Kleidungsstücke kombinieren

Was beim Kauf von Kleidung gilt, lässt sich auf Nähen und Upcycling übertragen.

Wer kennt das nicht: Ein neues Kleidungsstück wurde erworben und zuhause stellt man fest, dass doch nicht genau Passendes dazu vorhanden ist. Alle vorhandenen Blusen oder Pullover harmonieren nicht perfekt mit der neuen Hose. Das kann dazu führen, dass das neue Stück ein vergessenes, verborgenes Schrankdasein fristen muss. Oder aber man geht etwas „gemustert“ damit, um dann später ein genau passendes Kleidungsstück zusätzlich zu erwerben. Das hätte man abkürzen können, indem man gleich zwei Teile erwirbt oder man betritt das Geschäft schon mit der Bluse, zu der man eine neue Hose oder einen Rock sucht.

Beim Nähen und Upcycling geht es ebenso immer darum, Passendes zu kombinieren, entweder an einem Kleidungsstück oder aber bei der Herstellung eines ganzen Outfits. Wohl dem, der dann einen reichen Fundus besitzt, in dem man wühlen kann, bis Harmonierendes und die dazu passende Idee gefunden sind.

Die Kinderhose hatte ich schon vorgestellt und auch angekündigt, dazu ein Oberteil nähen zu wollen.

Ich fand dann eine stark gemusterte Damenbluse, die den Farbton der Hose u.a. aufwies. Die Bluse schnitt ich neu von unten her zurecht. Den unteren Saum konnte ich übernehmen, ebenso die Knopfleiste. Die aufgeschlagenen, kurzen Ärmel der Ausgangsbluse ergaben 3/4-Ärmel für die Kinderbluse. Den Aufschlag verwendete ich in Verlängerung wieder. Der Halsausschnitt ist mit Schrägband – aus der Bluse entnommen – gefasst.

Was ist das Resümee: Es lässt sich das kombinieren, was gleiche Farben aufweist. Allerdings geht dabei nur uni zu gemustert. Nach meiner Meinung ist zweimal gemustert zu überfrachtet, das mag ich nicht.

Und außerdem: Warum neue Stoffe verwenden, wenn gute, abgelegte Kleidung vorhanden ist, Upcycling eben!

Es fand sich dann auch noch ein Jerseystück in gleichem Farbton wie die Hose. Um zu Harmonierendem zu kommen, habe ich das Detail der Hose, nämlich das aus hellblauem Baumwollstück Gefertigte, beim Longshirt wiederholt. Das Shirt trägt auch die Applikation der Blüte. Einen Streifen des Baumwollstücks musste ich an den Ärmeln einbringen, weil der Jerseystoff für den langen Ärmel sonst nicht gereicht hätte.

Was ist das Resümee: Details wie Applikationen, Bändchen, Paspeln usw. können Kleidungsstücke zusammenführen.

Und außerdem: Stoffreste wurden wieder einmal einer neuen Bestimmung zugeführt.

Nimm drei! – wenn der Stoffrest nicht reicht

Mit größer werdenden Enkeln wird Upcycling schwieriger, weil Stoffstücke, die schon mal verarbeitet waren, nach Wegschneiden von Nähten und Abnähern nicht mehr für ein ganzes Kleidungsstück reichen. Verwahrt man allerdings Allerlei, Stauraum vorausgesetzt, finden sich zwei, drei oder mehr Stücke, die miteinander harmonieren und neu verarbeitet werden können. Dabei ist darauf zu achten, dass nicht nur die Farben, sondern auch die Qualität der Stoffe zueinander passen. Blau zu blau und Baumwolle zu Baumwolle, so in diesem Fall!

Bei diesem Hoodie wurde ein Jerseystoffrest, ein Rest von einem weichen, flexiblen Cord und der Rücken eines Herrenhemds verwendet. Der unifarbene Jerseystoff gab die Ärmel und die Innenseite der Kapuze und den unteren Saumabschluss her. Der weiche Cord bildete Vorder- und Rückenteil des Hoodies. Kapuzenaußenseite, Schlitzversäuberung und Ärmelabschlüsse lieferte das Herrenhemd.

Ich denke, es ist ein ansprechendes, harmonisches Ganzes entstanden. Es ist zudem individuell und durch die Kombinatonen interessant und nicht alltäglich.

Hier noch einige Details:

Es ist also ratsam, doch Vieles aufzubewahren. Ein reicher Fundus bietet entsprechende Kombinationsmöglichkeiten. Mir macht es auch Freude, in den „Schätzen“ zu kramen, bis eine Idee für etwas Neues entsteht. Upcycling macht so echt Spaß!

Doubleface Hoodie mit schönen Details

Die Vorteile von Doubleface liegen auf der Hand. Man hat zwei Stofflagen unterschiedlichen Designs, die miteinander verwebt sind. Damit ist der Stoff recht dick, also gut geeignet für einen wärmenden Hoodie, der ein Enkelkind nunmehr in den Herbst begleiten soll. Gleichzeitig sind die beiden Stofflagen im Design zueinander passend, der Partnerstoff ist also gleich vorhanden, man muss den Stoff nur jeweils von der anderen Seite verwenden. Je nachdem, wie man die Seiten verwendet, entsteht ein individuelles, in jedem Falle niemals langweiliges Kleidungsstück. Bei der Verwendung zur Kapuze muss man diese nicht füttern, innen wie außen ist schon ein schöner, ansehnlicher Stoff vorhanden.

Der Doublefacestoff hat eine gestreifte und eine gepunktete Seite. Für die Kapuze wurde innen gestreift und außen gepunktet gewählt. Der Corpus ist gepunktet, die Ärmel aber sind gestreift. Abschlussbündchen bilden wiederum einen Kontrast.

Nun zu den schönen Details: Wer qualitativ hochwertig kaufen will, sieht beim Kauf auch innen in das Kleidungsstück hinein. Wurde einfach mit Overlocknähten zusammengefügt? Oder sind Innennähte verschönert? Das ist möglich über Kappnähte oder über Streberstreifen, die ein Kleidungsstück auch innen sehr sauber aussehen lassen.

Ich habe die Vorderfront der Kapuze eingefasst. Wer über einen Bändchenfasser verfügt, hat es mit dieser Entscheidung beim Nähen einfach. Ich habe einen passenden geblümten Baumwollstoff, einen Rest, in Schrägstreifen geschnitten. Damit wurde die Kapuze vorne versäubert. Die Schrägstreifen dienten dann weiter als Streberstreifen. Klappt man den Ärmel hoch, sieht man so nicht etwa auf eine Overlocknaht, sondern auf ein hübsches inneres Detail. Entsprechend bin ich verfahren bei der Ansatznaht der Kapuze am Hals und beim unteren Abschluss mit Bündchen.

Der Schnitt ist ein Ottobreschnitt und deshalb gewählt, weil ich gerne Sattelärmel verwende. Sie sind eleganter als Raglanärmel, aber ebenso leicht zu nähen.

Wer Weiteres über Doubleface erfahren will, schaue auch zu diesen Projekten der Vergangenheit:

Ich kann Doubleface nur empfehlen unter dem Motto Designvielfalt und Schönheit von innen und außen!

Sommerkleidchen aus doubleface

Die Lust am Nähen stand im Vordergrund, aber es wartete auch ein Stöffchen schon länger auf Verarbeitung.

Mit doubleface-Stoffen habe ich schon des öfteren gearbeitet. Der Stoff beinhaltet gleich die Kombinationsmöglichkeiten. Das ist der große Vorteil. Zudem ist der Stoff robust und zugleich weich, ideal für Kinderkleidung.

Die gestreifte Seite habe ich für die vordere Passe, die Ärmel und die Eingriffstaschen verwendet, die gepunktete Seite für das Kleid im Ganzen. Jedenfalls ist es so nicht langweilig, statt dessen interessant und harmonisch zugleich.

Den passenden Schnitt nahm ich diesmal aus der Ottobre Kids 4/16. Er besticht durch die wellenförmige untere Linie der Passe sowie durch das bequem Beutelhafte des unteren Kleids mit großen Taschen.

Hier einige Details:

Das Kleid ist in 140 für meine Enkelin Cilly genäht, sie trägt gerne Kleider.

Für weitere Inspirationen zu doubleface siehe:

https://sewtonew.blog/2022/02/08/wendekleid-dank-doubleface/

https://sewtonew.blog/2022/01/30/gestaltungsmoeglichkeiten-mit-doubleface/

https://sewtonew.blog/2020/09/29/warmes-kleid-aus-doppelsweat/

Stoffreste zu Sommertop II

Nun war ich einmal gut dran mit dem Nähen, und die Stoffreste sahen mich sozusagen fordernd an. Wie im vorherigen Artikel beschrieben, habe ich wieder den Schnitt aus Ottobe kids fashion 3/15 verwendet, diesmal aber für die kleinere Lotta. So kamen Stoffreste zum Zuge, die für die größere Enkelin nicht mehr reichten.

Angesichts der Farben hoffen wir also auf einen herrlichen Sommer. Lotta kann jedenfalls schon einmal mit strahlen.

Die schönen Details des Halsausschnitts noch einmal im Detail:

Und es zeigte sich mal wieder: Wenn man einen Schnitt mehrfach verwendet, wird es immer routinierter, und die Tops zu nähen, war ein schnelles Nachmittagsprojekt.

Stoffreste zu Sommertop

Wer viel näht, der hat auch jede Menge Stoffreste. Beim Kauf von Stoffen bemisst man das Projekt eher großzügig, denn wer möchte schon am Ende doch nicht mit dem Stoff auskommen. Sommertops- besonders die für Kinder – gehen dann aber immer noch, zumal wenn der Schnitt die Kombination von Stoffen ermöglicht.

Schnittdetail

Der Schnitt stammt aus einem alten Ottobreheft, kids fashion 3/15. Der Frontriegel ist ein ausgesprochen hübsches Detail. Er lässt sich in einem korrespondierende Stoff realisieren, das Schulterstück oberhalb bietet ebenso die Chance, Stoffstückchen unterzubringen und mit dem Design zu spielen. Hier habe ich einerseits die Streifen längs laufen lassen und andererseits den gleichen Stoff wie beim Frontriegel verwendet. Selbst eine dritte Stoffart ist denkbar als Gestaltungselement. Mit den Abschlüssen an Hals und Armen lassen sich des weiteren Farbakzente setzen.

Die beiden Shirts sind für Leni in Größe 156, für die kleineren Enkel sind weitere Sommersachen aus Stoffresten in Arbeit. Demnächst mehr …

Herzensangelegenheit oder der Dinge Mehrwert

Diejenigen, die so alt sind wie ich, erkennen vielleicht, welchen Ursprung diese Kissenhülle hat. Selbst in Gymnasien für Mädchen meiner Zeit gab es Handarbeit statt Kunstunterricht, Latein wurde aber auch gelehrt, ebenso revolutionäre Literatur.

Der karierte Stoff eignet sich natürlich hervorragend, um genaues Sticken zu erlernen, denn die Kästchen geben die Abstände für die Stiche an. Neben dem Sticken erlernte man das Nähen per Hand. So entstand eine Halbschürze mit Taschen.

Sie hat auf irgendeine Art und Weise überlebt und war es wert, aufgehoben zu werden – Erinnerung. Schon etwas ramponiert konnte sie als Schürze nicht mehr verwendet werden. Die von Hand gefertigten Bindebänder – ich mag mir gar nicht mehr vorstellen, wie lange ich an den langen Bändern von Hand gesäumt hatte – waren wirklich hin. Auch andere Stellen sind schon abgewetzt – ich dachte, die paar Stellen sind verschmerzbar-, ein Loch ließ sich dekorativ schließen.

Jedenfalls ergab die Schürze nach Entfernen des Bundes, unter dem sie gekräuselt war, Stoff für eine Kissenhülle her, jedenfalls für eine Seite eines Kissens mit 60 x 40 cm.

Herr Schulz, der auch schlecht wegwerfen kann, brachte mir vor einiger Zeit Stoffreste, die jetzt für die andere Seite farblich passend erschienen.

Weil schon so lustig kunterbunt, dachte ich, dass auch bunte Knöpfe ganz hübsch wären. Das eine Ende des Schlauches habe ich also eingeschlagen und mit Knopfleiste versehen.

Ein rotes Kissen passt nicht zu meinem Interieur, Farbvorlieben verändern sich im Laufe des Lebens, aber vor der Türe habe ich diesmal die Gartenbank im Unterstand platziert, mit dem Hintergedanken, dass dort ich oder meine Feriengäste in der morgendlichen Ostsonne frühstücken könnten.

Mit der Decke setze ich bei den Erinnerungen noch eins drauf. Die Decke diente in meiner Studentenbude als Abdeckung für das Bett. Sie erinnert an die 70er Jahre nicht nur im Stil – Schmunzel, Schmunzel …

Die Taschen am Kissenbezug, so fiel mir ein, könnten ganz praktisch sein. Zur Sommerzeit lässt sich beispielsweise dort schon mal die Sonnenbrille einstecken – wartend auf sonnige Morgenstunden.

Zum Frühstück wird man ein Tischchen herausholen. Es ist auch rot! Es stammt aus meinen Kindertagen. Ich erinnere mich, wie ich die Eltern bekniete, mir dieses Tischchen zu kaufen. Ich musste lange betteln. Auch vielleicht deshalb gibt es das Tischchen noch. Es ist zwischenzeitlich abgeschliffen und in der Platte neu lackiert.

So kann man doch wirklich von Nachhaltigkeit und Erinnerungen sprechen. Liebe Leute: aufheben, nachdenken, neu gestalten! Diese Dinge können nicht gekauft werden, sie sind unbezahlbar. Ich werde mit Freuden vor der Türe gen Osten sonnig frühstücken.

Glockig schwingend

Wie in meinem vorherigen Artikel beschrieben (https://sewtonew.blog/2023/09/26/glockig-geschnitten-tres-chic/) hatte ich das glockig geschnittene Kleidchen durch die Kombination zweier Schnitte erreicht. Und die kleinere Schwestern Lotta sollte mit ihrer großen Schwester mithalten können, wenn man sich im Kreise dreht und Rock und Ärmelabschlüsse schwingen. So entstand ein zweites, kleineres Kleidchen nach demselben Prinzip.

Bei einem Tagesausflug nach Münster konnte ich nicht widerstehen, ein Stück Westfalenstoff mit dem klassischen, entzückenden Muster mitzunehmen. Es reichte jedoch nicht für ein ganzes Kleid. So habe ich einen Upcyclingstoff dazu gesellt nach dem Upcycling-Prinzip: Zusammensetzen! Eine Kappnaht am Ärmel empfand ich nicht als störend, zumal das verwendete Stoffstück wirklich hochwertig ist und auf seine Verwendung wartete. Diesmal reichte der Stoff zudem nicht für eine rückwärtige Knopfleiste, die ich eigentlich favorisiere. Ein Reißverschluss fand sich noch in der passenden Länge und wurde stattdessen eingenäht – Stoff sparend.

Dann eben Zusammensetzen!

Mit größer werdenden Enkelkindern wird es immer schwieriger, aus brauchbaren Stücken abgelegter Kleidung etwas zu zaubern. Upcycling kommt so an gewisse Grenzen. Aber wenn genug Material im Fundus zur Bearbeitung liegt, finden sich Stücke, die zusammenpassen, die kombiniert werden können und die eben ein zusammengesetztes neues Kleidungsstück ergeben. Das Zusammensuchen macht sogar wirklich Freude, bis eben eine Vorstellung entsteht.

Der rote und graue Stoffanteil entstammt zweier Herren-T-Shirts, der Motivstoff ist ein Reststück, das nur noch für einen kurzen Rock reichte.

Erst wollte ich die Ärmel ganz in rot halten, fand aber dann, dass sich der untere Stoff oben wiederholen sollte. So habe ich die Ärmel auch zusammengesetzt. Schnitte lassen sich einfach zerschneiden und an den Schnittkanten ist dann die Nahtzugabe zuzurechnen.

Das Kleid hat die Größe 140 und ist für Leni.

Für die kleinere Lotta wurde entsprechend verfahren. Zwei T-Shirts ergaben das Oberteil, der Rock ist ein neuer Motivstoff.

So sind beide Schwestern zusammengesetzt mit neuen Kleidchen versorgt worden und abgelegte Kleidung Erwachsener hat eine neue Verwendung gefunden.

Stoffe kombinieren

Dieses Thema zieht sich durch meinen gesamten blog. Denn beim Upcycling steht nicht immer ausreichend Stoff aus einer Quelle für ein Projekt zur Verfügung. Die Passe eines Mädchenkleids lässt sich vielleicht realisieren, aber leider fehlt Stoff für den Rockteil. Auch Stoffreste sind meist zu klein für ein ganzes Kleidungsstück. So muss also kombiniert werden. Ich verweise auf verwandte Artikel:

So entstand wieder einmal ein Stoff kombinierendes Kleid. Dabei neige ich dazu, Harmonisches zu kombinieren: die Stoffe haben ähnliche Farben, die Stoffe fühlen sich ähnlich an, Buntes wird durch Uni beruhigt usw.. Die Passe wurde aus einem Stoffrest gefertigt, ein Stück dunkelroter Cord lag noch im Fundus. Die Farbe passte genau zu den Blüten des rosaroten Musselins, den ich schon im vorhergehenden Projekt verwendete.

Da der Cordstoff nicht elastisch ist, musste eine Schließung her. Im Rücken wurde eine Knopfleiste gearbeitet und verschieden farbige schöne Knöpfchen wurden schmückend gesetzt.