Aber nur ja nicht in schwarz! Möhnen, das waren die weiblichen Verwandten der Mutter, oder die Bezeichnung wurde für alte, meist verwitwete Frauen gebraucht. Die Zeiten haben sich geändert.
Das Motto, unter dem die alten Damen zum Ball der Roten Funken Köln gehen, heißt Flowerpower! Das Alter der Mitwirkenden kann man übrigens einschätzen, wenn man die Bewegung der Jungendzeit der Damen zuordnet.

Nach Blick ins World Wide Web wurde dann zudem klar: Bitte nicht in Polyester! Schon für knapp 20 Euro ist ein entsprechendes Outfit zu bekommen, aber eben aus Polyester. Ich mag mir nicht vorstellen, wie die Möhne darin schwitzt und wie es nach kurzer Zeit riecht.

Im Fundus fand sich dann noch ein eigentlich als Mädchenstoff gekaufter Baumwolljersey. Dann erinnerte ich mich an einen Schnitt für einen schwingenden Kurzmantel von Ottobre, den ich schon verwendete. Er lag schon auf Zeitungspapier kopiert im entsprechenden Schnittmusterheft. Aus dem Rückenteil entwickelte ich den Schnitt für ein schwingendes Kurzkleidchen. Der Schwung wird durch eine hintere und vordere Mittelnaht erreicht, die unten zusätzlich zu den Seitennähten auslädt. Gesteigert wird das noch durch die gedehnte Rollnaht als Saum.

Die Ärmel sind Raglan, also sehr bequem und weit im Schulterbereich. Unten musste ich mich zur Konstruktion der Trompetenärmel kurz an die Kreisformel U = 2piR erinnern, um passend zum verkürzten Ärmel ansetzen zu können.
Auch die „Trompeten“ sind mit Rollsaum versehen, der besonders gut ausfällt, wenn Bauschgarn im Oberfaden verwendet wird – hier rotes Bauschgarn.
Also Alaaf und ich bin gespannt auf den Rest der Truppe und die Kostüme!







Leni hat sich gewünscht, Karneval als Hexe gehen zu wollen. Wahrscheinlich liegt es an den Hör-CDs mit Bibi. Es war für mich ganz einfach, dem Wunsch nachzukommen, weil noch ein Hexenumhang in der Karnevalskiste aufgehoben wurde. Ich benötige ihn nicht mehr. Der Schnitt ist ein Hängerchenschnitt, den ich aber veränderte. Das Kleidchen habe ich länger als normal gehalten. Der Halsausschnitt ist recht groß geschnitten, leichtes Überziehen ist garantiert. Damit hatte ich zudem die Möglichkeit, einen dehnbaren und gestrickten Schalkragen von einem abgelegten Pullover anzunähen, der eine Verschlusslösung überflüssig macht – keine Knopfleiste, kein Reißverschluss, wirklich easy! Und Leni wird am Hals jedenfalls nicht frieren. Der Stoff mit Hexenmotiv ist ein Karnevalsstoff, qualitätsmäßig wirklich mäßig, aber er ist nicht fransend, sodass Säumen nicht nötig war. Die unteren Säume habe ich zackenförmig abgeschnitten, das habe ich mir an Kostümen abgeschaut, die zum Kauf angeboten werden. Den passenden Hut werde ich weitergeben. Wenn er zu groß ist, werde ich noch einen zusätzlichen Gummizug unternähen. Dann darf es heißen:“Hex, hex …“, und vielleicht sind die Sprüche ja erfolgreich, wer weiß…

























