Upcycling: Kragen von Herrenhemd nicht wegschneiden!

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Der Kragen an einem Herrenhemd passt in der Größe nicht für Kinderkleidung. Es gibt Ideen, wie man das Hemd samt Kragen weiterverarbeitet, z. B.: Schürze aus Herrenhemd, siehe Pinterest. Zur Verwendung bei Kinderkleidung wird der Kragen meist verworfen: Kleidchen aus Herrenhemd, siehe Pinterest. Das liegt auch daran, dass der Kragen durch Schmutz und Reibung arg mitgenommen ist. Aber: Das obere Stück, das außen oberhalb des Umschlags liegt, ist meist tiptop. Warum also nicht weiterverwenden?

Ich habe den guten Teil oberhalb des Knicks abgeschnitten, den Kragen in der Mitte halbiert, auf die passende Länge von der Mitte her verkürzt und nach Lösen eines Teils der Steppung rechts auf rechts wieder zusammengenäht. Die Steppnaht habe ich dann wieder ergänzt. Nun kann der Kragen in den Kragensteg aufgenommen werden. Der Kragensteg muss allerdings neu gefertigt werden, weil der Kragensteg das am meisten abgenutzte Stück eines Herrenhemds ist, also ab in die Tonne.

Da dieses Hemd von Opa Dieter einen Riss im unteren Ärmel hatte, konnte der Ärmelschlitz nicht wiederverwendet werden, der Ärmel reichte aber im oberen Teil noch für einen Kinderärmel. Ansonsten bin ich verfahren wie bei Herrenhemd wird zum JungenhemdHerrenhemd wird zur Mädchenbluse, weiteres Upcycling oder Herrenhemd wird zur Mädchenbluse – Tipps zum Upcycling.

Da das Hemd für Cosi gedacht ist, habe ich auf dem oberen Rücken eine Feuerwehr appliziert. Die andersfarbig passenden Stoffreste finden sich dann noch am Kragensteg und am Ärmelschlitz.

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Herrenhemd wird zur Mädchenbluse, weiteres Upcycling

Opas Hemd war wirklich sehr schön, keine Abnutzung, tolle, angenehme Baumwolle, aber es war leider zu eng geworden. So hing es einige Zeit im Schrank, sich davon zu trennen schien zu schwer. Mit dem Gedanken, dass daraus etwas für die Enkelin werden könnte, schaffte das nicht mehr getragene Hemd dann den Weg ins Nähzimmer.

Nun sieht es so aus:

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mit der Applikation:

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Das Verfahren Herrenhemd wird zur Mädchenbluse – Tipps zum Upcycling oder Herrenhemd wird zum Jungenhemd wurde wiederholt, nur die Orientierung am Ottobreschnitt war enger, d.h. die Bluse ist hinten länger, hat seitliche Schlitze und einen Stehkragen. Der dazu kombinierte Stoff war knapp, deshalb der Stehkragen statt eines Kragenstegs mit Kragen und deshalb die farblich abgesetzte Paspel an den Manschetten statt vollständig andersfarbiger Manschetten.

Die Bluse ist vom Schnitt her wunderbar geeignet, um mit Bewegungsfreiheit über einer Hose getragen zu werden.

Herrenhemd wird zur Mädchenbluse – Tipps zum Upcycling

Im Projekt Herrenhemd wird zum Jungenhemd wurde schon eine Antwort gegeben, was man mit abgelegten Herrenhemden anfangen kann.

Heute ein weiteres Beispiel: Das Hemd von Vater wird zur Bluse fürs Töchterchen.

Hier das Endergebnis:

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Ausgangspunkt war ein Herrenhemd, unschön geworden an Kragen und Manschetten. Der Stoff war aber gut, nämlich schöne feste Baumwolle, dies trotz der Firma H&M.

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Die Streifen des Hemds waren zwar schön, aber für ein Mädchen musste noch etwas Liebliches dazu, um den förmlichen Charakter zu brechen. In der Stoffrestekiste fand sich Passendes. Man sollte die Stoffe immer aneinanderlegen und Varianten ausprobieren. Oftmals passt etwas, das man zuvor nicht als passend hätte einstufen mögen.

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Ebenso erschien mir das Ripsband innen am Kragensteg als Farbtupfer brauchbar. Also austrennen!

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Ein Schnitt fand sich in kids fashion 4/16 von Ottobre, allerdings war es ein Schnitt für ein Jungenhemd mit Stehkragen und mit seitlichen Schlitzen unten am Hemd sowie mit längerem Rückenteil. Aber das lässt sich ja ändern.

Jetzt zum Zuschnitt, der immer versucht, soviel wie möglich zu erhalten. Wieso sollte man beispielsweise Knopfleisten wegschneiden und sie hinterher neu fertigen. Das ist nicht einzusehen, auch wenn die Knopfleiste dann breiter ist als man sie für ein Kindermodell erwarten kann.

Die Vorderteile wurden entlang der Nähte herausgeschnitten, dann rechts auf rechts aufeinandergelegt. Beim Anlegen des Schnitts ist zu bedenken, dass die Knopfleiste ja schon vorhanden ist, also muss der Knopfleistenteil des Schnitts weggeklappt werden. Dann wollte ich den unteren Saum erhalten. Ist das Ausgangshemd gerade geschnitten, gibt es kein Problem, man legt den Schnitt unten an. Bei gebogenem Hemdabschluss unten ist für Vorderteil und Rückenteil zu beachten, dass der Abschnitt vom unteren Saum bis zum Ärmelausschnitt gleich sein muss. Nur dann kann man den unteren Saum rundum übernehmen.

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Das Herrenhemd hat eine Brusttasche. Diese gerät teilweise mit in das neue Vorderteil. Also muss man die Tasche ablösen. Das geht aber nur, wenn der Stoff nicht verschossen ist und der Stoff in der Tasche noch genauso aussieht wie die Umgebung. Anderenfalls muss man mit einer Passe in anderem Stoff arbeiten, siehe Herrenhemd wird zum Jungenhemd.

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Das Rückenteil des Hemds wurde dann mittig gefaltet, und mit dem Schnitt verfährt man dann entsprechend, aber wie gesagt, Achtung: seitliche Länge muss passen!

Dann waren die Ärmel an der Naht aufzutrennen, die hässlichen Manschetten abzuschneiden, die Teile rechts auf rechts zu legen und der Schnitt aufzulegen. Dabei ist wichtig: Der Ärmelschlitz im Schnitt und die Ärmelschlitze am Stoff sind übereinander zu bringen, wenn man die Ärmelschlitze nicht neu nähen möchte, d. h. der Schnitt liegt nicht mittig auf dem Stoff, sondern zu einer Seite verschoben.

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Jetzt wurden die Schulter-, die Ärmel- und die Seitennähte geschlossen – fast fertig.

Und was ist noch neu zu nähen? Die Manschetten wurden unter Verwendung des Blümchenstoffs und des Ripsbands gefertigt. Zwei neue Knopflöcher waren zu nähen und zwei Knöpfe vom Hemd anzubringen. Dann kann man, wie im Ottobreschnitt vorgesehen, einen Stehkragen z.B. aus Blümchenstoff annähen. Ich habe mich darüber hinaus für einen Kragensteg (wie Stehkragen) mit Kragen entschieden. Dazu habe ich den Kragen des Herrenhemds im oberen, noch schönen Teil verwendet – samt Innenleben. Mit dem Bändchenfuß habe ich die Außenseite mit Blümchenstoff-Schrägband gefasst und versäubert.

Clara wird anprobieren, und wenn Mutter bereit ist, Kinderkleidung zu bügeln, und Blusen an der Tochter mag, kann ich das Verfahren wiederholen, ggf. auch für Claras Figürchen optimieren. Es liegen zahlreiche Hemden bereit und passende Stoffreste zur Auffrischung sind ebenso vorhanden.

 

 

 

 

Mutters Kleidchen und Vaters Hemd

wurden zu einem Sommerröckchen fürs Töchterchen. Dabei wurde der mittlere Teil des Jeanshängerchen samt Taschen verwendet und für Bund und Rüsche das abgelegte Oberhemd. Das Bindeband des Hängerchens befindet sich jetzt im Tunneldurchzug und sorgt dafür, dass das Röckchen gut anzuziehen ist und noch ein wenig mitwachsen kann. Clara mag Schwingendes, Raffung und Rüsche werden dieser Mädchenvorliebe entgegen kommen. Für die Rüsche wurde der gesamte Rücken des Oberhemds benötigt. Das ist im Übrigen ein schönes Bild, wenn man an Väter und Töchterchen denkt.

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Herrenhemd wird zum Jungenhemd

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Ausgangslage:

  • Größe L, Herrenhemd
  • reine, dicht gewebte, nicht sehr dünne Baumwolle
  • am Kragen verschlissen
  • Farbe ausgewaschen, aber dadurch nicht minder nett
  • Farbe hinter Brusttasche und Markenetikett deutlich dunkler

Überlegungen:

  • Stoff geeignet für Hemd, Bluse oder Sommerkleidchen, Entscheidung für Jungenhemd
  • soviel als möglich erhalten: Knopfleiste, Rückenpasse, Ärmelspalt über Manschette, Knöpfe
  • Stoff hinter Brusttasche nicht verwendbar, daher Größenbeschränkung
  • Jungenhemd bis Größe 122/128 müsste gehen
  • aber nur, wenn weiterer Stoff eingesetzt wird, passender Sternchenstoff noch vorhanden
  • beim Zuschnitt des Rückteils oben anlegen, um Schulterpasse intakt zu lassen
  • beim Vorderteil dagegen unten anlegen, damit zusätzlicher Stoff als eingesetzte Passe oben erscheint
  • Sternchenstoff aus ästethischen Gründen auch an Kragen- und Manschetteninnenseite
  • Ellebogenhöhe am Ärmel mit Sternchenstoff verstärken
  • Markenschild durch Schild mit Namenszug ersetzen

zusätzlich benötigt:

fertig!

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