Drei Enkeltöchter – erster Blick in den Sommer

Es gab Lust aufs Nähen und im Fundus lag noch ein attraktiver Upcycling-Stoff, nämlich abgelegte Kinderbettwäsche. Zu deren Verwendung habe ich mich schon mehrfach geäußert, denn Kinderbettwäsche wird selten verschlissen, dazu ist die Nutzungsdauer zu kurz. Die Muster eignen sich für Kinder und meist sind die Stoffe auch robust und kochfest.

So habe ich ein Projekt für die drei Enkeltöchter Leni, Cilly und Lotta wiederholt und sozusagen ratz-fatz drei Kleidchen genäht, dies in Größe 104, 128 und 134.

drei Kleidchen im Partnerlook
aller guten Dinge sind drei

Die Passe ist aus Jersey und der Rockteil ist aus der abgelegten Bettwäsche geschnitten. Wie man Jersey und Webware geschickt und dehnbar verbindet, findest du in dem zugehörigen Artikel: https://sewtonew.blog/2021/05/07/easy-peasy-kleidchen-aus-bettwaesche/

Die Kleidchen sind natürlich insbesondere für den Sommer gedacht, aber mit einem passenden Longshirt drunter funktioniert der Schnitt auch für kältere Übergangszeiten.

Der Schnitt ist der wirklich einfache für Nähanfängerinnen:

easy-peasy-Schnitt

und den gibt es auch für Sommer T-Shirts:

So habe ich die graue Zeit und das scheußliche Wetter für Vorfreuden auf bessere Zeiten genutzt.

Upcycling Pullover zu warmen Kleidchen

Bei Pullovern zeigt sich die Güte der Garne schnell. Kurze Fasern führen beim Tragen zu unansehnlichen Knötchen auf den strapazierten Stellen. Selbst wenn der Rücken noch in Ordnung ist, gebe ich sie dennoch zu den Altkleidern. Es lohnt dann ein Upcycling nicht, weil gerade Kinderkleidung etwas aushalten muss. Teilstücke, die jetzt noch in Ordnung sind, werden es so bald nicht mehr sein.

Aber im Fundus befinden sich auch Pullover besserer Qualität. Und die schönen Stücke geben zumindest Passen und Ärmel von Kleidchen her, die dann speziell im oberen Teil schön angenehm und warm werden. Ich rate auch dazu, die Taillenbündchen sauber abzutrennen, sie zu verwenden oder für spätere Projekte aufzubewahren. Die Strickbündchen machen sich als Halsbündchen prima.

blauer Baumwollpullover verwendet
Details zum Aufhübschen

Entstanden ist dieses Kleidchen für Lotta aus einem blauen Baumwollpullover, einem gepunkteten Baumwolljersey und Stoffrestchen. Es geht beim Upcycling dann immer um das kindgemäße Aufhübschen der Kleidungsstücke. Diesmal habe ich die runden Taschen aus einem Kinderstoff mit Bärchen gefertigt und farblich passende Akzente mit Multicolor-Bauschgarn in Covernähten gesetzt. Ich bin sehr zufrieden mit diesem Style.

dicker Pullover in beige verwendet
Aufhübschen mit Stoffrestchen

Bei diesem Beispiel kam ein dicker, guter Pullover in beige zu Einsatz. Kombiniert ist er mit gepunktetem Babycord ebenso in beige. Kindgemäß wurde es in sehr einfacher Weise: Aus einem Stoffrestchen noch von Petras Kinder-Kissenbezug schnitt ich die Tierchen aus und applizierte Stückchen, die an Briefmarken erinnern. Unten habe ich den Saum mittels Covernaht wieder in Multicolor-Bauschgarn realisiert.

Pullover von Opa Heinz landeten so bei der Enkelin Lotta. Es freut den Opa, die Enkelin und die Nähoma.

Upcycling Hosen zu bequemen Kinderhosen

Leni benötigt neue Hosen, das Kind wächst so schnell. Zahlreiche Suchen in Bekleidungshäusern führten leider nicht zu einem befriedigendem Ergebnis und Katrin ist frustriert angesichts vieler vergeblicher Anproben. Leni ist schmal und hat lange Beine und sie liebt es bequem, das ist das Wichtigste. Die meisten Hosen, die übergezogen wurden, rutschten oder aber sie zwickten an irgendeiner Stelle.

Dann versuchen wir es mal mit Nähen, Erwachsenenhosen liegen reichlich im Fundus! Mein Vorteil: Ich habe mich dabei gründlich mit dem Thema Hosenupcycling beschäftigt und kann meine Erfahrungen weitergeben.

Wenn es um Bequemlichkeit geht, sind vorhandene Hosen danach auszuwählen, wie elastisch sie sind. Elastische Exemplare sind absolut vorzuziehen.

Das Upcycling beginnt dann damit, die Hose wohl überlegt aufzuschneiden.

Innenbeinnaht aufschneiden

Zunächst werden die Innenbeinnähte eng anliegend an der vorhandenen Naht aufgeschnitten. Dann führt man den Schnitt am Reißverschluss und an der Gesäßnaht weiter.

mittlere Nähte aufschneiden

So erhält man zwei Teile dieser Art. Ganz nebenbei: Reißverschlußstücke hebe ich auf. Es findet sich bestimmt später eine Verwendung.

Hälfte der Hose

Jetzt gilt es zu entscheiden, ob die Seitennaht belassen werden kann. Ist sie gerade, wie bei Herrenhosen oder gerade geschnittenen Damenhosen, kann sie für gerade geschnittene Kinderhosen bleiben. Ist sie allerdings geschwungen wie bei vielen Damenhosen, muss sie auch aufgeschnitten werden und die vier entstehenden Teile sind separat für die Kinderhose zu verwenden.

Dann geht es um die Kindergröße. Für kleine Größen ist es ganz einfach. Die Schnitteile passen in jedem Fall auf die Stoffstücke. Für Schulkinder sieht es aber anders aus. Man kommt leicht in den Bereich der Gesäßtaschen und vorderen Taschen. Hinter den Gesäßtaschen sieht der Stoff dann meist anders aus, nicht ausgebleicht, sodass auch ein Abtrennen der Taschen nicht hilft.

Hosenupcycling für verschiedene Größen

Es gibt aber einen der Bequemlichkeit dienenden Ausweg. Der Schnitt kann oben um 6 – 10 cm verkürzt werden. Dieses Stück ersetzt man durch Bündchenstoff. Wenn der Ausgangsstoff elastisch ist, kann dann ganz auf einen Reißverschluss verzichtet werden. Auch das ist bequem – für das Kind, ebenso für die Näherin. Selbst Nähanfängerinnen tun sich dabei leicht.

Wie kommt man zu diesem Ergebnis?

Markierung Bündchenstoff
Gummitunnel vorsehen

Ich habe das Bündchen doppelt vorgesehen, also doppelt hoch zurecht geschnitten. Entsprechend dem Taillenumfang des Kindes wird das Bündchen etwas schmaler zugeschnitten, aber weniger schmal als man es für Ärmel- oder Halsbündchen planen würde. Bei einem Taillenumfang von 64 cm habe ich 59 cm Bündchenstoff zugeschnitten. Den letzten Halt bringt dann ein breiter Gummizug im Gummitunnel.

Gummitunnel statt eingenähter Gummibänder haben große Vorteile. Wenn Wäschen dem Gummiband die Elastizität nehmen, lässt sich ein Gummi band schnell austauschen, ebenso, wenn sich der Taillenumfang verändert. Ein Beitrag zur Nachhaltigkeit!

Für den Tunnel wird beim Schließen der Bündchenware zum Ring mit Normalstich eine Stelle unterhalb der Mitte freigelassen. Die Bündchennaht habe ich mit dem Wabenstich „geplättet“. Eine Overlocknaht an dieser Stelle ist zu dick auftragend, so denke ich.

Gummitunnel abschließen

Im Bündchenring wird der Tunnel unten mit einer unbedingt elastischen Naht abgeschlossen. Dies kann eine Covernaht oder aber die Naht mit der Zwillingsnadel sein.

Ehe nun zusammengenäht wird, ist jetzt der Arbeitsschritt gekommen, an dem man Verzierungen, Taschen, Applikationen unterbringen kann. Sind die Hosenbeine erst einmal geschlossen, ist das kaum mehr möglich.

Zusammengenäht wird dann in der Reihenfolge:

  • Gesäßnaht und vordere Mittelnaht
  • innere Beinnähte
  • Bündchen annähen
  • evtl. unterer Saum der Beine
  • Gummi einziehen und zum Ring schließen

Wenn man von unten her zuschneidet, kann man sich das Säumen sparen und den vorhandenen Saum übernehmen, sofern er noch ok ist.

unteren Saum beibehalten
Lenis neue Hosen

So hoffe ich, dass Leni die Hosen mag und sie bequem findet. Ich habe was gelernt und den Fundus abgelegter Kleidung verkleinert.

An dieser Stelle verweise ich auf mein Konzept Mädchenkleid aus vier Hosenbeinen:

Ebenso auf meine Überlegungen zu Herrenhemden und was man daraus machen kann: https://sewtonew.blog/2019/03/06/upcycling-herrenhemd-was-alles-geht/

Passen vorteilhaft für Mädchenkleider

Schnitte für Mädchenkleider, bei denen über dem Rockteil oben bis in den Brustbereich oder bis zur Taille eine Passe vorgesehen ist, haben mehrere große Vorteile.

Wenn Stoffreste nicht mehr für ein ganzes Kleid reichen, lassen sich passende Stoffreste kombinieren, damit ein Kleid statt nur einer Tunika entstehen kann.

Ebenso reichen Upcyclingstoffe für die größeren Kindergrößen ab 122 meist nicht mehr. Nur Oberteile oder aber Röcke sind dann ganz aus dem abgelegten Kleidungsstück Erwachsener realisierbar.

Und es gibt noch etwas ganz Wichtiges: Kinderstoffe sind meist sehr unruhig oder aber opulent im Ausdruck. Ein Kleid vollständig aus einem solchen Stoff wirkt nach meiner Ansicht zu unruhig und nicht fein. Geschickter ist es, einen Motivstoff mit einem zurückhaltenden Exemplar zu kombinieren.

starkes Motiv und feine Pünktchen

Bei diesem Kleid habe ich einen Stoffrest (mit der Eisprinzessin) kombiniert mit einen dunkelblauen Jersey, der kleine heller blaue Pünktchen trägt.

Covernähte

Abschlüsse an diesem Kleid habe ich mit flachen, dehnbaren Covernähten realisiert.

Mickystoff mit Altrosa

Bei diesem Exemplar habe ich einen rosafarbenen Pullover von Mutter kleiner genäht und mit einem Stoffrest – Motivstoff mit Micky Mouse – kombiniert, der die gleiche Farbe rosa aufweist.

Pulloverrest und Stoffreste

Ein hellblauer Pullover wurde mit Stoffresten kombiniert. Das Halsbündchen ist wie so oft aus dem unteren Bündchen des Pullovers entstanden. Dunkelblaues Bauschgarn setzte in Ziernähten und als Rollsaum Akzente.

Pullover und Stoffrest
Lillestoff zum Advent

Den Weihnachtsstoff von Lillestoff hatte ich schon einmal verwendet, https://sewtonew.blog/2019/12/11/halbes-upcycling-geht-auch/. Es war noch etwas übrig. Da er nicht für die volle Länge in Größe 134 reichte, habe ich Mutters rote abgelegte Jacke im Passenteil mit verwendet. Dennoch fehlte Länge. Da der Stoff einen Rapport hat, konnte ich die Länge nur durch geraffte, aneinander gesetzte Streifen erreichen.

An dieser Stelle verweise ich auf zwei meiner Schnitte für Stoffmix ebenso auf fertige Mädchenkleidung: ➜

Streberstreifen außen

Manchmal packt es mich, so wieder einmal beim Ausräumen der Beutel abgelegter Kleidung von Christl. Ein Strickkleid in anthrazit fiel mir sofort ins Auge. Leni ist sehr hautempfindlich und liebt bequeme Klamöttchen. Das sehr dehnbare, schlichte und durchgehend geschnittene Stickkleid mit 3/4-Ärmeln macht ein Upcycling leicht. Nur muss einem etwas einfallen, damit das gedeckte Kleid kindgerecht wird. Mir ist etwas eingefallen, weil schon lange ein schön karierter Schlafanzug von Opa Heinz im Fundus wartete. Sein zweites Leben begann nun.

Lenis neues Strickkleid

Aus der Schlafanzugfront nahm ich Stücke für die aufgesetzten Taschen. Ich drehte die Stücke so, dass die Kante mit Paspel und Beleg, die zuvor die Knöpfe trug, nach oben zeigt. So musste ich keinen neuen Taschenabschluss nähen. Ebenso aus der Front nahm ich Stücke, um die Ärmel zu verlängern. Beim Tragen werden die karierten Stücke so parallel liegen.

verlängerte Ärmel

Und jetzt etwas Neues, das ich zuvor noch nicht verwendete. Vielleicht fiel es mir ein, weil ich schon umfangreiche Erfahrungen mit Streberstreifen hatte: https://sewtonew.blog/2021/11/01/streberstreifen-beim-upcycling/. Die obere Kante des gestrickten Schalkragens nahm ich für das Halsbündchen. Ich habe den Streifen verkleinert und mit Wabenstich zusammen geführt. Doppelt wollte ich den Strickstoff nicht verwenden.

Anders als sonst habe ich dann die Overlocknaht nach außen schauen lassen und sie mit Streberstreifen versäubert.

So erhält das Kleid auch im oberen Bereich etwas Frisches und gleichzeitig ist die Naht verschwunden. Das fand ich überaus chic.

Halsbereich
Streberstreifen außen!

Gesäumt ist das Kleid mit Coverlock. Das ging wieder leicht trotz des sehr dehnbaren Strickstoffs, und ich habe zuvor nur stecken müssen.

Es zeigte sich, dass das Upcycling-Kleid für Leni noch zu groß ist, so freut sich die Cousine Clara über Mutters Kleid in passendem, neuen Look.

große Freude bei Clara

Streberstreifen beim Upcycling

Eine graue, dick mit Teddystoff gefütterte Sweatjacke von Katrin sollte zu einer ebensolchen für das Töchterchen Leni werden. Vorab: Es ist gelungen. Von außen sieht man aber nicht, wie das geklappt hat und welche Schwierigkeiten auftraten. Dazu muss man die Jacke von innen betrachten.

kleiner geschnittene Sweatjacke
innen erkennt man das Konzept
Streberstreifen innen

Diesmal war das Upcycling garnicht so einfach, weil die Jacke dick gefüttert ist. Wenn sie passend kleiner geschnitten werden soll, bedeutet das:

Reißverschluss heraustrennen, Bündchen von Ober- und Futterstoff lösen, Futter kleiner nähen, Oberstoff kleiner nähen, Innen und Außen wieder zusammensetzen, Bündchen annähen, gekürzten Reißverschluss wieder einnähen

Das lohnt doch nicht, selbst wenn die Jacke noch wirklich gut brauchbar ist!

So habe ich etwas länger über diese Schwierigkeiten nachgedacht, das Projekt erst einmal liegen gelassen, und es kamen dann noch weitere Schwierigkeiten hinzu…

Meine Überlegungen zur Rettung der Jacke: Wäre es vertretbar, Futter und Oberstoff gemeinsam zu verarbeiten? Dann könnte ich wie immer verfahren, nämlich kleiner schneiden und neu zusammen nähen. Nachteil: Dann hätte die Jacke innen dicke Overlocknähte über vier Stofflagen, an Stoßnähten wären es sogar 8 oder noch mehr Lagen. Keine Chance für die Overlock, ganz abgesehen von den dicken, unschönen Nähten! Von meiner alten Bernina 1090 weiß ich, dass sie extrem Dickes schaffen kann.

Dann kam mir die entscheidende Idee: Nähte lassen sich mit Streberstreifen versäubern! Innenansichten werden auf diese Weise schön und ansehnlich.

Bisher habe ich solche Streifen an hinteren Halsausschnitten verwendet, um unschöne Overlocknähte verschwinden zu lassen. Dazu lässt man einen Schrägstreifen beim Annähen des Halsbündchens mitlaufen und schlägt ihn anschließend um die Naht herum und näht ihn knappkantig fest.

Mit dieser Idee der Streberstreifen war dann vorstellbar, Vierfach-Stofflagen zu nähen, Obermaterial und Futter gemeinsam zu verarbeiten, dicke Nähte mit der tüchtigen älteren Nähmaschine zu nähen und sie mit Streberstreifen einzufassen.

saubere Lösung Streberstreifen
an der Kapuzennaht etwas breiter

Bei den Schulternähten und dem Ärmelansatz habe ich dann doch mit der Overlock gearbeitet, bei den Seitennähten, den unteren Ärmelnähten und der Naht zur Kapuze hingegen habe ich die schöne und praktikable Streberstreifenvariante gewählt. Meine Nähmaschine hat speziell am unteren Ärmelpunkt zur Seitennaht die vielen Stofflagen gepackt. Die Overlock hätte an dieser Stelle sicher versagt.

Schmalkantfuß

Für das finale Annähen des Streberstreifens ist der Schmalkantfuß mit von der Mitte leicht nach links oder rechts justierten Nadel eine echte Hilfe. Zuvor habe ich den Streberstreifen fein säuberlich umgeschlagen und dicht gesteckt. So ging das Nähen auf dem Teddyfutter leicht von der Hand. In den Ärmel kam ich angesichts der Enge des Kinderärmels nicht ganz hinein. Ein Stückchen musste ich per Hand annähen.

Bündchen ansehnlich zusammengefügt

Am Bündchen sieht man besonders gut, was der Streberstreifen bewirkt. Man stelle sich hier die Overlocknaht vor – nicht schön! So ist es doch besser. Ich denke also, dass ich das Verfahren auch bei dünneren Stoffen demnächst wiederholen werde, insbesondere an sichtbaren Stellen wie den Bündchen.

Optimierung: Badeponcho aus Badetuch

Leni ist enorm gewachsen. Der schon einmal genähte Badeponcho passt nun der Schwester und Leni benötigt einen größeren. In der Wäschekiste meiner verstorbenen Mutter fand sich ein noch niemals genutztes, riesige Badetuch, groß genug den neuen Zweck.

Wie hier geschnitten wird, habe ich schon einmal erläutert: Badeponcho aus Badetuch. Aber diesmal habe ich noch eine Optimierung eingeführt.

Badeponcho aus riesigem Badetuch

Der Frotteestoff ist nicht flexibel. Deshalb fällt das notwendige Halsloch recht groß aus, damit das Kind hineinschlüpfen kann. Dann allerdings wird das Kind evtl. nach dem Baden bzw. Schwimmen am Hals kalt. So habe ich ein Halsbündchen zwischen Kapuze und Tuch eingefügt. Es ist aus zwei Stücken genäht – also nicht gefaltet – und fasst die Kapuze oben zwischen. Unten ist es mit Overlock angenäht. Seitlich habe ich es verjüngend geschnitten. So legt sich das Tuch am Hals eng und warm an.

Die Kapuze stammt von einem abgelegten Bademantel, bei dem der Reißverschluss völlig kaputt war. Plastikreißverschlüsse an Wäschestücken, die heiß gewaschen werden, das ist so eine Sache. Nachhaltig wird es dabei nicht, aber immerhin verwende ich die Stoffe weiter. Die Taschen des Bademantels habe ich ebenso verwendet und durch Applikation aufgepeppt.

Seepferdchen als Applikation

Die Kapuze habe ich durch ein innen liegenden Bändchentunnel flexibel gehalten, wie gesagt, das Kind soll nicht frieren!

Kapuze kann gezurrt werden

Seitlich habe ich auch noch Bänder angenäht, so bleibt das Tuch besser geschlossen, wie gesagt, Leni soll nicht frieren!

Flatlock- neuer Weg beim Upcycling

Es zieht sich durch meinen blog durch: Wie bekommt man abgelegte Kleidung Erwachsener zu Kinderkleidung ansprechend aufgearbeitet und umgestaltet. Bisher habe ich unifarbene und damit etwas triste Sachen dadurch aufgepeppt, dass ich mit Kinderstoffen kombinierte oder aber – und dies sehr häufig – kindliche Applikationen aufbrachte. Jetzt wird Leni 7 Jahre alt und Curd ist schon 9. Damit sind die vorhandenen brauchbaren Stoffstücke oft einfach zu klein, Kombinationen werden die Regel werden, und zudem entwachsen die Enkelkinder den kindlichen Applikationen.

Neue Wege sind zu finden!

Nun bin ich auf Bauschgarn in Flatlocknähten gestoßen. Und siehe da: Schnelles und einfaches Upcycling steht in Aussicht. Bauschgarn gibt es einfarbig, multicolor oder sogar neonfarbig.

Mutters Pullover verkleinert und mit Flatlock zusammengenäht

Nach einem einfachen Grundschnitt in Größe 134 habe ich den Pullover von Mamma seitlich und oben sowie oben an den Ärmeln für das Töchterchen gekürzt. Die Bündchen unten blieben erhalten. Das Halsbündchen habe ich abgeschnitten und gekürzt wiederverwendet. Alles ist rundum mit Flatlock in Multicolor-Bauschgarn zusammengenäht.

Detail Flatlocknähte

Am Ärmel habe ich unten noch eine Flatlocknaht zur Zierde gesetzt.

Ziernaht

Mein Nähen war ein erster Versuch mit Flatlock. Da man immer dazu lernt, ist das erste Stück noch nicht perfekt. Die Flatlocknähte haben, wie ich dann merkte, eine Richtung. Sie stehen an einer Seite etwas hoch. Damit symmetrisch gearbeitet wird, ist das bei den Nähten links und rechts zu beachten. Näht man die Seitennaht mit den Vorderteil oben von oben nach unten, sollte man auf der anderen Seite mit Vorderteil oben von unten nach oben nähen. Dann wird es symmetrisch. Es gibt auch die Anweisung, die Flatlocknaht noch einmal mit Geradstich zu übernähen. Dann entfiele meine Überlegung, weil der Geradstich Flatlock niederdrückt. Allerdings ist dann auch die Dehnbarkeit hin. Ich habe also auf die zusätzliche Naht verzichtet.

zweiter Versuch mit Flatlock

Bei diesem Exemplar habe ich dann schon symmetrisch gearbeitet. Außerdem habe ich eine zusätzliche Ziernaht entlang des Ärmels gesetzt. Die Ärmel habe ich diesmal mit Overlock eingesetzt. Und dann ist mir noch aufgefallen, dass, je nachdem in welche Richtung man arbeitet, das Halsbündchen auch anders aussehen kann.

mit Flatlock angenähtes Halsbündchen

Diesmal verschwindet die untere Kante des Strickbündchens innen, bei vorherigen Exemplar lag sie außen. So kann man also auch mit den Nähten und ihrer Richtung spielen.

Meine Flatlockexperimente werden sich weiter entwickeln. Ich habe zunächst die Dreifadenvariante angewendet. Ich bin sicher, dass ich die Möglichkeit Flatlock bei weiteren Gestaltungsideen unbedingt mit bedenken werde. Außerdem kann meine neue Bernette 48 auch covern. Demnächst also mehr zu Flat- und Coverlock, denn es gilt, Tristesse für Kinder aufzumuntern.

Teekannenhaube nähen – eine Anleitung

Es wäre manchmal praktisch, den Tee ein wenig länger warm zu halten. Eine ausführliche Zeitungslektüre am Morgen oder unterschiedliche Frühstückszeiten beispielsweise rufen diesen Wunsch hervor. Wir haben zwar ein Stövchen mit Teelicht, aber das ist auch lästig, nebenbei auch ökologisch nicht so sinnvoll wie die Wärme zu dämmen.

Nun gehen jedem Nähprojekt eine Recherche und Überlegungen voraus. Bei Pinterest suche ich dann meistens nach Vorbildern und unter dem Stichwort Tea Cosy wird man fündig, Quelle der Bilder also Pinterest.

Meist sind die Kannenwärmer flach gearbeitet, weil Schnute und Henkel eine notwendige Breite verlangen. Sind sie rund gearbeitet, was ich eigentlich schöner finde, werden Schnute und Henkel extra ummantelt oder aber sie schauen aus Lücken hervor. Die Version, den Deckel frei zu lassen, halte ich nicht für gut, weil die Wärme nach oben hin entweicht. Die Überlegung, eine runde große Hülle zu nähen, damit Henkel und Schnute mit unter der Haube verschwinden, habe ich fallen gelassen. Es ergäbe ein Monstrum, für meine Kanne wäre ein Kreisumfang in der Bodenfläche von einem Meter notwendig.

Schließlich habe ich meine Lösung gefunden und gebe euch meine Anleitung dazu.

mein schöner tea cosy

Das Projekt beginnt damit, den Bauchumfang der Kanne zu ermitteln.

Bauchumfang der Kanne

Dann sollte man noch etwas zugeben, damit die Haube nicht zu eng wird und sich leicht überstülpen lässt. Ich habe mich für 60 cm entschieden. Will man nun 6 Teile für die Haube nehmen, ergibt sich die Breite von 10 cm. Die Höhe kann man ermitteln, indem vom Tischboden locker hoch zum Kannendeckel gemessen wird. Ich habe 20 cm ermittelt und mir eine entsprechende Schablone hergestellt.

Schablone

Jetzt werden benötigt:

  • 6 Stoffstücke für außen
  • 6 Stoffstücke für innen
  • Füllwatte entsprechend der 6 Stücke
  • Bändchen 1 m
  • an die Nahtzugaben denken!
Innen- und Außenstoffstücke

Jedes Außenteil wird nun wattiert, indem die Füllwatte mit dem Außenstoffstück per Stepplinien verbunden wird. Man nimmt das Füllvlies zunächst etwas größer. Ich habe einige Schräglinien entsprechend des Rautenmusters gewählt, aber man kann auch andere Stepplinien wählen. Dann wird noch rundherum knappkantig verbunden und überstehendes Vlies wird abgeschnitten.

wattiertes Oberstoffstück

Nun werden je drei Stücke zusammengenäht.

zwei Hälften der Haube

Ehe die beiden Hälften zusammengeführt werden, wird noch ein Bändchen als oberer Griff der Haube angesteckt. Genäht wird dann nicht vollständig, weil ja Schnute und Henkel herausragen müssen. Wie weit die Verbindungsnaht geführt wird, richtet sich nach der jeweiligen Kanne. Man muss es ausprobieren und abstecken. Schließlich ist die Außenhaut mit zwei Schlitzen fertig.

Griff mitfassen
Hälften im oberen Bereich zusammennähen
fertige Außenhaut

Mit dem Innenstoff wird nun fast ebenso verfahren, aber natürlich wird er nicht auch noch wattiert. Außerdem ist eine Wendeöffnung vorzusehen, durch die man das gesamte Gebilde von links auf rechts drehen kann. Das Ganze erinnert an das Nähen eines gefütterten Mützchens. Innen- und Außenteil werden rechts auf rechts zusammengelegt und gesteckt. Ehe genäht wird, werden die Bändchen, vier Stück, zwischen die Stofflagen am Ende der Schlitze gesteckt, damit sie beim Nähen mitgefasst werden können. Die Bändchen schließen per Schleife später den Bodenkreis der Teehaube. Dann wird zusammengenäht. Nahtüberstände müssen eingekürzt werden, insbesondere an den Ecken. Wichtig sind auch die Spitzen der Schlitze, hier muss bis zur Naht eingeschnitten werden, damit nach Wenden eine saubere Ecke entsteht.

Teehaube mit Schlitzen für Schnute und Henkel

Man kann dann noch absteppen, damit der Futterstoff auch innen bleibt. Ich habe mich für breite Hand-Steppstiche rundherum mit Ziergarn entschieden. Das fand ich schön passend und einfach.

Der schöne Stoff heißt „garden party“ und ist in meinem shop erhältlich.

Stoff garden party
Teekanne mit Haube

Da die Teekannenhaube aus 6 Stoffstücken besteht, kann man sich das Projekt auch unter dem Motto Stoffreste verwerten oder Upcycling vorstellen. Gerne nehme ich entsprechende Fotos, die ihr mir zusendet, nachfolgend auf.

Also viel Freude beim Überlegen, beim Nähen und zur teatime!!!

Wer eine solche oder ähnliche Teekannenhaube genäht haben möchte, kann sich mit seinen Maßen und seinen Farb- und Stoffwünschen über meine mail an mich wenden. Ich werde dann gerne ein Angebot unterbreiten.

Wenn euch die Anleitung geholfen hat, bedankt euch durch pinnen:

easy Upcycling T-Shirt

Im letzten Beutel „zum Zerschneiden“ war dann noch ein dunkelblaues Herrenshirt, dem nichts fehlte außer einem Minilöchlein – eine Masche – auf der Vorderseite. Also wirklich kein Hindernis fürs Upcycling!

Beim Zuschneiden mache ich es mir einfach, indem ich die Shirts mittig längs falte und Rücken- und Vorderteil gleichzeitig nach dem Schnitt für den Rücken im Stoffbruch anlegend heraus schneide. Dann erst vergrößere ich am Vorderteil den Halsausschnitt. Das Herrenshirt war so breit, dass ich das Kindershirt glockig geschnitten vorsehen konnte.

Das Vorderteil lege ich dann meist vor dem Zusammennähen aus und überlege, wie ich es für meine Enkeltochter aufhübschen könnte. Mit fielen wieder die Miezen ein: https://sewtonew.blog/2021/04/05/floral-pets-zum-verschoenern/, https://sewtonew.blog/2021/03/25/mit-miezen-verschoenern/. Diesmal habe ich sie mit Bändchen umrandet. Das Ergebnis führt mich zu der Überlegung, dass ich das häufiger tun sollte. Diese Variante peppt die Applikation noch einmal auf. Hilfreich beim Nähen war dann wirklich Stylefix, um alles schön rechteckig aufnähen zu können. Und übrigens: Das Miniloch ist hinter den Applikationen verschwunden.

Wenn dann eine Schulternaht genäht ist, wird ein Halsbündchen dehnend angenäht. Der Rücken des Herrenshirts gab noch einen passenden Streifen dazu her. Die Ärmel schnitt ich aus den vorhandenen aus und übernahm den unteren Saum, schon wirklich einfach! Da das Wellenbändchen die Miezen umgab und das Shirt glockig angelegt ist, dachte ich, dass auch ein gewellter Saum schön passen würde. So habe ich das ausgestellte, glockige Shirt unten mit Rollsaum versehen, auch das war schon einfach!

Das Shirt hat zwei Stunden Arbeit „gekostet“ – eigentlich sind es Mußestunden – und ein Kleidungsstück wurde einer neuen Verwendung zugeführt. Dies zum Thema Nachhaltigkeit und der Lust, fastfashion entgegen zu treten!