Sommerkleidchen aus Kinderbettwäsche

Es kommt die Zeit, da ziehen die Kleinen in ein großes Bett um. Kinderbettwäsche liegt nun wirklich noch gut und nicht verschlissen im Schrank. Bei mir selbst liegt aus dieser Zeit von vor beinahe 40 Jahren noch Bettwäsche im Kasten, die Enkelkinder könnten sie ja mal beim Übernachten bei Oma und Opa brauchen. Hanna hingegen gab Kinderwäsche in meinen Upcyclingfundus. Sie fiel mir gleich ins Auge, weil rosa Streifen doch zu den Mädels passen.

Dann gab es noch Fußball, Fußball, Fußball… Und Oma mag die tagesfüllenden Sportprogramme nicht. So ging es in meine schöne Rückzugskammer zu schönen Projekten und zu erfüllendem Werkeln. Als Kroos das sensationelle Tor schoss, waren die Kleidchen beinahe fertig.

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Die Cousinchen Clara und Leni bekommen neue Sommerkleidchen im Partnerlook. Ich fand, dass die Schlichtheit und Schönheit der Streifchen nichts weiter vertragen, weder Applikation, noch Spitze, noch aufwendige Schnitte. So habe ich ganz klassisch gearbeitet: gedoppeltes Oberteil, gekrauster Rock, nur eine kleine abgesetzte Rüsche an Halsausschnitt und den Taschen als geringer Pepp, hinten geschlossen mit Reißverschluss.

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Dabei habe ich zwei Reißverschlussvarianten ausprobiert, den zwischen Futter und Oberstoff eingenähten und den durch eine Oberstofflasche verdeckten. Für weitere Projekte werde ich mich immer für den eingenähten entscheiden. Um gut voran zu kommen, habe ich einen Endlosreißverschluss verwendet und diesen erst einmal geteilt. Für solche leichten Projekte kann man m. E. den Endlosreißverschluss verwenden, er ist keinen Belastungen ausgesetzt. Bei Overalls für den Sand habe ich da schlechte Erfahrungen und würde ihn nicht mehr verwenden. Hier ermöglicht er zunächst geteilt leichtes Einnähen auf beiden Seiten. Erst nach dem Einnähen – unten freies Stück stehen lassen – habe ich den Zipper eingeschoben und dann den Reißverschluss unten verriegelt.

Der Sommer wird schön! Angenehme Baumwollkleidchen werden ihre Dienste tun.

 

Reißverschluss defekt – was nun?

Ein Kinderjäckchen wanderte in meine Nähstube mit der Frage, was hier noch möglich sei, denn der Zipper des teilbaren Reißverschlusses war nicht mehr vorhanden. Da das Jäckchen ein preiswertes war, würde sich der Kauf eines neuen Reißverschlusses  nicht lohnen, dann kauft man besser eine neue Jacke. In meinem Upcyclingfundus fand sich leider auch kein passendes Reißverschluss-Exemplar.

Mir ist dann eine Idee gekommen:

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Wie du siehst, hat die Jacke nunmehr eine verdeckte Knopfleiste. Und diese kostete weder viel Arbeit, noch Geld. Denn ich nahm ein Herrenhemd aus dem Fundus und schnitt die fertige Knopfleiste entlang des Umschlags ab. Oben und unten schlug ich bei beiden Teilen in der passenden Länge den Stoff nach innen um und versäuberte hinterrücks mit der Overlock. Bei dem Stück mit den Knopflöchern schlug ich die Vorderkante nach innen um, so wenig, dass die Knopflöcher nicht verdeckt waren und so viel, dass die Knopflochleiste in die gegenüberliegende Lücke zwischen Knopfleiste und Jacke passte. Hier zog ich noch eine Naht.

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Beide Leisten wurden nun am Jäckchen passgenau angenäht.

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Was hat das also an Arbeit gekostet:

  • Reißverschluss abtrennen
  • Knopfleiste abschneiden, versäubern, eine Seite umgeschlagen nähen
  • Knopf- und Knopflochleiste annähen

Das war doch relativ einfach und das Jäckchen kann noch ein wenig Dienst tun.

Fazit: Es ist auch für andere Reparaturen zu fragen, ob nicht vorhandene Knopfleisten ein Problem lösen können. Schließlich mussten weder Knopflöcher genäht, noch Knöpfe angenäht werden.

 

 

 

Täschchen, Täschchen

In den Nähblogs sehe ich so oft, dass Behältnisse aller Art genäht werden. Da ich für die nächste Reise noch eine kleine Kulturtasche benötige, habe ich eine Anleitung aus vier Stücken gefunden. Zudem lag bei geschenkten Stoffresten ein Muster, das für Kinder wahrlich ungeeignet ist, aber Oma liebt Erdfarben und Florales.

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Da ich Reißverschlüsse abgelegter Hosen austrenne und verwahre, fand sich ein passender Verschluss. Den Stoff musste ich nicht mit Bügeleinlage verstärken, da er selbst recht fest ist.

Die Anleitung erwies sich als überaus brauchbar und das Projekt ging leicht von der Hand.

Aus diesem Grund machte ich gleich weiter und erprobte eine weitere Anleitung aus zwei Teilen Stoff bei Funkelfaden.

So entstand für Petra, die petrol mag, aus Stoffresten ein weiteres Täschchen, das ich mit Füllvlies aufpolsterte. Katrin kann sich sicher erinnern, welchen Ursprung der braune Stoffrest hat. Was alles zu neuen Ehren kommt, ist wirklich lustig! Kosmetika oder eine Windel etc. für Cilly passen hinein.

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Gut in Übung fertigte ich dann noch ein ungefüttertes Täschchen aus Softshell für Leni oder Katrin. Die Stoffquelle findet sich unter Softshelljacke – soll es doch ruhig regnen!

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Die Erkenntnisse, die ich heute beim Nähen gewann, lassen sich sicher auf andere Behältnisgrößen und -varianten übertragen – und es ging leicht. Liebe Schwiegertöchter, bitte also Wünsche anmelden! Stoffreste sind genug vorhanden.