Optimierung: Badeponcho aus Badetuch

Leni ist enorm gewachsen. Der schon einmal genähte Badeponcho passt nun der Schwester und Leni benötigt einen größeren. In der Wäschekiste meiner verstorbenen Mutter fand sich ein noch niemals genutztes, riesige Badetuch, groß genug den neuen Zweck.

Wie hier geschnitten wird, habe ich schon einmal erläutert: Badeponcho aus Badetuch. Aber diesmal habe ich noch eine Optimierung eingeführt.

Badeponcho aus riesigem Badetuch

Der Frotteestoff ist nicht flexibel. Deshalb fällt das notwendige Halsloch recht groß aus, damit das Kind hineinschlüpfen kann. Dann allerdings wird das Kind evtl. nach dem Baden bzw. Schwimmen am Hals kalt. So habe ich ein Halsbündchen zwischen Kapuze und Tuch eingefügt. Es ist aus zwei Stücken genäht – also nicht gefaltet – und fasst die Kapuze oben zwischen. Unten ist es mit Overlock angenäht. Seitlich habe ich es verjüngend geschnitten. So legt sich das Tuch am Hals eng und warm an.

Die Kapuze stammt von einem abgelegten Bademantel, bei dem der Reißverschluss völlig kaputt war. Plastikreißverschlüsse an Wäschestücken, die heiß gewaschen werden, das ist so eine Sache. Nachhaltig wird es dabei nicht, aber immerhin verwende ich die Stoffe weiter. Die Taschen des Bademantels habe ich ebenso verwendet und durch Applikation aufgepeppt.

Seepferdchen als Applikation

Die Kapuze habe ich durch ein innen liegenden Bändchentunnel flexibel gehalten, wie gesagt, das Kind soll nicht frieren!

Kapuze kann gezurrt werden

Seitlich habe ich auch noch Bänder angenäht, so bleibt das Tuch besser geschlossen, wie gesagt, Leni soll nicht frieren!

Flatlock- neuer Weg beim Upcycling

Es zieht sich durch meinen blog durch: Wie bekommt man abgelegte Kleidung Erwachsener zu Kinderkleidung ansprechend aufgearbeitet und umgestaltet. Bisher habe ich unifarbene und damit etwas triste Sachen dadurch aufgepeppt, dass ich mit Kinderstoffen kombinierte oder aber – und dies sehr häufig – kindliche Applikationen aufbrachte. Jetzt wird Leni 7 Jahre alt und Curd ist schon 9. Damit sind die vorhandenen brauchbaren Stoffstücke oft einfach zu klein, Kombinationen werden die Regel werden, und zudem entwachsen die Enkelkinder den kindlichen Applikationen.

Neue Wege sind zu finden!

Nun bin ich auf Bauschgarn in Flatlocknähten gestoßen. Und siehe da: Schnelles und einfaches Upcycling steht in Aussicht. Bauschgarn gibt es einfarbig, multicolor oder sogar neonfarbig.

Mutters Pullover verkleinert und mit Flatlock zusammengenäht

Nach einem einfachen Grundschnitt in Größe 134 habe ich den Pullover von Mamma seitlich und oben sowie oben an den Ärmeln für das Töchterchen gekürzt. Die Bündchen unten blieben erhalten. Das Halsbündchen habe ich abgeschnitten und gekürzt wiederverwendet. Alles ist rundum mit Flatlock in Multicolor-Bauschgarn zusammengenäht.

Detail Flatlocknähte

Am Ärmel habe ich unten noch eine Flatlocknaht zur Zierde gesetzt.

Ziernaht

Mein Nähen war ein erster Versuch mit Flatlock. Da man immer dazu lernt, ist das erste Stück noch nicht perfekt. Die Flatlocknähte haben, wie ich dann merkte, eine Richtung. Sie stehen an einer Seite etwas hoch. Damit symmetrisch gearbeitet wird, ist das bei den Nähten links und rechts zu beachten. Näht man die Seitennaht mit den Vorderteil oben von oben nach unten, sollte man auf der anderen Seite mit Vorderteil oben von unten nach oben nähen. Dann wird es symmetrisch. Es gibt auch die Anweisung, die Flatlocknaht noch einmal mit Geradstich zu übernähen. Dann entfiele meine Überlegung, weil der Geradstich Flatlock niederdrückt. Allerdings ist dann auch die Dehnbarkeit hin. Ich habe also auf die zusätzliche Naht verzichtet.

zweiter Versuch mit Flatlock

Bei diesem Exemplar habe ich dann schon symmetrisch gearbeitet. Außerdem habe ich eine zusätzliche Ziernaht entlang des Ärmels gesetzt. Die Ärmel habe ich diesmal mit Overlock eingesetzt. Und dann ist mir noch aufgefallen, dass, je nachdem in welche Richtung man arbeitet, das Halsbündchen auch anders aussehen kann.

mit Flatlock angenähtes Halsbündchen

Diesmal verschwindet die untere Kante des Strickbündchens innen, bei vorherigen Exemplar lag sie außen. So kann man also auch mit den Nähten und ihrer Richtung spielen.

Meine Flatlockexperimente werden sich weiter entwickeln. Ich habe zunächst die Dreifadenvariante angewendet. Ich bin sicher, dass ich die Möglichkeit Flatlock bei weiteren Gestaltungsideen unbedingt mit bedenken werde. Außerdem kann meine neue Bernette 48 auch covern. Demnächst also mehr zu Flat- und Coverlock, denn es gilt, Tristesse für Kinder aufzumuntern.

Alles über Lätzchen, Übersicht und all-in-one Schnitt

Unter dem Motto „kleine genähte Geschenke“ habe ich allerlei Vorschläge unterbreitet, mit welchen genähten Geschenken du Freude bereiten und gleichzeitig deiner Nähleidenschaft frönen kannst.

Geht es um Baby, Kleinkind oder die werdende Mutter, ergibt sich ein neues Thema wie z.B. kleine Geschenke zur Geburt. Eine beliebte Kleinigkeit ist ein Lätzchen. Und davon kann man nie genug haben! Es dauert halt ein wenig (und erfordert Geduld!), bis die Kleinsten selbst mit dem Löffel sicher essen können. Und meine Erfahrung im Rahmen von Upcycling ist, dass Kleidung häufig deshalb weggegeben wird, weil Flecken partout nicht verschwinden wollen. Insofern ist das Thema Lätzchen auch ein Beitrag zur Nachhaltigkeit.

So habe ich mich umgesehen und mit meiner Neigung zum Systematisieren ist mir aufgefallen, dass sich alle Varianten der ärmellosen Exemplare von einem Grundmuster ableiten lassen.

Was alles geht mit einer Grundüberlegung! Und dir kann noch mehr einfallen!

Was sind die Eckdaten, mit denen du selbst ein Schnittmuster entwerfen könntest? Die maximale Größe entspricht in etwa einem DINA3 Blatt und der Halsumfang von ca. 25 – 28 cm ist zu berücksichtigen. Da der Latz nicht ganz halseng sitzen sollte, nehme ich einmal 30 cm als Kreisumfang. Mit der Kreisformel kommt man dann zu einem Durchmesser von grob 10 cm. Wenn das Kleinkind etwas kräftiger ist, dürfen es auch 12 cm sein.

Und nun kannst du spielen: rechteckiger Latz, ovaler Latz, eher breit ovaler bis rundlicher Latz, Latz, der an ein Dreieckstuch erinnert, Latz in Birnenform …, alles ist planbar. Vom Stoff her sollte immer beachtet werden, dass viel gewaschen werden muss und dass der Latz z.B. Soßen abhalten sollte, d.h. zu dünn darf es nicht werden.

Latz ohne Verschluss mit Halsbündchen und passend für den Winter

Grundsätzlich sollte überlegt werden, ob der Latz einen Verschluss haben soll oder nicht. Ohne Verschluss verlangt der Latz nach einem größeren Ausschnitt, sicher 12 – 14 cm statt 10 cm Durchmesser, und zudem nach dehnbarem Material und einem dehnbaren Abschluss am Hals, z.B. einem Halsbündchen.

Latz mit amerikanischen Ausschnitt
Detail amerikanischer Ausschnitt

Mit Webware kann ohne Verschluss nur gearbeitet werden, wenn ein großzügig geschnittener, amerikanische Halsausschnitt gewählt wird, anderenfalls kommt das Kind nicht mit dem Kopf durch den Ausschnitt. Die Bündchenvariante verlangt eine doppelte Stofflage und eine Umfassung mit Schrägband. Die Webvariante mit amerikanischem Ausschnitt kann auch in einfacher Stofflage mit Schrägband um die Ränder hergestellt werden.

Latz zum Binden
zum Binden und doppelte Stofflage

Die Lätze, die einen Verschluss haben, erreichen diesen durch Bindebänder, durch Klettverschluss, Knöpfe oder Druckknöpfe. Die Schnitte können aus dem Grundmuster heraus angepasst werden. Sie haben hinten mittig den Verschluss mit Klettband oder Knopf. Mit Bändern verkürzt sich der Schnitt hinten.

hinten mittig Druckknopf
Detail hinten mittig geknöpfter Latz

Genauso gut lässt sich der Latz asymmetrisch schließen links oder rechts. Mittig vorne könnte auch ein Schlitz mit Verschluss gearbeitet werden. Dazu habe ich aber keine Demonstration angefertigt.

asymmetrisch geschlossener Latz
zum Geburtstag mit Applikation

Alle diese Varianten mit Verschluss können in doppelter Stofflage hergestellt werden, aus Webware oder aus elastischem Material. Wählt man die einlagige Herstellungsweise, muss rundherum eingefasst werden.

Ich habe die oben abgebildeten Lätzchen zur Demonstration hergestellt, ebenso werden Lätzchen in meinem shop unter der Kategorie Baby angeboten. Wie man sieht, können sie sehr verschieden ausfallen und sehr verschieden gestaltet werden. Der Kreativität und dem individuellen Gestalten sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Das ist das Schöne am Selbernähen!

Nun könntest du selbst kreativ tätig werden und dir einen Schnitt selbst entwerfen. Wenn du es aber einfacher haben willst: Für eine eiförmige, ovale Form biete ich einen all-in-one Schnitt an, der alle besprochenen Möglichkeiten samt Anleitung beinhaltet. Diesen kannst du aber im unteren Latzteil ohne Probleme abändern, wenn dir einfach oval nicht gefällt. Die Anleitungen und die im Schnitt enthaltenen Schließvarianten funktionieren dann ebenso. So könntest du einen noch rundlicheren Latz, einen rechteckigen Latz oder einen Latz herstellen, der an ein Dreieckstuch oder eine Birne erinnert. Den Schnitt findest du für €2,90 im shop.

Also viel Freude beim individuellen Nähen und Gestalten eines Lätzchenunikats!!!

Nun bin ich neugierig, ob sich die Varianten Latz mit Ärmeln ebenso systematisch abhandeln lassen – dazu also demnächst vielleicht mehr.

Auch zum Thema „Was schenkt man zur Geburt“ werden ich mich demnächst mit weiteren Vorschlägen melden.

Babyoverall zum Binden – Schnittmuster

Babyoverall
Babyoverall aus Walk zum Binden

Ein Stoffrest Wollwalk inspirierte mich, er lachte mich geradezu an beim Gedanken an den nahenden Herbst. Er war viel zu klein, um meinen jetzt schon doch großen Enkelkindern etwas daraus zu nähen. Er war übrig geblieben vom letzten Winteranzug für Leni. In allen Jahren zuvor hatte ich mich mit Winteroveralls aus Walk beschäftigt und dafür gesorgt, dass die Kleinen gut eingepackt waren.

Meine Vorliebe für Naturstoffe und speziell im Winter für Walk hatte ich damit schon kundgetan. Es geht nichts über die wärmenden Eigenschaften von Wolle!

Nun war der Stoffrest so klein, dass er nur für einen wirklich kleinen Babyoverall passen würde. Und dabei fiel mir dann auf, dass die Kleinsten eben noch nicht laufen und krabbeln und damit die Anforderungen an einen Overall anders sind. Es geht darum, dass die Babies weich und warm liegen und dass Mutter sie leicht an- und ausziehen kann. Eine Bindevariante lag dann sozusagen auf der Hand.

Es war relativ leicht, ein Schnittmuster zu zeichnen, ich hatte mich ja schon oft mit Overalls und Babybekleidung befasst. Das Schnittmuster dann zu digitalisieren war schwieriger, will man möglichst DINA4 Blätter für den Ausdruck sparen. Die Anforderung hat mich aber gereizt. Es sind 12 DINA4 Seiten geworden, 9 habe ich angesichts der Länge des Overalls dann doch nicht geschafft, wie auch immer ich die Schnittteile in den diversen Formaten drehte. Das Schnittmuster samt ausführlicher Anleitung biete ich im Shop unter Schnittmuster an.

Meine Erinnerungen an die im Garten bei Wind und Wetter schlafenden Enkelkinder sind damit wieder wach. Was schläft es sich gut an frischer Luft! Und wie gesund ist das! Für die Herbst- und Winterbabies ist dann warmes Einpacken Bedingung. Ein Wolloverall kommt zu diesem Zweck gerade richtig.

Schöne Walkstoffe sind auf dem Weg zu mir. Die Enkelkinder warten auf Wintermäntel. Demnächst finden sich deshalb auch Walkoveralls in meinem Shop für alle die, die nicht selber nähen wollen oder können. Eigentlich ist das Schnittmuster aber gerade für Nähanfängerinnen geeignet. Man sollte sich trauen! Hier findest du es: https://sewtonew.blog/product/schnittmuster-babyoverall-in-groesse-62-74-zum-binden/

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Statt immer neuer Schnitte – Grundschnitt verändern!

Angesichts von drei Enkeltöchtern beschäftige ich mich wirklich gerne mit Mädchenkleidern. Ich stöbere bei Pinterest und suche nach neuen Anregungen. Unter Mädchenfein habe ich als Inspirationsquelle schon Allerlei gesammelt.

Diese Varianten stachen mir ins Auge und ich wollte mich damit beschäftigen:

Quelle/Quelle2

Es lässt sich sicherlich für ein solches Kleid ein Schnittmuster finden. Aber es geht auch einfacher, wenn du das Gesehene analysierst. Was ist zu sehen? Das Vorderteil besteht aus vier Teilen. Unter der gestreiften Passe findet sich im linken Beispiel ein gekrauster Rock. Seitlich geht der blumige Stoff längs durch. Wo dieser an den gekrausten Rockteil ansetzt, sind Nahttaschen untergebracht. Hinterrücks wird das Kleid fast genauso konstruiert sein, allerdings ohne die Taschen. Dann blinkt noch eine Knopfleiste im Rückenteil hervor. Halbe Ärmel runden das Bild ab. Was mich anspricht, ist die eingesetzte Passe, und dass die Weite des Kleidchens über das gekrauste Mittelstück erreicht wird. Soweit die Analyse.

Einen Grundschnitt für ein einfaches Kleidchen wird wohl jede Näherin besitzen. Wenn dieser schon erprobt ist und sich als brauchbar herausgestellt hat, ist das die beste Voraussetzung für eine Abwandlung.

Ich zeige dir nun per Abbildung, wie ich vorgegangen bin.

Zeichnung

Den Grundschnitt habe ich in der Seitenlinie schmäler geschnitten, weil es ja das gekrauste Mittelteil geben wird. Von Schulter bis Saum habe ich den Schnitt im Fadenlauf, also senkrecht, durchgeschnitten und noch einmal quer im Mittelteil, damit die Passe entsteht. Die Seitenteile 1 werden dann 4 mal, 2 für vorne und 2 für hinten, jeweils seitenverkehrt, benötigt. Das untere Mittelteil 2 habe ich verbreitert, weil es gekraust werden soll. Es wird 2 mal benötigt für hinten und vorne. Das obere Mittelteil 3 bleibt so wie es ist für vorne und wird im Stoffbruch zugeschnitten. Sinnvoll ist es, die Passe zu füttern, also das Ganze noch einmal in Futterstoff zuzuschneiden. Für den Rücken ist die Knopfleiste vorzusehen. Dazu wird Schnittteil 3 nach rechts erweitert und nicht im Stoffbruch sondern in doppelter Stofflage, zugeschnitten. Für das Futter das Ganze wiederum noch einmal mit Futterstoff vorsehen.

Dann kann schon genäht werden, sofern du die Taschen weglässt. Wie Nahttaschen zu nähen sind, erkläre ich ein anderes Mal.

Die Umsetzung hat dieses Kleidchen ergeben. Der einfarbige dickere Baumwollstoff harmoniert schön mit einem Stoffrest eines englischen Quiltstoffes. Der sorgt für ein romantisches Aussehen.

schnittvariante1

schnittvariante2

Das Kleid hat die Größe 98/104 und ich werde es zum Kauf anbieten, siehe „Angebote“ in der Menüleiste.

Letztlich sind meine Schnitte Designerschnitt „Cilly“ – Schnitt für Mustermix fertiggestellt und Upcycling Jeans – Jeanskleidchen aus vier Hosenbeinen – Freebook Größe 86 – 126 auch über solche Überlegungen entstanden. Allerdings war es hier wesentlich komplizierter, weil die Knopfleisten bedacht und konstruiert werden mussten und weil Stoffstücke für ein Upcyclingprojekt zu bedenken waren.

Einfacher ging es hier: Easy: Easy: Schnitt verändern, Schulternaht verschieben und Wenn der Stoff nicht reicht

Ich denke, mit ein wenig Näherfahrung mit verschiedenen Schnitten wirst du auf Dauer unabhängig von neuen Schnittmustern, vorausgesetzt gute, erprobte Grundschnitte sind vorhanden.

Easy: Schnitt verändern, Schulternaht verschieben

Blätternd in alten Schnittmusterheften kam mir eine Idee für meine einfachen Grundschnitte.

Wie kann man es nämlich anstellen, dass Kleidung im Schulterbereich aufgehübscht wird? Ein Bändchen oder eine Paspel direkt auf der Schulter, das sähe doch wirklich etwas militärisch aus. Die Schulternaht lässt sich aber ganz leicht verschieben und zwar nach vorne für ein hübsches Detail im Frontbereich:

schulterdetail

Du kannst einfach im Schnitt ein Stück vom vorderen Schulterbereich abschneiden parallel zur Schulternaht. Dieses Stück schlägst du dann dem Schulterbereich des Rückenteils zu. Damit ist die Schulternaht nach vorne gerutscht. Auf den Schnitt für die Ärmel hat das keinen Einfluss, das Ärmelloch bleibt gleich.

Ich habe in einem Beispiel eine Paspel in der verlagerten Schulternaht mitgefasst, im anderen Beispiel eine Spitze mitgenäht. Beide Details wiederholen sich an anderer Stelle der Kleidchen, so dass insgesamt ein überaus leichtes Aufhübschen möglich war. Dir fallen sicher noch andere Variationen ein. Füge sie gerne im Kommentarfeld ein.

schulternaht2

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Bändchenfasser – enorme Erleichterung

Wie soll man Kanten versäubern?

Bei Hals- und Armausschnitten ärmelloser Kleidung oder bei Halsausschnitten in jedem Falle stellt sich regelmäßig diese Frage. Viele Schnitte sehen hier Belege vor, die rechts auf rechts angenäht und dann nach innen umgeschlagen werden. Die Belege müssen an der nicht angenähten Seite versäubert werden. Von innen sieht das Kleidungsstück also nicht so perfekt aus, so denke ich. Umgangen wird das dann, wenn vollständig gefüttert wird. Dann sind alle Nahtkanten verschwunden. Bei Kinderkleidung will man aber nicht unbedingt diesen Aufwand treiben, vom späteren Bügeln will ich da gar nicht reden.

Mit Schrägband einfassen!

Schöner und leichter kann es mit Schrägband gehen, das die Kanten vollständig umgreift, innen wie außen ergibt sich dann ein absolut sauberes Bild. Bei dicken Stoffen wie bei Jeansstoff oder bei Walk oder bei Steppstoffen ist das Einfassen die erste Wahl. Außerdem lassen sich mit Schrägband Gestaltungsideen umsetzen. Das Band kann farblich identisch sein oder aber sich vom Grundstoff deutlich abheben und als Designelement das Kleidungsstück heben. Den Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Ich fasse deshalb gerne mit Schrägband ein.

Kauft man nun Schrägband, ist die Auswahl bezogen auf die vielen eigenen Ideen absolut eingeschränkt. Außerdem sollte man den Grundstoff an das Schrägband halten, damit man mit der farblichen Harmonie einverstanden sein kann. Onlinekäufe haben mich schon gelehrt, dass Bildschirmdarstellungen täuschen können.

Schrägband selbst herstellen!

Also warum nicht im reichen Fundus suchen, ob sich ein passender Stoff für das Schrägband findet.  Allein dieses Suchen und Aneinanderhalten beflügelt die Ideen. Schrägband nun selber herzustellen, hat verschiedene Etappen der Nähentwicklung. Auf diesem Weg befindet sich der ein oder andere von euch ebenso.

Erste Etappe: Schrägband nur mit Hilfe des Bügeleisens herstellen

Der in der Breite passend zugeschnittene Schrägbandstreifen wird mittig gefaltet und gebügelt, dann aufgeklappt. Nun werden die Seiten zur jetzt sichtbaren Mitte gelegt und es wird wieder gebügelt. Schließlich wird wieder mittig gefaltet und fertig gebügelt. Die fertige und später am Kleidungsstück sichtbare Breite ist nun ¼ der Breite des ursprünglichen Stoffstreifens.

Zweite Etappe: Schrägband mit Hilfe von Bügeleisen und Schrägbandformer herstellen

Schrägbandformer gibt es in verschiedenen Größen, in jedem Falle ist der in der Breite passende Stoffstreifen zu zuschneiden. In den Schrägbandformer wird der Stoffstreifen eingeführt und nun wird der Former entlang des Streifens geführt.  Dabei erledigt der Schrägbandformer das Falten der Seiten zur Mitte. Sinnvoll ist es, auf dem Bügeltisch zu arbeiten und beim Entlangziehen durch den Streifen gleich zu bügeln. Anschließend muss nur noch mittig gefaltet und gebügelt werden.

Ehe ich zur dritten Etappe komme, dann noch ein paar Zeilen zum Annähen. Es gibt Profis, die können das Schrägband mit einer Naht anbringen. Ansonsten ist das Band aufzuklappen und entlang der Linie ¼ des Bandes anzunähen. Dann wird umgeklappt bzw. eingefasst und festgenäht, sprich es sind üblicherweise zwei Nähte zu setzen, um das Band zu befestigen.

Dritte Etappe: Einfassen mit dem Bändchenfasser

Das ist nun wahrlich eine Erleichterung und ich weiß jetzt, wie schnell die Industrie mit ihren vielfältigen Maschinen arbeiten kann.

Wie geht das nun mit dem Bändchenfasser?

Ich beginne mit demjenigen, der Streifen von 2,4 cm aufnimmt, also 0,6 cm breite Streifen produziert, geeignet beispielsweise für Ärmelschlitze an Blusen und Hemden.

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Der Bändchenfasser wird auf der Nähplatte der Nähmaschine mit einer Schraube (schwarz) montiert. Er wird an den zugehörigen Nähfuß geschoben und fest geschraubt. Das Band wird eingeführt und der Bändchenfasser faltet es korrekt ähnlich wie der Schrägbandformer, hier jedoch auch mittig. Schon gefaltet wird das Band unter den Nähfuß geführt. Der Nadeleinstich wird passend eingestellt und  nun werden einige Stiche genäht, das Band ist begonnen. Dann wird bei eingestochener Nadel das Nähfüßchen gehoben und die zu umfassende Kante wird in den Spalt des Bandes eingeschoben. Füßchen herunter und los geht es! Im Handumdrehen ist die Kante selbsttätig eingefasst. Arbeitsersparnis:  Falten, mehrfaches Bügeln und zweifaches Nähen.

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Mein Bändchenfasser für 3,2 cm breite Streifen ist noch komfortabler. Er lässt sich montiert auf der Nähplatte nach vorne ausklappen. So fällt das Einführen des Stoffstreifens noch leichter. An das Nähfüßchen geführt geht es dann im Prinzip so wie zuvor beschrieben, nur dass der fertige Streifen 0,8 cm breit ist. Diese Breite eignet sich für festere Stoffe und beispielsweise Steppware. Meine Fotos stammen aus der Herstellung der Tasche mit Rudolph, Applikationsvorlage Rudolph – das Rentier mit der roten NaseVon wegen graue Maus!

Da mein zweiter Bändchenfasser neu ist, habe ich erst einmal ein paar Lätzchen für die Winter- und Weihnachtszeit genäht, gerne zu erwerben über meinen shop, siehe Menüleiste.

Siehe den weiteren Artikel zu Bändchenfasser: Und der Bändchenfasser kann noch mehr!

Nähtipp: Knopfleiste und Falte in einem Zug herstellen

Wenn du ein Mädchenkleid aus Webware herstellst, ist immer zu überlegen, wie das Kind leicht hinein und heraus schlüpfen kann. Deshalb bedarf es einer Knopfleiste oder eines Reißverschlusses. Willst du das Kleid ohne Querunterbrechung in A-Linie fertigen, wird das Rückenteil meist längs zweigeteilt und zumindest oben eine Schließung vorgesehen.

Ich habe mir da etwas ausgedacht:

Anleitungfalte

Der Rückenschnitt des Kleids wird an den Stoffbruch angelegt. Dabei rückst du beispielsweise 4 cm vom Stoffbruch für Falte und Knopfleiste weg. Spätere Falte und späterer Knopfbereich werden zum eigentlichen Kleid hin abgesteppt, siehe erste Zeichnung, Längsnaht. Wo Stichlänge 5 steht, wird später aufgetrennt. Diese Naht dient dem exakten Arbeiten.

Zeichnung 2 zeigt nun, wie geschnitten wird. Ein schräger Schnitt wird zur Naht gesetzt. Im oberen Bereich werden die zwei Stofflagen entlang des Stoffbruchs getrennt.

Nun wird die Arbeit mit der linken Seite oben auseinandergeklappt und gebügelt. Das Bügeleisen kann heiß bleiben, denn nun schlägst du das rechte obere Stoffstück nach innen um und bügelst es. Dieser Teil ergibt später den Knopflochbereich. Den linken Teil schlägst du nun auf die rechte Seite, bügeln, und schließlich faltest du ihn zur Hälfte wieder nach links um, bügeln. Dieser Bereich ergibt später den Knopfbereich der Knopfleiste.

Befestigen und Versäubern: Den linken Rand des Knopfbereichs musst du versäubern, Overlock- oder Zickzackstich. Wenn alles gut liegt und gefaltet ist. musst du mit Coverlockstich oder dem Wabenstich der normalen Nähmaschine den oberen Faltenbereich und gleichzeitig den unteren Bereich der Knopfleiste versäubern bzw. befestigen.

Anschließend wird die Naht mit Stichlänge 5 wieder aufgetrennt. Es werden Knopflöcher gearbeitet und Knöpfe angenäht oder du setzt Kamsnaps. Diese halten die gefalteten Bereiche in ihrer Position, ein Absteppen ist aus meiner Erfahrung heraus nicht nötig.

Und so sieht es dann aus:

maush

beigecordh

blauercordh

rblume

 

Upcycling Jeans – Jeanskleidchen aus vier Hosenbeinen – Schnitt Größe 86 – 126

Zu Upcycling von Jeans ist Allerlei veröffentlicht. Das erklärt sich dadurch, dass der Jeansstoff so robust und trageangenehm ist. Außerdem ist er in jahreszeitlich verschiedenen Kombinationen ganzjährig einsetzbar.

Ich habe länger darüber nachgedacht und herumgebastelt, bis mir gelungen ist, ein Hängerchen aus Jeans zu kreieren und auch noch den Schnitt zu digitalisieren sowie eine Anleitung zu verfassen. Ein Hängerchen aus Jeansstoff ist ein Allrounder. Nur mit einem Höschen drunter ist es für einen Supersommer wie dieses Jahr ebenso passend wie kombiniert mit einem Rolli oder Pullover im Winter. Nähen und Upcycling lohnen sich also wirklich.

Du möchtest Jeans, die schon gute Dienste getan haben, weiterverwenden? Hier ist ein Vorschlag, wie aus den Hosen ein schönes Mädchenkleid, ebenso robust wie spielfreundlich, entsteht. Der Clou ist das Zusammensetzen aus Bahnen, weil die Hosenbeine eben kein weites und bequemes Kleidchen in A-Linie in einem Stück hergeben. Du benötigst zwei farblich harmonierende, abgelegte Jeans und Baumwollstreifen zum Einfassen von Kanten. Hier empfehle ich ein farblich passendes, abgelegtes Herrenhemd oder eine ausgediente Bluse zu verwenden. Für die zwei großen Größen benötigst du weite Herrenjeans, Damenjeans, insbesondere enge, geben die Stoffstücke der Bahnen nicht her. Der wirklich für das Upcycling ausgeklügelte Schnitt ermöglicht ein leichtes Überziehen und Ausziehen, weil mit dem Zusammensetzen Knopfleisten in einem integriert werden.

Der Schnitt ist auch für eine Stoffresteverwertung super verwendbar.

Aber erst einmal zum Ergebnis:

IMG_0663

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jenskleid

Anleitung und Schnitt gibt es in meinem Shop Mädchenfein, siehe Menüleiste, oder gleich springen zum Angebot:  https://sewtonew.blog/product/jeanskleid-aus-4-hosenbeinen-schnitt-und-anleitung-groesse-86-126/

Ich verweise noch auf zwei Artikel, in denen ich mir schon einmal zum Upcycling von Jeans Gedanken gemacht habe.

Also viel Freude beim Nachnähen und bei guten Ideen für eine Gestaltung! Ran an Schere und Nähmaschine!

Julia ist die erste, die das Kleidchen nachgenäht hat. Sie stellt mir ihre Fotos zur Verfügung. Ich bedanke mich ganz herzlich dafür. Ich freue mich, dass das Projekt Anklang findet und dass Julia so Schönes kreiert hat, einfach super! Gleichzeitig gibt sie mir zwei kleine Anregungen für die Anleitung, damit es noch klarer wird. Ich werde diese aufnehmen und die Anleitung ergänzen. Nachfolgende finden also die durch Julia optimierte Anleitung.

Auch Jasmin hat, nachdem sie die Anleitung per Zufall fand, das Kleidchen in einer Nachtaktion nachgenäht und das Bild des fertigen Kleidchens zum Veröffentlichen freigegeben. Ich bedanke mich ganz herzlich dafür und schicke Grüße in die Schweiz. Es freut mich, dass die Anleitung Anklang findet. Hier nun das Kleidchen für die Tochter von Jasmin:

kleidjasmin

Reißverschluss defekt – was nun?

Ein Kinderjäckchen wanderte in meine Nähstube mit der Frage, was hier noch möglich sei, denn der Zipper des teilbaren Reißverschlusses war nicht mehr vorhanden. Da das Jäckchen ein preiswertes war, würde sich der Kauf eines neuen Reißverschlusses  nicht lohnen, dann kauft man besser eine neue Jacke. In meinem Upcyclingfundus fand sich leider auch kein passendes Reißverschluss-Exemplar.

Mir ist dann eine Idee gekommen:

reparaturfertig

Wie du siehst, hat die Jacke nunmehr eine verdeckte Knopfleiste. Und diese kostete weder viel Arbeit, noch Geld. Denn ich nahm ein Herrenhemd aus dem Fundus und schnitt die fertige Knopfleiste entlang des Umschlags ab. Oben und unten schlug ich bei beiden Teilen in der passenden Länge den Stoff nach innen um und versäuberte hinterrücks mit der Overlock. Bei dem Stück mit den Knopflöchern schlug ich die Vorderkante nach innen um, so wenig, dass die Knopflöcher nicht verdeckt waren und so viel, dass die Knopflochleiste in die gegenüberliegende Lücke zwischen Knopfleiste und Jacke passte. Hier zog ich noch eine Naht.

reparatur1.jpg

Beide Leisten wurden nun am Jäckchen passgenau angenäht.

reparatur2

Was hat das also an Arbeit gekostet:

  • Reißverschluss abtrennen
  • Knopfleiste abschneiden, versäubern, eine Seite umgeschlagen nähen
  • Knopf- und Knopflochleiste annähen

Das war doch relativ einfach und das Jäckchen kann noch ein wenig Dienst tun.

Fazit: Es ist auch für andere Reparaturen zu fragen, ob nicht vorhandene Knopfleisten ein Problem lösen können. Schließlich mussten weder Knopflöcher genäht, noch Knöpfe angenäht werden.