schöne Details aus winzigen Stoffrestchen

Beispielsweise Herrenhemden mit schmückenden Manschetteninnenseiten oder Unterkragen an Kleidern, die mit farblich harmonierenden Stoffen gearbeitet sind, das sieht immer sehr edel aus. Außerdem wirkt das Kleidungsstück mit solchen Details niemals langweilig. Was für Kleider und Hemden gilt, kann auch auf Hosen übertragen werden.


So hätte ich aus einem Stoffrest eine einfarbige Kinderhose nähen können. Aber ich wollte es hübsch machen. Es fand sich ein wirklich kleiner Stoffrest, der mit dem einfarbigen Stoff für die Hose harmonierte und der wirklich allenfalls noch für Puppenkleidung gereicht hätte. Er war auch noch gepunktet, das ist wirklich nett für eine Mädchenhose. Dieses Stückchen Stoff, das so manch einer entsorgt hätte, fand nun eine wunderbare Verwendung.


Die Innenseite des gekrausten Bundes versah ich mit aneinander gesetzten Stückchen aus dem schmückenden Stöffchen. Da der gekrauste Bereich nach oben übersteht, wird der schöne Stoffstreifen zuweilen freundlich hervorblitzen. 


Unten wiederholt sich das schmückende Detail als Saumabschluss.


Über eine Applikation mit dem gepunkteten Stoff habe ich etwas länger nachgedacht. Für eine Tierapplikation ist Cilly vielleicht schon etwas zu alt. Der Blick der Mädchen in diesem Alter geht eher in Richtung Barbie oder Einhorn. Außerdem musste es etwas sein, das aus einem schmalen Streifen Stoff zu schneiden war.


Einzelne Blütenblätter, das war machbar. So entstand eine Blüte am unteren Ende der seitlichen Nahttasche. Der zentrale Kreis verstärkt auch den Tascheneingriff. Da ich die Applikation am Schluss anbrachte – wie gesagt, ich hatte länger überlegen müssen – musste ich etwas aufpassen, damit beim Applizieren nicht die Tasche mitgefasst wurde. Vor dem Nähen beim nachträglichen Applizieren also immer noch einmal über den Stoff fühlen!

Applikationen bringe ich mit Leiterstich auf, damit habe ich die besten Erfahrungen. Aufgebracht werden die Stückchen, die eine Vliesofix-Rückseite haben, mit dem Bügeleisen. So verrutscht nichts beim Nähen.

Ich denke, es ist nun eine ansprechende Mädchenhose entstanden. Sie kommt hübsch daher und ist ein Unikat. Es ist den kleinen Stückchen Stoff zu verdanken. Stoffrestchen sollte man also aufheben, irgendwann findet sich eine Verwendung.

Der Schnitt ist ein einfacher Grundschnitt, den ich an Taillenmaß und Länge von Cilly anpasste.

Das Projekt versüßte mir einen trüben Herbsttag. Und da es so schön war, ist mit auch schon das dazu passende Oberteil eingefallen. Demnächst wird die Hose zu einem ganzen Outfit komplettiert werden. Ich bin sicher, winzige Stoffrestchen werden wieder auftauchen.

Schnitte kombinieren und abändern

Ich hatte einen neuen Trend wahrgenommen, es entstand eine Vorstellung, aber es fehlte der Schnitt.


Es war mir aufgefallen, dass neuerdings die Mädchen Hosen tragen, die unten weit geschnitten sind. Sie ragen oben über die Taille hinaus. Offensichtlich ist der Hüftabschluss out. Dazu sieht man Oberteile, die nur bis zur Taille reichen. Schön sieht das aus! Die Taille wird betont und damit Weibliches in Szene gesetzt.


So etwas wollte ich nähen!

Nur leider hatte ich dazu keinen Schnitt. Meine Ottobere-Hefte für Kinder bieten außerdem nur selten Schnitte, die über 140 hinaus gehen.

Aber als Vielnäherin, die auch selbst Schnitte kreiert, wird das wohl kein Problem sein. So habe ich mich bei drei Schnitten eines Ottobre-Hefts (kids fashion 3/2020) bedient.

Von dem Kleid nahm ich das Vorderteil, ein verändertes Rückenteil und den Ärmelansatz. Dies ist wichtig, weil Armloch und Ärmeloberkante zusammenpassen sollten. Das Rückenteil hat im Original einen V-Ausschnitt. Von den Ecken der Schulterlinie aus habe ich dann zu einem schwach gebogenen hinteren Halsausschnitt umgestaltet. Rücken- und Vorderteil ließ ich weit über der Taille enden, denn ich wollte ein Volant annähen.


Die Ärmel des Originalschnitts musste ich verlängern. Aber wie lang? Dazu schaute ich in den Schnitt des Anoraks bei entsprechender Größe. Von der Schulter bis zum Ärmelabschluss waren es 50 cm. So lang schnitt ich also den Ärmel.

Um eine Hose passend zu nähen, sind die Bögen der vorderen und hinteren Mittelnaht das Allerwichtigste. Diese konnte ich am Hosenschnitt abnehmen. Nach oben hin verlängerte ich um 4 cm, um einen gekrausten Bereich oberhalb der Taille zu schaffen.


Die Länge der Hose hatte ich an einer gut sitzenden Hose von Cilly abgemessen, das Taillenmaß hatte ich auch genommen. So verlängerte ich passend für Cillys Maß den Schnitt der kurzen Hose, wobei ich in gerader Linie fortfuhr. Ich wollte ja keine nach unten schmaler zulaufende Hose nähen. Außerdem habe ich statt der vorgeschlagenen Seitentaschen seitliche Nahttaschen genäht. Wenn man seine Hand auf den Stoff legt, hat man schnell die Größe einer Tasche im Blick.


Zu guter letzt fiel mir dann noch ein, dass Cilly Fledermäuse mag und außerdem ist bald Halloween. So habe ich aus flauschigem Nickystoff noch eine Applikation aufgebracht. Sie ist mit Leiterstich aufgenäht und zuvor mit Vliesofix fixiert worden.


Das neue Outfit ist aus dickerem Jersey hergestellt, es ist also herbstlich warm. Cilly hat sich gefreut. Es ist als Alltagskleidung gedacht.

Zu Halloween hatte ich schon spezielle Nähprojekte, die vielleicht für den ein oder anderen derzeit interessant sein könnten.

https://sewtonew.blog/2019/10/27/gruselig-zu-halloween/

https://sewtonew.blog/2018/10/01/refashion-zu-halloween/

https://sewtonew.blog/2022/10/16/hex-hex-hex/

https://sewtonew.blog/2017/09/24/vampirkostuem-als-upcyclingprojekt/

feminines Mädchenkleid – Kleid und Schnitt ins rechte Licht gesetzt

Wieviel schöner ist es, wenn Genähtes dann schließlich das Kind kleidet, und man sehen kann, wie Hoodies, Kleider, Hosen usw. am Kind wirken. Auf den Schneiderpuppen erscheinen die Kindersachen doch recht unwirklich, fad und nicht lebendig. Schaufensterpuppen ziehen die Blicke auch erst an, wenn lebendiger oder stylischer Ausdruck vermittelt werden kann. Die Werbung weiß, was sie hier tut.

Leni war dann bereit, für Fotos zu posieren, damit das von Oma Genähte und auch der von ihr kreierte Schnitt ins rechte Licht gerückt werden. Oma freut es!

Man sieht sehr schön die Fältchen im Brustbereich und die Taillenpasse, die hier durch Paspel betont wurde, feminines Erscheinungsbild eben!

Zwei Paspeltaschen sorgen noch etwas für farblichen Kontrast.

Bei diesem Exemplar wurden Taschen aufgesetzt.

Und hier sieht man, dass das Kleid nicht so weit wie ein Kleinkinderkleid gehalten ist. Es ist schon erwachsener geschnitten.

Die gesamt Machart wird noch einmal deutlich.

Fesches Posieren geht auch schon!

Wer sich für die Gedanken hinter dem Schnitt interessiert, hier bitte nachlesen:

Zum Prozess, wie der Schnitt entstand, kann man sich hier informieren:

Und der nähleichte Schnitt selbst findet sich im shop:

Regenjacke bei Schietwedder

Nun ist er da, der Herbst. Die Sommersachen rücken im Kleiderschrank weiter nach hinten und man stellt sich auf kältere Temperaturen und eben Schmuddelwetter ein. Das Sauwetter wird auch Schietwetter oder Schiedwedder genannt. Beide norddeutschen, plattdeutschen Begriffe haben es in den allgemeinen Sprachgebrauch geschafft. Sie haben was von Schimpfen über das Wetter, durchaus in herber Manier. Was das Wetter aber nicht schaffen sollte, ist, uns die Stimmung und Laune zu verderben. Positive Sichtweisen sind gefragt, wenn auch das Schimpfen durchaus entlastet.

Ich versuche es mit einem herrlichen Stoff, der gute Laune verspricht. Aus ihm ist ein Regenmäntelchen für die Enkelin entstanden. Das Kind soll nicht nass werden und fröhlich daher laufen!

Das florale, kräftige Design muss einfach gute Laune versprühen. Die Farben sind fröhlich und hell, sie erinnern an den Sommer und lassen auf das nächste Frühjahr hoffen, Kontrapunkt zu Herbstfarben, die im übrigen der Enkelin auch gar nicht stehen würden.

Hier weitere Details: aufgesetzte Taschen, extra lange Ärmel, kuschelige Innenseite, Einfassung mit Schrägband, Knöpfe

Der Stoff ist aus gutem Grund softshell, denn es zählt: regenfest, robust, wärmend, winddicht. Dazu habe ich schon einmal ausführlich gepostet und Tipps gegeben.

Zahlreiche Projekte wurden schon mit softshell realisiert.

Der Schnitt ist aus einem Ottobreheft. Allerdings habe ich nunmehr das Problem, dass die Hefte mit Kinderschnitten meist nur bis zur Größe 140 gehen. Selbst mein eigener Mantelschnitt Charlotte hört bei dieser Größe auf. Das Wachstum der Enkelkinder aber nicht, und sie werden alle recht lang. Diesmal habe ich noch ein wenig anpassen können, um auf die Größe 152 zu kommen. Die Enkelkinder sind schmal und schlank, da kann man an Säumen einfach etwas zugeben, zumal ein Regenmantelschnitt von Hause aus schon weit vorgesehen ist, speziell die Ottobreschnitte.

Auf die Suche nach Jugendlichenschnitten werde ich mich aber begeben müssen, vielleicht hat da jemand einen Tipp. Diesmal hat es noch funktioniert mit einfach länger lassen.