Schöne Mädchenkleider für den Sommer

Schon eine ganze Weile beschäftige ich mich mit dem Thema Mädchenkleider. Das ist angesichts von drei Enkeltöchtern ein aktuelles, aber auch wahrscheinlich zukunftsträchtiges Thema für mich. Es wird sich aber wandeln.

Bei Pinterest sammle ich deshalb Ideen zu diesem Thema, die Pinnwand heißt Mädchenfein.

Es kristallisieren sich dabei folgende Gedanken heraus:

Partnerstoffe verwenden!

Ganz vorweg: Für den Sommer sollte es immer Baumwolle sein, die verarbeitet wird, und gute Webware ist auch zu empfehlen, die ist luftig.

Ein Kleidchen ganz aus einem einzigen Stoff zu gestalten, das wäre doch dann langweilig. Schön sind mindestens zwei harmonierende Stoffe. Dabei hat sich bewährt, einen herausstechenden Stoff zu verwenden, den anderen zurückhaltender zu wählen. Ich denke, man sollte sich nicht verleiten lassen, nur auf die ausgefallenen Stoffe zu setzen. Im Stoffvorrat sollten sich immer unifarbene oder nur leicht gemusterte Stoffe befinden, die sich zum Kombinieren eignen. In letzter Zeit habe ich mit hochwertigsten Stoffen in Makoqualität Folgendes realisiert (sämtlich bei Etsy):

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Der herausragende Stoff darf dabei durchaus üppig ausfallen.

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Auch in der Vergangenheit habe ich diesen Gedanken oftmals verfolgt: Feine, fröhliche Kleidchen – Weniger ist manchmal mehr!

Mit Applikationen spielen!

Nicht ohne Grund sammle ich auf der Pinnwand zauberhafte Applikationen alles, was mir ins Auge sticht. Kindliche Motive machen aus den Kleidungsstücken für die Kinder Lieblingsstücke. Die morgendliche Frage nach dem, was angezogen werden soll, kann dann beantwortet werden mit: die Maus!, die Katze! usw..

So entstanden beispielsweise diese Kleidchen:

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bewährte Schnitte verwenden!

Ein Sommerkleidchen sollte luftig sein, d.h. nach unten hin sollte es Bewegungsfreiheit und Luftdurchzug ermöglichen.

Das gelingt mit Hängerchen, die daneben den Vorteil haben, dass sie mit wechselndem „Drunter“ ggf. ganzjährig tragbar sind. Bei der einfachen Variante gelingt es, die Weite dadurch zu schaffen, dass schon am Halsausschnitt vorne und hinten gekraust wird, oder aber es wird eine Falte gesetzt, wie in den Beispielen mit den Applikationen s.o..

Oftmals wird die Weite unterhalb einer Passe durch glockenartigen oder gekrausten Rockteil geschaffen, so in den Beispielen weiter oben. Die Passe kann unterhalb des Brustbereich oder in Taillenhöhe oder sogar im Hüftbereich enden, siehe Schönen Grundschnitt gefunden!. Die Passe kann doppelt genäht, d.h. gefüttert werden oder aber sie ist an Hals- und Armausschnitten eingefasst oder gesäumt. Statt einer unten waagerecht endenden Passe, ist eine runde Passe ebenso attraktiv (Kleid bei Etsy).

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Noch luftiger wird es, wenn, der Rücken teilweise frei ist oder mit Spaghettiträgern gearbeitet wird. Deshalb mein Verweis auf das Schnittmuster mit Herzausschnitt im Rücken, siehe Schnittmuster in der Menüleiste.

Es liegen noch weitere schöne Stoffe im Nähzimmer. Meine Sommerkollektion wird im Mai noch wachsen.

Der heiße Sommer kann dann ruhig kommen!

 

 

 

 

 

 

 

Schönen Grundschnitt gefunden!

Eine Reise ins Allgäu brachte mir neue Erkenntnisse. Nicht nur, welche Mengen an Schnee es geben kann, sondern die Reise mit der Bahn hatte Folgen für mein Nähen. Im Bahnhof bei Wartezeiten hielt ich mich in der Buch- und Zeitschriftenhandlung auf. Welche Fülle an verschiedensten Zeitschriften! Wirklich gut sortiert war auch das Regal für DIY und Handarbeit. Mir fiel das aktuelle Heft B-TRENDY12 (*Werbung) in die Hände und ich sah in der Übersicht zu den Schnittmustern gleich, dass ich das Heft mitnehmen musste. In meinen Sammlungen von Ideen zu Mädchenkleidern fehlte dieser wirklich neue Schnitt noch.

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Was mich sofort ansprach, war der glockige Rock, der in der Höhe der Hüfte ansetzte, die übergeschnittenen Ärmel und der schöne, schlichte Kragen.

Ich habe dann, wieder zu Hause angekommen, drei Kleidchen mit dem Schnittmuster genäht. Zusammenfassend kann ich den Schnitt nur weiterempfehlen:

  • Der Schnitt ist recht einfach umzusetzen.
  • Das Nähen nimmt nicht sehr viel Zeit in Anspruch, der Erfolg ist schnell greifbar.
  • Wie sich zeigte, eignet er sich für sehr verschiedene Stoffe, z.B. Jersey, Sweat, Webware.
  • Der glockige Rock kommt bei den Mädchen überaus gut an.
  • Der Kragen schmiegt sich sehr schön am Hals an. Sehr kleidsam, wie ich finde!
  • Für den Upcycling-Gedanken: Stoffe und Stoffreste können kombiniert werden.
  • Für die Kreativen: Es lässt sich mit dem Schnitt „spielen“. Es ist ein Grundschnitt für vielerlei Abwandlungen.

Beispiel 1:

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In diesem Beispiel habe ich einen Jerseystoff in lila-pink mit grauen Mäusen verwendet. Mein Spielen bestand darin, in der Trennlinie zum Rock links und rechts je eine in der Naht eingearbeitete Tasche zusätzlich zum Schnitt unterzubringen. Über den Taschen habe ich eine Lasche beim Nähen mitgefasst. Sie ist aus grau gepunktetem Jerseystoff, der sich am Kragen wiederfindet.

Beispiel 2:

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Hier sieht man sehr schön, dass der Schnitt dazu anregt, verschiedene Stoffe zu kombinieren. Ich habe zwei verschiedene Sommersweatstoffe kombiniert. Was ich auch noch gegenüber dem Schnitt verändert habe, ist, dass der Ärmelumschlag durch einen quer angesetzten Stoffstreifen ersetzt wurde. Bündchenware ist hier auch denkbar.

Beispiel 3:

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Dieses Kleid ist ein Upcyclingprojekt. Ausgangspunkt war Opas gemütliches Herrenhemd aus locker gewebter Baumwolle. Es war an den Ärmeln nicht mehr schön.

Nun habe ich statt einen Reißverschluss vorne einzuarbeiten die Knopfleiste des Herrenhemds übernommen. Das bedingt, dass der Kragen um die Breite der Knopfleiste zu verlängern ist. Das Herrenhemd gab dann nicht mehr den glockigen Rock in zwei Stücken her, so wie es der Schnitt vorsieht. Macht nichts: Den Rock habe ich aus 6 Teilen zusammengesetzt.

Die Webware des Herrenhemds war so locker, dass es mir ratsam erschien, am Saum, an den Ärmeln und für den Kragen einen dichteren, leichter zu verarbeitenden Stoff, nämlich einen gepunkteten Jersey, zu verwenden. Ich denke auch, dass der unruhige Karostoff so einen ruhigen, lieblichen, mädchenhaften Abschluss rundum findet.

Meine Enkelinnen werden sich sicher über die neuen Kleider freuen. Das Kleid mit den Mäusen geht zu Etsy.

Fazit: Wirklich ein toller Schnitt, der bei meinen zukünftigen Projekten immer wieder eine Rolle spielen wird.

 

 

Upcyclingschnitt für Interessantes gesucht und gefunden

Für das Upcycling und für den Einsatz von Stoffresten, über die jeder Nähhaushalt zu genüge verfügt, sind Schnitte günstig, die ein Zusammensetzen ermöglichen bzw. verlangen. So bin ich auf einen Schnitt für eine absolut bequeme Tunika bei Ottobre 6/17 (Größe 62-104) gestoßen, der vielerlei bietet.

Für ein Zusammensetzen von verschiedenen Stoffen spricht aber nicht nur der Upcyclinggedanke, sondern auch die Möglichkeit, Interessantes zu kreieren. Was fällt denn der Industrie ein? Ich sehe zuhauf einfarbige Bekleidung mit Plots auf der Brust, ggf. aus glänzendem Material. Wie langweilig! Eine gewisse Ausnahme stellt Boden mini dar. Hier findet man fröhlich Zusammengesetztes, das entspricht jedenfalls eher meinem Geschmack.

 

 

Einen schönen Stoff mit kleinen Mäusen, an dem ich im Stoffgeschäft nicht vorbeikam, habe ich kombiniert mit grauem Jersey aus der Restkiste von Anne und mit gestreiften Bündchen, die ich noch hatte. Man stelle sich vor, die ganze Tunika wäre aus dem Mäusestoff gefertigt. Ich denke, das wäre ein wenig fad geraten.

 

 

Katrins Nachbarin übergab mir ihre Stoffrestbeutel. Darin fand sich ein etwas dickerer Jersey in beige. In Annes Stoffrestekiste habe ich einen passenden Streifenstoff entdeckt. Der Prozess ist recht lustig: Die Behältnisse werden auf dem Boden ausgekippt und los geht suchen, aneinander halten, am Fenster bei Licht betrachten, Schnitt auflegen, überlegen, wie es passen kann, verwerfen, neu suchen usw.. Der Stoff in beige reichte nicht vollständig, deshalb ist vorne ein Stück Streifenstoff eingesetzt. Dann fand ich beige eigentlich für ein Kind etwas zu farblos. Deshalb habe ich links und rechts unten einen kleinen Igel appliziert. So ist es doch kindgerechter geworden und Leni wird es mögen.

 

 

Der helle Stoff mit Eistütenmotiv aus Annes Stoffrestekiste reizte mich schon lange. Mit dem Tunikaschnitt gelang nun eine Verwendung. Das Unterteil war ein abgelegtes Pumashirt von Hanna. Ich habe Saum und Seitennähte erhalten, musste dann allerdings die Ärmel klassisch in die Armrundung einsetzen, aber kein Problem. Der Stoffrest gab nicht die volle erforderliche Länge der Ärmel her. So habe ich mir mit einem etwas längeren Bündchen geholfen. Den weißen Bündchenstoff hatte ich noch.

Der Schnitt wird in die Kategorie leicht eingeordnet. Ich kann das bestätigen. Die drei Teile waren im Nu fertig. Drei Empfehlungen habe ich dazu:

  • Der V-förmige Halsausschnitt wird von einem gedehnten Streifen gesäumt. Dieser Streifen sollte unbedingt aus Bündchenstoff sein, damit der Ausschnitt gut anliegt und das Kind gut hineinkommt.
  • Wenn der Stoff zu dick ist, fällt das Ankrausen hin zur Passe ein wenig schwer. Der Schnitt funktioniert leichter mit mittelschwerem oder leichtem Jersey.
  • Ottobreschnitte fallen recht groß aus, also Maßtabelle beachten.

Ich verweise an dieser Stelle auf ebenso günstige Schnitte fürs Upcycling

und auf ein Exemplar einer solchen Tunika in Größe 80 in meinem shop bei Etsy.

 

 

colorblocking – wunderbares Upcycling

Das passiert häufiger: Ein Kleidungsstück, das sich zum Upcycling eignet, gibt nicht genug Stoff für das erdachte neue Stück her, weil ggf. Abnäher im Weg sind oder Nutzungsspuren weggeschnitten werden müssen. Ich hatte schon an anderer Stelle auf das Problem hingewiesen: Wenn der Stoff nicht reicht. Auch die Beiträge Upcycling T-Shirts und Stoffreste oder Was aus T-Shirts und Stoffrestchen entstehen kann – Lenis neue Kleider widmen sich diesem Problem. Allerdings war ich bis jetzt darauf bedacht: Beim Upcycling Harmonisches zusammenbringen!

Ein wiederentdeckter, stylischer Trend eröffnet nun weitere Möglichkeiten. Coloblocking bedeutet, dass Gegensätzliches, ggf. Schrilles und Buntes kombiniert werden, allerdings wohl immer in geometrischer Weise. Das verlangt ja auch schon das Nähen, ohne wohlmöglich Kurvenmuster aneinander nähen zu müssen.

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Mein Versuch in dieser Richtung:

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Der Rücken ist entsprechend viergeteilt.

Ein leichtes Nachthemd für Leni entstand aus zwei T-Shirts vom Vater und einem violetten Achselshirt von Mama. Die Farbkombination ist noch vergleichsweise zurückhaltend – immerhin ein Nachthemd -, aber den Trend werde ich sicher weiter verfolgen. Er eignet sich m.E. insbesondere für Sommerlooks. Demnächst also mehr.

Upcycling – Stoffe gut prüfen und Schnitte gut wählen

Die Kleidungsstücke, die ich im Familien- und Freundeskreis zum Upcycling bekomme, werden nicht grundlos weggegeben. Wenn sie zu klein, zu eng, zu weit geworden sind, dann gibt es meist keine Probleme. Wenn sie aber nicht mehr tragbar sind, weil sie fleckig, mit Knötchen, mit Verfärbungen oder mit Löchern versehen sind, dann gilt es aufzupassen.

Erst einmal habe ich mir angewöhnt, die Teile, die ich zum Upcycling ins Auge gefasst habe, bei Tageslicht genau zu prüfen. Bei Kunstlicht kann ich nicht alles wahrnehmen. Ich nehme mir also zum Planen die Tageszeit, um nicht im Nachhinein böse Überraschungen zu erleben. Es wäre doch schade, wenn erst nach dem Nähen das ein oder andere auffiele.

Schadstellen markiere ich dann mit Stecknadeln. So bekomme ich einen Überblick, welche Stoffstücke noch guten Gewissens zu verwenden sind. Das hat Einfluss auf die Wahl des Schnitts und auf die Kombination von verschiedenen Stoffen.

Beispiel 1:

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Ein roter Baumwollpulli war im Brustbereich mit Firmenlogo versehen, d.h. verwendbar war nur der untere, vordere Bereich – ärgerlich die Embleme. Hinten stand die ganze Rückenfläche zur Verfügung. Die Ärmel waren im Ellebogenbereich glänzend, aber nicht wirklich verschlissen. Dennoch habe ich sie verworfen, ab damit in den Müll. Stoffreste aus dem Projekt Das Besondere gibt es nur, wenn du selbst nähst! waren noch vorhanden, reichten für die Ärmel und passten zu rot. Den Schnitt Bethioua Mini von Elle Puls habe ich gewählt, weil im Rücken ein kürzeres unteres Stück benötigt wird. Das Vorderteil des roten Ausgangspullis ist also hier in den Rücken geraten, das Rückenteil wurde zum Vorderteil. Wie du siehst, habe ich so geschnitten, dass das Bündchen des Ausgangspullis erhalten blieb. Es gilt aufzupassen, dass beim Zuschnitt von Vorder- und Rückenteil der gleiche Abstand des Ärmeleinschnitts von der unteren Bündchenkante eingehalten wird.

Beispiel 2:

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Hier habe ich ähnlich gearbeitet. Der rote Pulli hatte im Brustbereich einen Fleck. Also stand wieder nur ein kürzeres Stoffstück zur Verfügung. Der Schnitt Bethioua verlangt für die Ärmel große Stoffstücke, weil sie sich im Rücken treffen. Solche Ausmaße besaßen die Ärmel des roten Pullis nicht. Gleichzeitig lag ein gestreifter, farblich passender Pullover im Fundus. Auch die Materialangaben passten zusammen. Der Pulli hatte durchgedrückte, glänzende Ärmel, die wieder in den Abfall wanderten. Vorder- und Rückenteil waren vollständig gut. Die habe ich für die Ärmel des Bethioua-Schnitts genommen und dabei die unteren Bündchen als Ärmelbündchen erhalten.

Beispiel 3:

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Ein weißer Damenpullover lag im Fundus, schöne, feste Baumwollstrickware. Er war aber unter den Achseln und im Rollkragenteil gelblich verfärbt. Ein Raglangrundschnitt passte so auf Vorder- und Rückenteil, dass der Achselbereich weiträumig wegfiel. Den Schnitt habe ich ganz unten angelegt, um das Bündchen zu nutzen. Ich habe ihn aber nicht mittig angelegt, weil schon klar war, dass ich den Rollkragenteil nicht verwenden konnte. Also galt es, an anderer Stelle längere Bündchenbereiche komplett zu erhalten. So ist das untere Bündchen auch in den Halsbereich gewandert. Ich musste aber das Halsbündchen mit der Raglannaht zusammensetzen. Den vorderen Bereich habe ich dann genutzt, um ein dehnbares Rüschenbändchen mit anzunähen. So ist das Pullöverchen etwas aufgepeppt. Die Rüsche findet sich dann am Ärmelbündchen wieder.

Fazit: Upcycling verlangt ein wenig Vorüberlegungen und gutes Planen, wahrscheinlich auch Näherfahrung. Das Nähen selbst geht dann nachher flott von der Hand.

 

 

 

Ein Schnitt – drei Kleidchen

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Den Ottobre-Schnitt 6/15 hatte ich schon gelobt, weil so Stoffstücke beim Upcycling zusammengesetzt werden können, sofern ein Kleidungsstück alleine nicht ein ausreichend großes Stoffstück hergibt.

Diesmal habe ich ein T-Shirt in Mint (Hanna sei Dank) verwendet und Längsnähte und Saum übernommen. Beim Ansetzen des Rockteils an der Passe und beim Ärmeleinsetzen wurde es dann etwas unhandlich gegenüber dem Verfahren Ärmelnähte und Seitennähte in einem Zug durchnähen. Aber es ließ sich dank der Kindergröße noch händeln. Der Pünktenstoff ist neu, der Kleinkarierte eine Reststück von einen Herrenhemd. Der Hemdenstoff wurde ebenso an der Passe hinten und im Inneren der Taschen verwendet.

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Es lässt sich an den drei Kleidchen schön ablesen, wie leicht und mit welchem Vergnügen man variieren und spielen kann – und die unendlichen Möglichkeiten sind wahrlich nicht ausgeschöpft:

  • Farbstellung weiß/schwarz/bunt oder blau/rot oder Minttöne
  • Halsausschnitt mit Rüsche, Stehkragen oder versäubert mit der Passeninnenseite
  • Kleidchen mit oder ohne Taschen
  • Ärmelabschluss mit Bändchendurchzug, gerafft mit untergenähtem Gummiband oder Ärmel vom Ausgangsshirt übernommen
  • Knöpfe vorne oder hinten an der Passe
  • mit oder ohne Applikation

Was mich bei den Projekten leitet, ist erst einmal, was an Stoffen im Fundus vorhanden ist. Wenn ich einen Grundstoff gefunden habe, der mir zusagt, suche ich dazu Passendes. Mitunter vergeht ein Tag, bis ich eine Vorstellung entwickelt habe, was daraus werden und was ich kombinieren könnte. Beim Nähen fallen dann weitere Entscheidungen aus dem Bauch heraus, indem ich das Produkt bzw. halbfertige Produkt immer wieder betrachte. Das Produkt wird nie so, wie ich es mir ganz am Anfang vorstellte.

In zweiter Linie versuche ich den Geschmack der Abnehmer zu treffen. Offensichtlich hat jeder Farben, die er liebt. Mit dem Pünktchenkleidchen treffe ich am ehesten den Geschmack von Mama und der zweiten Oma.

Für das Enkelkind selbst ist noch keine Farbe Favorit. Ich denke, dass man auf die Haare – diese sind noch blond – und die Augen – die sind inzwischen braun-grün-grau, nachdem sie zuvor dunkelblau waren – und den Hauttyp – der verrät, dass das Kind wahrscheinlich nicht blond bleiben wird – achten sollte. Insofern passt das Mintkleidchen tatsächlich am besten – nach meinem Dafürhalten.

Upcycling als Puzzle

Wenn die Kinder die Größe 98/104 erreichen, lassen sich zwar Oberteile der Erwachsenen zu Kindershirts oder zu Röckchen verarbeiten, jedoch wird es bei Kleidchen schwierig. Das geht nur, wenn mindestens zwei zusammenpassende Kleidungsstücke zur Verfügung stehen. Hilfreich sind dann Schnitte, die ein Zusammensetzen vor vorneherein vorsehen.

So habe ich bei Ottobre kids fashion 6/15 etwas Schönes gefunden: Die vordere Passe besteht aus drei Teilen und ist nicht nur einfach gerade gearbeitet, sondern seitlich verlängert sich die Passe schräg nach unten. Unter dem Mittelteil setzt der Rock gekräuselt an. Das fand ich chic.

Sollte Jemand andere Schnitte finden, die ein solches Stückeln ermöglichen, wäre ich für Tipps dankbar – bitte Kommentarfeld nutzen -, denn die Kinder wachsen weiter.

bütenkleidchen

Grundlage für die Passe war ein Sommertop, vorne geblümt und hinten weiß. Den mittleren Teil der vorderen Passe und die hintere Passe habe ich aus dem Geblümten gearbeitet. Links und rechts vorne in der Passe befindet sich der Rückenstoff des Tops. Außerdem habe ich die Passe doppelt gearbeitet, weil der dünne Sommerstoff für die Übergangszeit zu kalt wäre. Innwendig befindet sich also ebenso der weiße Rückenstoff des Tops. Das hatte noch den Vorteil, dass ich nicht mit Halsblende arbeiten musste, sondern das Innenliegende sauber am Hals verdeckt angenäht ist.

Tipp: Wenn Stoffe für die kältere Jahreszeit zu dünn erscheinen, nehme man sie einfach doppelt. Beim Stricken von Socken verfährt man doch ebenso, indem zwei Fäden parallel verstrickt werden.

Der Rockteil und die Ärmel stammen von einen Streifenshirt mit Ärmeln. Ich denke, dass man geometrische Muster mit organischen Mustern und Unistoffen kombinieren kann. Was ich nicht mag, aber oft sehe, sind Kombinationen aus verschieden gemusterten Kinderstoffen, wo allenfalls die Farben harmonieren. Die Ärmel habe ich übrigens ohne Auftrennen verwendet, indem ich den Armkugelbogen an passender Stelle am gefalteten Ärmel herausschnitt. So entfiel das Versäubern am Ärmel unten. Ebenso habe ich so geschnitten, dass der Saum des Rockteils erhalten blieb. Dabei habe ich die gesamte Höhe des Damenshirts genutzt. Dennoch ist das Kleidchen ein kurzes geblieben. Mehr war nicht heraus zu holen.

Abgerundet habe ich das Kleidchen durch eine Applikation. Aus dem geblümten Stoff habe ich eine Blüte verwendet, die ich nähmalend aufbrachte, siehe Nähmalen – tolle neue Nähwelten.

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Kleidchen aus zwei T-Shirts

Wenn die Kinder wachsen und etwa Größe 98/104 erreichen, langt ein Damenshirt nicht mehr, um ein Kinderkleidchen zu nähen, siehe Polohemd wird zum Polokleidchen oder Pullover wird zum Kinderkleidchen – das geht fast immer. Allenfalls große Herrenshirts ergeben noch ein Kleidchen. Also ist ein anderes Verfahren anzuwenden, siehe Wenn der Stoff nicht reicht

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So müssen also zwei Damen-T-Shirts herhalten, zumal das eine abgelegte noch mit Passe versehen war und im unteren Teil nur ein halbes Kleidchen ergab. Zum gemusterten mit Ärmeln gesellte sich ein einfarbiges Top. Es wurde wieder soviel als möglich erhalten und wiederverwendet:

  • ein Teil der Kopfleiste blieb an Ort und Stelle
  • die Bündchen an Ärmeln und Halsausschnitt stammen vom Top
  • der untere Saum vom Top blieb erhalten
  • die Webbändchen an den Taschen oben waren zuvor hintere Halsausschnittversäuberung
  • inneres Bändchen und der Knopf außen zum Ärmelkrempeln blieben erhalten

Upcycling ist demnach einfacher als völlig neu zu nähen, es bedarf nur der Ideen, und die machen den meisten Spaß.

Es war einmal Opas Schlafanzug

bis Oma Gelika sich nicht über das schlechte Osterwetter ärgerte und statt mit Gewerkel im Garten sich mit der Nähmaschine vergnügte.

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Der gelbe Teil wurde aus der Kurzhose geschnitten, das Gestreifte aus dem Hemd. Alle Teile sind so geschnitten, dass die Säume wiederverwendet werden konnten, eben ein Ruckzuck-Shirt. Glücklicherweise übergab mir Christl ein Stoffrestekonvolut, in dem sich der schöne Druckstoff fand, der dafür sorgen wird, dass Leni das Shirt mag.

Und gleich auf ein Neues:

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Der obere Teil des Gestreiften von Opa reichte noch für die Kurzärmel an Claras neuem Shirt. Das Unterteil stammt aus einem Rolli und einer Leggins von Christl, die keinerlei Gebrauchsspuren aufwiesen. Offenbar ein Fehlkauf. Damit die Cousine nicht neidisch ist auf die Tierchen auf Lenis Shirt, hier also derselbe Stoffausschnitt mit Miezen.

Und weiter geht’s, es regnete und stürmte länger:

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Für Cosi verarbeitete ich den Legginsstoff zusammen mit einem Kinderstoffrest in petrol, den ich einmal für Curd kaufte.

Wie man sieht, ist der wunderbare Schnitt verwendet, der schon für das Shirt bei Oh weh – Schnullerfee angekündigt! zum Einsatz kam. Dies gilt für alle hier gezeigten Shirts, allerdings muss man den Schnitt für größere Kinder online kaufen. Ich denke, das lohnt sich, da der Schnitt Schulter- und Armfreiheit zum Spielen vorsieht.

Und dann noch für Curd:

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Das Mittelteil kommt wie bei den zwei Shirts vorab von Christl, die Ärmel sind aus einem Stoff genäht, den Petra für Curd bestellte.

Nun kann das Wetter aber besser werden und siehe da: Die Sonne lugt ein wenig hervor. Osterspaziergang ohne Regenmantel doch noch möglich!

Aufs Schwarze getroffen

Erwachsene legen Kleidung in schwarz ab, ggf. ist die Vorliebe für schwarz auch eine Frage des Alters. Nach meiner Meinung macht diese Nichtfarbe blass und traurig. Des nachts sind alle Katzen grau (Stäbchensehen, Zapfensehen ruht), für Abendkleidung ist das also etwas anders.

Wie soll man Schwarzes also für Kinderkleidung weiterverwenden? Eine Antwort habe ich schon gegeben: Kribbel, Krabbel – Marienkäfer verlassen ihr Winterquartier.

Eine weitere Antwort gebe ich nun: Es kommt auf die Zusammenstellung von Stoffen an, in Farbe und Muster. Was für die Zusammenstellung von Tapeten gilt, man kombiniere Organisches mit Geometrischem und dazu etwas Zurückhaltendes, farblich alles harmonisch abgestimmt, das habe ich auch hier realisiert:

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Cosi mit seinen dunklen Kulleraugen wird das Shirt gut tragen können. In der großen Bauchtasche lässt sich Allerlei sammeln. Sweatstoff und Nicki sind für den Übergang gut geeignet, passen also für die Jahreszeit.

Es wurde im Übrigen als schwarzer Stoff der abgelegte Nickipullover verwendet, der schon für das Marienkäfercape die Punkte hergab. Die anderen Stoffreste hatte ich noch aus abgeschlossenen Projekten.