Statt immer neuer Schnitte – Grundschnitt verändern!

Angesichts von drei Enkeltöchtern beschäftige ich mich wirklich gerne mit Mädchenkleidern. Ich stöbere bei Pinterest und suche nach neuen Anregungen. Unter Mädchenfein habe ich als Inspirationsquelle schon Allerlei gesammelt.

Diese Varianten stachen mir ins Auge und ich wollte mich damit beschäftigen:

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Es lässt sich sicherlich für ein solches Kleid ein Schnittmuster finden. Aber es geht auch einfacher, wenn du das Gesehene analysierst. Was ist zu sehen? Das Vorderteil besteht aus vier Teilen. Unter der gestreiften Passe findet sich im linken Beispiel ein gekrauster Rock. Seitlich geht der blumige Stoff längs durch. Wo dieser an den gekrausten Rockteil ansetzt, sind Nahttaschen untergebracht. Hinterrücks wird das Kleid fast genauso konstruiert sein, allerdings ohne die Taschen. Dann blinkt noch eine Knopfleiste im Rückenteil hervor. Halbe Ärmel runden das Bild ab. Was mich anspricht, ist die eingesetzte Passe, und dass die Weite des Kleidchens über das gekrauste Mittelstück erreicht wird. Soweit die Analyse.

Einen Grundschnitt für ein einfaches Kleidchen wird wohl jede Näherin besitzen. Wenn dieser schon erprobt ist und sich als brauchbar herausgestellt hat, ist das die beste Voraussetzung für eine Abwandlung.

Ich zeige dir nun per Abbildung, wie ich vorgegangen bin.

Zeichnung

Den Grundschnitt habe ich in der Seitenlinie schmäler geschnitten, weil es ja das gekrauste Mittelteil geben wird. Von Schulter bis Saum habe ich den Schnitt im Fadenlauf, also senkrecht, durchgeschnitten und noch einmal quer im Mittelteil, damit die Passe entsteht. Die Seitenteile 1 werden dann 4 mal, 2 für vorne und 2 für hinten, jeweils seitenverkehrt, benötigt. Das untere Mittelteil 2 habe ich verbreitert, weil es gekraust werden soll. Es wird 2 mal benötigt für hinten und vorne. Das obere Mittelteil 3 bleibt so wie es ist für vorne und wird im Stoffbruch zugeschnitten. Sinnvoll ist es, die Passe zu füttern, also das Ganze noch einmal in Futterstoff zuzuschneiden. Für den Rücken ist die Knopfleiste vorzusehen. Dazu wird Schnittteil 3 nach rechts erweitert und nicht im Stoffbruch sondern in doppelter Stofflage, zugeschnitten. Für das Futter das Ganze wiederum noch einmal mit Futterstoff vorsehen.

Dann kann schon genäht werden, sofern du die Taschen weglässt. Wie Nahttaschen zu nähen sind, erkläre ich ein anderes Mal.

Die Umsetzung hat dieses Kleidchen ergeben. Der einfarbige dickere Baumwollstoff harmoniert schön mit einem Stoffrest eines englischen Quiltstoffes. Der sorgt für ein romantisches Aussehen.

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Das Kleid hat die Größe 98/104 und ich werde es zum Kauf anbieten, siehe „Angebote“ in der Menüleiste oder Etsy.

Letztlich sind meine Schnitte Designerschnitt „Cilly“ – Schnitt für Mustermix fertiggestellt und Upcycling Jeans – Jeanskleidchen aus vier Hosenbeinen – Freebook Größe 86 – 126 auch über solche Überlegungen entstanden. Allerdings war es hier wesentlich komplizierter, weil die Knopfleisten bedacht und konstruiert werden mussten und weil Stoffstücke für ein Upcyclingprojekt zu bedenken waren.

Einfacher ging es hier: Easy: Easy: Schnitt verändern, Schulternaht verschieben und Wenn der Stoff nicht reicht

Ich denke, mit ein wenig Näherfahrung mit verschiedenen Schnitten wirst du auf Dauer unabhängig von neuen Schnittmustern, vorausgesetzt gute, erprobte Grundschnitte sind vorhanden.

Easy: Schnitt verändern, Schulternaht verschieben

Blätternd in alten Schnittmusterheften kam mir eine Idee für meine einfachen Grundschnitte.

Wie kann man es nämlich anstellen, dass Kleidung im Schulterbereich aufgehübscht wird? Ein Bändchen oder eine Paspel direkt auf der Schulter, das sähe doch wirklich etwas militärisch aus. Die Schulternaht lässt sich aber ganz leicht verschieben und zwar nach vorne für ein hübsches Detail im Frontbereich:

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Du kannst einfach im Schnitt ein Stück vom vorderen Schulterbereich abschneiden parallel zur Schulternaht. Dieses Stück schlägst du dann dem Schulterbereich des Rückenteils zu. Damit ist die Schulternaht nach vorne gerutscht. Auf den Schnitt für die Ärmel hat das keinen Einfluss, das Ärmelloch bleibt gleich.

Ich habe in einem Beispiel eine Paspel in der verlagerten Schulternaht mitgefasst, im anderen Beispiel eine Spitze mitgenäht. Beide Details wiederholen sich an anderer Stelle der Kleidchen, so dass insgesamt ein überaus leichtes Aufhübschen möglich war. Dir fallen sicher noch andere Variationen ein. Füge sie gerne im Kommentarfeld ein.

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Beide alltagstauglichen, robusten wie hübschen Hängerchen aus geblümtem Jeansstoff gehen demnächst als Angebote zu Etsy.

Bändchenfasser – enorme Erleichterung

Wie soll man Kanten versäubern?

Bei Hals- und Armausschnitten ärmelloser Kleidung oder bei Halsausschnitten in jedem Falle stellt sich regelmäßig diese Frage. Viele Schnitte sehen hier Belege vor, die rechts auf rechts angenäht und dann nach innen umgeschlagen werden. Die Belege müssen an der nicht angenähten Seite versäubert werden. Von innen sieht das Kleidungsstück also nicht so perfekt aus, so denke ich. Umgangen wird das dann, wenn vollständig gefüttert wird. Dann sind alle Nahtkanten verschwunden. Bei Kinderkleidung will man aber nicht unbedingt diesen Aufwand treiben, vom späteren Bügeln will ich da gar nicht reden.

Mit Schrägband einfassen!

Schöner und leichter kann es mit Schrägband gehen, das die Kanten vollständig umgreift, innen wie außen ergibt sich dann ein absolut sauberes Bild. Bei dicken Stoffen wie bei Jeansstoff oder bei Walk oder bei Steppstoffen ist das Einfassen die erste Wahl. Außerdem lassen sich mit Schrägband Gestaltungsideen umsetzen. Das Band kann farblich identisch sein oder aber sich vom Grundstoff deutlich abheben und als Designelement das Kleidungsstück heben. Den Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Ich fasse deshalb gerne mit Schrägband ein.

Kauft man nun Schrägband, ist die Auswahl bezogen auf die vielen eigenen Ideen absolut eingeschränkt. Außerdem sollte man den Grundstoff an das Schrägband halten, damit man mit der farblichen Harmonie einverstanden sein kann. Onlinekäufe haben mich schon gelehrt, dass Bildschirmdarstellungen täuschen können.

Schrägband selbst herstellen!

Also warum nicht im reichen Fundus suchen, ob sich ein passender Stoff für das Schrägband findet.  Allein dieses Suchen und Aneinanderhalten beflügelt die Ideen. Schrägband nun selber herzustellen, hat verschiedene Etappen der Nähentwicklung. Auf diesem Weg befindet sich der ein oder andere von euch ebenso.

Erste Etappe: Schrägband nur mit Hilfe des Bügeleisens herstellen

Der in der Breite passend zugeschnittene Schrägbandstreifen wird mittig gefaltet und gebügelt, dann aufgeklappt. Nun werden die Seiten zur jetzt sichtbaren Mitte gelegt und es wird wieder gebügelt. Schließlich wird wieder mittig gefaltet und fertig gebügelt. Die fertige und später am Kleidungsstück sichtbare Breite ist nun ¼ der Breite des ursprünglichen Stoffstreifens.

Zweite Etappe: Schrägband mit Hilfe von Bügeleisen und Schrägbandformer herstellen

Schrägbandformer gibt es in verschiedenen Größen, in jedem Falle ist der in der Breite passende Stoffstreifen zu zuschneiden. In den Schrägbandformer wird der Stoffstreifen eingeführt und nun wird der Former entlang des Streifens geführt.  Dabei erledigt der Schrägbandformer das Falten der Seiten zur Mitte. Sinnvoll ist es, auf dem Bügeltisch zu arbeiten und beim Entlangziehen durch den Streifen gleich zu bügeln. Anschließend muss nur noch mittig gefaltet und gebügelt werden.

Ehe ich zur dritten Etappe komme, dann noch ein paar Zeilen zum Annähen. Es gibt Profis, die können das Schrägband mit einer Naht anbringen. Ansonsten ist das Band aufzuklappen und entlang der Linie ¼ des Bandes anzunähen. Dann wird umgeklappt bzw. eingefasst und festgenäht, sprich es sind üblicherweise zwei Nähte zu setzen, um das Band zu befestigen.

Dritte Etappe: Einfassen mit dem Bändchenfasser

Das ist nun wahrlich eine Erleichterung und ich weiß jetzt, wie schnell die Industrie mit ihren vielfältigen Maschinen arbeiten kann.

Wie geht das nun mit dem Bändchenfasser?

Ich beginne mit demjenigen, der Streifen von 2,4 cm aufnimmt, also 0,6 cm breite Streifen produziert, geeignet beispielsweise für Ärmelschlitze an Blusen und Hemden.

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Der Bändchenfasser wird auf der Nähplatte der Nähmaschine mit einer Schraube (schwarz) montiert. Er wird an den zugehörigen Nähfuß geschoben und fest geschraubt. Das Band wird eingeführt und der Bändchenfasser faltet es korrekt ähnlich wie der Schrägbandformer, hier jedoch auch mittig. Schon gefaltet wird das Band unter den Nähfuß geführt. Der Nadeleinstich wird passend eingestellt und  nun werden einige Stiche genäht, das Band ist begonnen. Dann wird bei eingestochener Nadel das Nähfüßchen gehoben und die zu umfassende Kante wird in den Spalt des Bandes eingeschoben. Füßchen herunter und los geht es! Im Handumdrehen ist die Kante selbsttätig eingefasst. Arbeitsersparnis:  Falten, mehrfaches Bügeln und zweifaches Nähen.

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Mein Bändchenfasser für 3,2 cm breite Streifen ist noch komfortabler. Er lässt sich montiert auf der Nähplatte nach vorne ausklappen. So fällt das Einführen des Stoffstreifens noch leichter. An das Nähfüßchen geführt geht es dann im Prinzip so wie zuvor beschrieben, nur dass der fertige Streifen 0,8 cm breit ist. Diese Breite eignet sich für festere Stoffe und beispielsweise Steppware. Meine Fotos stammen aus der Herstellung der Tasche mit Rudolph, Applikationsvorlage Rudolph – das Rentier mit der roten NaseVon wegen graue Maus!

Da mein zweiter Bändchenfasser neu ist, habe ich erst einmal ein paar Lätzchen für die Winter- und Weihnachtszeit genäht, gerne zu erwerben über Nähen für Dich oder über Etsy.

Siehe den weiteren Artikel zu Bändchenfasser: Und der Bändchenfasser kann noch mehr!

 

Nähtipp: Knopfleiste und Falte in einem Zug herstellen

Wenn du ein Mädchenkleid aus Webware herstellst, ist immer zu überlegen, wie das Kind leicht hinein und heraus schlüpfen kann. Deshalb bedarf es einer Knopfleiste oder eines Reißverschlusses. Willst du das Kleid ohne Querunterbrechung in A-Linie fertigen, wird das Rückenteil meist längs zweigeteilt und zumindest oben eine Schließung vorgesehen.

Ich habe mir da etwas ausgedacht:

Anleitungfalte

Der Rückenschnitt des Kleids wird an den Stoffbruch angelegt. Dabei rückst du beispielsweise 4 cm vom Stoffbruch für Falte und Knopfleiste weg. Spätere Falte und späterer Knopfbereich werden zum eigentlichen Kleid hin abgesteppt, siehe erste Zeichnung, Längsnaht. Wo Stichlänge 5 steht, wird später aufgetrennt. Diese Naht dient dem exakten Arbeiten.

Zeichnung 2 zeigt nun, wie geschnitten wird. Ein schräger Schnitt wird zur Naht gesetzt. Im oberen Bereich werden die zwei Stofflagen entlang des Stoffbruchs getrennt.

Nun wird die Arbeit mit der linken Seite oben auseinandergeklappt und gebügelt. Das Bügeleisen kann heiß bleiben, denn nun schlägst du das rechte obere Stoffstück nach innen um und bügelst es. Dieser Teil ergibt später den Knopflochbereich. Den linken Teil schlägst du nun auf die rechte Seite, bügeln, und schließlich faltest du ihn zur Hälfte wieder nach links um, bügeln. Dieser Bereich ergibt später den Knopfbereich der Knopfleiste.

Befestigen und Versäubern: Den linken Rand des Knopfbereichs musst du versäubern, Overlock- oder Zickzackstich. Wenn alles gut liegt und gefaltet ist. musst du mit Coverlockstich oder dem Wabenstich der normalen Nähmaschine den oberen Faltenbereich und gleichzeitig den unteren Bereich der Knopfleiste versäubern bzw. befestigen.

Anschließend wird die Naht mit Stichlänge 5 wieder aufgetrennt. Es werden Knopflöcher gearbeitet und Knöpfe angenäht oder du setzt Kamsnaps. Diese halten die gefalteten Bereiche in ihrer Position, ein Absteppen ist aus meiner Erfahrung heraus nicht nötig.

Und so sieht es dann aus:

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blauercordh

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Upcycling Jeans – Jeanskleidchen aus vier Hosenbeinen – Freebook Größe 86 – 126

Zu Upcycling von Jeans ist Allerlei veröffentlicht. Das erklärt sich dadurch, dass der Jeansstoff so robust und trageangenehm ist. Außerdem ist er in jahreszeitlich verschiedenen Kombinationen ganzjährig einsetzbar.

Ich habe länger darüber nachgedacht und herumgebastelt, bis mir gelungen ist, ein Hängerchen aus Jeans zu kreieren und auch noch den Schnitt zu digitalisieren sowie eine Anleitung zu verfassen. Ein Hängerchen aus Jeansstoff ist ein Allrounder. Nur mit einem Höschen drunter ist es für einen Supersommer wie dieses Jahr ebenso passend wie kombiniert mit einem Rolli oder Pullover im Winter. Nähen und Upcycling lohnen sich also wirklich.

Du möchtest Jeans, die schon gute Dienste getan haben, weiterverwenden? Hier ist ein Vorschlag, wie aus den Hosen ein schönes Mädchenkleid, ebenso robust wie spielfreundlich, entsteht. Der Clou ist das Zusammensetzen aus Bahnen, weil die Hosenbeine eben kein weites und bequemes Kleidchen in A-Linie in einem Stück hergeben. Du benötigst zwei farblich harmonierende, abgelegte Jeans und Baumwollstreifen zum Einfassen von Kanten. Hier empfehle ich ein farblich passendes, abgelegtes Herrenhemd oder eine ausgediente Bluse zu verwenden. Für die zwei großen Größen benötigst du weite Herrenjeans, Damenjeans, insbesondere enge, geben die Stoffstücke der Bahnen nicht her. Der wirklich für das Upcycling ausgeklügelte Schnitt ermöglicht ein leichtes Überziehen und Ausziehen, weil mit dem Zusammensetzen Knopfleisten in einem integriert werden.

Der Schnitt ist auch für eine Stoffresteverwertung super verwendbar.

Aber erst einmal zum Ergebnis:

IMG_0663

 

 

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jenskleid

Ich möchte euch die Anleitung, die sehr ausführlich bebildert ist und auch Nähanfängerinnen hilft, ebenso wie den Schnitt für die private Nutzung kostenfrei zur Verfügung stellen. Bitte lest die Anleitung, das hilft:

Anleitung Jeanskleidchen aus Jeanshosen, Schnitt: Jeanskleidschnitt

Es wäre nett, wenn ihr mir im Gegenzug Fotos eurer Werke und Gestaltungsbeispiele für eine Galerie zur Verfügung stellen könntet, nutzt meine email. Dann kann ich diesen Artikel erweitern.

Ich verweise noch auf zwei Artikel, in denen ich mir schon einmal zum Upcycling von Jeans Gedanken gemacht habe.

Also viel Freude beim Nachnähen und bei guten Ideen für eine Gestaltung! Ran an Schere und Nähmaschine!

Julia ist die erste, die das Kleidchen nachgenäht hat. Sie stellt mir ihre Fotos zur Verfügung. Ich bedanke mich ganz herzlich dafür. Ich freue mich, dass das Projekt Anklang findet und dass Julia so Schönes kreiert hat, einfach super! Gleichzeitig gibt sie mir zwei kleine Anregungen für die Anleitung, damit es noch klarer wird. Ich werde diese aufnehmen und die Anleitung ergänzen. Nachfolgende finden also die durch Julia optimierte Anleitung.

Auch Jasmin hat, nachdem sie die Anleitung per Zufall fand, das Kleidchen in einer Nachtaktion nachgenäht und das Bild des fertigen Kleidchens zum Veröffentlichen freigegeben. Ich bedanke mich ganz herzlich dafür und schicke Grüße in die Schweiz. Es freut mich, dass die Anletung Anklang findet. Hier nun das Kleidchen für die Tochter von Jasmin:

kleidjasmin

 

 

Reißverschluss defekt – was nun?

Ein Kinderjäckchen wanderte in meine Nähstube mit der Frage, was hier noch möglich sei, denn der Zipper des teilbaren Reißverschlusses war nicht mehr vorhanden. Da das Jäckchen ein preiswertes war, würde sich der Kauf eines neuen Reißverschlusses  nicht lohnen, dann kauft man besser eine neue Jacke. In meinem Upcyclingfundus fand sich leider auch kein passendes Reißverschluss-Exemplar.

Mir ist dann eine Idee gekommen:

reparaturfertig

Wie du siehst, hat die Jacke nunmehr eine verdeckte Knopfleiste. Und diese kostete weder viel Arbeit, noch Geld. Denn ich nahm ein Herrenhemd aus dem Fundus und schnitt die fertige Knopfleiste entlang des Umschlags ab. Oben und unten schlug ich bei beiden Teilen in der passenden Länge den Stoff nach innen um und versäuberte hinterrücks mit der Overlock. Bei dem Stück mit den Knopflöchern schlug ich die Vorderkante nach innen um, so wenig, dass die Knopflöcher nicht verdeckt waren und so viel, dass die Knopflochleiste in die gegenüberliegende Lücke zwischen Knopfleiste und Jacke passte. Hier zog ich noch eine Naht.

reparatur1.jpg

Beide Leisten wurden nun am Jäckchen passgenau angenäht.

reparatur2

Was hat das also an Arbeit gekostet:

  • Reißverschluss abtrennen
  • Knopfleiste abschneiden, versäubern, eine Seite umgeschlagen nähen
  • Knopf- und Knopflochleiste annähen

Das war doch relativ einfach und das Jäckchen kann noch ein wenig Dienst tun.

Fazit: Es ist auch für andere Reparaturen zu fragen, ob nicht vorhandene Knopfleisten ein Problem lösen können. Schließlich mussten weder Knopflöcher genäht, noch Knöpfe angenäht werden.

 

 

 

Upcycling – Stoffe gut prüfen und Schnitte gut wählen

Die Kleidungsstücke, die ich im Familien- und Freundeskreis zum Upcycling bekomme, werden nicht grundlos weggegeben. Wenn sie zu klein, zu eng, zu weit geworden sind, dann gibt es meist keine Probleme. Wenn sie aber nicht mehr tragbar sind, weil sie fleckig, mit Knötchen, mit Verfärbungen oder mit Löchern versehen sind, dann gilt es aufzupassen.

Erst einmal habe ich mir angewöhnt, die Teile, die ich zum Upcycling ins Auge gefasst habe, bei Tageslicht genau zu prüfen. Bei Kunstlicht kann ich nicht alles wahrnehmen. Ich nehme mir also zum Planen die Tageszeit, um nicht im Nachhinein böse Überraschungen zu erleben. Es wäre doch schade, wenn erst nach dem Nähen das ein oder andere auffiele.

Schadstellen markiere ich dann mit Stecknadeln. So bekomme ich einen Überblick, welche Stoffstücke noch guten Gewissens zu verwenden sind. Das hat Einfluss auf die Wahl des Schnitts und auf die Kombination von verschiedenen Stoffen.

Beispiel 1:

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Ein roter Baumwollpulli war im Brustbereich mit Firmenlogo versehen, d.h. verwendbar war nur der untere, vordere Bereich – ärgerlich die Embleme. Hinten stand die ganze Rückenfläche zur Verfügung. Die Ärmel waren im Ellebogenbereich glänzend, aber nicht wirklich verschlissen. Dennoch habe ich sie verworfen, ab damit in den Müll. Stoffreste aus dem Projekt Das Besondere gibt es nur, wenn du selbst nähst! waren noch vorhanden, reichten für die Ärmel und passten zu rot. Den Schnitt Bethioua Mini von Elle Puls habe ich gewählt, weil im Rücken ein kürzeres unteres Stück benötigt wird. Das Vorderteil des roten Ausgangspullis ist also hier in den Rücken geraten, das Rückenteil wurde zum Vorderteil. Wie du siehst, habe ich so geschnitten, dass das Bündchen des Ausgangspullis erhalten blieb. Es gilt aufzupassen, dass beim Zuschnitt von Vorder- und Rückenteil der gleiche Abstand des Ärmeleinschnitts von der unteren Bündchenkante eingehalten wird.

Beispiel 2:

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Hier habe ich ähnlich gearbeitet. Der rote Pulli hatte im Brustbereich einen Fleck. Also stand wieder nur ein kürzeres Stoffstück zur Verfügung. Der Schnitt Bethioua verlangt für die Ärmel große Stoffstücke, weil sie sich im Rücken treffen. Solche Ausmaße besaßen die Ärmel des roten Pullis nicht. Gleichzeitig lag ein gestreifter, farblich passender Pullover im Fundus. Auch die Materialangaben passten zusammen. Der Pulli hatte durchgedrückte, glänzende Ärmel, die wieder in den Abfall wanderten. Vorder- und Rückenteil waren vollständig gut. Die habe ich für die Ärmel des Bethioua-Schnitts genommen und dabei die unteren Bündchen als Ärmelbündchen erhalten.

Beispiel 3:

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Ein weißer Damenpullover lag im Fundus, schöne, feste Baumwollstrickware. Er war aber unter den Achseln und im Rollkragenteil gelblich verfärbt. Ein Raglangrundschnitt passte so auf Vorder- und Rückenteil, dass der Achselbereich weiträumig wegfiel. Den Schnitt habe ich ganz unten angelegt, um das Bündchen zu nutzen. Ich habe ihn aber nicht mittig angelegt, weil schon klar war, dass ich den Rollkragenteil nicht verwenden konnte. Also galt es, an anderer Stelle längere Bündchenbereiche komplett zu erhalten. So ist das untere Bündchen auch in den Halsbereich gewandert. Ich musste aber das Halsbündchen mit der Raglannaht zusammensetzen. Den vorderen Bereich habe ich dann genutzt, um ein dehnbares Rüschenbändchen mit anzunähen. So ist das Pullöverchen etwas aufgepeppt. Die Rüsche findet sich dann am Ärmelbündchen wieder.

Fazit: Upcycling verlangt ein wenig Vorüberlegungen und gutes Planen, wahrscheinlich auch Näherfahrung. Das Nähen selbst geht dann nachher flott von der Hand.

 

 

 

Rüffler, eine feine Sache

Da Oma am liebsten Mädchenkleider näht, kommt es oft vor, dass gekräuselt werden muss. Deshalb habe ich mir einen Rüffler oder ein Kräuselfüßchen zugelegt.

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Er wird wie ein Füßchen befestigt und zusätzlich an der Nadelhalterung arretiert. Beim Nähen schubst der Rüffler in regelmäßigen Abständen den Stoff ein Stückchen vor, so dass eine Falte entsteht. Die Faltensequenz und die Faltenbreite lassen sich einstellen über eine Verstellmöglichkeit am Füßchen und/oder durch die Stichlänge.

Wie das Ganze arbeitet, kannst du dir im Video ansehen.

Katrin äußerte den Wunsch, Nackenkissen für die Mädels zu umhüllen. Das könnte man einfach realisieren, doch das fand ich zu langweilig. Anne hatte mir einen Kinderbettbezug zum Zerschneiden gegeben, top in Ordnung, und der weiche, etwas dickere Baumwollstoff ist wirklich für Bettwaren geeignet, Anbieter ehemals Ikea.

Der Stoff reichte für zwei Kissenhüllen und für die Rüsche rundherum. Würde man das von Hand in Falten legen oder kräuseln, wäre man arg beschäftigt, und es ist fraglich, ob man das gleichmäßig hin bekäme. Bei Pinterest findest du Anleitungen, wie an dieser Stelle eine Gabel helfen kann. Mit dem Rüffler ging es jedenfalls ratzfatz. Ich habe die Einstellung 6 am Rüffler und Stichlänge 3 genommen.

Die Bezüge haben einen Hotelverschluss auf der Rückseite, das ist schon einfach. Was nicht so einfach sein wird, ist das Bügeln der Rüsche. Ich denke aber, Katrin wird das managen. Jedenfalls finde ich die Bezüge so schmucker als einfach nur glatt. Ich hoffe, Katrin wird diese Ansicht teilen.

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Spucktücher werden zu Halstüchern – erste Erfahrungen mit Musselin

Es wird nicht gut sein, wenn du gleich loslegst, Musselin zu nähen. Der Trendstoff, die schönen Bilder und die Angebote verführen dazu, gleich eine Idee zu entwickeln, Stoff zu kaufen und deine Idee umzusetzen. Ich rate nach Ersterfahrung dazu, erst einmal zu lesen und mit vorhandenen Stoffen wie ehemaligen Spucktüchern zu beginnen.

Allgemeines über Musselin, sehr viel Interessantes und eine wundervolle Übersicht bietet sewsimple.

Was das Nähen angeht, informiert farbenmix wieder einmal hervorragend, ausführlich und mit Nähvideo. Die geeigneten Sticharten werden besprochen und es gibt jede Menge Ideen für luftige Mädchenbekleidung.

In Ermanglung eines Obertransportfußes habe ich mich zunächst mit der Overlock versucht. Dabei ist wirklich wichtig, dass der Stoff nicht gebügelt ist, sondern geschrumpft verarbeitet wird. Außerdem muss die Overlock auf Raffen, dabei maximale Stärke, eingestellt sein, anderenfalls schlägt die Naht Wellen. Außerdem habe ich extrem langsam genäht, der Stoff flutscht leicht seitlich weg. Das erste Ergebnis, hellblaues Übungsstück mit dunkelblauer Overlocknaht, stellte mich nicht zufrieden. Die vom Overlockmesser hinterlassene Kante sieht unsauber aus. Deshalb habe ich beim grauen Exemplar die Kante umgeschlagen genäht und so geführt, dass das Overlockmesser die Kante nicht traf, Auf der anderen Seite der Naht habe ich anschließend überschüssiges Material wie an der Kante einer Applikation entlang vorsichtig entfernt. Das Ergebnis ist doch viel sauberer!

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Das hellblaue und das graue Exemplar waren zuvor Babyspucktücher. Da sie für ein Halstuch etwas zu klein waren, habe ich die äußeren Versäuberungsnähte aufgetrennt und so ein paar Zentimeter gewonnen. Man sieht noch die Einstiche der ehemaligen Naht. Ich hoffe, die Löcher schließen sich bei der ersten Wäsche.

Das dunkelblaue Exemplar war groß genug. Hier habe ich jenseits der Säume eine Ziernaht (Wabenstich) in pink gezogen. Gezogen ist aber falsch, beim Nähen habe ich den Stoff gleichmäßig vor dem Füßchen geschoben, damit die Naht nicht wellig wird.

Fazit: Es näht sich gut mit raffenden Overlockstich und es wird funktionieren unter Verwendung eines Oberstoff-Transportfüßchens. Verschiedene Fadenspannungen sollten noch in die Erprobung gehen, ehe ich mich an Kleidung aus Musselin wage.

 

 

 

Osterhasen als Eierwärmer

Bald ist Ostern! Vielleicht denkst du auch schon über deine Osterdekoration nach. Petra gab mir einen Tipp: Graziela bietet eine kostenfreie Anleitung an, die dir hilft, Osterhasen als Eierwärmer zu nähen (Foto aus dem link).

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Für Petra, Thomas und die lieben Enkel Curd und Cilly habe ich das dann gleich ausprobiert. Stoffreste fanden sich noch.

Im Unterschied zur Anleitung hatte ich nur Füllvlies, das sich nicht aufbügeln lässt. Ich habe das Vlies mithilfe von Sprühkleber fixiert, das geht genauso gut. Dann fand ich es schwierig, die untere Naht in einem so engen Teil zu führen, denn ich wollte innen auch noch etwas höher füttern. So habe ich noch Puschel hergestellt und mit dem lang gelassenen Faden der Puschel den Umschlag zusammen mit dem Puschel von Hand befestigt. So ist der Puschel auch gut fest und lässt sich nicht von der kleinen Cilly abreißen. Tasthaare auf der Vorderseite in Nasenhöhe fand ich auch noch schön.

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Also frohe Ostern allen Nähbegeisterten!