Patchworkschnitt herstellen

Du hast sicher einen Grundschnitt, den du gerne für dein Kind verwendest, um ein T-Shirt, ein Longshirt oder ein einfaches Kleidchen zu nähen.

Beim Upcycling oder bei der Suche nach der Verwendung deiner Stoffreste stößt du meistens auf das Problem, dass der Stoff nicht reicht. Dazu hatte ich schon einmal geschrieben. Und es geht nur, wenn man zwei oder drei Stoffe kombiniert. Patchwork ist aus der Not entstanden. Kleine Stoffstücke lassen sich zu Größerem verknüpfen. Das gilt auch für Kleidung.

Allerdings gibt es dann ein Problem, wenn die Linien des Zusammennähens nicht senkrecht oder waagerecht verlaufen sollen, sondern geschwungen ausgeführt werden. Geschwungene Linien sind in jedem Falle kleidsamer und sanfter. Das Colorblocking mutet zuweilen doch recht hart an.

Wie komme ich dann aber zu einem Schnitt, ohne in einen weiteren investieren zu müssen?

Der Schnitt, über den du verfügst, liegt wahrscheinlich für ein Anlegen am Stoffbruch vor. Ehe du nicht auf ganze Breite vergrößerst, geht es nicht weiter. Der erste Schritt bedeutet also, den halben Schnitt für eine Seite auf beide Seiten zu vergrößern. Lege den Schnitt auf ein großes Papier, zeichne nach und klappe dann um die Vertikale um, zeichne dann die andere Seite.

Mit dem vollen Schnitt lässt sich jetzt spielen: Man kann eine asymmetrische Passe vorsehen oder aber eine nach oben gebogene. Dabei muss es aber nicht bleiben. Weitere Linien lassen sich einfügen, so wie es dir gefällt. Anschließend werden die Stücke auseinander geschnitten und du hast dein Schnittmuster für ein Patchwork-Kleidungsstück.

Soll der Rücken auch zusammengesetzt gearbeitet werden, sind die Stofflagen rechts auf rechts oder links auf links gemeinsam zuzuschneiden. Aber Achtung: Die Schulterlinie, die Armausschnitt- und die Halsausschnittlinie sind für vorne und hinten verschieden.

Ich habe mich für zwei Longshirts und ein Kleid mit gebogener Passe entschieden. Die Passe findet sich in gleicher Weise im Rücken wieder. Ich denke die Upcycling-Projekte aus ehemaligen T-Shirts und Stoffresten können sich sehen lassen.

Ich las jetzt den Begriff slow-fashion für diese Art, Kinderkleidung aus Vorhandenem herzustellen. Dann ist diese Anleitung ein Beitrag zum Umdenken.

Viel Freude bei den eigenen Projekten!

Statt immer neuer Schnitte – Grundschnitt verändern!

Angesichts von drei Enkeltöchtern beschäftige ich mich wirklich gerne mit Mädchenkleidern. Ich stöbere bei Pinterest und suche nach neuen Anregungen. Unter Mädchenfein habe ich als Inspirationsquelle schon Allerlei gesammelt.

Diese Varianten stachen mir ins Auge und ich wollte mich damit beschäftigen:

Quelle/Quelle2

Es lässt sich sicherlich für ein solches Kleid ein Schnittmuster finden. Aber es geht auch einfacher, wenn du das Gesehene analysierst. Was ist zu sehen? Das Vorderteil besteht aus vier Teilen. Unter der gestreiften Passe findet sich im linken Beispiel ein gekrauster Rock. Seitlich geht der blumige Stoff längs durch. Wo dieser an den gekrausten Rockteil ansetzt, sind Nahttaschen untergebracht. Hinterrücks wird das Kleid fast genauso konstruiert sein, allerdings ohne die Taschen. Dann blinkt noch eine Knopfleiste im Rückenteil hervor. Halbe Ärmel runden das Bild ab. Was mich anspricht, ist die eingesetzte Passe, und dass die Weite des Kleidchens über das gekrauste Mittelstück erreicht wird. Soweit die Analyse.

Einen Grundschnitt für ein einfaches Kleidchen wird wohl jede Näherin besitzen. Wenn dieser schon erprobt ist und sich als brauchbar herausgestellt hat, ist das die beste Voraussetzung für eine Abwandlung.

Ich zeige dir nun per Abbildung, wie ich vorgegangen bin.

Zeichnung

Den Grundschnitt habe ich in der Seitenlinie schmäler geschnitten, weil es ja das gekrauste Mittelteil geben wird. Von Schulter bis Saum habe ich den Schnitt im Fadenlauf, also senkrecht, durchgeschnitten und noch einmal quer im Mittelteil, damit die Passe entsteht. Die Seitenteile 1 werden dann 4 mal, 2 für vorne und 2 für hinten, jeweils seitenverkehrt, benötigt. Das untere Mittelteil 2 habe ich verbreitert, weil es gekraust werden soll. Es wird 2 mal benötigt für hinten und vorne. Das obere Mittelteil 3 bleibt so wie es ist für vorne und wird im Stoffbruch zugeschnitten. Sinnvoll ist es, die Passe zu füttern, also das Ganze noch einmal in Futterstoff zuzuschneiden. Für den Rücken ist die Knopfleiste vorzusehen. Dazu wird Schnittteil 3 nach rechts erweitert und nicht im Stoffbruch sondern in doppelter Stofflage, zugeschnitten. Für das Futter das Ganze wiederum noch einmal mit Futterstoff vorsehen.

Dann kann schon genäht werden, sofern du die Taschen weglässt. Wie Nahttaschen zu nähen sind, erkläre ich ein anderes Mal.

Die Umsetzung hat dieses Kleidchen ergeben. Der einfarbige dickere Baumwollstoff harmoniert schön mit einem Stoffrest eines englischen Quiltstoffes. Der sorgt für ein romantisches Aussehen.

schnittvariante1

schnittvariante2

Das Kleid hat die Größe 98/104 und ich werde es zum Kauf anbieten, siehe „Angebote“ in der Menüleiste.

Letztlich sind meine Schnitte Designerschnitt „Cilly“ – Schnitt für Mustermix fertiggestellt und Upcycling Jeans – Jeanskleidchen aus vier Hosenbeinen – Freebook Größe 86 – 126 auch über solche Überlegungen entstanden. Allerdings war es hier wesentlich komplizierter, weil die Knopfleisten bedacht und konstruiert werden mussten und weil Stoffstücke für ein Upcyclingprojekt zu bedenken waren.

Einfacher ging es hier: Easy: Easy: Schnitt verändern, Schulternaht verschieben und Wenn der Stoff nicht reicht

Ich denke, mit ein wenig Näherfahrung mit verschiedenen Schnitten wirst du auf Dauer unabhängig von neuen Schnittmustern, vorausgesetzt gute, erprobte Grundschnitte sind vorhanden.