Röcke für schmale Mädchen

Mit diesem Thema habe ich mich nun befasst, weil Clara, die Cousine meiner Enkelin, ein so dünnes Mädchen ist. Röcke rutschen! Das ist auch verständlich, wenn Maß genommen wird: Taille 54 cm, Hüftbereich 58 cm. Es fehlen halt die Kurven, die ein Röckchen locker an Taille und auf den Hüften halten könnten.

Ich denke, das ist ein allgemeines Problem. Deshalb habe ich mir verschiedene Lösungen überlegt und stelle sie euch vor.

Welche Anforderungen sollte man an ein solches Röckchen für ein schmales Mädchen stellen? Das Röckchen sollte weit und ausladend schwingen können. Ich denke, dass Schnittvorschläge im Netz beispielsweise auch für Kleider diesen Gedanken berücksichtigen. Mädchenhaft und schon etwas fraulich wird es, wenn das Kleidungsstück ab der Taille oder unterhalb des oberen Brustbereichs an Weite gewinnt.

Also Weite schaffen!

Wie soll aber diese Weite gehalten werden? Die nächste Anforderung ist, dass nichts rutschten sollte und dass es dennoch bequem ist. Außerdem haben junge Mädchen noch keine so feste Bauchdecke, d.h. ob eine Mahlzeit gerade eingenommen wurde, das merkt man am Taillenmaß.

Also festen Sitz bei gleichzeitiger Bequemlichkeit und gleichzeitiger Flexibilität schaffen!

Lösung 1: dehnbare Bündchen

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Diese Lösung ist wohl die beliebteste. Sie ist schnell genäht und erfüllt die oben genannten Anforderungen. Sie hat aber auch Grenzen. Wenn zuviel Material gerafft werden soll, entsteht ein hässlicher, sich wellender Oberlockwulst an der Verbindungsstelle zwischen Rockteil und Bündchen. Hilfreich ist dann ein wirklich hohes Bündchen. Außerdem muss der Rockteil vorgerafft werden, damit die Teile überhaupt zu verbinden sind. Dies habe ich hier realisiert, indem der untere Teil eines abgelegten Kleids von Hanna an das Bündchen kam. Die Farbkombination fand ich im Übrigen einmal spannend, statt dass sich meistens pink zu dunkelblau gesellt. Bei einem anderen Stoff als dem recht dünnen Baumwollstoff, der hier Verwendung fand, habe ich Ähnliches probiert und musste feststellen, dass die Bündchenvariante bei etwas dickeren Stoffen leider versagt. Dies ist ein weiterer Nachteil. Die Verbindung wird dann zu knubbelig und unschön. Bei dickeren Stoffen schafft man die Verbindung nur mit deutlich weniger Stofffülle,  also auf Kosten der angestrebten Weite.

Lösung 2: Smoken

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Smoken bedeutet, dass parallele Reihen von Gummigarn eingezogen werden. Sie halten auf der linken Seite unterhalb einer breiten Zickzacknaht. Beim Zickzack-Nähen auf vormarkierten Linien wird der Gummifaden in der Mitte des Nähfüßchens mitgeführt. Ehe die letzte Naht des Bündchens oder des Rocks genäht wird, zieht man die Gummifäden gleichmäßig auf die beabsichtigte Breite. Schließt man die Naht, werden die Gummifäden mit befestigt. Sicherheitshalber sollte man an den Stellen der Gummifäden mehrmals vor und zurücknähen, damit sich die Gummifäden, die unter Zug stehen, nicht herauswinden.

Ich habe hier wieder das Unterteil eines Kleids genommen. Aus dem Futterstoff dieses Kleids habe ich den Bund genäht. Der Rockteil ist wieder vorgerafft worden, ehe er an den dann fertig gesmokten Bund kam. So konnte ich die gesamte Weite erhalten.

Ich denke, dass dieses Verfahren ebenso wie die Lösung mit dem dehnbaren Bündchen für leichte Sommerstoffe geeignet ist. Zu bedenken ist, dass die recht dünnen Gummifäden nicht allzu viel halten können.

Lösung 3: Tunnelzug

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Statt dass Strickware oder Gummifäden den Bund dehnbar an die Taille schmiegen, kann dies auch ein Band tun, insbesondere dann gut, wenn das Band selbst etwas dehnbar ist.

In diesem Beispiel wurde ein genügend weiter Bund an den vorgerafften Rockteil genäht. Zuvor bekam der Bund vorne zwei Knopflöcher. Da ich mit sehr dehnbarem Material zu tun hatte, war Stickvlies beim Arbeiten der Knopflöcher hilfreich. Durch den nun zugänglichen Tunnel konnte dann das dehnbare Band gezogen werden. Die Enden habe ich mit zwei Filzherzchen verziert. Sie verhindern zudem, dass das Band in den Tunnel rutschen kann.

Ich denke, dass das Verfahren Tunnelzug durchaus auch für mittelschwere Stoffe anwendbar sein wird. Ich hatte allerdings mit einem leichten Jerseystoff zu tun, der wiederum ehemals das untere Stück eines Kleids war.

Lösung 4: Bund schnüren

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Der Cordstoff, den ich zunächst vergeblich versucht hatte, an einen Strickbund zu bekommen, hat nunmehr einen festen Bund aus Jeansstoff erhalten. Damit ist aber noch keine Bequemlichkeit und Flexibilität erreicht. Das gelingt aber, indem der Bund über 10 cm weiter ist als das Taillenmaß und er dann zusammengezurrt werden kann. Dazu sind vier Knopflöcher im vorderen Bund eingearbeitet, durch die kleine Schlingen gezogen und befestigt sind. Durch diese Schlingen lässt sich das passende Band ziehen wie bei einem Schnürschuh. So kann je nach Bedarf der Rock geschnürt werden. Alternativ ist sogar ein dehnbares Band denkbar, noch bequemer!

Ich denke, dies ist eine gute Lösung für etwas festere Stoffe. Alle zuvor genannten Anforderungen werden mit dieser Lösung erfüllt.

Lösung 5: Wickelrock

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In meinem Fundus befand sich noch ein typischer Rockstoff. Ich erinnere mich, dass es Zeiten gab, in denen sogenannte Trevira-Röcke hoch im Kurs standen. Aus dieser Zeit muss noch der Stoff stammen. Die Falten waren schon vorgefalzt, immer sechs Falten und dann ein gerades Stück, zwei solche Rapporte in der gesamten Breite des Stoffstücks. Für die schmale Clara kam das dann so aus, dass sich sechs Falten hinten befinden und das nicht gefaltete Stück vorne.

Wie soll man die Weite eines Faltenrocks für ein schmales Mädchen nutzen? Ein fester und auf Maß gebrachter Bund, der zu Falten passt, kommt nicht infrage – fehlende Bequemlichkeit, fehlende Flexibilität. So musste ich mir etwas überlegen. Und das ist herausgekommen: Der Rock ist vorne weit überlappend, das macht ihn auch vorne bequem. Der Bund ist ebenso überlappend. In diesem befinden sich auf der linken Seite der Überlappung oben zwei Knopflöcher, das linke davon ist auf dem Bild geknöpft, auf der anderen Seite zwei Knöpfe, einer liegt verdeckt unten. So ist es möglich, den Rockbund auf zwei verschiedenen Weiten zu knöpfen, je nach Bedarf.

Es gibt neben der Lösung, mehrere Knöpfe zu verwenden, weitere Möglichkeiten, Wickelröcke zu schließen: Bindebänder oder Schnallen ermöglichen Verstellen und Flexibilität. Das mache ich demnächst einmal. Jetzt hat Clara erst einmal genug neue Röcke und ich bin ein wenig erfahrener.

 

Falls ihr noch weitere Varianten empfehlen könnt, bitte im Kommentarfeld einstellen!

Upcycling T-Shirts und Stoffreste

Schon für Kleidchen Was aus T-Shirts und Stoffrestchen entstehen kann – Lenis neue Kleider habe ich das Verfahren erprobt, und ich denke, es ist empfehlenswert. Man nehme abgelegte T-Shirt und kombiniere sie mit passenden Stoffrestchen, um fröhliche Kinderkleidung zu kreieren.

neuer Rock für Clara:

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Clara ist in dem Alter, da Mädels auf Feen und Elfen stehen. In der Stoffrestkiste von Anne fand sich das Stöffchen „Feenwelt“. Für ein vollständiges Kleidungsstück war das Restchen zu klein. Ich fand aber im Fundus ein passendes T-Shirt, dessen unteren Teil ich unter Beibehaltung des Saums verwendete. Das Stoffrestchen schnitt ich in derselben Länge zu, säumte es und setzte es in die Mitte des T-Shirt-Teils vorne und hinten ein. Damit war gehörig Weite erreicht, die Clara so sehr liebt. Die seitliche T-Shirtnaht habe ich unverändert gelassen. Um im Bund zu raffen, fand ich ein farblich passendes T-Shirt, von dem ich den Smokbereich der Hüfte abschnitt. Ansonsten hatte das Shirt einem Ansatz von Knötchen und musste entsorgt werden. Der Smokbereich fiel mir aber gerade passend in die Hände.

neues Sommeroberteil für Leni:

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Zu Mutters gelben T-Shirt fand sich ein Stoffrestchen mit Drachenmotiv. Da es blaugrundig ist, passt es gut zu Lenis neuer Vorliebe für blaue Jeans. Der gelbe T-Shirt-Stoff ist sehr luftig und dünn. Deshalb habe ich mit Kräuselung und mit Rollsaum gearbeitet. Der Sommer kann kommen!

Ballontunika für Leni:

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Ein Sommershirt von Mama in hellem mint hatte unten einen Gummizug und war weit gearbeitet. Dies wahrscheinlich deshalb, weil der Stoff sehr dünn und luftig ist. Den Gedanken habe ich aufgenommen. Weite und Gummizug habe ich für eine Ballontunika übernommen. Den Schnitt Mimmy Schnitt „Mimmy“ ist super habe ich im unteren Teil kurzerhand abgeändert, um die Ballonform zu erreichen. Die Passe ist wieder einmal aus einen Stoffrestchen der vollen Stoffreste-Kiste von Anne. Mit dem Motiv Surfbrett hoffen wir also auf einen sonnigen nächsten Jahresabschnitt.

Jeansrock – das ultimative Upcyclingkonzept

Schon länger wollte ich einen Kinderrock aus Jeans nähen, weil Jeansstoff so ein unverwüstliches Material ist. Wie soll man das aber anstellen, wenn zwar abgelegte Jeans Erwachsener zur Verfügung stehen, aber große, unverletzte, nicht benähte Stoffstücke darin nicht zu finden sind.

Hier zunächst einmal das Ergebnis:

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Auf die Idee kam ich, als ich bunt zusammengesetzte Röckchen bei Pinterest fand. Zudem finde ich Tellerröckchen wegen der Weite und noch nicht vorhandener Kurven bei den Mädchen schön. Eine grundsätzliche Anleitung findet sich in Maries Blog. Angesichts des festen Jeansstoffs kommt aber hier allenfalls der Halbkreistellerrock infrage.

Wenn man mit Reißverschluss arbeiten will, ist die Taillenweite maßgebend für das Weitere. Bei der Entscheidung für Gummiband, Bindeband oder Bündchenabschluss in der Taille ist die breiteste Körperstelle zu messen, also Hüfte/Po-Umfang, damit man in den Rock bequem hineinkommt.

tellerrock

 

Jetzt nimmt man z. B. ein Zeitungsblatt und schlägt von einer Ecke aus einen Kreis  (man kann wenige Punkte mit Hilfe eines Lineals markieren, das reicht) mit dem Radius, der sich aus dem gemessenen Umfang geteilt durch pi, also durch 3,14 ergibt. In meinem Beispiel war das 55/3,14. Der zweite Kreis hat den Radius, der zuvor ermittelt wurde, plus gewünschter Rocklänge. Dann wird ausgeschnitten und man hat den Schnitt für die Hälfte des Rocks. Wenn man dann zweimal faltet, entsteht das Achtelstück des Rocks. Das sieht dann so aus:

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Dieses Stück passt auf aufgeschnittene Ärmel, auf Hosenbeine etc., es lassen sich also Kleidungsstücke mit Stellen verwerten, die man zuvor nicht im Blick hatte! Das macht das Konzept so ultimativ.

auf Hosenbeinen:

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So kamen 8 schöne Stücke zusammen:

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aneinander genäht:

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Nun gilt es noch schön und einzigartig zu gestalten. Man hätte sportlich weiter machen können, z.B. einfach mit bunten Steppnähten. Da sich jedoch Claras Geschmacksbildung derzeit entlang von Lillyfee entwickelt, habe ich mich für verspielt entschieden. So habe ich Girlanden mit Zickzack in rosa aufgenäht und darauf Vögelchen appliziert.

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Stoffrestchen in rosa sind bei Omas von Enkelinnen immer vorhanden. Nun habe ich noch Bund und Bindeband ergänzt und gesäumt.

Ich bin sicher, dass ich diese Konzept mit anderen Stoffen und anderen Gestaltungsideen wiederholen werde.

 

 

Cilly krabbelt mit Bärchen

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Der schöne Bärchenstoff wird Cilly nun beim Krabbeln begleiten. Die Pumphose ist genäht wie Höschen für den Pamperspopo oder wie die Hose bei Pandamädchen . Höschen mit diesen Schnitten sind einfach nur bequem und luftig, jetzt nur eben größer für das neunmonatige Mädchen.

Da bei einem halben Meter Stoff ein Restchen in der Senkrechten bleibt, habe ich ein Shirt mit entsprechender Passe dazu genäht. Ein kombinierbarer steingrauer Stoffrest fand sich noch in meinem Fundus. Der Grundschnitt ist aus Ottobre Kinder 3/15.

 

Kleid wird zu Rock und Top

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Hannas Kleid kam in meine Nähstube, völlig ohne Schäden, feinster Baumwollstoff, aber wahrscheinlich abgelegt wegen der Größe 34.

Der Rockteil springt einen förmlich an, daraus wieder einen Rock zu fertigen. Ich habe ihn samt Futter abgeschnitten (gelbe Linie), Futter und Oberstoff für den Rockbund gegeneinandergenäht, eine Paspel aus farblich passendem Stoff zwischengefasst und einen Gummitunnel gearbeitet. Auf Claras Taillenweite gerafft war der Rock dann fertig.

Ein weiterer Schnitt (obere gelbe Linie) gab das Unterteil eines Tops her. Der Brustteil des Kleids ist für ein Kind ungeeignet und wurde verworfen, allerdings nicht, ohne zuvor die Schrägbänder der Träger zu sichern.

Eine Hose von Katrin erwies sich als farblich genau passend zu den Farben des Kleids.

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Sie hatte allerdings das Schicksal heller Hosen erlitten. Nur noch kleine Stücke waren verwendbar. Der ganze untere Teil war voller schwarzer Sprenkel entweder vom Kunstunterricht oder von der Fahrradkette. Auch oben herum so manche unschöne Stelle. Aber für eine Passe und eine Paspel reichte es noch. Und nicht zu vergessen: Die Schrägbänder, ehemals Träger, wurden als Saumfasser verwendet.

Das Gesamtergebnis:

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Clara als ausgesprochen schlankes Mädchen kann die geraffte Weite gut vertragen. Ich bin gespannt, wie sie darin aussieht.