Häkeln hilft beim Upcycling

Noch eine Strickjacke lag im Fundus und wartete auf das Werkeln für die kältere Jahreszeit. Ich hätte es so machen können wie es im vorhergehenden Artikel beschrieben wurde – Strickwaren Upcycling – Sticken als Option – , aber das wäre ja langweilig geworden. Diesmal lechzte der dunkelgraue Ton nach etwas Frischem, was sich dann Gott sei Dank in der Garnkiste fand: ein kleines Knäuel schreiend pink gefärbt.

Und ich musste für die Idee noch einmal mein geliebtes Buch aus Kindertagen hervorholen, Ruth Zechlin, Werkbuch für Mädchen, weil ich mich dort an eine Übersicht zu Häkeln erinnerte. Und richtig: Wie gehen noch einmal “Mausezähnchen”?, die Frage konnte ich dort beantwortet finden. Manchmal tun es auch Bücher statt youtube!

Halsabschluss mit gehäkelten Mausezähnchen
Lenis zweite Jacke aus Mutters Jacke

Die gehäkelte Zierde wiederholte ich an den Taschen. So ist die triste Jacke doch ein wenig mädchenhaft geworden.

Ansonsten bin ich so verfahren, wie ich es im vorhergehenden Artikel beschrieb. Die Grundarbeit Zuschneiden und neu mit der Overlook zusammennähen ist quasi ein Kinderspiel und zur Nachahmung empfohlen.

Strickwaren Upcycling – Sticken als Option

Katrins Strickjacke

Die abgelegte Strickjacke von Katrin wartete auf ein Upcycling für das Töchterchen. Ein Fädchen war auf die Rückseite zu ziehen, ansonsten hatte die Jacke keine Schadstellen, der gesamte Strick stand also für eine Umgestaltung zur Verfügung. Speziell die Abschlüsse an den Kanten wie auch die Knopfleiste galt es zu erhalten. Also legte ich den Schnitt von unten an, so wurde die Jacke kürzer und schmaler. Mit der Overlock waren die neuen Seitennähte und die neuen Schulternähte schnell genäht. Auch das Einsetzen der nun verkürzten und verschmälerten Ärmel erledigte die Overlook im Nu. Bleibt der Halsausschnitt wieder einmal als Problem, denn der alte Halsabschluss ist abgeschnitten zu schmal für ein Halsbündchen.

Halsausschnitt mit Strickstreifen und Stickstich

Aus dem oberen alten Rückenteil schnitt ich einen breiteren Streifen heraus und nähte ihn gedehnt an den Hausausschnitt. Dann klappte ich den Streifen um die Overlooknaht und steckte die untere Kante unter der Naht fest. Mit der Maschine wollte ich das jetzt aber nicht festnähen. Das hätte die Dehnbarkeit behindert und wahrscheinlich wäre das unter der normalen Nähmaschine auf Strick nicht akkurat genug geraten. Da ich in Pinterest viel surfe, um mir Ideen zu holen, war ich auf Stickstiche gestoßen. Ich fand auch eine Videoanleitung zu “french knot”. So befestigte ich den Streifen rückseitig in einem mit den vorderen Stickknötchen und es entstand eine zarte Verzierung um das schmale Halsbündchen.

Alternative Überlegungen zu Applikationen, die ich sonst gerne beim Upcycling wähle, verwarf ich, um die Dehnbarkeit der Jacke vollends zu erhalten.

des Töchterchens neues Jäckchen

Die Verzierung mit “french knots” wiederholte ich an den Ärmelbündchen. So ist ein stimmiges ganzes entstanden. Herbsttage können kommen.

Eine Verbesserung will ich aber noch erwähnen. Der Versuch auf Strick ein zusätzliches Knopfloch ganz oben in der Knopfleiste zu nähen misslang. Das machte meine Maschine nicht gut, also auftrennen. Beim nächsten dieser Versuche werde ich so schneiden, dass der oberste Knopf wirklich ganz oben erscheint. Man lernt nicht aus!