Knieflicken auf Jeans selber herstellen

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Die Jeans war zu klein. Der Bügelflicken wurde für eine größere Jeans verwendet und dort angenäht. Mit Bügelflicken haben wir schlechte Erfahrung. Sie lösen sich nach einiger Zeit, derweil auf den Knien heftig gerutscht wird.

Nun passt die Jeans der jüngeren Cousine und kann wieder hergerichtet werden. Also Knieflicken selber herstellen und aufnähen!

Da die kleine Cousine offenbar derzeit die Grenzen im Kindergarten testet, sie spricht von „falscher Ordnung“, die sie hergestellt hat, und lacht sich auf dem Nachhauseweg kaputt, habe ich als Vorlage nette Monster ausgesucht, auf Größe gebracht und ausgedruckt.

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Die Silhouetten werden ausgeschnitten und seitenverkehrt auf Vliesofix, auf die Papierseite gemalt.

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Anschließend werden die Stücke auf Stoffreste, linke Stoffseite und Papierseite Vliesofix oben, aufgebügelt.

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Nun wird entlang der Linien ausgeschnitten. Dann entfernt man die Papierseite von Vliesofix und bügelt die Stücke mit der rechten Seite oben auf die defekten Jeansknie auf. Mit einem Trickmarker können weitere Details aufgezeichnet werden.

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Nun wird genäht. Das geht natürlich nicht bei bestehenden Hosenbeinen mit dem Applikationsstich, sondern es geht nur nähmalend mit dem Stopffuß, dem Freiarm der Nähmaschine und dem versenkten Transporteur, siehe Nähmalen – tolle neue Nähwelten. Dennoch ist es ein wenig schwierig, das Nähgut angesichts der engen Hosenbeine richtig zu bewegen. Also langsam nähen!

Das Ergebnis:

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Es darf also weiter auf den Knien herumgerutscht werden mit hoffentlich Spaß an den Monstern.

 

Was fasziniert an Flamingos?

Liegt es an der Mädchenfarbe oder am einbeinigen Stehen, dass Leni von den Flamingos im Zoo so fasziniert ist? Jedenfalls hat sie den Wunsch geäußert, ein Kleidungsstück mit „Mingos“ haben zu wollen. Hier ist es:

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Da der Streifenstoff nur 50 cm lang war, ist ein Longshirt entstanden. Noch einmal Streifen im Ärmel, das wäre zu unruhig geworden. Deshalb habe ich ein abgelegtes Kurzärmelshirt aus mercerisierter Baumwolle für die Sattelärmel verwendet. Für die Applikation hatte ich noch ein Stückchen Reststoff in pink-rosa. Zunächst hatte ich die Beine nähmalend realisiert, das sah aber zu blaß aus, so dass ich noch einmal änderte.

Die Anregung zu dieser Applikation habe ich diesmal nicht aus Pinterest, wo man eigentlich immer fündig wird, sondern von Boden. Da ich für Leni einmal ein Strickkleidchen kaufte (Stricken ist nicht mein Ding), erhalte ich den Kinderkatalog regelmäßig. Er ist ständiger Begleiter bei der Ideensuche, weil die angebotene Mode aus meiner Sicht ausgesprochen fröhlich und kindgerecht ist, wirklich nichts für Langeweiler. Die „Mingo“-Applikation dort ist ausgesprochen aufwändig. Ich stelle mir vor, dass programmierte Maschinen das fertigen, in Handarbeit wäre das wohl irre.

Ich denke, das Longshirt passt gut zu einer farblich passenden Leggins oder zu einer Jeans. Da Leni nun den Kindergarten besucht, ist chic gehen angesagt.

Nähmalen – tolle neue Nähwelten

Offensichtlich ist Nähmalen oder Freihandsticken mit der Nähmaschine ein neuer Trend, der sich im Internet verbreitet – so meine Recherche.

Hier sind einige Anleitungen zu finden:

das erste Mal nähmalen

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Wie geht eigentlich Freihandnähen?

Dass dieser Trend schnell seinen Weg sucht, ist völlig klar, denn Nähmalen erweitert die Gestaltungsmöglichkeiten insbesondere für Kinderkleidung ungemein. Ich hatte schon auf Verschiedenes hingewiesen – Tristesse adé, Kleidung für Kinder aufhübschen-, wie man Langweiliges zu fröhlicher Kinderkleidung umgestaltet. Nähmalen ist dann ein echter Satz nach vorne.

Nach ein paar Versuchen mit dem Stopffuß und dem aus Kindertagen noch aufgehobenen Stickrahmen wagte ich mich zunächst nur an einem Schriftzug.

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Der Strampler für Cilly ist übrigens nach einem freebook genäht, und der Schnitt erweist sich als super gut, Strampelhose.

Ich nahm hier Soluvlies zur Hilfe. Das ist eine tolle Sache zum Übertragen der Linien. Allerdings verwendete ich zunächst mangels Stickvlies auf der Rückseite einfach Backpapier. Im Weiteren machte ich dann die Erfahrung, dass Backpapier leichter abzulösen ist als Stickvlies, aber ebenso gut das Nähgut (Jersey!) befestigt. Ich meine, das Geld für Stickvlies kann man sich also sparen.

Dann wagte ich mich – nach Motivanregung über Pinterest – an Komplizierteres, wohl wissend, dass ich zumindest beim Applizieren über sichere Basisfertigkeiten verfüge.

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Longshirt für Leni

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T-Shirt für Clara

Ich denke, mit den ersten Werken in neuer Technik kann ich zufrieden sein. Ich gebe allerdings einen deutlichen Tipp für die Reihenfolge des Arbeitens. Zunächst sollte man das Gesamtwerk zumindest mit einigen Markierungsstrichen mittels Trickmarker (tolle Erfindung!) auf der Unterlage skizzieren und dann erst die zu applizierenden Stücke aufbügeln. Danach kann man mit Trickmarker feinarbeiten und anschließend entlang der Linien sticken. Da ich die Reihenfolge nicht beherzigte, gerieten die Arme des Ballonmädchens etwas zu lang bzw. die Beine zu kurz – beim nächsten Mal besser!

Ich bin sicher, ich werde meine Nähmalfertigkeiten weiter entwickeln. Die Technik macht Riesenspaß.