Wieviel schöner ist es, wenn Genähtes dann schließlich das Kind kleidet, und man sehen kann, wie Hoodies, Kleider, Hosen usw. am Kind wirken. Auf den Schneiderpuppen erscheinen die Kindersachen doch recht unwirklich, fad und nicht lebendig. Schaufensterpuppen ziehen die Blicke auch erst an, wenn lebendiger oder stylischer Ausdruck vermittelt werden kann. Die Werbung weiß, was sie hier tut.
Leni war dann bereit, für Fotos zu posieren, damit das von Oma Genähte und auch der von ihr kreierte Schnitt ins rechte Licht gerückt werden. Oma freut es!
Man sieht sehr schön die Fältchen im Brustbereich und die Taillenpasse, die hier durch Paspel betont wurde, feminines Erscheinungsbild eben!
Zwei Paspeltaschen sorgen noch etwas für farblichen Kontrast.
Bei diesem Exemplar wurden Taschen aufgesetzt.
Und hier sieht man, dass das Kleid nicht so weit wie ein Kleinkinderkleid gehalten ist. Es ist schon erwachsener geschnitten.
Die gesamt Machart wird noch einmal deutlich.
Fesches Posieren geht auch schon!
Wer sich für die Gedanken hinter dem Schnitt interessiert, hier bitte nachlesen:
Schon länger liegt der Musselinstoff von Petra unbearbeitet im Nähzimmer. Das ist eine Schande angesichts der sommerlichen Temperaturen, bei denen Musselin gerade recht kommt. Ich hatte ein wenig Sorgen, ob ich den Stoff nähen könnte. Die Ersterfahrungen Spucktücher werden zu Halstüchern – erste Erfahrungen mit Musselin hatten mir gezeigt, dass es zumindest mit der normalen Nähmaschine nicht so einfach ist, man benötigt doch den Obertransportfuß, den ich nicht besitze. Ich habe mich dann entschieden, den Stoff gänzlich mit der Oberlock zu verarbeiten, das macht mit der richtigen Einstellung – etwas auf Zug – keine Probleme.
Zudem fand ich einen Einfachstanleitung bei K-Nähleon. Hier besteht die Hose nur aus zwei Teilen. Der Schnitt ist etwas gewöhnungsbedürftig, wird aber allseits gelobt. Die zweite Hose habe ich dann in einem klassischen Punphosenschnitt gearbeitet. Damit ich nur mit der Ovberlock klar kam, habe ich die Gummibündchen an Bauch und Beinen angesetzt. So musste ich nicht umschlagen und mit der normalen Maschine festnähen. Petra wird mir Rückmeldung geben, ob die Schnitte und die Verarbeitungsweise sich bewähren. Jedenfalls wird sich Cilly in den angenehmen Sommerstoffen wohlfühlen.
Die Hosen sind passend zur Verwendung bei Sonnenschein im herrlichen Junigarten fotografiert. Ich füge aus meinem privaten Paradieses einige Fotos hinzu.
Es wird nicht gut sein, wenn du gleich loslegst, Musselin zu nähen. Der Trendstoff, die schönen Bilder und die Angebote verführen dazu, gleich eine Idee zu entwickeln, Stoff zu kaufen und deine Idee umzusetzen. Ich rate nach Ersterfahrung dazu, erst einmal zu lesen und mit vorhandenen Stoffen wie ehemaligen Spucktüchern zu beginnen.
Allgemeines über Musselin, sehr viel Interessantes und eine wundervolle Übersicht bietet sewsimple.
Was das Nähen angeht, informiert farbenmix wieder einmal hervorragend, ausführlich und mit Nähvideo. Die geeigneten Sticharten werden besprochen und es gibt jede Menge Ideen für luftige Mädchenbekleidung.
In Ermanglung eines Obertransportfußes habe ich mich zunächst mit der Overlock versucht. Dabei ist wirklich wichtig, dass der Stoff nicht gebügelt ist, sondern geschrumpft verarbeitet wird. Außerdem muss die Overlock auf Raffen, dabei maximale Stärke, eingestellt sein, anderenfalls schlägt die Naht Wellen. Außerdem habe ich extrem langsam genäht, der Stoff flutscht leicht seitlich weg. Das erste Ergebnis, hellblaues Übungsstück mit dunkelblauer Overlocknaht, stellte mich nicht zufrieden. Die vom Overlockmesser hinterlassene Kante sieht unsauber aus. Deshalb habe ich beim grauen Exemplar die Kante umgeschlagen genäht und so geführt, dass das Overlockmesser die Kante nicht traf, Auf der anderen Seite der Naht habe ich anschließend überschüssiges Material wie an der Kante einer Applikation entlang vorsichtig entfernt. Das Ergebnis ist doch viel sauberer!
Das hellblaue und das graue Exemplar waren zuvor Babyspucktücher. Da sie für ein Halstuch etwas zu klein waren, habe ich die äußeren Versäuberungsnähte aufgetrennt und so ein paar Zentimeter gewonnen. Man sieht noch die Einstiche der ehemaligen Naht. Ich hoffe, die Löcher schließen sich bei der ersten Wäsche.
Das dunkelblaue Exemplar war groß genug. Hier habe ich jenseits der Säume eine Ziernaht (Wabenstich) in pink gezogen. Gezogen ist aber falsch, beim Nähen habe ich den Stoff gleichmäßig vor dem Füßchen geschoben, damit die Naht nicht wellig wird.
Fazit: Es näht sich gut mit raffenden Overlockstich und es wird funktionieren unter Verwendung eines Oberstoff-Transportfüßchens. Verschiedene Fadenspannungen sollten noch in die Erprobung gehen, ehe ich mich an Kleidung aus Musselin wage.
Es wird kalt. Leichte Baumwollstoffe und Jersey sind jetzt nicht mehr aktuell. Wärmeres muss her.
Ein großer Strickpullover, der lange Jahre gute Dienste leistete, war an den Ärmeln verschlissen, und selbst die aufgenähten Flicken an den Ellenbogen waren inzwischen ramponiert. Ich möchte nicht wissen, wie viele Stapel von Klassenarbeitsheften der Pullover gesehen hat, er könnte Geschichten erzählen. Jedenfalls hat die Arbeit am Schreibtisch Spuren hinterlassen, aber eben nur an der Auflage der Unterarme. Ansonsten Topzustand: Wäschen haben ihn nicht ausgebleicht, keine Knötchen, keine dünnen Stellen, keine Fäden gezogen, feines, glänzendes Garn. Es war eben ein Markenpullover aus Baumwolle, Leinen und einem geringen Anteil Acryl, dessen Kauf sich wirklich gelohnt hatte. Und das Beste: Er ist so weit und groß, eben ein ganz gemütlicher, dass die Ärmel nach Wegschneiden der durchgearbeiteten Unterarme noch Kinderärmel hergeben. Außerdem erlaubt er in der Länge die Größe 104.
Aufschneiden:
Ich habe also zunächst die Schere angesetzt. Der erste Schnitt verlangt immer etwas Überwindung. Dann arbeitete sich die Schere schnell entlang der Seitennähte, der Ärmelnähte, der Schulternähte und entlang des Halsausschnitts vor. Auch die Bündchen habe ich abgeschnitten, weil sie als stark raffende das Anlegen der Schnitte gestört hätten.
Schnitt:
Der Schnitt war ein Geschenk von Stoff & Stil und ich fand ihn passend für den gestreiften Strickstoff. Beim Zuschneiden ist darauf zu achten, dass die Streifen vorne und hinten übereinstimmen. Diese Obacht gilt ja immer bei Gemustertem mit Rapport. Im unteren gekräuselten Bereich habe ich die gesamte Weite des Pullovers verwendet. Man kann sich noch vorstellen, wie bequem er war.
Nähen:
Der Strickstoff verlangt ein gut sicherndes Nähen, damit die Maschen nicht laufen. Deshalb habe ich die Overlockmaschine breiter und dichter nähen lassen. Ärmelsaum und unteren Saum habe ich zunächst mit Overlock gesichert und dann umgeschlagen gesteppt. Hier musste ich – obwohl die Overlocknaht einhaltend geführt war – wieder einmal Backpapier mitlaufen lassen, sonst wäre die Naht gedehnt ausgefallen.
Aufhübschen:
Die Knopfleiste habe ich im unteren Teil erhalten, nur habe ich die Holzknöpfe gegen Kinderknöpfe ausgetauscht und einen verdeckten Druckknopf oben angebracht. Die Halsrundung habe ich mit Overlock versäubert und anschließend ein noch vorhandenes Zierbändchen mit Zickzack aufgenäht. Da dieses nicht elastisch ist, habe ich einen Gummifaden mitlaufen lassen. Die Halsrundung ist so elastisch und wird sich anschmiegen.