Und in den Hauptrollen: Knöpfe!

Das neue Kleid für Leni entstand nach längeren Überlegungen, die aus zweierlei Richtungen kamen.

für Leni

Im Fundus lag ein hochwertiger Bettbezug, schöne feste Baumwolle ohne jeden Makel. Leider fand ich das Design zunächst ungeeignet für ein Kinderkleid im Unterschied zu anderen Projekten aus Bettwäsche, die ich zum Upcycling geradezu empfehle.

Was macht man mit diesem Stoffdesign? Es erscheint mir blass, brav, beinahe streng. Als Mittel zum Aufpeppen fielen mir zunächst bunte Webbänder entlang der Streifen ein. Jede Applikation, die mir in den Sinn kam, erwies sich als ungeeignet. Auch die Überlegung bunte, aufgesetzte Taschen verwarf ich. Immerhin ist der Stoff aber hellblau. Und diese Farbe, so nehme ich es wahr, wird ggf. Lenis Lieblingsfarbe. Recht hat sie mit ihren blond bis hellbraunen Haaren und den dunklen Augen.

Snaps und Knöpfchen
Knopfsammelsurium

Im Fundus finden sich dann auch wirklich viele Knöpfe. Denn wenn Kleidung in die Mülltonne wandert und zu schäbig für den Altkleidersack ist, so trenne ich doch wenigstens die Knöpfe ab. Die kann man bestimmt irgendwann gebrauchen, so auch jetzt. Dies war dann die zündende Idee. Außerdem bin ich kein Freund von Reißverschlüssen mit Plastikzähnchen. Kinderkleidung wird zuweilen sehr schmutzig, häufige Wäschen sind die Regel, und da machen die Reißverschlüsse schnell schlapp. Bettwäschestoffe können heiß gewaschen werden, Reißverschlüsse nicht unbedingt. Geknöpftes ist so wirklich nachhaltiger. Wenn vorne geknöpft wird, bedarf es dann nicht der Hilfe eines Erwachsenen beim An- und Ausziehen, das schafft Kind bestimmt. So habe ich einen Grundschnitt abgeändert und mit seitlich verschobener Knopfleiste versehen. Und wer sagt denn, dass alle Knöpfe eines Projekts gleich aussehen müssen? 12 gleiche Knöpfe hätte ich auch nicht gehabt. Aber 12 gleich große in harmonierenden Farben, das gab es. Und die Knopflöcher habe ich entsprechend farblich gehalten. So spielen die Knöpfe eine deutliche Hauptrolle und geben dem Kleid den Pfiff.

Knöpfe als Hingucker

Tote Löwen – Idee zum Shirt

Wie geht das Spiel “Tote Löwen”? Die Kinder legen sich auf den Boden und müssen ganz still sein – welch eine Spielanleitung für Coronazeiten! Ein Kind, zuvor ausgelost, darf Arzt spielen. Der Arzt muss die toten Löwen zum Leben erwecken, weil sie sich vor Lachen nicht mehr still halten können. Das geht aber völlig ohne Berühren, Kitzeln verboten, sondern das, was der Arzt erzählt, muss Lachen hervorbringen. Wer aufwacht, wer lacht, ist auch Arzt und hilft dem ersten, die Mitspieler zu erwecken. Wenn alle sich vor Lachen biegen, ist das Spiel zu Ende.

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schlafender, toter Löwe

Es war natürlich umgekehrt. Erst nach Fertigstellung des Shirts kam mir die Assoziation zum Spiel.

Die Herausforderung bestand darin, ein langes, ärmelloses Kleid von Hanna in braun (!) zu verarbeiten. Hanna ist dunkelhaarig, die Enkelkinder sind blond und eben Kinder. Wie soll da die Farbe braun passen?

So ist mir die Kombination mit gelb und eben die Applikation Löwe eingefallen. Gleichzeitig wollte ich den Schnitt, den ich im vorhergehenden Artikel erwähne, noch einmal verwenden, mädchenhaftes Shirt.

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Upcycling aus Jerseykleid

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glockig fallender Schnitt

Die Kosten waren wieder einmal Null, weil ich Abgelegtes verwendete. Der Jerseystoff  war zuvor Hannas Kleid, die Bündchen schenkte mir Hanna, ihre Reste, das Löwengesicht kam aus Oma Inges Kleid, der Flausch aus dem Innenfutter von Katrins Parka.

Wie gesagt, es kommt immer auf die Ideen an und Aufpeppen mit Applikation ist eines meiner routinierten Verfahren.