Shirt pimpen mit Applikation

Der vorherige Artikel beschäftigte sich schon damit, wie man langweilige Shirts für Kinder attraktiver machen kann. Nun gibt es zwei weitere Beispiele mit Applikation. Die Shirts wurden aus grauen Herrenrollis hergestellt. Alles, was benötigt wurde, lieferten die großen Rollis einschließlich Bündchen und Halsabschluss.

mit Einhorn

Man stelle sich das Shirt ohne Applikation vor – grauslich langweilig! So ist es hübsch geworden und Cilly wird sich bestimmt freuen. Die Strähnen sind Baumwollfäden, die mit der Applikation in einem festgenäht wurden.

mit Micky

Hier habe ich einmal Micky als Assoziation gewählt. Die Schleifchen wurden ebenso mit der Applikation in einem festgenäht und anschließend geschnürt. die Unterbrechung der Ärmel mit roten Streifen ist eher einem “Unfall” zu verdanken, die Schere rutschte aus. So musste ein ungewollter Schnitt behoben werden. Man behilft sich!

Wer weitere Ideen zum Applizieren sucht, bei Pinterest habe ich unzählige Beispiele gesammelt: https://www.pinterest.de/sewtonew/zauberhafte-applikationen/.

In meinem Shop gibt es einige kostenfreie Vorlagen von schon verwendeten Applikationen: https://sewtonew.blog/product-category/applikationsvorlage/

Shirt pimpen

Ja unter diesem Suchbegriff findet man Ideen, wie man ein einfaches T-Shirt verschönern kann. Ich spreche lieber von aufhübschen oder aufpeppen.

Hier sieht man die Möglichkeiten, Applikationen aufzubringen, farblich akzentuierende Taschen aufzunähen oder mit Farbe zu stempeln. Verschönernde Stickarbeiten, ein Aufnähen von Knöpfen oder Pompoms, Hineinarbeiten von Spitzen oder ein Unterbrechen mit Lochmotiven sind andere Ideen.

Ich habe zahlreiche Herrenrollis – eigentlich ganz langweilig – zur Verfügung. Die lassen sich natürlich kleiner nähen und dabei kann man Säume und Stücke der Bündchen erhalten. Das Upcycling würde aber ebenso langweilige Shirts hervorbringen. Also muss man sich für Kindershirts noch etwas einfallen lassen und es sollte diesmal schnell und unkompliziert realisierbar sein. Voilà:

drei Applikationsstückchen in schwarz wurden hinzugefügt
Spitze von Omas Kopfkissen wurde flügelartig mitgenäht

Da noch zahlreiche Rollis im Fundus liegen, geht es demnächst weiter mit anderen Ideen. Schaut wieder vorbei!

Panel verarbeiten

Stoffpanele sind überaus attraktiv für Kinderkleidung, weil die schönen Motive Kinder ansprechen.

für Mädels, die Einhorn verrückt sind
für nicht mehr ganz kindliche Tierliebhaber

Ein Panel wird meist mit zentriertem Großmotiv in der Mitte mit 70 cm Breite angeboten. Dazu passend gibt es ein Stück Partnerstoff ebenso mit 70 cm Breite.

Ja und hier liegt das Problem. Für Kleinkinderkleidung wird man das zentrale Motiv in der Mitte eines Kleidungsstücks unterbringen und die 70 cm reichen auch, um den Körper ganz zu umschließen, selbst bei etwas weit gearbeiteter Kleidung. Ärmel usw. kann man dann aus dem Partnerstoff hinbekommen.

Bei größeren Kindern wie meinen Enkeln geht das aber so einfach nicht. Mit 70 cm lässt sich nur allenfalls ein ganz schmaler Schnitt realisieren, damit das Motiv mittig in die Front kommt. Will man ein ausgestelltes Kleidchen oder einen fülligen Hoodie nähen, wird man für die Front die Mitte des Panels nehmen, seitlich fällt dann Stoff leider weg. Mit diesen Reststücken lassen sich dann nur Teile von Ärmeln oder Abschlüsse realisieren. Man kommt also nicht umhin, einen weiteren Stoff hinzu zu nehmen oder aber gleich 2 Panele zu verwenden, insbesondere dann, wenn ein Hoodie eine Kapuze bekommen soll.

Hoodie, Panel zweimal verwendet

Das Hauptmotiv ist in der Frontmitte verarbeitet. Der Rücken wurde aus dem Partnerstoff genommen. Für Ärmel und Kapuze wurde der Partnerstoff des zweiten Panels hergenommen, wobei ich seitliche Stücke des Frontpanels mit verarbeitete. Schön fand ich ein Absetzen mit roten Paspeln, die ich selber herstellte.

Blieb also übrig das Hauptmotiv des zweiten Panels. Aber ich habe ja noch mehr Enkelkinder. Lotta bekam also noch ein Kleidchen.

weiterer Stoff verwendet

Das Kleid konnte nur realisiert werden, weil ein grauer Partnerstoff hinzu genommen wurde. Restchen des ersten und zweiten Panels lieferten die vordere Passe und Abschlüsse. Der hinzu gesellte Stoff befindet sich im Rücken und an den Ärmeln. Dennoch denke ich, ist eine stimmige Gestaltung gelungen.

Kombination Panel und rosa Jersey

Für meine dritte Enkeltochter, in pink, rosa und Einhörner verliebt, ist dann noch ein Kleidchen entstanden. Hier wurde gleich ein passender Unistoff hinzugenommen, der Passe und Ärmel lieferte. Vom Panel ist nicht viel übrig, das Hauptmotiv fand in der Front Platz, der Partnerstoff geriet in den Rücken.

Festkleider für kleine Prinzessinnen – gesmokt und bestickt

Wenn es etwas Besonderes sein soll, wenn eine freudige Gelegenheit schöne und festliche Kleidung erwarten lässt: Zu einer Feier oder Party, zu einem Familienfest oder zu einer religiösem Anlass ist ein kleines Mädchen mit einem gesmokten Kleid romantisch, klassisch und elegant angezogen und kommt mit dem Gefühl einer kleinen Prinzessin unglaublich stylisch daher.

für Größe 122 in cremegelb
Brustbereich vollständig gesmokt

Smoken macht die Kleider wunderbar angenehm, weil die Sticktechnik Dehnbarkeit und Elastizität verleiht. Die Kleider schmiegen sich an, die Trageeigenschaften sind ausgesprochen wohltuend.

Wie sie hergestellt werden, habe ich schon beschrieben: https://sewtonew.blog/2022/10/06/smoken-traditionelle-sticktechnik-fuer-edles/

Ebenso kann man in diesem link lesen, wie ich zu den Kleidern komme.

floral bestickt

Smoken und diese Art zu sticken gehen nur von Hand, keine Maschine der Welt kann das leisten, was fleißige Stickerinnen in Stunden Handarbeit vollbringen. Deshalb sind diese Kleider wahre Schätze und dem besonderen Anlass entsprechend.

in Größe 122, cremeweiß
Brustbereich vollständig gesmokt
florale Girlanden

Die hellen Farben machen es möglich, dass die Kleider von Blumenmädchen bei einer Hochzeit getragen werden. Wenn das Mädchen noch kleiner ist, gibt es ein Exemplar in 98/104.

für Kleinste in weiß
feinste Stickerei

Vielleicht sind aber kräftigere Farben verlangt, voilà:

in gelb
in pink

Wer sich mit der Sticktechnik beschäftigen möchte, sollte hier nachlesen:

Noch einige Detailbilder:

Und was es sonst noch zu berichten gibt:

Die Kleider haben kleine Kurzärmelchen, die wie Flügel wirken. Hinten sind die Kleider geknöpft und können mit Bändern und einer Schleife im Rücken an den Taillenbereich angepasst werden. Der Rock ist weit und füllig und geht bis über das Knie. Somit wurde passend zur traditionellen Stickerei ein klassischer Schnitt gewählt. Die Kleidchen sind aus 100% Baumwolle von Hand gefertigt und auch von Hand in vielen Stunden mit Baumwolle bestickt. Sie sind wirklich einzigartig und anderweitig nicht zu bekommen. Ich habe sie vorrätig, sie können schnell verschickt werden. Für andere Farben und Größen würde es dann länger dauern, sie herzustellen und zu versenden. Man kann mich natürlich kontaktieren, siehe “Über”. Ich selbst verfolge mit diesen Angeboten einen caritativen Zweck.

T-Shirts zu Nachthemden

Meine Enkelin Lotta ist mit Größe 110 noch so klein, dass sich aus großen T-Shirts für sie Nachthemden fertigen lassen. Die hatte sich Lotta bzw. ihre Mutter gewünscht, aus bisherigen ist sie heraus gewachsen. Und es gab einen Herzenswunsch: Bitte mit Tierchen!

T-Shirt-Upcycling

Hier wurde ein gestreiftes und ein weißes T-Shirt verwendet. Im oberen Teil war das gestreifte T-Shirt nicht mehr nutzbar, mit dem Schnitt musste ich nach unten rutschen. Deshalb hat das Nachthemd unten einen Rollsaum, um Länge zu behalten, der ehemalige Saum wurde sogar aufgetrennt. Den Rollsaum habe ich an den Ärmeln wiederholt.

Mäuschen in der Tasche

Als Clou für das ansonsten schlichte Teil habe ich eine doppelt gearbeitete Tasche aufgesetzt, aus der ein Mäuschen hervorlugt. Der gepunktete Stoff ist ein Restchen, er wiederholt sich im Halsbündchen.

T-Shirt-Upcycling

Für ein weiteres Nachthemd habe ich ein ebenso dünnes wie elastisches T-Shirt mit langen Ärmeln verwendet. Unterer Saum – hinten länger – und Ärmelsaum wurden erhalten. Passend zur Applikation habe ich den Halsbereich rosa eingefasst.

Applikation tanzendes Schweinchen

Lotta hat bei ihrem Urlaub auf dem Bauernhof im Sommer Freundschaft geschlossen mit Schweinen. So kam ich auf die Idee, ein Schweinchen zu applizieren. Eine Vorlage habe ich auf Pinterest gefunden.

Ich denke, damit wird das Nachthemd wirklich mädchenhaft und wirklich süß und kindlich stylisch.

Als Schnitt habe ich meinen Universalschnitt verwendet, allerdings ohne Einsatz und mit Rundhals:

Raffung als besonderes Detail

Immer auf der Suche nach Ideen, um beim Nähen und Upcycling Besonderes zu kreieren, habe ich diesmal seitlich Gerafftes eingesetzt, das die Shirts von den üblichen, glatt gearbeiteten unterscheidet. Die Stoffauswahl mit Motivstoff und der Stoffmix aus Upcyclingstoffen kombiniert mit neuem Motivstoff erlaubten diesmal keine Applikation oder Plots oder Gesticktes zum Aufhübschen.

neue Shirts für Schwestern

Der graue Stoff mit den Kätzchen ist neu gekauft. Dazu habe ich Stoffreste in rosa und Teile von abgelegten T-Shirts verwendet. Wieder verfolge ich die Gedanken Nachhaltigkeit, Stoffe geschickt kombinieren, Farbharmonie und Harmonie zwischen Unistoffen mit Gemustertem.

Wie entsteht das Detail Raffung?

Gerafftes
Schema, wie es geht

Für den Raffbereich wird ein versäubertes Stück Stoff auf der linken Seite des Kleidungsstücks positioniert und mit drei Nähten befestigt. Die Schnur zum Raffen wird nun durchgezogen. Mit ihr kann man den Bereich nach Belieben mehr oder weniger raffen.

Für einen Rock sieht dieses Detail ebenso stylisch aus, siehe: https://sewtonew.blog/2021/05/28/neues-leben-fuer-ein-geliebte-kleidchen/

Aufhübschen mit Miezen

Ein Stoffrest hellblauer Cord lachte mich an und war passend wartend auf kühlere Temperaturen und passend wartend auf meine liebe Enkelin Cilly mit ihren strahlend blauen Augen.

Noch einmal habe ich meinen Schnitt mit dem vorderen Einsatz benutzt und noch einmal den Miezenstoff “floral pets”.

Cordkleid für Cilly
farblich passender Einsatz

Aus den Schnittmöglichkeiten habe ich die Variante B gewählt und für die Ärmel Bündchen passend zu kühleren Tagen.

Hex, hex, hex …

Ein bißchen Zaubern ist es schon, wenn aus abgelegter Kleidung ein Hexenkostüm für Halloween entstehen soll.

Hexenkostüm für Leni

Im Fundus lag ein langes Jerseykleid von Hanna mit Spagettiträgern. Es war so lang, dass daraus einerseits der lange, schwarze Rock und auch die Ärmel für das Hexenkostüm entstehen konnten. Also: Rock quer durchtrennen, dabei unteren Saum erhalten, und aus dem Rest die Ärmel zuschneiden.

Für den oberen Bereich des Hexenkostüms musste dann noch ein schwarzes T-Shirt herhalten. Als Schnitt verwendete ich meinen Schnitt für alle Fälle, denn ich wollte oben einen andersfarbigen Einsatz hinein arbeiten.

Bei dem Einsatz zeigte sich dann wieder einmal, wie gut es ist, Vieles aufzuheben. Ich fand ein schönes Stückchen Spitze, dieses und die Satinaufhänger von Hannas Kleid, ebenso die Träger fanden Verwendung für ein aufwendiges Mittelteil. Die Spitze wurde oben angenäht, die Aufhänger bildeten Schlaufen und die Träger wurden kreuzweise durch die Schlaufen gezogen.

Zu den Upcyclingstoffen gesellte sich dann ein lilafarbener Jersey, den ich als Nähoma für Enkeltöchter als ganzen Ballen bereit halte. Dennoch gilt es immer, ökonomisch mit Stoffen umzugehen. So wurden die Dreiecke für den Rock und die etwas kürzeren für die Ärmel gleichzeitig aus einem Stück Stoff herausgeschnitten, sodass die Einkerbung der einen Seite die Zacke der anderen Seite ergab.

Gezacktes

Ein Hut zum Kostüm ist noch vorhanden. Einen Spaß leiste ich mir dann auch noch: Ein schwarzer Rabe, den man auf der Schulter befestigen kann, wird die Woche noch geliefert werden.

Leni wird hinreißend aussehen!!!

An dieser Stelle verweise ich auf weitere Halloween-Projekte:

Nun ist der Flattermann eingetroffen und das Gesamtbild ist nun dieses:

mit Rabe
nicht dass er wegfliegt …

Nachtrag: Heute -31.10.- geht die Post ab bei der Halloweenparty. Leni ist parat und freut sich!

Kostüm passt, es kann losgehen!

Smoken – traditionelle Sticktechnik für Edles

gesmokt und bestickt

Unter dem Begriff smoken wirst du im deutschsprachigen Raum eher nicht fündig und landest über google leider bei Anleitungen zur Fleischzubereitung und zum Rauchen. Mit smocking oder smocked geht es zielgerichteter bei der Suche, meist im englischsprachigen Raum. So ist mein Blogbeitrag eine Einführung auf Deutsch.

Smocking ist eine englische Vorliebe. Das liegt daran, dass diese Technik zum Sticken auf Stofffältchen in England entstanden ist, zunächst für die Kleidung einfacher Landleute. Ein Arbeiterhemd hieß smock. Die Sticktechnik macht das Gewebe flexibel, das Kleidungsstück schmiegt sich an und es ist deshalb sehr bequem. Die Technik wird heute gerne für Baby- und Kinderkleidung genutzt.

gesmoktes Mädchenkleid

Seit dem Mittelalter wurde diese Art der bestickten Fältchen mit aufwändigen Mustern zum Statussymbol. Das ist sicher jetzt immer noch so, weil die zeitraubende Handarbeit nicht durch Maschinen ersetzt werden kann. Sie verlangt eben jede Menge Geduld und Geschick, daneben auch Stofffülle, und das hat seinen Preis. Man findet deshalb gesmokte Kleidungsstücke nur zu besonderen Anlässen, beim Taufgewand, bei Kleidern zur Hochzeit oder zu kirchlichen Hochtagen sowie bei Kleidung zu besonderen familiären Festen. Insbesondere Mädchen in gesmokten Kleidchen verleihen dem Anlass Reizendes.

Vielleicht lohnt es deshalb, sich gegen den Trend der schmucklosen T-Shirt-Gesellschaft mit der Smoktechnik zu beschäftigen und vielleicht ein erstes Projekt zu realisieren.

Wie geht Smoken?

Material

Zum Smoken wird Webware verwendet, die nicht zu dick sein sollte und die eine glatte Oberfläche besitzt. Der Stoff sollte zuvor gewaschen werden, um späteres Schrumpfen zu vermeiden. Das gesmokte Stück erhält durch das Fälteln nur noch ein Drittel der Breite des Ausgangsstücks. Je nach Stickfestigkeit variiert hier das Ergebnis, d.h. man sollte zunächst Erfahrungen an Probestücken gewinnen. Infrage kommen beispielsweise Baumwolle, Seide und Leinen. Es wird mit normalem Stickgarn gesmokt, und zwar mit 2 – 3 Teilfäden des ganzen Garns. Stickgarn ist sehr reißfest und haltbar. Perlgarn kann zudem Glanz verleihen. Von den Farben her bleibt man meist zurückhaltend in den Tönen des Stoffs. Für den Anfang ist es ratsam, einen rechteckigen gesmokten Bereich im Kleidungsstück vorzusehen, also den Taillen- oder unteren Brustbereich oder den Ärmelsaum. Das Einfügen von Hals- und Armausschnitten in gesmokte Bereiche verlangt wiederum besondere Vorkehrungen, die ich hier nicht bespreche.

gesmokter Taillenbereich

Falten des Stoffs

Das Fälteln kann von Hand geschehen. Dazu wird der Stoff oben minus Nahtzugabe, mit dem Fadenlauf quer, gleichmäßig, in jeweils exaktem Abstand von der Rückseite her vorbereitend gepunktet, entlang der Breite vollständig, aber die Nahtzugabe rechts und links beachtend. Die Punkte sind die Markierungen, um die Zugfäden durchziehen zu können. Die Reihe darunter muss exakt gleich, absolut parallel angelegt werden. Der Abstand der Reihen untereinander ist etwas größer als der Abstand zwischen den Punkten quer, also beispielsweise quer 1,3 cm und längs 2 cm.

Raster der Reihfäden

Statt mit Lineal zu arbeiten, werden Transferfolien angeboten, die ein passendes Punktemuster auf der Rückseite des Stoffs hinterlassen, wenn die Folie mit dem Bügeleisen aufgedrückt wird.

Leicht hat man es ebenso, wenn ein gleichmäßig gepunkteter oder karierter Stoff verwendet wird. Dann entfallen die vorherigen Markierungen und der Stoff selbst bietet Orientierung.

kariert macht es leicht
Reihfäden durchziehen

In jedem Falle werden dann Reih- oder Kräuselfäden zum Fälteln durchgezogen. Die eine Seite des Fadens muss gut verknotet oder fest vernäht sein, an der anderen Seite wird gezogen, sodass dann schließlich parallele Falten oder sozusagen Berge und Täler vorliegen, in denen dann gesmokt wird. Wenn alles zusammengezogen ist, werden die Reihfäden an der Zugseite untereinander verknotet, damit nichts mehr verrutscht. Später, nach dem Smoken werden die Reihfäden entfernt.

Zusammenziehen
Sichern der Reihfäden

Alternativ kann eine Faltmaschine verwendet werden, die auch gleich die Zugfäden durchzieht. Dazu verweise ich auf ein youtube-Video: https://www.youtube.com/watch?v=KJ4SRnhJhtY. Die Maschine lohnt natürlich nur, wenn man vorhat, Smoken häufiger zu betreiben.

verschiedene Stiche kombiniert

Smokstiche

Es werden verschiedene Stile verwendet, der Englische Stil, der Amerikanische Stil oder der Spanische Stil. Ich stelle drei überaus gebräuchliche Stiche des englischen Stils vor: Kontur- oder Stielstich, Wellenstich und Gitterstich. Für alle Stiche gilt, dass die Nadel etwa ein Drittel der Falte oberhalb der Reihfäden geführt wird. Niemals sollten sich Reihfäden und Smokfäden in die Quere kommen und sich verhäddern. Man beginnt immer mit dem Fadenende auf der Rückseite, sticht durch eine Falte und verschlingt den Faden mehrfach rückseitig, um ihn zu sichern. Dann geht es auf die Vorderseite im ersten Tal. Beim Sticken sollte sich der Stickfaden nicht verdrillen, sondern er sollte schön flach gehalten werden.

Stielstich (stem)

Der Stielstich ist der, der auch beim normalen Sticken für Linien verwendet wird. Beim Smoken wird er meist am Beginn der Arbeit verwendet, um die Falten erst einmal deutlich zu halten und zu befestigen. Sein Aussehen erinnert an eine Raupe. Der Faden kommt von der Unterseite des ersten Tals und geht nach links durch die erste Falte. Dann wird der Faden über die Berge zweier Falten geführt, um dann von rechts nach links im Tal zwischen den beiden Falten zu landen. Dann geht es wieder über zwei Berge usw.. Wichtig ist, den Faden immer oberhalb des Stechens zu halten, damit die Raupe gleichmäßig aussieht. Der Stielstich ist die Grundlage auch für alle anderen Stiche, nur dass das Sticken nach oben oder unten in andere Reihen oder etwas unterhalb oder oberhalb weitergeführt wird.

Stielstich schematisch

Wellenstich (wave)

Der erste Stich wird wie der Stielstich ausgeführt. Dann aber wird “gerutscht”, dies zur unteren Reihe, d.h. man nimmt die zweite Falte eine Reihe tiefer und sticht von rechts nach links durch und stickt einen Stielstich. Mit dem nächsten Stich geht es wieder nach oben usw.. Dabei entsteht ein Wellenmuster. Man kann die Welle vergrößern, indem das Sticken nicht nur eine Reihe nach unten sondern mehrere Reihen nach unten und dann wieder nach oben geführt wird. Entsprechend kann man die Welle auch verkleinern, indem halbe Reihen als Abstand gewählt werden. Der Wellenstich macht das Gewebe später besonders elastisch.

Wellenstich schematisch

Gitterstich (triffle)

Der Gitterstich wird für flächige Smokarbeiten verwendet. Er setzt schräge Linien zwischen den Reihen und erzeugt ein Rautenmuster. Der erste Stich ist wieder ein Stielstich. Dann “rutscht” man wieder nach unten und später nach oben. Anders als beim Wabenstich werden aber bis zur nächsten unteren bzw. nächsten oberen Reihe 3 oder 4 Stiche geführt, immer nach rechts oder links um eine weitere Falte versetzt.

bestickte Fläche mit Gitterstich
Gitterstich schematisch

Im folgenden englischsprachigen Video kann man anschaulich und über diese Beschreibungen hinaus ansehen, wie gesmokt wird: https://www.youtube.com/watch?v=QlqhXkGO2jI

Ja und dann ist man noch nicht fertig. Der gesmokte Bereich kann nach Herzenslust bestickt werden. Anregungen habe ich auf Pinterest gesammelt: https://www.pinterest.de/sewtonew/gesticktes/ und https://www.pinterest.de/sewtonew/smoken. Es ist aber zu bedenken, dass das Sticken die elastischen Eigenschaften des Smokbereichs schmälert, d.h. vielleicht sollte man hier sparsam verfahren.

Ebenso ist es für den Anfang ratsam, nur einen kleinen Bereich zu smoken und zunächst einfach zu besticken. Dazu habe ich folgende Anregung:

kleiner Bereich gesmokt

Quelle: https://www.pinterest.de/pin/634374297530255391/

Noch bin ich selbst am Anfang des Smokens und arbeite mich langsam in die Technik ein. An einen kleinen gesmokten Bereich wie im oberen Beispiel werde ich mich demnächst herantrauen. Wer darin aber professionell ist, ist eine Bekannte von Bao. 2006 lernte ich Bao aus Madagascar im Rahmen des Weltjugendtags kennen. Wir hatten Bao zu Gast, als ich damals Schulleiterin in Odenthal war. Seitdem habe ich einen privaten Kontakt zu ihr und zu Madagascar und unterstütze über Bao von Zeit zu Zeit die arme Bevölkerung dort. Bao schickte mir nun einige gesmokte Kleider zum Verkauf. Ich biete sie in meinem Shop zu einem marktüblichem Preis an und der Gewinn wird nach Madagascar zurück fließen. Bao ist in Antsirabe Lehrerin und hat Kontakt zu den Ärmsten. Sie weiß, welche Familien Unterstützung benötigen. Es geht manchmal einfach darum, satt zu werden, nach dem Sturm das Wellblechdach reparieren oder ein Medikament kaufen zu können, derweil wir unsere Kinder edel kleiden können, mit den angebotenen Kleidern nun mit caritativem Hintergrund.

Die einzelnen Kleider sind Unikate und sind über meinen shop zu erwerben: https://sewtonew.blog/product-category/von-hand-gesticktes/

Schnitt für (fast) alle Fälle

Die Enkeltöchter werden größer, das ist das eine. Die Schnittmuster für Kleinere sind für mich deshalb passé. Die Möglichkeit für Upcycling, für Refashion und für die Verwendung von schönen Stoffstückchen ist das andere. Spitzen, Plots, Applikationen, Gesticktes, schöne Stoffrestchen, Motive und vieles mehr können vorne das Kleidungsstück zum Hingucker machen.

So ist ein Schnitt in Größen 116 bis 146, der vorne einen Einsatz vorsieht, der aber vieles andere auch möglich macht, entstanden. Ein Universalschnitt für eine lange Wachstumsphase steht somit zur Verfügung.

einige der Varianten für Mädchenkleider

Der Schnitt ist mit oder ohne Einsatz zu realisieren. Das Kleidungsstück kann in Brust- und Rockteil unterteilt werden oder durchgehend geschnitten sein. Der Rockteil kann mehr oder weniger oder gar nicht gekraust werden. Die Ärmelform ist variabel, ebenso wie das Schließen mit Reißverschluss oder Knopfleiste vorne oder hinten. Neben der Verwendung des Schnitts für Kleider können die Schnittstücke für eine Tunika oder für ein Longshirt gekürzt werden. Weiterhin ist das Projekt mit Jersey wie auch mit Webware zu realisieren.

So ist wirklich ein Universalschnitt für (fast) alle Gelegenheiten und für zahlreiche Designideen entstanden.

Kleid mit Einsatz
Hingucker integriert

Den Stoff mit den Miezen gibt es übrigens im shop: https://sewtonew.blog/product/stoff-floral-pets-8-miezen-ca-155-cm-x-896-cm/. Auch einzelne Miezen verschicke ich gerne, bitte per email anfragen.

Einige Nähbeispiele:

Knopfleisten oder Reißverschlüsse sind möglich.

Der neue Schnitt wird auf 16 DINA4 Seiten ausgedruckt und ist mit einer ausführlichen Anleitung versehen.

Er ist im shop erhältlich und steht nach Bezahlung sofort zum download zur Verfügung: https://sewtonew.blog/product-category/schnittmuster/

Ich wünsche viel Freude bei ideenreichen Projekten!!!