Farben für Kinderkleidung

Beim Upcycling von Kleidung Erwachsener zu Kinderkleidung taucht regelmäßig ein Problem auf. Die Farben der abgelegten Sachen sind gedeckt und Uni dominiert. Hanna, von der ich zahlreiche Kleidungsstücke bekomme und deren Stücke immer noch top sind, ist dunkelhaarig. Entsprechend ist ihre Kleidung schwarz, braun in allen Varianten, gelb, beige, grün, weiß und dunkelblau.

Meine Enkelkinder sind alle blond. Als Farben bei Leni haben sich herauskristallisiert: grau, weiß, rosa bis pink in allen Schattierungen, manchmal rot, lila, weil das offenbar die Lieblingsfarbe der großen Cousine ist, und blau sowie mint.

Was soll ich da also mit brauner und schwarzer Kleidung anfangen?

Zur Farbe Schwarz habe ich schon ein paar Überlegungen angestellt:

Kribbel, Krabbel – Marienkäfer verlassen ihr Winterquartier
Miau – Miezenkleidchen
Vampirkostüm als Upcyclingprojekt
Kleid für kleine Kölnerin
Aufs Schwarze getroffen
Shirt mit Ampelmännchen und Ampelfräuchen

Nun habe ich über die Farbe Braun nachgedacht. Es fallen mir da gleich die Farben Gelb und Orange zum Kombinieren ein. Es gibt Applikationen, die dazu passen könnten, so z. B. ein Löwe oder eine Giraffe. Bei Pinterest habe ich entsprechende Applikationsvorlagen gesammelt. Noch einmal über die Idee geschlafen, war sie mir das dann aber doch zu kindlich und jungenhaft.

Ich wollte zurückhaltendere Kleidungsstücke nähen und habe mich für eine witzige und schöne Applikation entschieden, die man Leni aber erklären muss. Andererseits habe ich das Braun mit Farben kombiniert, die bei Leni schon auftauchen. Für mich überraschend passt ein zartes Rosa prima zu Braun, ebenso ein Blaugrün. Und so sehen die Ergebnisse aus:

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Omas Spitzendeckchen im Schrank? Nicht entsorgen!

In zahlreichen Haushalten werden sich noch Spitzendeckchen befinden, die nicht mehr gebraucht werden. Ich denke die Zeit, dass diese Deckchen Möbel zierten, ist vorüber. So sah ich einen Stapel solcher Deckchen in Lindlar bei „coming home“, und die Geschäftsinhaberin erzählte mir, dass die Leute diese Deckchen zum Verkauf geben. Sie wunderte sich darüber und gab zu verstehen, dass man daraus doch noch etwas machen kann.

Ja, das geht tatsächlich:

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Als Kragen für ein feines Kleidchen kann ein Spitzendeckchen noch gute Dienste leisten. Die Größe entscheidet darüber. ob es für Damen oder Mädchenkleidung verwendet werden kann. Und dieses kleine Deckchen stammt tatsächlich noch von meiner Oma, ist also nahezu 100 Jahre alt. Da es aus Baumwolle ist, habe ich es einer Kochwäsche unterzogen. Danach war es tiptop.

Wie habe ich das mit dem Kragen fertig gebracht?

Erst einmal habe ich die Schulternähte geschlossen, aber nur diese. Dann lässt sich der gesamte Halsausschnitt auf dem Tisch ausbreiten, Vorderteil des Kleidchen in die eine, Rückenteil in die gegenüberliegende Richtung. Das Deckchen habe ich dann auf dem Halsausschnitt positioniert und mit ein paar Stecknadeln fixiert. Nun lässt sich, da das durchbrochene Deckchen nicht die Sicht auf das Halsloch nimmt, das Deckchen mittig entlang der Halskante wegschneiden, im Rücken habe ich entsprechend der Knopfleiste des Kleidchens das Deckchen durchtrennt. Noch einmal gut festgesteckt habe ich den Spitzenkragen nun an den Halsausschnitt genäht. Dann machte ich die Erfahrung, dass die Stickwülste des Deckchens doch recht dick sind. Eine Nadel brach. Also Jeansnadel oder Ledernadel verwenden! Im Rücken habe ich das Material um die Knopfleistenkanten geschlagen und innen festgenäht. Da das Material bei diesem Deckchen so dick war, habe ich mich dagegen entschieden, an der Halskante etwas nach innen umschlagen zu wollen, beispielsweise um mit Belegen zu versäubern. Stattdessen habe ich die Kante mit Schrägstreifen gefasst. Auch hier war die Jeansnadel vonnöten. In der Mitte des Deckchens hatte ich eine Rosette weggeschnitten. Diese habe ich fein herausgeschnitten, halbiert und damit die Unterkante der halben Ärmel verziert.

Ich denke, dass der klein gepunktete Stoff gut zu dem Deckchen passt, wirkliches Vintage-Outfit. So ist etwas Feines und Kleines entstanden. Wenn ich noch einmal Fotos gemacht habe, geht das Kleidchen in Größe 98 zu Etsy.

Upcycling, diesmal gar nicht so leicht – zusammengesetztes Jeanskleidchen

Mit dem Upcycling des robusten Jeansstoffs von Hosen hatte ich mich schon einmal beschäftigt. Wenn der Schnitt ein Zusammensetzen von Anfang an vorsieht, schneidet man aus den Hosenbeinen Stücke heraus, die dann gleich die Schnitteile ergeben, vorausgesetzt die Hosenbeine sind breit genug. So war entstanden: Upcycling Jeans – Jeanskleidchen aus vier Hosenbeinen – Freebook Größe 86 – 126

Anders sieht es aus, wenn die Stoffstücke erst zusammengefügt werden, um dann ein passend großes Stoffstück zu ergeben, aus dem man ein ganzes Vorderteil oder ein ganzes Rückenteil gewinnt.

Insbesondere für die Upcycling-Mode der Erwachsenen geht das gar nicht anders. Ich habe viele solcher Werke betrachtet und dabei hat sich herausgebildet, dass ich sie dann als ansehnlich empfinde, wenn die Stofflagen schräg verwendet werden.

Quelle: us.shein.com, theupsew.wordpress.com

So war die Idee geboren. Aber der Weg war dann lang und verlangte Durchhaltevermögen. Ein irres Projekt!

Zuerst habe ich einmal die hellen Jeans aus dem Fundus zusammengesucht. Dann wurden die dicken Nähte und Unansehnliches weggeschnitten und ich hatte dann längere oder kürzere brauchbare Beinstreifen. Diese habe ich einer heißen Wäsche und dem Trockner ausgesetzt. Die Stücke waren dann schön griffig und wirklich sauber. Die Waschmaschine und der Trockner hatten allerdings dadurch Flusenalarm, ein gründliches Reinigen der Siebe war vonnöten.

In gebügeltem Zustand habe ich die Streifen auf dem Boden ausgebreitet und zueinander Passendes nach Farbe und Struktur sortiert. Auf dem Zuschneidetisch habe ich mir mit dem Schnitt markiert, wie groß das Stoffstück werden muss. Dann wurden Streifen nebeneinander platziert und so lange umsortiert, bis mir das Bild gefiel. Außerdem sollten im Rücken die Streifen von links und rechts aufeinander treffen. Mit Stecknadeln habe ich dann markiert, wie die Stücke aneinander zu nähen sind.

Und nun wird es weiter aufwendig: Für ein Kleid, das schön fallen soll trotz des dicken Stoffs, verbieten sich Overlocknähte. Ich habe also mit Geradstich genäht, auseinandergebügelt und dann sowohl links als auch rechts neben der Naht abgesteppt, um die Naht zu sichern und flach zu halten. Zickzacknähte zur Versäuberung erschienen mir auch als zu dick. Also sind alle Nähte dreifach genäht. Der Aufwand lohnt sich, nachträglich betrachtet. Für Coverlocknähte mit ausfransendem Stoff auf der Vorderseite (siehe linkes Bild), dafür fehlte mir noch der Mut.

Und dann möchte ich ein Plädoyer für offene Prozesse halten, die Gutes statt Standard hervorbringen. Ursprünglich dachte ich, das Kleid hinten mit Reißverschluss schließen und die Kanten einfach mit Schrägband einzufassen zu wollen, wie schon so oft realisiert. Als dann aber das Vorderteil vor mit lag, fand ich es ohne weitere Verzierung als zu öde und zu kalt. Mir stachen die schrägen Linien ins Auge. Warum also nicht das Kleid schräg schließen und mit asymmetrischen Kragen versehen?

Einen geblümter Stoff im Fundus, nur ein kleines Stück, den hatte ich schon länger in der Nase, ohne dass mir bis jetzt eine Verwendung eingefallen wäre.

Eine schräge Naht galt es also wieder aufzutrennen und eine Knopfleiste anzunähen. Den Kragenschnitt habe ich mir am Halsausschnitt entlang gebastelt und den asymmetrischen Bubikragen fast Freihand geschnitten. Was entstanden ist, finde ich chic.

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Wenn man Preise von Upcycling-Mode sieht, fragt man sich, wie das kommt, wo doch der Stoff umsonst ist. Nun kann ich verstehen, wie aufwendig der Prozess ist, insbesondere an der Stelle Stoffe sortieren. Jedes Kleidungsstück dieser Art ist ein Werk und ein Unikat. Aus neuem Stoff in einem Rutsch zu schneidern, ist hier tatsächlich einfacher.

Das Kleid ist in Größe 110-116 gefertigt. Leni wird noch hineinwachsen. Ich hoffe Leni und Katrin können sich meiner Meinung „chic“ anschließen.

 

 

Shirt mit Ampelmännchen und Ampelfräuchen

Mein lieber Enkel Curd hat einen nicht unproblematischen, allerdings kurzen Schulweg. Es geht Gott sei Dank an einer Seite der sehr befahrenen Straße entlang, einmal muss eine Nebenstraße überquert werden. Der Überweg ist mit Ampel geregelt. Im Kindergarten hat Curd schon einen sog. Fußgänger-Führerschein gemacht. Außerdem gehen mehrere Kinder im Trupp. Dennoch sind Opa und Oma manchmal in Sorge.

Mir fiel dazu etwas ein.

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Es lagen schon länger abgelegte Poloshirts in meinem Fundus. Warum sie abgelegt wurden, ist mir schleierhaft, denn es handelt sich um Markenshirts ohne jeden Makel. Die klaren Farben trugen mit dazu bei, dass mir die Idee kam.

Ausgangslage:

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Es handelt sich wiederum um ein vollständiges Upcyclingprojekt. Was habe ich erhalten und mir Arbeit erspart?

Ich habe so geschnitten, dass die obere Knopfleiste Wiederverwendung findet. Selbst den Polokragen habe ich verkürzt wieder angenäht. Dazu hatte ich schon einmal eine Beschreibung geliefert, Polohemd wird zum Polokleidchen. Beim Schneiden habe ich den Grundschnitt so angelegt, dass der untere Saum des Poloshirts übernommen werden konnte. Die Ärmel sind jeweils aus dem Rücken der farbigen Poloshirts entstanden. Hier habe ich unten ein sog. falsches Bündchen gearbeitet. Das war schon einfach und exakt gleichfarbiges Bündchenmaterial wäre wohl kaum zu finden.

Die Applikationsvorlage stelle ich euch per pdf-Datei zur Verfügung:

Ampelmann

Ampelfrau

Mein Mann meinte, das Shirt wäre für Curd etwas kindlich. Ich hoffe, dem ist nicht so, und meine, es könnte dazu beitragen, dass Curd an der Ampel immer gut aufpasst.

füllige Pullover günstig fürs Upcycling

Ein wirklich dicker, riesiger Baumwollpullover in beige-grau von Katrins Vater geriet in meinen Upcyclingfundus. Und weil Rudolph so gut ankommt und weil Strickwaren derzeit gerne angezogen werden und weil Clara ein so schmales Mädchen ist, habe ich ein Ballonkleid oder besser eine Ballontunika mit Rudolph daraus gezaubert. Den ballonförmigen Schnitt habe ich Freihand geschnitten, indem ich einen Raglangrundschnitt nach unten verlängerte. Ich denke, der Schnitt passt gut für ein schmales Mädchen. Die aufgesetzte Tasche mit Rudolph lag schon bereit – Applikationsvorlage Rudolph – das Rentier mit der roten Nase – und passte m. E. hier schön. Die runde Tasche habe ich entlang der Seitennaht nach innen geklappt und dann aufgenäht. Die Ärmelbündchen habe ich unverändert, nur schmäler geschnitten übernommen, ebenso die Bündchen am unteren Ende. Man soll ja  so viel als möglich übernehmen und Näharbeit sparen. Am Hals konnte ich mit dem vorhandenen Bündchen nicht arbeiten, weil es zu dick und mindestens doppelt gestrickt war. Statt dessen habe ich einen Stickstreifen, es war noch reichlich Material vorhanden, eingeschlagen und gedehnt angenäht.

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Und weil ich es so schön fand, werde ich ein Exemplar aus neuem Nickystoff bei Etsy einstellen. Den Stoff musste ich vorwaschen, 6% Schrumpfung durch das Waschen waren angegeben. So ist es ein Exemplar in Größe 116/122 geworden.

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Von wegen graue Maus!

Im Upcyclingfundus finden sich farblich gedeckte Kleidungsstücke Erwachsener. So kam mir ein langer, weiter, grauer Pullover mit Kapuze von Hanna unter, völlig ohne jeden Makel. Wahrscheinlich war es ein umfassendes Kleidungsstück für die Schwangerschaft.

Nun könnte man denken, für Kinder gibt ein solcher grauer Pullover nichts her. Aber ich habe euch schon an anderer Stelle berichtet, dass es nur auf die Idee und die Kombination ankommt, Damenpullover wird zum Schneemann-Winterkleidchen. Ich denke, von grauer Maus kann wirklich nunmehr nicht die Rede sein, allenfalls von hinten betrachtet.

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Zum Aufpimpen habe ich „Rudolph“ verwendet, siehe Applikationsvorlage Rudolph – das Rentier mit der roten Nase. Rudolph ziert die Tasche, deren Konstruktion mir dank eines neuen Bändchenfassers eingefallen war.

Das Kleid hat unten die gesamte Weite des Pullovers übernommen. Im oberen Teil fanden sich am Pullover Linksmaschenreihen. die habe ich erhalten. Unten hatte der Pullover ein Bündchen, das ich nicht übernehmen konnte. Der Einfachheit halber habe ich unten mit einem Rollsaum abgeschlossen, mir erschien ein umgeschlagener Saum angesichts des sehr dehnbaren Materials als zu schwierig herstellbar. Die Kapuze des Pullovers habe ich einfach verkleinert angenäht. Dazu musste ich die Kapuze unten abschneiden und die Längsnaht versetzen, allerdings von Hand eine Öffnung im vorderen Abschluss der Kapuze zaubern und versäubern, damit das Band heraustreten kann. Nachträglich eine Öse einzuschlagen, war nicht möglich. Die vorhandenen Ärmel habe ich von unten beginnend schmäler und kürzer geschnitten und verwendet.

Die ganze Sache hat mich so viel Zeit gekostet wie gestern Deutschland gegen Frankreich spielte und wieder einmal verlor. Die Applikation lag allerdings schon bereit.

Einfaches Upcycling zur Nachahmung empfohlen!

 

zur Taufe – Outfit für die große Schwester

Zu feierlichen Anlässen wie Taufe, Hochzeit etc. bedarf es auch für die Kinder eines passenden outfits. Oft sehe ich bei den Mädchen zu derlei Gelegenheiten Polyestertüllröcke und viel Glitzer, das mag ich gar nicht.  Dahinter steht natürlich, dass ich eine Erziehung zu Elfchen, Goldmaries und überzarten Geschöpflein nicht mag. Lenis Vater, mein lieber Sohn, hat ebenso andere und seine Vorstellungen: Dunkelrot und ein Trägerrock sollte es sein. Trägerröcke haben ebenso wie ärmellose Hängerchen den Vorteil, dass sie mit wechselndem und verschiedenem Drunter ganzjährig zu verwenden sind und sich je nach Kombination ein völlig anderes Bild ergeben kann.

Ich hatte noch dunkelroten Samtcord für ein klassisches Ensemble.

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Den Schnitt für das Trägeroberteil habe ich aus „Kinderkleider“, ISBN978-3-572-08203-2. Ich habe allerdings statt den Rock anzukrausen vorne und hinten Kellerfalten gesetzt, weil der feste Cordstoff keine Kräuselung zuließ.

Der Blusenschnitt ist ein Grundschnitt aus  Ottobre kids 6/17. Er besticht dadurch, dass der untere Teil des Ärmels noch einmal gekraust ist. Als Stoffe habe ich eine Bluse von mir verwendet, die zu eng geworden war, sowie einen Stoffrest mit Kätzchen. Letzterer macht das Ensemble kindgerecht. An den Ärmeln habe ich aus dem Kinderstoff noch einige Herzchen appliziert, um die Sache kindlich abzurunden. Ebenso gab der Stoffrest noch einen passenden Latz her. Je nach Witterung kann das günstig sein, weil der Blusenstoff doch recht leicht ist.

Sportliche Schuhe gehen zu dem outfit natürlich gar nicht. Deshalb habe ich noch passende Riemchenballerinas gekauft. Sie waren günstig, weil reduzierte Sommerware angeboten wurde. Eine passende Strumpfhose macht das Ensemble perfekt.

Der nächste Sonntag mit einem schönen Familienfest kann kommen!

 

 

Refashion zu Halloween

In Hannas Beutel „zum Upcycling“ fand ich eine Sweatshirtjacke des Sohnes, die noch wirklich gut war, nur der Reißverschluss war defekt. Zudem trug die Jacke ein Emblem der Grundschule, die der Sohn besucht. Es ließ sich leider nicht entfernen – aufgeklebt.

Da Curd so groß aufgewachsen ist und mit fast 7 Jahren schon Kleidung der Größe 134 trägt, wollte ich die Jacke für ihn weiterverwenden. Sie zu zerschneiden, wäre zu schade gewesen.

So ist mir etwas eingefallen: Curd spielt Geschichten rund um Vampire nach und läuft bzw. „fliegt“ auch im Garten mit einem Halloween-Kostüm herum, das ich ihm letztes Jahr nähte, Vampirkostüm als Upcyclingprojekt, es passt so gerade hoch.

Es fand sich eine Applikationsvorlage, siehe Pinterest. Die habe ich auf einem quadratischen Stück Stoff aufgebracht und damit das Emblem der Grundschule übernäht. Passend dazu habe ich einen neuen Reißverschluss in orange gekauft und eingenäht. Dabei habe ich es mir wirklich einfach gemacht. Ich habe nur die Zähnchenleiste des alten Reißverschlusses weggeschnitten, der feste Rücken blieb vor Ort. Damit war die Front des Sweatshirts schon stabilisiert. Es war so besonders leicht, den neuen Reißverschluss oben auf zu nähen, nichts verschob sich.

Und hier das Ergebnis:

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Das neue Emblem ist zwar auffällig, aber doch so zurückhaltend, dass Curd die Jacke in die Schule anziehen kann, speziell zu Halloween.

Upcyclingschnitt für Interessantes gesucht und gefunden

Für das Upcycling und für den Einsatz von Stoffresten, über die jeder Nähhaushalt zu genüge verfügt, sind Schnitte günstig, die ein Zusammensetzen ermöglichen bzw. verlangen. So bin ich auf einen Schnitt für eine absolut bequeme Tunika bei Ottobre 6/17 (Größe 62-104) gestoßen, der vielerlei bietet.

Für ein Zusammensetzen von verschiedenen Stoffen spricht aber nicht nur der Upcyclinggedanke, sondern auch die Möglichkeit, Interessantes zu kreieren. Was fällt denn der Industrie ein? Ich sehe zuhauf einfarbige Bekleidung mit Plots auf der Brust, ggf. aus glänzendem Material. Wie langweilig! Eine gewisse Ausnahme stellt Boden mini dar. Hier findet man fröhlich Zusammengesetztes, das entspricht jedenfalls eher meinem Geschmack.

 

 

Einen schönen Stoff mit kleinen Mäusen, an dem ich im Stoffgeschäft nicht vorbeikam, habe ich kombiniert mit grauem Jersey aus der Restkiste von Anne und mit gestreiften Bündchen, die ich noch hatte. Man stelle sich vor, die ganze Tunika wäre aus dem Mäusestoff gefertigt. Ich denke, das wäre ein wenig fad geraten.

 

 

Katrins Nachbarin übergab mir ihre Stoffrestbeutel. Darin fand sich ein etwas dickerer Jersey in beige. In Annes Stoffrestekiste habe ich einen passenden Streifenstoff entdeckt. Der Prozess ist recht lustig: Die Behältnisse werden auf dem Boden ausgekippt und los geht suchen, aneinander halten, am Fenster bei Licht betrachten, Schnitt auflegen, überlegen, wie es passen kann, verwerfen, neu suchen usw.. Der Stoff in beige reichte nicht vollständig, deshalb ist vorne ein Stück Streifenstoff eingesetzt. Dann fand ich beige eigentlich für ein Kind etwas zu farblos. Deshalb habe ich links und rechts unten einen kleinen Igel appliziert. So ist es doch kindgerechter geworden und Leni wird es mögen.

 

 

Der helle Stoff mit Eistütenmotiv aus Annes Stoffrestekiste reizte mich schon lange. Mit dem Tunikaschnitt gelang nun eine Verwendung. Das Unterteil war ein abgelegtes Pumashirt von Hanna. Ich habe Saum und Seitennähte erhalten, musste dann allerdings die Ärmel klassisch in die Armrundung einsetzen, aber kein Problem. Der Stoffrest gab nicht die volle erforderliche Länge der Ärmel her. So habe ich mir mit einem etwas längeren Bündchen geholfen. Den weißen Bündchenstoff hatte ich noch.

Der Schnitt wird in die Kategorie leicht eingeordnet. Ich kann das bestätigen. Die drei Teile waren im Nu fertig. Drei Empfehlungen habe ich dazu:

  • Der V-förmige Halsausschnitt wird von einem gedehnten Streifen gesäumt. Dieser Streifen sollte unbedingt aus Bündchenstoff sein, damit der Ausschnitt gut anliegt und das Kind gut hineinkommt.
  • Wenn der Stoff zu dick ist, fällt das Ankrausen hin zur Passe ein wenig schwer. Der Schnitt funktioniert leichter mit mittelschwerem oder leichtem Jersey.
  • Ottobreschnitte fallen recht groß aus, also Maßtabelle beachten.

Ich verweise an dieser Stelle auf ebenso günstige Schnitte fürs Upcycling

und auf ein Exemplar einer solchen Tunika in Größe 80 in meinem shop bei Etsy.

 

 

Designerschnitt „Cilly“ – Schnitt für Mustermix fertiggestellt

Wie im vorhergehenden Artikel angekündigt, habe ich mit dem ersonnenen Schnitt ein weiteres Kleidchen genäht.

Mir kam zugute, dass mich eine Kurzreise an den Bodensee und nach Lindau führte. Und in Lindau muss ich jedes Mal das besondere Stoffgeschäft Marie Lind besuchen. Man führt dort außergewöhnliche Stoffe aus französischer Quelle, meist haben sie etwas festere Baumwollqualität und sind überwiegend für Dekozwecke geeignet. Ich könnte stundenlang dort schwelgen. Immerhin finden sich dort auch Stoffe, die für Kinder geeignet sind. Ich kaufte einen maritimen Stoff und hatte gleich eine Verwendung im Sinn.

Zu Hause angekommen, wurde der Fundus durchsucht, was passen könnte. Eigentlich hatte ich Jeansstoffe in meiner Vorstellung, viele Stücke erwiesen sich jedoch trotz des Schnitts, der drei Stoffstücke kombiniert und eben für Resteverwertung oder Upcycling überaus geeignet ist, als noch zu klein. Ich wollte nämlich für Leni nähen, die hat inzwischen Größe 110. Leni wird noch einmal auf Reisen gehen, wahrscheinlich ans warme Meer. Da passt ein Sommerhängerchen und der maritime Stoff. Schließlich fand ich doch noch Passendes, musste aber, um mit den Stücken auszukommen, die Seitennähte arbeiten. Im Schnitt ist das nicht unbedingt erforderlich. Verwendet wurden Teile aus zwei Herrenhemden in jeansartigem Stoff, hellblau sowie graublau. Selbst die Knöpfe fand ich an einem anderen Herrenhemd, nachdem ich den Gedanken an rote Kinderknöpfe verwarf. Das hätte das Oberteil mit dem starken Muster gestört. So ist wieder einmal ein Kombiprodukt in überwiegend Upcyclingmanier entstanden.

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Die Idee für die Applikation erhielt ich über Pinterest, wo ich zauberhafte Applikationen sammle, Oma-näht.

Beim nochmaligen Nähen kam mir die ein oder andere Idee, wie ich euch die Anleitung noch deutlicher und verständlicher fassen könnte. So habe ich die Anleitung noch einmal überarbeitet und nun ist es geschafft, selbst Nähanfängerinnen müssten mit der Anleitung klar kommen. Der Mehrgrößenschnitt umfasst die Größen 86 – 126. Den Schnitt und die ausführliche Fotoanleitung findet ihr bei Etsy oder bei mir über email. Gegen einen geringen Unkostenbeitrag von € 3,50 kann ich euch die Dateien übermitteln, eine Anfrage klärt den Rest der Abwicklung. Nachdem Dawanda überraschend schließt und Etsy aus meiner Sicht noch nicht wirklich etabliert ist, denke ich über die Integration eines shops in meinen blog nach. Aber noch ist es nicht soweit…

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Ich wünsche also viel Freude beim Aufnehmen der ein oder anderen Idee und beim Nachnähen!

Ein weiteres Exemplar habe ich bei Etsy eingestellt: