Upcycling – Sei freundlich zu Ressourcen und deiner Arbeitszeit!

Eine schmale Strickjacke wurde mit der Bitte bei mir abgelegt, doch für die Enkeltochter daraus eine Jacke zu nähen.

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Upcyclingjacke

Dies ist das Produkt. Ich habe es von unten aus Mutters Jacke heraus geschnitten. Da die Ausgangsjacke einen V-Ausschnitt besaß, habe ich den unteren Teil bis zu diesem Ausschnitt verwendet. Da die Jacke so schmal war, wurde sie in voller Breite für die Enkelin Leni verwendet. Aus einer schmalen Jacke von Lenis Mutter ist also eine weite Kinderjacke entstanden.

Was wurde alles erhalten!?

  • das untere Bündchen
  • die Seitennähte
  • die vollständigen Ärmel im unteren Teil
  • die Knopfleiste

Was war neu zu nähen!?

  • die Schulternähte
  • die Ärmelnähte
  • der Halsabschluss

Der Halsabschluss ist bei solchen Projekten ein Problem. Das ehemalige Bündchen war in diesem Fall so schmal wie die Knopfleiste, und so ist es häufig. Neben einer Overlocknaht wäre da nicht viel übrig geblieben. Ich hatte aber noch ein Strickband, das sich um den Halsausschnitt legen ließ und das farblich harmonierte.

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Halsabschluss mit Strickband

Die beige Jacke ist dann eigentlich fertig, aber ich fand sie für ein Kind zu trist. So habe ich noch eine Tasche mit Applikation aufgenäht – der ehemalige Schulterbereich gab noch etwas Stoff her. Die Mieze ist aus einem Stoffstück herausgeschnitten worden.

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kindgemäß gestalten!

Gerade für den Übergang der Jahreszeiten ist Leni nun gerüstet.

Upcycling, so einfach!

Katrin äußerte den Wunsch nach einem kurzärmeligen Nachthemd für Leni. Und ich hätte selbst nicht gedacht, wie einfach der Wunsch zu erfüllen war.

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Und der Prozess – im Übrigen zur Nachahmung ausdrücklich empfohlen – beginnt mit der Überlegung, was im Fundus geeignet sein könnte. Eine Schafanzugjacke, lang genug und mit weiten Ärmeln im Stil der 80er schien geeignet, weil der leichte Stoff schon fürs Schlafen gedacht aus 100% Baumwolle bestand.

Und nun die zweite wichtige Überlegung: Was kann erhalten werden und wie spart man dadurch unnötige Näharbeit. Im Kopf sollte das neue Stück zunächst fertig gedacht werden, ehe die Schere angesetzt wird. In diesem Fall war eine seitlich versetzte Knopfleiste im oberen Teil oberhalb einer Falte schon vorhanden, leichtes An- und Ausziehen dadurch möglich, genügende Weite gesichert. Also erhalten! Die Länge passte so gerade, also Saum unten erhalten! Ein Grundschnitt wurde unten angesetzt. Die Ärmel der Schafanzugjacke hatten unten einen schönen Abschluss mit Bündchen und Knöpfchen. Also erhalten! Für kurze Ärmel hieß das nun, dass der untere Teil der Ärmel so, wie er mit Manschette war, verwendet werden konnte.

Das einzige, was dann zu nähen war: Schulternähte, Seitennähte, Ärmel einsetzen, Halsabschluss neu gestalten. Hier habe ich mich für eine Einfassung im gleichen Stoff entschieden.

Das Nachthemd hat mich also nichts gekostet, nur eine Stunde Arbeit. Gespart wurde auch der Weg zum Altkleidercontainer, der Weg in die Stadt zum Shopping oder das Surfen zum Onlinekauf eines neuen Nachthemds, später das Entsorgen der Verpackung. Ganz zu schweigen von den allgemeinen Aufwendungen wie beispielsweise Transport möglicherweise aus Indien.

Und wieder einmal stellt sich die Erkenntnis ein: Es ist in allererster Linie Kopfsache!