Verjüngungskur für Omas Mantel

An meinem Wintermantel hatte ich mich leid gesehen. Es war ein weiter, kurzer Mantel von Peter Hahn, den ich mal chic fand, jetzt aber nicht mehr. Es traf sich, dass Leni aus allen Mänteln heraus gewachsen war. Vor allem die Ärmel sind ihr schnell zu kurz, Vaters und Opas Erbe mit den langen Armen schlägt hier durch.

So habe ich also zur Schere gegriffen, wobei sich zeigte, dass Knopflöcher und Taschen  in der Front ein echtes Problem sind. Sie unterbrechen große Stücke Stoff, die man bräuchte. Der Schnitt „Charlotte“ fiel deshalb gleich weg, denn hier benötigt man wegen der Falten wirklich große Stoffstücke und kann auch vom Schnitt her nicht zusammensetzen. Anders verhält es sich beim Schnitt für das Rundpassenmäntelchen von „Schnabelina“. Diesen Schnitt verwendete ich schon einmal. Da es ein Mehrgrößenschnitt ist, druckte ich ihn also noch einmal aus und setzte das Schnittmuster zusammen. Es zeigte sich, dass ich dennoch „zirkeln“ musste, um mit dem Stoff auszukommen. So hat die Passe vorne noch einmal einen Einsatz bekommen.

Echtes Upcycling ergab sich dann noch einmal beim Futter. Ein Sommerkleid von Katrin ergab die Front, die Passe, die Kapuze und die Taschen sowie die Applikationen. Den unteren Rücken lieferte ein passender dunkelblauer Stoff aus Gregors Jogginghose. Leider reichte die aber auch nicht ganz, weil ein blöder Aufdruck den gesamten Oberschenkel zierte. So wurden die Ärmel aus dem Rücken eines weiten Herrenhemds in graublau genommen.

Es waren also ein paar Überlegungen fällig, aber das ist die Freude beim Projekt, kostenmäßig blieb es beim Reißverschluss.

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Schnittmuster für Mantel Charlotte jetzt online

Es hat ein wenig gedauert. Im Frühjahr waren wir mit der Überarbeitung des Schnitts zu spät dran und haben auf Veröffentlichung verzichtet. Wer will schon im Sommer einen Mantel nähen?!

Jetzt ist aber Zeit, den Schnitt online zu geben. Die kühleren Tage regen zum Nähen für die aktuelle Jahreszeit an. Und es ist ja auch wieder Zeit, schönste Stunden an der Nähmaschine zu verbringen, derweil es draußen „uselig“ und wenig einladend wird.

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Wintermantel aus Walk

Die Zwischenzeit wurde aber genutzt: Der Schnitt wurde um eine Variante mit Kapuze statt Bubikragen erweitert. Diese Variante ist nun geeignet, um einen Regenmantel aus Softshell mit dem gleichen Schnitt zu nähen.

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Regenmantel aus Softshell

Und Julia hat auch geschneidert. Sie hat den Mantel im unteren Bereich bestickt. Eine schöne Idee wie ich finde!

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Julia hat aus Walk genäht

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Julia hat den Mantel bestickt

Insgesamt ist das Schnittmuster nun gedacht für Mäntel ohne Futter

  • aus Walk oder Doublefleece für den Winter
  • aus Fleece für die Übergangszeit
  • aus Shoftshell für die Regenzeit

Der Schnitt ist ein Dreigrößenschnitt 104, 110, 116. Wie sich aber gezeigt hat, ist er weit gehalten. Für sehr schmale Mädchen kann man getrost die kleinere Größe wählen, dann aber ein wenig unten verlängern. Da der Schnitt insgesamt 4 Falten ab der Schulter hat, kann man an dieser Stelle „spielen“ und den Schnitt an die Breite des jeweiligen Oberkörpers anpassen.

Ich danke an dieser Stelle noch einmal meiner lieben Probenäherin Julia sowohl für ihr Durchhaltevermögen, ihre Genauigkeit und letztlich für die schönen Fotos ihres Exemplars von Charlotte.

Den Schnitt gibt es nun

Ich wünsche allen Näherinnen viel Freude mit dem Schnitt und allen benähten Kindern, dass sie nun gut eingepackt werden und nicht frieren!

Mantel „Charlotte“

Vor geraumer Zeit nähte ich einen Kindermantel für Leni, Das Besondere gibt es nur, wenn du selbst nähst!, damit sie neben dem warmen Overall, Plädoyer für Walkstoff – Winteroverall, noch eine Alternative für kalte Tage hat.

Im Nachgang ergaben sich Gespräche über Wintermäntel für Kinder und mein lieber Sohn verwies auf ein Internetbild von Charlotte aus dem britischen Königshaus, die nunmehr den Kindergarten besuchen würde. Das Bild zeigte sie mit einem roten Mäntelchen. Mein Sohn fand Charlotte in diesem Outfit überaus chic.

Das brachte mich ins Grübeln. Das Mäntelchen von Charlotte war eben ein sehr klassisches, sozusagen ein elegantes. Die Anregungen, die ich über Pinterest und die Nähgemeinschaft erhalte, sind eher bunt – manchmal auch für meinen Geschmack zu bunt -, und ich nenne diesen Stil  à la Pipi Langstrumpf. Dieser Stil macht Selbstgenähtes wirklich reizend und außergewöhnlich.

Nun denn, diesmal wollte ich für die kalten Tage den Geschmack meines Sohnes eher treffen. Ich wälzte Schnittmuster, sah mir das Bild von Charlotte genau an und kreierte einen eigenen Schnitt, den ich wegen des Ausgangspunktes „Charlotte“ nennen werde.

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Wie der Mantel von Charlotte ist das Mäntelchen doppelreihig geknöpft angelegt. Vier Knöpfe in einem exakten Quadrat fand ich chic. Damit der Mantel dennoch unten gut schließt, ist eine weite Überlappung nötig. Das bedingt einen hohen Stoffverbrauch von zweimal der Länge. Auch die Falten verschlingen Stoff, als Upcyclingschnitt ist „Charlotte“ also nicht geeignet. Die vier Falten unten, vorne und hinten zwei, setzen mit einer Naht an der Schulter an. Der Stoffüberschuss muss angesichts des wärmenden und dicken Walkmaterials hinterrücks abgeschnitten werden. Die Faltenanfänge werden mit einer Naht gesichert. Es bleibt innen alles sauber, auch ohne Futterstoff, weil ich Walkstoff verwendete, der nicht versäubert werden muss. Alternativ würde Fleece auch gehen, aber ich habe ja ein Faible für Naturmaterialien. Oben habe ich mädchenhaft einen Bubikragen auf Kragensteg eingearbeitet. Das Mäntelchen hat in den Seitennähten Eingriffstaschen. Hinten habe ich das Mäntelchen etwas länger geschnitten. Ich denke, dass passt gut für die Bewegungsabläufe bei Kindern.

Der Schnitt befindet sich zurzeit auf dem Scanner, bei Inkscape auf dem Rechner, die Anleitung ist noch zu schreiben, und es wird noch etwas dauern, bis er in das Probenähen gehen kann. Danach werde ich ihn vorstellen und anbieten.

Aktuell: https://sewtonew.blog/2019/10/06/schnittmuster-fuer-mantel-charlotte-jetzt-online/

Zwischenzeitlich wollte ich die schönen Bilder nicht für mich behalten. Mein Sohn fotografierte und Leni spielte mit. Wie man hier sieht (s.u.), gibt es einen meilenweiten Unterschied zwischen Kleidung auf der Schneiderpuppe fotografiert und der Kleidung am Model. Schön ist, dass so fotografiert ist, dass Leni dennoch nicht im Internet erscheint. Das hielte ich für problematisch.

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