Winteroverall aus Walk

Nun ist es fertig geworden, das warme, bequeme Kleidungsstück für das Toben draußen. Ein Schnittmuster für die Größe 134 gab es nicht. Ich habe es mir zusammengebastelt aus einem Hosenschnitt und einem Anorakschnitt. Das war ein wenig riskant angesichts des hochwertigen Stoffs, aber die Anprobe hat ergeben, dass es geklappt hat. Für ganz Kleine gibt es bei mir einen Schnitt https://sewtonew.blog/2020/09/06/babyoverall-zum-binden-schnittmuster/, für Kleinkinder hat Ottobre Gutes, das ich beispielsweise für Cilly verwendete, https://sewtonew.blog/2017/11/15/unsere-kleinste-wird-nicht-frieren/. Meine Vorliebe für Walk hatte ich schon kundgetan: https://sewtonew.blog/2017/09/12/plaedoyer-fuer-walkstoff-winteroverall/.

Winteroverall aus Walk
Rückseite

Es gibt ein paar Besonderheiten:

Ganz schön fand ich es, Nähte mit weißem Bauschgarn zu verzieren. Der Sternchenstich macht sich dabei gut. Auf eine Kapuze habe ich verzichtet, weil die Erfahrung zeigt, dass doch lieber Mützen verwendet werden – und es gibt ja eine passende – siehe vorheriger Artikel, https://sewtonew.blog/2021/11/18/walkmuetze-tres-chic/. Ein Stehkragen schließt den Overall oben ab. Im Rücken habe ich einen Gummitummel aufgenäht. Mit der Raffung bleibt es bequem, sieht aber nicht so sackförmig aus. Ebenso wegen der Bequemlichkeit habe ich das Futter innen hinten mit Bündchenstoff unterbrochen. So bleibt das Futter schön beweglich. Der Bündchenstoff findet sich ebenso unten innen am Ärmel wieder. Auch an den Ärmeln bleibt es so trotz Futter in Webware flexibel. Der Overall hat über der Seitennaht eine große Tasche. Den Reißverschluss habe ich mit Filzstücken aufgepeppt.

Es darf also nun kalt werden, Leni wird nicht frieren, warm eingepackt von Oma. Für Oma ein gutes Gefühl!

Schnittmuster für Mantel Charlotte nun bis Größe 134

Die Enkelkinder wachsen – wirklich unglaublich schnell! Der Winter naht. Außerdem wurde ich schon oft gefragt, ob es den Mantelschnitt nicht größer gäbe, denn zuvor hatte ich ihn nur für die Größen 104 bis 116 erstellt. Nun ist es soweit: Ich habe den Schnitt bis Größe 122/134 erweitert, für meine und andere Enkelkinder bzw. Kinder.

Den Fünf-Größen-Schnitt 104 – 134 werde ich nun im Shop einfügen. Wer nicht selbst nähen kann oder will und einen solchen Mantel aus Walk oder Softshell dennoch haben möchte, kann mit mir kommunizieren, nutze die email sew-to-new@t-online.de, um einen Mantel mit Wunschstoff in passender Größe zu erhalten.

Der Schnitt enthält zwei Versionen: einen Mantel mit Bubikragen, der gesäumt wird, und einen Mantel mit Kapuze, der rundherum mit Schrägband eingefasst ist. Es werden die Größen 104 – 128 abgedeckt, für schmale Mädchen sollte jeweils die kleinere als die sonst übliche Größe gewählt werden, so dass der Schnitt auch für Mädchen bis Größe 134 anwendbar ist.

Die Größenanpassung für den 5-Größen-Schnitt hat dafür gesorgt, dass nunmehr 25 DINA4-Seiten auszudrucken sind (plus 2 für die optionale Kapuze), bis man den vollständigen Schnitt erhält. Es wird genau erklärt, wie man den Schnitt zusammensetzen muss. Die Anleitung umfasst im Übrigen 12 Seiten und ist sehr ausführlich und bebildert.

Welche Überlegungen mich zu diesem Schnitt geführt haben, kannst du in früheren Artikel nachlesen.

Zunächst habe ich Leni einen neuen Regenmantel genäht. Wie man sieht, muss ich doch wohl eine Nummer kleiner wählen, damit Leni nicht im Mantel versinkt. Aber auch noch im Frühjahr wird es regnen, der Mantel passt dann richtig. Für den nunmehr zu nähenden Walkmantel werde ich das berücksichtigen.

neuer Regenmantel aus Softshell taupe-pink

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Mantel „Charlotte“

Vor geraumer Zeit nähte ich einen Kindermantel für Leni, Das Besondere gibt es nur, wenn du selbst nähst!, damit sie neben dem warmen Overall, Plädoyer für Walkstoff – Winteroverall, noch eine Alternative für kalte Tage hat.

Im Nachgang ergaben sich Gespräche über Wintermäntel für Kinder und mein lieber Sohn verwies auf ein Internetbild von Charlotte aus dem britischen Königshaus, die nunmehr den Kindergarten besuchen würde. Das Bild zeigte sie mit einem roten Mäntelchen. Mein Sohn fand Charlotte in diesem Outfit überaus chic.

Das brachte mich ins Grübeln. Das Mäntelchen von Charlotte war eben ein sehr klassisches, sozusagen ein elegantes. Die Anregungen, die ich über Pinterest und die Nähgemeinschaft erhalte, sind eher bunt – manchmal auch für meinen Geschmack zu bunt -, und ich nenne diesen Stil  à la Pipi Langstrumpf. Dieser Stil macht Selbstgenähtes wirklich reizend und außergewöhnlich.

Nun denn, diesmal wollte ich für die kalten Tage den Geschmack meines Sohnes eher treffen. Ich wälzte Schnittmuster, sah mir das Bild von Charlotte genau an und kreierte einen eigenen Schnitt, den ich wegen des Ausgangspunktes „Charlotte“ nennen werde.

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Wie der Mantel von Charlotte ist das Mäntelchen doppelreihig geknöpft angelegt. Vier Knöpfe in einem exakten Quadrat fand ich chic. Damit der Mantel dennoch unten gut schließt, ist eine weite Überlappung nötig. Das bedingt einen hohen Stoffverbrauch von zweimal der Länge. Auch die Falten verschlingen Stoff, als Upcyclingschnitt ist „Charlotte“ also nicht geeignet. Die vier Falten unten, vorne und hinten zwei, setzen mit einer Naht an der Schulter an. Der Stoffüberschuss muss angesichts des wärmenden und dicken Walkmaterials hinterrücks abgeschnitten werden. Die Faltenanfänge werden mit einer Naht gesichert. Es bleibt innen alles sauber, auch ohne Futterstoff, weil ich Walkstoff verwendete, der nicht versäubert werden muss. Alternativ würde Fleece auch gehen, aber ich habe ja ein Faible für Naturmaterialien. Oben habe ich mädchenhaft einen Bubikragen auf Kragensteg eingearbeitet. Das Mäntelchen hat in den Seitennähten Eingriffstaschen. Hinten habe ich das Mäntelchen etwas länger geschnitten. Ich denke, dass passt gut für die Bewegungsabläufe bei Kindern.

Der Schnitt befindet sich zurzeit auf dem Scanner, bei Inkscape auf dem Rechner, die Anleitung ist noch zu schreiben, und es wird noch etwas dauern, bis er in das Probenähen gehen kann. Danach werde ich ihn vorstellen und anbieten.

Aktuell: https://sewtonew.blog/2019/10/06/schnittmuster-fuer-mantel-charlotte-jetzt-online/

Zwischenzeitlich wollte ich die schönen Bilder nicht für mich behalten. Mein Sohn fotografierte und Leni spielte mit. Wie man hier sieht (s.u.), gibt es einen meilenweiten Unterschied zwischen Kleidung auf der Schneiderpuppe fotografiert und der Kleidung am Model. Schön ist, dass so fotografiert ist, dass Leni dennoch nicht im Internet erscheint. Das hielte ich für problematisch.

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Plädoyer für Walkstoff – Winteroverall

Der Winter naht, jedenfalls nähplanerisch sollte man sich schon auf die kältere Jahreszeit vorbereiten.

Ich plädiere an dieser Stelle für Wolle. Wolle ist eine absolute Superfaser, das wissen – leider ist es ihnen nicht bewusst – Schafe und Ziegen, dem Schäfer mit seinem Walkumhang ist es bei Sauwetter sehr bewusst. Die Faser ist isolierend durch Mikrolufträume und sie ist gleichzeitig regulierend, was das Wasser und die Feuchtigkeit angeht. Schmutzabweisend verhält sie sich ebenso, und sie ist elastisch. Wenn man allerdings Wollfäden verstrickt, bleiben Löcher, durch die der Wind ziehen kann. Walk hingegen hat verfilzte Fasern und wird für den Wind undurchlässig. Man kommt dem natürlichen Schaffell so schon recht nahe.

Nähtechnisch ist Walk super, weil es nicht franst. Alle Versäuberungsarbeiten entfallen. Man muss auch nicht füttern, das habe ich nur aus modischen Gründen getan. Gegenüber Softshell bleiben mit den Nadelstichen dank der Elastizität von Walk keine Löcher, Auftrennen kann man also, falls mal etwas schief läuft beim Nähen.

So nähte ich dieses Jahr schon den dritten Walkoverall für die Enkelin. Walk hält wirklich warm, der Overall dafür, dass alle Körperteile verpackt sind, auch beim Bücken und Spielen. Leni hat den letzten Winter immer noch Mittagsschlaf draußen im Kinderwagen gehalten, warm verpackt u. A. dank Walkoverall.  Und die Frischluft unter Bäumen hat für eine gute Immunabwehr gesorgt. Dieses Jahr wird sie auf den Wegen zwischen Wohnung und Kindergarten gut verpackt sein, wenn Wind und Wetter ihr auf dem Fahrradsitz nicht so viel werden anhaben können.

diesjähriges Projekt, gefüttert mit Jersey, Einhornmotiv:

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Detail Zipperanhänger aus Perlen und Filz:

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Der Winteroverall aus dem letzten Jahr mit Häkelmäusen als Zipperanhänger:

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Der Schnitt stammt aus Ottobre, kids fashon 4/15. Das Heft hatte ich mir extra bestellt, Altexemplare kann man online ordern. Der Schnitt hat sich als super bequem und praktikabel erwiesen.

Für hochwertige Walkstoffe kann ich ein Spezialgeschäft empfehlen. Für einen weiteren Overall für die zweite Enkelin habe ich dort aktuell die Farbkarte bestellt.

erste Bewährungsprobe bei Herbstwetter:

bewährungsprobe