vom Schwitzen vergilbt, vorne teilweise fleckig, fast etwas für die Tonne. Aber: Die Rückenpartien waren vollkommen in Ordnung und der Polostoff wirklich fest und unverwüstlich. So habe ich aus 4 Tennishemden 2 T-Shirts für Leni hinbekommen.

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Da es sich um wenig dehnbaren Polostoff handelte, habe ich einen kleinen Verschluss arbeiten müssen, damit das Shirt übergezogen werden kann. Schlitz und Hals habe ich farblich abgesetzt eingefasst. Dazu passend habe ich in einem Fall drei Herzchen appliziert, im anderen Fall einen Vogel an der Ecke einer aufgesetzten Tasche. Das Muster habe ich aus einem Halstüchlein so übernommen, dass es fast so aussieht, als hätte der Vogel Flügel und Gesicht.

Die Idee mit dem Vogel habe ich schon einmal an Schürzen realisiert: siehe Shop.

Das Halstüchlein wurde schon einmal für ein Täschchen für Clara verwendet: Claras Täschchen. Du siehst, es lohnt sich auch, kleinste Stoffrestchen aufzuheben. Es kommt deren Zeit …

Upcycling Pullover für Töchterchen

In meinem Fundus fallen mir die farbstarken Kleidungsstücke eher auf als die gedeckteren, weil es ja schließlich um ein Upcycling für Kinder geht. So sprang mich schon lange ein Pullover von Katrin oder Hanna an – manchmal vergesse ich die Quelle -, bis mir nun wieder Zeit blieb, ihn zu verarbeiten. April und Mai sind für mich arbeitsintensive Gartenmonate, in denen sich die Lust zu werkeln und zu gestalten draußen austobt. Der sich aufdrängende Pullover in pink schaffte es nun unter Schere und Maschine. Das Konzept ist wieder einmal sehr einfach: verkleinern, so viel als möglich erhalten und aufpeppen mit Applikation.

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Der Pullover ist aus reiner Baumwolle, so dass er für den Sommer eine sommerlich fröhliche Applikation verträgt. Da ich fleißig bei Pinterest Applikationen sammle, fällt mir mit kleinsten Stoffrestchen immer etwas ein. Und außerdem stapeln sich Stoffrestchen in mittlerweile 5 Kramkoffern. Die Suche nach Passendem gestaltet sich immer lustvoll.

Der Pullover selbst wurde in Vorder- und Rückenteil sowie geschlossene Ärmel zerlegt. Die Schnittteile wurden von unten angelegt, Bündchen erhaltend (!). Die schon schmalen Ärmel wurden im unteren Teil verwendet, ohne sie aufzuschneiden, und am unteren Bündchen habe ich durch einen Zierstich eine Raffung hervorgerufen. Für den Halsausschnitt fand sich ein Streifen in der Bündchenkiste, in der ich Verwertbares sammle. Nachhaltigkeit verlangt Platz, den ich Gott sei Dank habe.

Manche Upcyclingstücke werden zu Lieblingsstücken, sei es, weil sie bequem sind, sei es, dass die Applikation gefällt, sei es, dass die Farben zusagen. Ich vermute, dass der neue, alte Pullover eine entsprechende Aufwertung erfährt.

Upcycling vom Upcycling

Es scheint verrückt, dennoch geschah es. Das T-Shirt, das ich für Cosi einst nähte, https://sewtonew.blog/2017/02/17/bulli-parat-ab-in-die-ferien/, war zunächst zu klein geworden und wurde verlängert.

Ferienshirt verlängert

Nun ist es wirklich zu klein und kleine Flecken im weißen Bereich lassen sich auch nicht mehr entfernen. Es drang aber die Anregung zu mir, die Applikation doch wiederzuverwenden. So weit zum Thema: „Wann es sich lohnt“. Nämlich dann, wenn Kleidung noch gut ist oder aber es sich um etwas Geliebtes handelt, das man nicht in den Altkleidersack geben möchte. Selbstgenähtes hat es an dieser Stelle schwer. In meinem Kleiderschrank befinden sich beispielsweise immer noch selbst genähte Stücke, längst zu eng, aber ich kann mich noch nicht trennen.

Nun denn, die Bulliapplikation lässt sich natürlich herausschneiden und neu aufnähen. Gesagt, getan, und das ist dabei herausgekommen.

Ferienshirt neu und größer

Der weiße Bereich ist wieder ein abgelegtes T-Shirt von Christl, den gestreiften Stoffrest hatte ich noch im Fundus. Cosi kann das geliebte Shirt nun wieder anziehen.

Köln Shirt mit Applikation Kölner Dom

Verbundenheit und Zugehörigkeit werden häufig durch Kleidung ausgedrückt. Man denke nur an die Fanartikel von Fußballvereinen. Meine  beiden großen Enkel besitzen schon einen FC-Köln-Schal und sind ganz stolz darauf.

Die Applikation Kölner Dom ist bei unseren Kölnern sehr beliebt, schon Babymützen haben eine solche Applikation.

Mein nächstes Upcyclingprojekt verarbeitete unter dem Motto: „Aus zwei mach eins!“, ein Schwangerschaftsshirt mit Streifen von Mama und ein Poloshirt von Hannas Mann.

kölnshirt

Schon farbstark fehlte dem Raglanshirt nach Fertigstellung eine Kleinigkeit, wie ich fand. So fiel die Wahl auf eine kleine Applikation, die vorne deutlich hervorsticht. Mit diesem kleinen, roten Farbakzent war ich dann zufrieden mit meinem Werk.

In der Vergangenheit habe ich oft schon solche Motive verwendet:

Upcycling Blockstreifen für Kinder?

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Kleid für kleine Kölnerin

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Hurra, Carlotta ist da! – Babydecke zur Geburt

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Und den Kölner Dom als Knistertuch haben wir auch schon häufig verschenkt:

 

 

Dein Ort oder deine Stadt lässt sich ebenso gut verarbeiten, wenn du die entsprechende Skyline oder Silhouette im Netz suchst oder ein passendes Bild verwendest, ausdruckst und für die Applikation die Außenlinien seitenverkehrt auf Vliesofix überträgst.

Für Koblenz wäre das eine schöne Vorlage: Quelle

Bildergebnis für abendhimmel koblenz

Viel Spaß mit dem Nähen für Fans der Stadt!

 

 

 

 

Stoffe für Jungen

Es ging weiter mit der Verarbeitung von Stoffresten, die für Jungs geeignet sind. Sie wunden kombiniert mit abgelegten Poloshirts von Hannas Mann.

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Der dazugehörige Artikel findet sich hier. Cosi werden die bequemen Longshirts sicher gefallen.

Stoffe und Motive für Jungen

Man mag darüber nachdenken, aber mein Fundus an Stoffresten von Anne war in einem Teil noch unberührt. Denn ich nähe am liebsten für Mädchen, und Stoffreste, die eher zu Jungs passen, blieben bisher liegen. Ich weiß nicht, ob es Erziehung ist, dass ich meine, Jungen ist es sowieso egal, was sie anhaben. Jedenfalls hat sich diese Meinung mit dem Heranwachsen meiner Söhne verstärkt. Vielleicht ist doch eine biologische Ursache beteiligt. Mit der Pubertät ändert sich das sicherlich, den „Halbstarken“ ist es nicht mehr egal, und im Erwachsenenalter hat jeder der beiden Söhne klamottentechnisch seinen ganz eigenen Stil entwickelt.

Ich bin nicht alleine mit solchen Zuschreibungen. Beratungen in Stoffgeschäften beginnen meist mit der Frage: Mädchen oder Junge?

So lag ein schöner Stoffrest mit dem sportlichen Schaf Shaun im Fundus. Er wäre mir für Leni oder Cilly nicht in den Sinn gekommen. Ebenso schien mir das Motiv Traktor für Mädchen ungeeignet.

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Nun traf es sich, dass mir von Opa Heinz zwei stofflich ausgezeichnete Poloshirts mitgegeben wurden. Farblich waren sie passend zu zwei Stoffrestchen aus der Jungenkiste. Ich habe sie mit der Raglanvariante Bethioua verarbeitet, die gerade für Stoffkombinationen gut geeignet ist. Ich hoffe, die neuen Shirts passen dem Enkel von Opa Heinz, dem Constantin.

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Wie zu erkennen ist, habe ich den unteren Saum der Poloshirts beibehalten. Dabei ist nur aufzupassen, dass für vorne und hinten zusammenpassend zugeschnitten wird. Es ist immer sinnvoll, die untere Ecke Armausschnitt als Orientierungspunkt zu nehmen.

Wenn man mit Was aus T-Shirts und Stoffrestchen entstehen kann – Lenis neue Kleider vergleicht, sieht man, wie die Zuordnungen für Mädchen und Jungen vorgenommen werden. Ein Shirt mit Bambi wäre mir für Jungen nicht unter die Nadel gekommen.

 

Upcycling Pullover oder T-Shirt – ein Ruckzuckvorschlag

In meinem Blog gibt es zahlreiche Beispiele, was aus abgelegten Pullovern oder Shirts entstehen kann. Mein Besuch beim I-Tüpfelchen in Koblenz, ich berichtete: traumhafte Stoffe – manchmal muss es etwas Besonderes sein, hat dann als Nebeneffekt noch ein sehr einfaches Verfahren zum Upcycling hervorgebracht. Ich sah nämlich ein Jerseyhängerchen als Muster hängen und wunderte mich darüber, dass mittig quer keine Teilungsnaht vorhanden war, obwohl das Kleidchen gekrauste Bereiche zum Rock hin hatte. Ich drehte natürlich auf die linke Seite und da fiel sozusagen ein Groschen. Es ist gar nicht nötig, für Weite im Rock ein Kleidchen mit vollständiger Teilungsnaht zwischen Passe und Rockteil zu versehen. Das hatte ich bisher gedacht, Polohemd wird zum Polokleidchen.

Wenn du so schneidet,

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bleibt der untere Saum und ein Großteil der Seitennähte erhalten. Arbeit gespart! Es sind dann Schulternähte und kurze Seitennähte der unvollständigen Passe zu schließen. Dann wird der seitlich herausstehende Bereich so stark gekraust, dass er auf den unteren Einschnitt in die unvollständige Passe zu liegen kommt. Seitlich wird dann zwischen Passe und Rockteil eine Naht waagerecht gesetzt. Jetzt musst du dich noch um die Ärmel, den Halsabschluss und evtl. um einen Verschluss bei nicht dehnbarem Material kümmern. Ein Kleidchen ist dann im Nu fertig. Mehr als eine Stunde wirst du nicht benötigen.

Entstanden aus Mutters Pullover:

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Entstanden aus Vaters Polohemd:poloblau

 

Farben für Kinderkleidung

Beim Upcycling von Kleidung Erwachsener zu Kinderkleidung taucht regelmäßig ein Problem auf. Die Farben der abgelegten Sachen sind gedeckt und Uni dominiert. Hanna, von der ich zahlreiche Kleidungsstücke bekomme und deren Stücke immer noch top sind, ist dunkelhaarig. Entsprechend ist ihre Kleidung schwarz, braun in allen Varianten, gelb, beige, grün, weiß und dunkelblau.

Meine Enkelkinder sind alle blond. Als Farben bei Leni haben sich herauskristallisiert: grau, weiß, rosa bis pink in allen Schattierungen, manchmal rot, lila, weil das offenbar die Lieblingsfarbe der großen Cousine ist, und blau sowie mint.

Was soll ich da also mit brauner und schwarzer Kleidung anfangen?

Zur Farbe Schwarz habe ich schon ein paar Überlegungen angestellt:

Kribbel, Krabbel – Marienkäfer verlassen ihr Winterquartier
Miau – Miezenkleidchen
Vampirkostüm als Upcyclingprojekt
Kleid für kleine Kölnerin
Aufs Schwarze getroffen
Shirt mit Ampelmännchen und Ampelfräuchen

Nun habe ich über die Farbe Braun nachgedacht. Es fallen mir da gleich die Farben Gelb und Orange zum Kombinieren ein. Es gibt Applikationen, die dazu passen könnten, so z. B. ein Löwe oder eine Giraffe. Bei Pinterest habe ich entsprechende Applikationsvorlagen gesammelt. Noch einmal über die Idee geschlafen, war sie mir das dann aber doch zu kindlich und jungenhaft.

Ich wollte zurückhaltendere Kleidungsstücke nähen und habe mich für eine witzige und schöne Applikation entschieden, die man Leni aber erklären muss. Andererseits habe ich das Braun mit Farben kombiniert, die bei Leni schon auftauchen. Für mich überraschend passt ein zartes Rosa prima zu Braun, ebenso ein Blaugrün. Und so sehen die Ergebnisse aus:

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Shirt mit Ampelmännchen und Ampelfräuchen

Mein lieber Enkel Curd hat einen nicht unproblematischen, allerdings kurzen Schulweg. Es geht Gott sei Dank an einer Seite der sehr befahrenen Straße entlang, einmal muss eine Nebenstraße überquert werden. Der Überweg ist mit Ampel geregelt. Im Kindergarten hat Curd schon einen sog. Fußgänger-Führerschein gemacht. Außerdem gehen mehrere Kinder im Trupp. Dennoch sind Opa und Oma manchmal in Sorge.

Mir fiel dazu etwas ein.

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Es lagen schon länger abgelegte Poloshirts in meinem Fundus. Warum sie abgelegt wurden, ist mir schleierhaft, denn es handelt sich um Markenshirts ohne jeden Makel. Die klaren Farben trugen mit dazu bei, dass mir die Idee kam.

Ausgangslage:

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Es handelt sich wiederum um ein vollständiges Upcyclingprojekt. Was habe ich erhalten und mir Arbeit erspart?

Ich habe so geschnitten, dass die obere Knopfleiste Wiederverwendung findet. Selbst den Polokragen habe ich verkürzt wieder angenäht. Dazu hatte ich schon einmal eine Beschreibung geliefert, Polohemd wird zum Polokleidchen. Beim Schneiden habe ich den Grundschnitt so angelegt, dass der untere Saum des Poloshirts übernommen werden konnte. Die Ärmel sind jeweils aus dem Rücken der farbigen Poloshirts entstanden. Hier habe ich unten ein sog. falsches Bündchen gearbeitet. Das war schon einfach und exakt gleichfarbiges Bündchenmaterial wäre wohl kaum zu finden.

Die Applikationsvorlage stelle ich euch per pdf-Datei zur Verfügung:

Ampelmann

Ampelfrau

Mein Mann meinte, das Shirt wäre für Curd etwas kindlich. Ich hoffe, dem ist nicht so, und meine, es könnte dazu beitragen, dass Curd an der Ampel immer gut aufpasst.

Babytunika – Schwestern im Partnerlook

Lotta kann sich zwar noch nicht drehen, passend zum Drehkleid – Feines Drehkleid zu Weihnachten– habe ich aber zumindest Weite und Stoff für das Schwesterchen gleichermaßen gewählt und für Lotta eine weite Babytunika genäht. Ich habe einen Schnitt aus Ottobre kids fashion 6/15 verwendet. Diesen habe ich allerdings verändert. Statt einer Knopfleiste im Rücken, die ich für ein Baby als zu unbequem erachtete, habe ich eine Schließung per Kamsnap an beiden Schultern vorgenommen und hierzu wiederum Stoffstreifen des defekten Babyshirts verwendet, das sich als Upcycling an Lenis Kragen ebenso wiederfindet.

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Den Schnitt hatte ich bisher noch nicht ausprobiert und kann ihn nach meinem ersten Projekt damit nur empfehlen. Wenn man einige Hefte mit Ottobeschnitten besitzt, kommt man in der Regel für die meisten Nähideen klar. Nach einiger Näherfahrung lassen sich viele der guten Grundschnitte abwandeln, so dass der Kreativität trotz der begrenzenden Stoffstücke aus dem Upcyclingfundus dennoch keine Grenzen gesetzt sind.