Refashion der einfachen Art

Wenn Kleidung Erwachsener verwendet wird, um daraus für Kinder etwas zu zaubern, stellt sich jedes Mal die Frage, wie das neue Kleidungsstück angesichts der gedeckten Töne kindgemäß gelingen kann.

Dazu habe ich schon einmal geschrieben: Tristess adè

Diesmal war es ein Kinderkleid im Polohemdstil, das sehr dunkelblau daherkam, abgelegt, wahrscheinlich zu klein geworden, in jedem Falle aber recht einfallslos gestaltet. Ich fand, es sollte aufgehübscht werden. Motivstoffe oder Applikationen eignen sich hier, siehe Reste von Motivstoffen nicht entsorgen!

Es war dann ganz einfach, angesichts meines schönen Stoffs mit Katzenköpfen, eine Lösung zu finden, Floral Pets. Das Polokleidchen bekam bunte Taschen, die rückwärtig gefüttert sind und aufgenäht wurden. Ruckzuck und nicht mehr so langweilig!

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Verkleinern geht immer!

Das Schöne am Upcycling für Kinder ist, dass der Weg von groß zu klein doch meistens problemlos geht. Ich möchte euch das am Beispiel von Leggings zeigen.

Zur Verfügung standen zwei Leggings in S, die Hanna ablegte. Sie passten nicht mehr nach drei Schwangerschaften. Die Leggings waren von ausgesprochen guter Qualität, sie sahen beinahe unbenutzt aus, so dass ein Upcycling infrage kam.

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Systematisches Vorgehen spart Arbeit, deshalb die einzelnen Schritte nacheinander:

  1. Hosenbeine auf die passende Länge abschneiden plus Zugabe für ein falsches Bündchen
  2. Taillenbund oberhalb und unterhalb der Naht abschneiden
  3. Mit der Overlock die inneren und seitlichen Beinnähte versetzt gegenüber den ursprünglichen Nähten nähen und dabei den Stoff in einem Rutsch abschneiden
  4. Den abgeschnittenen Taillenbund aufklappen und die Naht zur Rundung neu verkleinert nähen, wieder in einem Rutsch beim Nähen abschneiden.
  5. Taillenbund gedehnt an die Leggings nähen
  6. An den Beinen ein falsches Bündchen arbeiten

Das Ganze ist in einer halben Stunde vollbracht. Zur Nachahmung empfohlen!

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Meine Liebe zu Floralem

Meine Liebe zu Floralem manifestiert sich nicht nur in der Gestaltung von Gartenbeeten, sondern auch beim Nähen. So habe ich mich in einen Stoff mit Sukkulenten verguckt. Er eignet sich – da opulent gemustert – nicht für ein ganzes Kleidungsstück, aber er lässt sich prima mit einfarbigem Stoff kombinieren. Er ist aus ausgesprochen hochwertiger Baumwolle und wieder einmal einer englischen Designerin zu verdanken.

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Schwarz oder anthrazit geht zum Kombinieren sofort ohne näheres Besehen. Und so ist ein Kleidchen für Cilly entstanden. Das Oberteil und die aufgesetzten Taschen sind schwarz gefüttert, der Rockteil ist aus schwarzen Jersey.

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Zum Schnitt gilt das, was ich vorherigen Projekt Schnitt und Stoff sollten zueinander passen! beschrieb.

Ein baugleiches Kleidchen geht in meinen shop, ebenso wie ein Stoffangebot mit diesem Stoff „Sukkulenten“.

Nachthemd und Bettwäsche werden zu Kindernachthemd

So ist der Lebenslauf. Nun löse ich das Haus meiner verstorbenen Eltern auf. Es fällt jede Menge Bettwäsche und Nachtwäsche an. Meine Mutter legte immer großen Wert auf guten Schlaf: beste Matratzen, beste Federbetten, gutes Lüften der Schlafräume, Schlafräume an des ruhigsten Stellen des Hauses, Tagesrituale usw.. Es hat wohl geholfen, sie ist 94 Jahre im eigenen Haus geworden. So ist auch nicht verwunderlich, dass ich beinahe mehr Nachthemden als Kleider finde. Die Stoffe sind überwiegend aus Baumwolle und von leichter Qualität, farblich eindeutig der Nachtwäsche zuzuordnen. Sie taugen nicht für das, was ich am liebsten nähe, nämlich Mädchenkleider. Aber wie im Schnittheft: „Kinderkleider, ISBN 978-3-572-08203-2“, in wunderschönen Fotos festgehalten, eignen sich die Schnitte sowohl für weite Mädchenkleider als auch für Nachthemden. Für den Bedarf an Nachthemden in den nächsten Jahren wird also gesorgt sein.

Los geht es mit einem Nachthemd für Clara.

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Für die Passe habe ich Bettwäsche genommen, Flügelärmelchen und Rockteil sind aus einem Nachthemd entnommen.

Das mit dem guten Schlaf sollte also weitergehen!

Nachtrag: Was mache ich aber bloß mit den vielen weißen Bettlaken? Eine Freundin riet, sie für heiße Tage zu verwahren und sie dann als Zudecke zu nehmen. Die Idee mit Einfärben lassen (um sie dann für Baumwollkleider zu verwenden), habe ich verworfen, nachdem mir mitgeteilt wurde, dass der Stoff bei nachträglichem Färben nicht ganz farbecht sei.

Wenn Jemand Ideen zu diesem Thema hat – Wie verwende ich weiße Bettlaken weiter? -, wäre ich für einen Eintrag im Kommentarfeld dankbar. Derzeit bin ich da ratlos und Engelkostüme für ein Krippenspiel oder Gespensterumhänge wurden schon genäht.

Schnitt und Stoff sollten zueinander passen!

Denke nur an karierte Stoffe, dann wird das Problem unmittelbar deutlich. Schottenröcke haben Falten und sind nicht etwa gekraust. Wenn Glockenröcke aus karierten Stoff gefertigt werden, liegt das Karomuster diagonal. Entsprechendes gilt für Streifen. Sie können quer, längs oder diagonal verlaufen, aber das Kleidungsstück mit Streifen hat immer ein einheitliches Linienkonzept. Es gilt, erst denken, dann zuschneiden!

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Nun stehe ich da mit meinen „floral pets“ Miezen. Ich hatte mich in diesen Stoff verguckt. Er hat für einen Patchwork-Stoff nicht ungewöhnlich ein Rechteckmuster von 15,5 cm x 11,2 cm, so groß ist ein Stück Mieze. Nun wollte ich diesen Stoff für Mädchenkleider verwenden. Wenn nur ein Stück für eine Tasche oder für eine Applikation verwendet wird, kein Problem! – siehe meinen vorherigen Beitrag. Den Stoff als Ganzes für ein beliebig geschnittenes Kleid zu verwenden, schien mit unpassend und unschön. Aber meine Sammlung von Mädchenkleidern bei Pinterest hatte nun einmal Wirkung, ebenso dass ich mich mit einen Grundschnitt auseinandersetzte, Grundschnitt von B Trendy. Die Lösung war so gefunden: Eine Passe mit übergeschnittenen Ärmeln nimmt die Reihe der Miezen auf, und die Miezen werden symmetrisch, mittig positioniert.

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Den Schnitt der Passe habe ich mir selbst gebastelt. Als Ausgangspunkt diente der erwähnte Grundschnitt mit übergeschnittenen Ärmeln. Die Passe ist gefüttert. Dann dachte ich mir, dass ein Schließen über Schlaufen und Knöpfe entlang der Schultern mal ganz nett sei. Die Taschen sind groß geraten – zwei Miezen wurden verwendet -, viel Platz für allerlei Gesammeltes oder Mitzunehmendes. Auch die Taschen sind gefüttert. Das alles ist robust angelegt und dazu passt der Baumwoll-Piqué, der wie gesteppt aussieht und zu den langlebigen Doppelstoffen gehört. So ist ein unverwüstliches Kleid entstanden, dass mit Longshirt drunter auch noch in der Übergangszeit getragen werden kann.

Das Kleid ist für meine Enkelin Leni. Ein gleiches Exemplar werde ich in meinem shop bei Mädchenkleidern einstellen. Du benötigst für eine ähnliche Kombination, z. B. mit Jeansstoff, ein Stoffstück mit 8 Miezen. Auch das stelle ich im shop bei Stoffpakete ein.

wunderschöne Stoffe – floral pets

Lange habe ich auf die hochwertigen Designerstoffe aus England gewartet, nun sind sie angekommen. Aber ich will nicht klagen, wer weiß, was nach dem Brexit wird …

Jedenfalls konnte ich den ersten Teil der Lieferung dann auch nicht liegen lassen und habe heute dank Abkühlung nähen können. Zuvor war das Nähzimmer im Dachgeschoss einfach zu heiß.

Da die Stoffe für sich stehen, habe ich den Schnitt ganz einfach gehalten und ihn entnommen aus: „Kinderkleider, Nähen für Größe 86 – 128“.

Das ist entstanden:

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schlichter Schnitt

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hinten mit Schlitz und Knopf

 

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aufgesetzte, eingefasste Tasche

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Katzenvariationen

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wunderschönes Blumenmuster, vielfach verwendbar

Meine Enkeltöchter bekommen ein solches Kleidchen. Ich stelle aber auch das Kleidchen in Größe 86 – 104 und das Stoffpaket als Angebote in meinem Shop ein.

 

 

 

flottes Kleidchen aus Kleid

Mit zunehmender Upcyclingerfahrung finden sich immer leichter ganz einfache Lösungen.

Hier zunächst einmal das Produkt, ein klassisches Kinderkleidchen mit Oberteil und gekraustem Rock, hinten mit Knöpfen geschlossen.

Im Fundus lag ein gefüttertes, ärmelloses Sommerkleid aus fließender Viskose. Und ich habe es mir ganz einfach gemacht. Du findest unten die einzelnen Arbeitsschritte, um es ebenso zu probieren.

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Das Kleid habe ich fein säuberlich platt ausgebreitet und darauf geachtet, dass auch das Futter dementsprechend glatt und ausgebreitet lag. Nun habe ich von unten ein 35 cm hohes Stück für den Rockteil des Kinderkleidchens gerade abgeschnitten. Sofort, ehe etwas verrutschen konnte, habe ich an der Schnittkante Futter und Oberstoff zusammengenäht. Dann wurde der Grundschnitt des oberen Rückenteils auf das Kleid gelegt und ausgeschnitten. Dabei fielen die Abnäher des Kleid Gott sei Dank weg. Danach habe ich für das obere Vorderteil den Halsausschnitt vergrößert und das Rückenteil in der Mitte durchtrennt, für Oberstoff und Futter immer gleich. An Futter und Oberstoff wurden nun die Schulternähte geschlossen. Anschließend kamen Futter und Oberstoff an Hals- und Armausschnitten sowie an der Rückenmitte zusammen. Zuvor wurden noch Schlaufen für die rückwärtige Schließung zwischen Futter und Oberstoff geschoben und beim Zusammennähen mitgefasst. Die Seitennähte des Oberstoffs und des Futters wurden dann in einem Zug geschlossen – Oberteil fertig! Der Rockteil erhielt einen kleinen Schlitz hinten mittig, der versäubert wurde. Oberteil und Rockteil wurden nun verbunden. Noch vier Knöpfchen, dann war das Kinderkleid fertig.

Kosten: eine Stunde Arbeit / Ergebnis: ein gefüttertes Sommerkleid für Mädchen / Ersparnis: Weg zum Altkleidercontainer und Arbeit anderer zur Wiederverwertung, vielleicht aber auch nur Müllvermeidung

Reste von Motivstoffen nicht entsorgen!

Gerade Kinderstoffe sind häufig Motivstoffe mit Tieren, Autos oder sonstigen schönen Mustern. Und im Upcyclingfundus – sofern Du meinem Grundkonzept folgst – findest Du überwiegend unifarbene Kleidungsstücke Erwachsener, die Du für Kinder weiterverwenden möchtest. Und hieraus entsteht eine perfekte Allianz. Stücke der Motivstoffe lassen sich als Applikation verarbeiten, ohne dass Du Applikationen aufwendig zusammensetzen musst, gleichzeitig peppst du die neuen Kreationen auf leichte Art und Weise auf.

Wie T-Shirts für Kinder aus Shirts Erwachsener entstehen, habe ich schon beschrieben: T-Shirts zu Kinder-T-Shirts – eine Anleitung zum planvollen Upcycling.

Wie Du nun einfach aufpeppen kannst, siehst du hier:

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Die pinkfarbenen Applikationen stammen aus der Stoffrestekiste von Anne. Hieraus habe ich schon so Allerlei verwendet. Anne nähte mit Leidenschaft für ihre Kinder, immer aus edlen Stoffen. Alle Reste befinden sich nun in meinem Fundus, wieder einmal mein Dank an Anne!

Summertime – ein geknotetes Kleidchen

Es war schon heiß und es wird wahrscheinlich wieder sommerlich. Selbst den Schafen auf der Wiese ist es zu heiß. Den dazugehörigen Stoff sah am Wochenende Cilly an einem Kleidchen im Nähzimmer, das ihr aber noch viel zu groß ist. Ihre Frage: „Für mich?“, löste bei mir die Vermutung aus, dass sie den Stoff sehr attraktiv fand. So kam mir die Idee.

Auf Pinterest sah ich Sommerkleidchen zum Überwerfen, die statt mit Knöpfen oder Druckknöpfen versehen einfach nur geknotet werden. Es gab Schnitte zu kaufen, aber ich dachte mir, dass das doch recht einfach sei, von einem Grundschnitt die Schulterpartie zu schmälern und zipfelartig zu verlängern, damit das Kleidchen an den Schultern geknotet werden kann. Gesagt, getan …

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geknotetes Sommerkleidchen vorne

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geknotetes Sommerkleidchen hinten

Im Unterschied zu den angebotenen Schnitten habe ich das Kleidchen nicht als Wendekleidchen gearbeitet. Das Wendemodell versäubert die Arm- und Halsabschlüsse durch den Innenstoff. Ich habe dank Bändchenfasser mit einer schmalen Einfassung arbeiten können, und so ist das Kleidchen wirklich luftig.

Ein Exemplar bekommt morgen Cilly, ein weiteres geht in meinem Shop zu Mädchenkleider. Zudem biete ich das entsprechende Stoffpaket unter Stoffpakete an. Man benötigt für die Größe 92 – 98 nur 0,5 m des schönen Bordürenstoffs aus England.

Ein Hängerchen geht immer!

Welche Anforderungen sollte ein Kinderkleidchen erfüllen? Robust und bequem sollte es sein. Dann ist noch wichtig, dass es, derweil das Kind ständig wächst, häufig getragen werden kann, sowohl zu Festlichkeiten, aber auch im Alltag und, wenn es geht, bei jeder Temperatur. Solche Allrounder sind Hängerchen oder Trägerkleidchen, die lange gute Dienste tun.

Sie sind ärmellos. Das hat den großen Vorteil, dass sie mit wechselndem Drunter ganzjährig und zu allen Anlässen zu tragen sind. Ein dicker Pullover ebenso wie ein festliches Blüschen können untergezogen werden. Im Sommer trägt das Kind das Kleidchen auf nackter Haut.

Wichtig für die Ganzjahreseignung ist die Stoffauswahl. Der Stoff sollte robust und dennoch leicht sein. Jeansartige Stoffe oder Babycord eignen sich nach meinen Erfahrungen überaus gut. Ein Elastananteil ist dabei günstig. Wichtig für den Sommer ist aber, dass der Stoff überwiegend aus Baumwolle besteht.

Die Bequemlichkeit wird einerseits durch die Weite garantiert. Die Kleidchen sind ausgestellt oder haben zusätzlich noch Falten oder gekrauste Bereiche, die nach unten hin aufspringen. Andererseits ist das leichte Überziehen zu bedenken. Entweder die Kleidchen sind weit ausgeschnitten oder sie haben einen leicht zu bedienenden Verschluss im Rücken, vorne oder an der Schulter.

Meine letzten Werke dieser Art sind folgende:

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Hängerchen Größe 86 – 92

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Hängerchen Größe 104

Sie erfüllen die genannten Kriterien

  • fester, elastischer, jeansartiger Baumwollstoff
  • schräg ausgestellt und zusätzlich je eine Falte vorne und hinten
  • Druckknopfleiste im Rücken oben,

und sie sind praktisch, da sie Taschen haben, und sie sind hübsch, weil mit einer Applikation gearbeitet wurde.

Beide Kleidchen neben weiteren Beispielen sind im shop Mädchenfein zu finden.