Designerschnitt „Cilly“ – Schnitt für Mustermix fertiggestellt

Wie im vorhergehenden Artikel angekündigt, habe ich mit dem ersonnenen Schnitt ein weiteres Kleidchen genäht.

Mir kam zugute, dass mich eine Kurzreise an den Bodensee und nach Lindau führte. Und in Lindau muss ich jedes Mal das besondere Stoffgeschäft Marie Lind besuchen. Man führt dort außergewöhnliche Stoffe aus französischer Quelle, meist haben sie etwas festere Baumwollqualität und sind überwiegend für Dekozwecke geeignet. Ich könnte stundenlang dort schwelgen. Immerhin finden sich dort auch Stoffe, die für Kinder geeignet sind. Ich kaufte einen maritimen Stoff und hatte gleich eine Verwendung im Sinn.

Zu Hause angekommen, wurde der Fundus durchsucht, was passen könnte. Eigentlich hatte ich Jeansstoffe in meiner Vorstellung, viele Stücke erwiesen sich jedoch trotz des Schnitts, der drei Stoffstücke kombiniert und eben für Resteverwertung oder Upcycling überaus geeignet ist, als noch zu klein. Ich wollte nämlich für Leni nähen, die hat inzwischen Größe 110. Leni wird noch einmal auf Reisen gehen, wahrscheinlich ans warme Meer. Da passt ein Sommerhängerchen und der maritime Stoff. Schließlich fand ich doch noch Passendes, musste aber, um mit den Stücken auszukommen, die Seitennähte arbeiten. Im Schnitt ist das nicht unbedingt erforderlich. Verwendet wurden Teile aus zwei Herrenhemden in jeansartigem Stoff, hellblau sowie graublau. Selbst die Knöpfe fand ich an einem anderen Herrenhemd, nachdem ich den Gedanken an rote Kinderknöpfe verwarf. Das hätte das Oberteil mit dem starken Muster gestört. So ist wieder einmal ein Kombiprodukt in überwiegend Upcyclingmanier entstanden.

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Die Idee für die Applikation erhielt ich über Pinterest, wo ich zauberhafte Applikationen sammle, Oma-näht.

Beim nochmaligen Nähen kam mir die ein oder andere Idee, wie ich euch die Anleitung noch deutlicher und verständlicher fassen könnte. So habe ich die Anleitung noch einmal überarbeitet und nun ist es geschafft, selbst Nähanfängerinnen müssten mit der Anleitung klar kommen. Der Mehrgrößenschnitt umfasst die Größen 86 – 126. Den Schnitt und die ausführliche Fotoanleitung findet ihr bei Etsy oder bei mir über email. Gegen einen geringen Unkostenbeitrag von € 3,50 kann ich euch die Dateien übermitteln, eine Anfrage klärt den Rest der Abwicklung. Nachdem Dawanda überraschend schließt und Etsy aus meiner Sicht noch nicht wirklich etabliert ist, denke ich über die Integration eines shops in meinen blog nach. Aber noch ist es nicht soweit…

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Ich wünsche also viel Freude beim Aufnehmen der ein oder anderen Idee und beim Nachnähen!

Ein weiteres Exemplar habe ich bei Etsy eingestellt:

Sommerkleidchen aus Kinderbettwäsche

Es kommt die Zeit, da ziehen die Kleinen in ein großes Bett um. Kinderbettwäsche liegt nun wirklich noch gut und nicht verschlissen im Schrank. Bei mir selbst liegt aus dieser Zeit von vor beinahe 40 Jahren noch Bettwäsche im Kasten, die Enkelkinder könnten sie ja mal beim Übernachten bei Oma und Opa brauchen. Hanna hingegen gab Kinderwäsche in meinen Upcyclingfundus. Sie fiel mir gleich ins Auge, weil rosa Streifen doch zu den Mädels passen.

Dann gab es noch Fußball, Fußball, Fußball… Und Oma mag die tagesfüllenden Sportprogramme nicht. So ging es in meine schöne Rückzugskammer zu schönen Projekten und zu erfüllendem Werkeln. Als Kroos das sensationelle Tor schoss, waren die Kleidchen beinahe fertig.

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Die Cousinchen Clara und Leni bekommen neue Sommerkleidchen im Partnerlook. Ich fand, dass die Schlichtheit und Schönheit der Streifchen nichts weiter vertragen, weder Applikation, noch Spitze, noch aufwendige Schnitte. So habe ich ganz klassisch gearbeitet: gedoppeltes Oberteil, gekrauster Rock, nur eine kleine abgesetzte Rüsche an Halsausschnitt und den Taschen als geringer Pepp, hinten geschlossen mit Reißverschluss.

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Dabei habe ich zwei Reißverschlussvarianten ausprobiert, den zwischen Futter und Oberstoff eingenähten und den durch eine Oberstofflasche verdeckten. Für weitere Projekte werde ich mich immer für den eingenähten entscheiden. Um gut voran zu kommen, habe ich einen Endlosreißverschluss verwendet und diesen erst einmal geteilt. Für solche leichten Projekte kann man m. E. den Endlosreißverschluss verwenden, er ist keinen Belastungen ausgesetzt. Bei Overalls für den Sand habe ich da schlechte Erfahrungen und würde ihn nicht mehr verwenden. Hier ermöglicht er zunächst geteilt leichtes Einnähen auf beiden Seiten. Erst nach dem Einnähen – unten freies Stück stehen lassen – habe ich den Zipper eingeschoben und dann den Reißverschluss unten verriegelt.

Der Sommer wird schön! Angenehme Baumwollkleidchen werden ihre Dienste tun.