Stoffe kombinieren mit Bethioua

Bethioua ist der Name eines Schnittmusters. Ich habe es schon häufig genutzt, weil der Schnitt wirklich ein Ruckzuck-Nähen ermöglicht. Es handelt sich um eine Raglanvariante auch für Nähanfängerinnen, bei der die Ärmelstücke bis in den Rücken führen, was optisch sehr schön ist, unter dem Motto: Ein schöner Rücken kann auch entzücken. Außerdem lassen sich so Stoffreste und Stücke noch verwendbarer Kleidungsstücke verarbeiten. Ein echter Upcyclingschnitt!

Ich verweise an dieser Stelle auf meine Upcyclingschnitte und auf einen tollen Ottobre-Schnitt für solche Zwecke:

https://sewtonew.blog/product/cilly-schnitt-fuer-ein-maedchenkleid-im-mustermix/,

https://sewtonew.blog/2018/07/18/upcycling-jeans-jeanskleidchen-aus-vier-hosenbeinen-freebook-groesse-86-126/,

https://sewtonew.blog/2017/10/08/ein-schnitt-drei-kleidchen/

Ich erhielt den Schnitt Bethioua damals als freebook, heute kostet er etwas: https://www.ellepuls.com/kinder/schnittmuster-raglanshirt-bethioua-mini/.

Für Lotta und den Herbst habe ich dann einmal losgelegt:

Hier siehst Du, dass der Schnitt im Rücken eine Naht hat. Das heißt auch, dass kürzere Stücke Stoff hinten verwendet werden können. Oma Inges Pullover hatte einen V-Ausschnitt. So reichte die Front noch für den unteren Rücken.

Kurzärmelige T-Shirts geben kein Longshirt für Kinder her, aber zwei können das mit diesem Schnitt.

Stoffreste ergaben ein weiteres Bethioua-Shirt.

Hier sind noch einmal zwei Sommer-T-Shirts mit kurzen Armen verarbeitet worden. In dieser Variante habe ich den Saum unten von Ausgangsshirt erhalten können. Er war noch tiptop. Dadurch ist aber der Rücken unten nicht gebogen geschnitten.

Der Bethioua-Schnitt sieht verschiedene Abschlüsse unten vor: gerundeter Saum, gerader Saum, Bündchensaum. Den gerundeten Saum finde ich deshalb praktisch, weil beim Spielen auf den Knien oder in der Hocke der Rücken bedeckt bleibt.

Schön lässt sich ein solches Bethioua-Shirt aufpeppen, wenn du mit Paspeln zwischen den oberen und unteren Stoffstücken arbeitest. Darauf habe ich diesmal verzichtet. Mit dem oben angegebenen link findest du weitere kreative Lösungen. Ran an die Stoffrestekiste oder den Fundus abgelegter Kleidung!

zusammengesetzte Kleidchen für den Herbst

Jetzt ist Langärmeliges gefragt. Ich wollte dazu abgelegte Stücke aus dem Fundus und Stoffreste verwenden. Beim Stöbern fand ich farblich Passendes und wählte zum Kombinieren den schon oft verwendeten Schnitt „Mimmy“.

Die Passe und die Ärmel sowie die Taschen lieferte der Rücken eines abgelegten Herren-T-Shirts. Der Saum der Ärmel war zuvor der Saum des T-Shirts. Die Vorderseite des T-Shirts war mit einem nicht verwendbarem Plot versehen und wurde entsorgt. Der untere Teil des Kleidchens ließ sich aus einem Stoffrest schneidern. Ein kleinstes Stoffrestchen bot Herzchen, die ich ausschnitt und applizierte.

Hier war es ähnlich: Passe und Ärmel lieferte der Rücken eines Männer-T-Shirts, dessen Frontplot mit Surfmotiv in der Tonne landete. Der Rockteil entstammt einem weiteren Herren-T-Shirt, bei dem beide, also Vorder- und Rückseite verwendbar waren. Damit es wenigsten ein wenig kindlich wird, habe ich ein Kinder-Webbändchen am Ärmelende angenäht.

Die Passe war ehemal ein Sommertop. Mit seinen Spaghettiträgern konnte es aber die Ärmel nicht mehr hergeben. Der Lillestoffrest mit St. Martin Motiv reichte aber noch für Rockteil und Ärmel. Er war leider zu kurz, um den Frontbogen des Schnitts zu kreieren. Nun ist der Übergang von Passe zu Rockteil also gerade geworden, auch gut.

Die Kleidchen sind für Lotta. Sie bekommt üblicherweise Sachen der größeren Schwester. Jetzt ist sie mal extra benäht worden und freut sich hoffentlich.

Reste von Motivstoffen nicht entsorgen!

Gerade Kinderstoffe sind häufig Motivstoffe mit Tieren, Autos oder sonstigen schönen Mustern. Und im Upcyclingfundus – sofern Du meinem Grundkonzept folgst – findest Du überwiegend unifarbene Kleidungsstücke Erwachsener, die Du für Kinder weiterverwenden möchtest. Und hieraus entsteht eine perfekte Allianz. Stücke der Motivstoffe lassen sich als Applikation verarbeiten, ohne dass Du Applikationen aufwendig zusammensetzen musst, gleichzeitig peppst du die neuen Kreationen auf leichte Art und Weise auf.

Wie T-Shirts für Kinder aus Shirts Erwachsener entstehen, habe ich schon beschrieben: T-Shirts zu Kinder-T-Shirts – eine Anleitung zum planvollen Upcycling.

Wie Du nun einfach aufpeppen kannst, siehst du hier:

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Die pinkfarbenen Applikationen stammen aus der Stoffrestekiste von Anne. Hieraus habe ich schon so Allerlei verwendet. Anne nähte mit Leidenschaft für ihre Kinder, immer aus edlen Stoffen. Alle Reste befinden sich nun in meinem Fundus, wieder einmal mein Dank an Anne!

Stoffe für Jungen

Es ging weiter mit der Verarbeitung von Stoffresten, die für Jungs geeignet sind. Sie wunden kombiniert mit abgelegten Poloshirts von Hannas Mann.

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Der dazugehörige Artikel findet sich hier. Cosi werden die bequemen Longshirts sicher gefallen.

Windeltasche – eingefasste Variante

Windeltaschen oder Wickeltaschen sind ein beliebtes Geschenk zur Geburt. Ich hatte dazu schon einmal geschrieben: Welche Kleinigkeit schenkt man zur Geburt?.

Etwas zu nähen bringt dabei immer nur Vorteile. So kleine Stoffrestchen, wie zu diesen Geschenken nötig sind, hat wohl jede Näherin von euch noch da liegen, d.h. Kosten sozusagen gegen Null. Dann kannst du dich auf den Geschmack der Beschenkten einstellen. Welche Farbe, welche Motive liebt die Mutter? Und diese Kleinigkeiten sind eben auch schnell genäht und beflügeln deinen Stolz in Sachen handmade.

Für die Wickeltasche habe ich mir nun Folgendes überlegt. Die Tasche wird meist so genäht, dass im letzten Nähschritt durch eine möglichst kleine Wendeöffnung gewendet werden muss. Das finde ich etwas nervig. So habe ich diesmal die Stofflagen zusammengefasst und mit Schrägband gefasst. Damit dann in einem Zug genäht werden kann, sind die Ecken gerundet. Noch die Schnullerhalterung und die Schließlasche unter das Schrägband zu bekommen, schien mir zu schwierig. Deshalb sind nach Fertigstellung Bänder in der Nahtlinie des Schrägbands außen bzw. innen angenäht. So ergibt sich eine Variante, bei der das „Paket“ umschlungen und festgebunden wird. Ich habe es ausprobiert, das „Packen geht ganz flott, statt dass man noch den Druckknopf sucht.

Eine Schwierigkeit will ich aber nicht verschweigen. Wie wird das Schrägband sauber an den Enden zusammengeführt? Hierzu nähst du nur bis ca. 4 cm rechts und links vom Punkt des Zusammentreffens der beiden Schrägbandenden. Nun schneidest du an beiden Enden des Schrägbands in gleicher Weise schräg ab, so dass noch ein winziges Stückchen für die Naht überlappt. Jetzt wird es etwas kniffelig: Die Naht ist zu setzen, obwohl links und rechts knapp davon weg das Schrägband schon angenäht ist. Hier hilft nur exaktes Stecken, bevor du nähst. Dann wird das restliche 8 cm lange Stück mit neu einsetzender Naht um die Stofflagen der Wickeltasche angebracht. Hier gilt auch wieder: Zuvor gut stecken!

Die Ergebnisse:

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Innen sind die Wickeltaschen klassisch aufgebaut: zwei große Laschen für Windeln und Feuchttücherpackung, zwei mehrfach unterteilte obere Laschen für Kleinkram und schließlich die Schnullerbefestigung mittig, siehe zweites Bild.

Da Freundinnen von Katrin schwanger sind, gehen einige Taschen dorthin, einige habe ich in meinem shop Mädchenfein eingestellt, siehe Menüleiste. Mein Dank gilt wieder Anne, die mich mit wunderschönen Stoffresten versorgt hat.

Jeans Upcycling, aber bitte mit System!

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Wie du erkennst, habe ich mich mit dem Upcycling von Jeans schon einige Male befasst und Erfahrungen gesammelt. Deshalb möchte ich ein wenig aus meinem Nähkästchen plaudern.

Technische Erfahrungen:

Ohne eine Jeansnadel geht es nicht. Der Jeansstoff ist robust, aber eben auch schwer zu nähen. Mit einer Universalnadel kommt es doch zu Nadelbruch. Deshalb ist es ratsam, gleich die Jeansnadel oder sogar die Ledernadel einzuschrauben! Das verwendete Garn sollte Qualitätsgarn sein, anderenfalls ärgert du dich darüber, dass Garn reißt und der Faden wieder eingefädelt werden muss.

Overlock oder normale Nähmaschine? Dieser Frage möchte ich mich zuwenden. Overlocknähte haben zwar den Vorteil, das in einem Zug genäht und versäubert wird, aber die Nähte sind bei Jeansstoff doch recht dick. Will man das bei Kinderkleidung? Eher nicht. Außerdem verlangt der feste Jeansstoff der Overlockmaschine (ausgelegt für den privaten Gebrauch) allerhand ab. Wenn dann noch quer zu weiteren Nähten genäht werden soll, wird es doch noch mühsamer. Ich plädiere deshalb für die normale Nähmaschine. Ich plädiere dann weiter dafür, dass du die Nähte streng auseinander bügelst und links und rechts von der Naht absteppst, dies kleinstichig, um die Naht nicht nur flach zu halten, sondern auch um die Nahtzugabe zu sichern. Das macht Arbeit, klar, aber es lohnt sich.

Die Außenbeinnähte der Jeanshosen sind meist als Kappnähte gearbeitet. Ich halte diese dicken Wülste für ungeeignet, um sie bei Kinderkleidung weiter zu verwenden, wenn ich auch sonst dafür bin, so viel als möglich zu erhalten.

Es bietet sich daher an, die Hosen links und rechts der Kappnähte aufzuschneiden und dabei die Kappnaht zu entfernen. Die Innenbeinnähte kann man geschickt positioniert ggf. erhalten und verwenden. Dies war geschehen bei Lenis Jacke, die eine solche Naht mittig im Rücken und mittig auf den Ärmeln trägt.

So aufgeschnitten empfehle ich zunächst eine gründliche Wäsche. Mit gründlich meine ich, dass ruhig heißer gewaschen wird, als dies normalerweise für Jeans vorgesehen ist. Danach kann der Stoff eine gewissen Weichheit erlangen, wenn er im Trockner gewirbelt wird.

Gestalterische Überlegungen:

Reicht der Stoff der Hosenbeine für die vorgesehenen Schnittteile? Dies kann für Kinderkleidung kleiner Größen so sein. Günstig sind dann im Übrigen Schnitte, die von vorneherein ein stückweises Vorgehen verlangen, so bei Upcycling Jeans – Jeanskleidchen aus vier Hosenbeinen – Freebook Größe 86 – 126 oder bei Designerschnitt „Cilly“ – Schnitt für Mustermix fertiggestellt.

Wenn sich aber auch für nur eins der Schnitteile kein ganzes Jeansstück findet, muss der Stoff zusammengesetzt werden. Im Beispiel der Tasche waren das schmale Stoffstreifen, wobei gerade die kleinen Streifen den Clou der Tasche ausmachen. Und hier sieht man, dass der Phantasie beim Zusammensetzen keine Grenzen gesetzt sind. Aber: Es sollte mit System zugehen. Ich sehe im Netz zahlreiche Beispiele von Kleidung, die durch Upcycling entstanden ist. Oft sind die Stücke wirr zusammengesetzt, auch noch mit anderen Materialien kombiniert, und es entsteht etwas sehr Buntes, Ungeordnetes, Lappiges. Es macht den Eindruck, als wären die Stücke zufällig unter der Nähmaschine zusammengekommen. Man kann den „Hippie-Stil“ mögen, ich mag ihn nur zurückhaltend.

Deshalb plädiere ich für ein System: Streifen oder Quadrate oder Rechtecke in gleicher oder verschiedener Größe, in Farbtiefe und Größe wohl überlegt ausgesucht. Das macht zugegeben ein wenig Arbeit, bis die Stücke so liegen, dass ein schönes Bild entstehen kann. Im Projekt Upcycling, diesmal gar nicht so leicht – zusammengesetztes Jeanskleidchen, hatte ich mich zudem vehement dafür ausgesprochen, Streifen schräg laufend zu verwenden.

In meinem letzten Projekt, das ich nunmehr hinzufügen möchte, habe ich noch etwas Komplizierteres ausprobiert, nämlich das Zusammensetzen in einer Art Fischgrätemuster:

Dazu werden Stoffstreifen benötigt, die zumindest paarweise die gleiche Breite haben. Das Paar wird im Winkel zusammengenäht und jede weitere Bahn wird an der Seite angenäht, die schon eine Quernaht besitzt. Nicht vergessen, nach jedem Schritt bügeln und steppen! So entsteht dann ein großes Stoffstück, das ein ganzes Vorderteil hergibt. In diesem Beispiel läuft die Mitte des Fischgrätemusters senkrecht mittig im Vorder-und Rückenteil, aber das muss nicht so sein. Eine asymmetrische Anordnung ist ebenso denkbar. Die Richtung der Nähte habe ich dann für die Knopfleiste und für den Kragen wieder aufgenommen. Ich finde den mit den Nähten parallel laufenden asymmetrischen Kragen sehr schön passend. Hier wurde im Übrigen ein Stück nicht mehr benötigter Kinderbettwäsche aus meinem Fundus verwendet.

Das Verfahren lässt sich weiter verwenden für andere Stoffarten. Jedenfalls werden größere Stoffstücke geschaffen, wenn das Ausgangsmaterial für das Upcycling die Schnitteile einfach nicht hergeben will. Ich denke mit größer werdenden Enkelkindern werde ich auf die verschiedenen Verfahren zurückgreifen müssen.

kleine genähte Geschenke

Wer viel näht wie ich, hat schnell die Idee, etwas Genähtes zu verschenken.

Und es gibt einen riesigen Vorteil. Die Geschenke werden sozusagen mit eingewebter Liebe hergestellt. Sie geraten immer individuell, einzigartig und persönlich. Das geht schon los bei der Farbwahl. Einige aufmerksame Beobachtungen zum Beschenkten führen zu einer Vorstellung über dessen Farbvorlieben. Womit ist der Beschenkte beschäftigt, was interessiert ihn, was könnte ihn überraschen, sind weitere Fragen.

Will man shoppend durch die Stadt etwas Passendes finden, ist man schnell entmutigt, so geht es jedenfalls mir. Massenware, Einheitsbrei, überteuerter Schnickschnack, eher also Notgeschenke sind dann zu finden. Selbst auf den kürzlich besuchten Weihnachtsmärkten bietet sich das immer gleiche Bild.

Ich möchte also einige Vorschläge unterbreiten, was recht einfach zu realisieren ist. Wer nicht selbst nähen kann oder will, kann mich gerne kontaktieren. Ich kann ggf. eure Vorstellungen realisieren.

Rollen für Stifte, aber nicht nur dafür

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Du benötigst einen Außenstoff, einen Innenstoff und den Stoff für die Stiftefächer. Die beiden ersten werden in gleicher Größe zugeschnitten, für die Stiftefächer reicht ein weniger breites Stück. Dieses ist nach innen umzuschlagen, ehe in gleichen Abständen die Fächer per Längsnaht unterteilt werden. Günstig war der Streifenstoff des rechten Beispiels. Ich musste hier nicht abmessen, sondern konnte Streifen abzählen und hatte durch die Linien gleich die Gerade vorgegeben. Zum Schluss habe ich die Ecken abgerundet, um besser mit den einfassenden Schrägstreifen durchnähen zu können. Es gibt Anleitungen, die noch zusätzlich vorschlagen, einen kleinen, gefalteten Stoffstreifen gegenüber den Stiften mitzunähen, um das Herausfallen der Stifte zu vermeiden. Und dann wird es individuell: Curd und Leni sind in dem Alter, wo gelernt wird, wie man eine Schleife bindet. Deshalb habe ich auf Klettverschluss oder Gummizug und Knopf verzichtet und stattdessen ein Band angenäht. Natürlich ist das rechte Beispiel mit den Autos für Curd und das linke Beispiel mit den Hippos für Leni.

Eine solche Rolle, ggf. mit anderen Maßen, ist geeignet für

  • Besteck
  • Uhren
  • Stricknadeln
  • Häkelnadeln
  • Werkzeug
  • etc.

Tafel to go

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Die wird vom Prinzip her ähnlich genäht wie die Rollen. Die Beschreibung findet sich weiter vorne: Tafel to go

Utensilos

Ja, die kann man immer gebrauchen und sie lassen sich farblich und größenmäßig zum Zweck und zur Person passend nähen.

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Diese Variante hatte ich schon zu Weihnachten sozusagen in Massen produziert: genähte Weihnachtsgeschenke

Wie die Größe und die Form anzupassen ist, habe ich beschrieben, denn Schnitte sind nicht unbedingt nötig, nur ein wenig Kopfrechnen: Schnitt für Utensilo selbst herstellen

Topflappen

Hier ist Vorsicht geboten. Topflappen werden unter Umständen assoziiert mit „Heim und Herd“. Ich käme also niemals auf die Idee, meinen Schwiegertöchtern Topflappen zu schenken. Es gibt aber viele Menschen, die hobbymäßig kochend engagiert sind. Kennt man deren Küche, lässt sich eine Farbwahl ableiten. Für einen selbst ergibt sich der Vorteil, dass Stoffreste, selbst kleinste, ihre Verwendung finden.

Weiter vorne, findest du Beispiele und Anleitung: Adventsgeschenke aus Stoffresten

Täschchen

Die kann Frau immer wieder gebrauchen, als Schminktäschchen, Täschchen für Hygieneartikel, als Geldbörse etc..

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Dieses Exemplar habe ich für mich selbst genäht und es leistet gute Dienste. Wie es geht, steht hier: Täschchen, Täschchen

Schlüsselanhänger

Julia, meine Probenäherin, schlug mir zum Thema kleine genähte Geschenke Schlüsselanhänger vor, die einen Lippenstift aufnehmen können: bei Funkelfaden

Ansonsten finden sich zahlreiche Beispiele bei Pinterest

Hier muss man sich allerdings häufig die metallene Ausstattung besorgen, damit ein Schlüssel nicht verloren geht.

Lesezeichen

Das ist etwas wirklich Kleines, das im Nu genäht ist. Trotz Bildschirm und cloud soll es ja immer noch Bücher geben, die als papierne Ausgabe geliebt werden. Die Buchmessen zeugen davon. Für alle Leseratten also die Vorschläge bei Pinterest

usw., usw.

Füllt gerne das Kommentarfeld mit weiteren Vorschlägen und Verweisen. Dann können Leser surfend fündig werden.

Adventsgeschenke aus Stoffresten

Du nähst sehr viel? Du weißt nicht wohin mit den überquellenden Stoffrestekisten?

Da ich alle Schnipsel aufbewahre, weil sie ja vielleicht noch für die ein oder andere Applikation taugen könnten oder weil sie zumindest Puppenkleider noch ergeben, weiß ich jetzt bald nicht mehr, wohin mit den Stoffresten. Aber es lassen sich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, nachdem mir dank der Anregung bei Pinterest eine Idee kam.

Was ist also entstanden?

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Topflappen in Blattform! Topflappen kann man gerade zur Weihnachtsbäckerei doch gut gebrauchen, heiße Bleche sind eine Gefahrenquelle. Und wer will schon zu Weihnachten verpflastert herumlaufen.

Ausgegangen wird von Stoffstreifen, die versetzt aneinander genäht werden. Es kommt sich nicht genau mit den Stoffbreiten und -längen, insgesamt sollte eine Blattform später herauszuschneiden sein. Es werden etwa 6-7 Streifen aneinander gefügt. Fadenlauf und Muster können ebenso vernachlässigt werden. Ich denke aber, man sollte in einer Farbfamilie bleiben.

Es versteht sich von selbst, dass nur hitzebeständige Baumwolle infrage kommt.

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Die beiden Stücke für links und rechts werden in der Mitte zusammengenäht. Eine zuvor aus Papier ausgeschnittene Blattform wird aufgelegt und größere Überstände werden schon einmal abgeschnitten, die stören das weitere Nähen. Schließlich wird ein passendes Stück Füllvlies untergelegt und für die Rückseite ein größerer Stoffrest. Alles wird – noch nicht in Form gebracht – aufeinandergesteckt. Dabei ist darauf zu achten, dass auch die Rückseite stramm sitzt und keine Falten bildet.

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Nun werden alle Nähte zwischen den Streifen von oben, alle Stofflagen fassend, sorgsam abgesteppt, beginnend mit der Längsnaht in der Mitte. Dann wird die Blattform rundherum mit Zickzack „gezeichnet“. Nun kann man sauber entlang der Zickzacknaht  das „Blatt“ ausschneiden. Mit dem Bändchenfasser und Schrägband aus Stoffresten habe ich anschließend rundherum den Topflappen abgefasst. Dabei habe ich unten begonnen und oben am „Blatt“ eine Schlaufe zum Aufhängen in einem Zug mitgenäht. Unten muss das Bändchen zum Schluss umgeschlagen festgenäht werden.

Meine Stoffrestekisten sind ein wenig, allerdings nur ein wenig, leerer geworden, und Beschenkte werden sich hoffentlich freuen.

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Kleid mit der Maus

mauskleid5Ich frag‘ die Maus:
Wo ist dein Haus?
Die Maus darauf erwidert mir:
Sag’s nicht der Katz‘, so sag ich’s dir:

Treppauf, treppab.
Erst rechts, dann links,
Dann geradeaus,
Da ist mein Haus.

Du wirst es schon erblicken!
Die Tür ist klein
Und trittst du ein,
Vergiss nicht, dich zu bücken.

Leni muss sich nicht wirklich bücken, sondern nur herunterschauen!

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Und das Schwänzchen schaut heraus aus dem Haus (gehäkelt).

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Oma hatte Spaß und freut sich königlich über das lustige Kleidchen.

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Ich hatte noch einen kleinen Rest des Mäusestoffs. Der reichte so gerade für Passe und Ärmel. Dann hatte ich einen Feincord gekauft, den ich eigentlich anders verwenden wollte, aber hier passte er farblich bestens. So habe ich den in feine Falten gelegten Rock angesetzt, Rüffler, eine feine Sache. Der sah dann aber etwas langweilig aus, bis mir der Clou mit der Maus in der Tasche einfiel. Beim Nähen musste ich wirklich Schmunzeln und freue mich über das Werk.

Upcyclingschnitt für Interessantes gesucht und gefunden

Für das Upcycling und für den Einsatz von Stoffresten, über die jeder Nähhaushalt zu genüge verfügt, sind Schnitte günstig, die ein Zusammensetzen ermöglichen bzw. verlangen. So bin ich auf einen Schnitt für eine absolut bequeme Tunika bei Ottobre 6/17 (Größe 62-104) gestoßen, der vielerlei bietet.

Für ein Zusammensetzen von verschiedenen Stoffen spricht aber nicht nur der Upcyclinggedanke, sondern auch die Möglichkeit, Interessantes zu kreieren. Was fällt denn der Industrie ein? Ich sehe zuhauf einfarbige Bekleidung mit Plots auf der Brust, ggf. aus glänzendem Material. Wie langweilig! Eine gewisse Ausnahme stellt Boden mini dar. Hier findet man fröhlich Zusammengesetztes, das entspricht jedenfalls eher meinem Geschmack.

Einen schönen Stoff mit kleinen Mäusen, an dem ich im Stoffgeschäft nicht vorbeikam, habe ich kombiniert mit grauem Jersey aus der Restkiste von Anne und mit gestreiften Bündchen, die ich noch hatte. Man stelle sich vor, die ganze Tunika wäre aus dem Mäusestoff gefertigt. Ich denke, das wäre ein wenig fad geraten.

Katrins Nachbarin übergab mir ihre Stoffrestbeutel. Darin fand sich ein etwas dickerer Jersey in beige. In Annes Stoffrestekiste habe ich einen passenden Streifenstoff entdeckt. Der Prozess ist recht lustig: Die Behältnisse werden auf dem Boden ausgekippt und los geht suchen, aneinander halten, am Fenster bei Licht betrachten, Schnitt auflegen, überlegen, wie es passen kann, verwerfen, neu suchen usw.. Der Stoff in beige reichte nicht vollständig, deshalb ist vorne ein Stück Streifenstoff eingesetzt. Dann fand ich beige eigentlich für ein Kind etwas zu farblos. Deshalb habe ich links und rechts unten einen kleinen Igel appliziert. So ist es doch kindgerechter geworden und Leni wird es mögen.

Der helle Stoff mit Eistütenmotiv aus Annes Stoffrestekiste reizte mich schon lange. Mit dem Tunikaschnitt gelang nun eine Verwendung. Das Unterteil war ein abgelegtes Pumashirt von Hanna. Ich habe Saum und Seitennähte erhalten, musste dann allerdings die Ärmel klassisch in die Armrundung einsetzen, aber kein Problem. Der Stoffrest gab nicht die volle erforderliche Länge der Ärmel her. So habe ich mir mit einem etwas längeren Bündchen geholfen. Den weißen Bündchenstoff hatte ich noch.

Der Schnitt wird in die Kategorie leicht eingeordnet. Ich kann das bestätigen. Die drei Teile waren im Nu fertig. Drei Empfehlungen habe ich dazu:

  • Der V-förmige Halsausschnitt wird von einem gedehnten Streifen gesäumt. Dieser Streifen sollte unbedingt aus Bündchenstoff sein, damit der Ausschnitt gut anliegt und das Kind gut hineinkommt.
  • Wenn der Stoff zu dick ist, fällt das Ankrausen hin zur Passe ein wenig schwer. Der Schnitt funktioniert leichter mit mittelschwerem oder leichtem Jersey.
  • Ottobreschnitte fallen recht groß aus, also Maßtabelle beachten.

Ich verweise an dieser Stelle auf ebenso günstige Schnitte fürs Upcycling