luftige Höschen aus Musselin

Schon länger liegt der Musselinstoff von Petra unbearbeitet im Nähzimmer. Das ist eine Schande angesichts der sommerlichen Temperaturen, bei denen Musselin gerade recht kommt. Ich hatte ein wenig Sorgen, ob ich den Stoff nähen könnte. Die Ersterfahrungen Spucktücher werden zu Halstüchern – erste Erfahrungen mit Musselin hatten mir gezeigt, dass es zumindest mit der normalen Nähmaschine nicht so einfach ist, man benötigt doch den Obertransportfuß, den ich nicht besitze. Ich habe mich dann entschieden, den Stoff gänzlich mit der Oberlock zu verarbeiten, das macht mit der richtigen Einstellung – etwas auf Zug – keine Probleme.

Zudem fand ich einen Einfachstanleitung bei K-Nähleon. Hier besteht die Hose nur aus zwei Teilen. Der Schnitt ist etwas gewöhnungsbedürftig, wird aber allseits gelobt. Die zweite Hose habe ich dann in einem klassischen Punphosenschnitt gearbeitet. Damit ich nur mit der Ovberlock klar kam, habe ich die Gummibündchen an Bauch und Beinen angesetzt. So musste ich nicht umschlagen und mit der normalen Maschine festnähen. Petra wird mir Rückmeldung geben, ob die Schnitte und die Verarbeitungsweise sich bewähren. Jedenfalls wird sich Cilly in den angenehmen Sommerstoffen wohlfühlen.

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Die Hosen sind passend zur Verwendung bei Sonnenschein im herrlichen Junigarten fotografiert. Ich füge aus meinem privaten Paradieses einige Fotos hinzu.

spanisches

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Spucktücher werden zu Halstüchern – erste Erfahrungen mit Musselin

Es wird nicht gut sein, wenn du gleich loslegst, Musselin zu nähen. Der Trendstoff, die schönen Bilder und die Angebote verführen dazu, gleich eine Idee zu entwickeln, Stoff zu kaufen und deine Idee umzusetzen. Ich rate nach Ersterfahrung dazu, erst einmal zu lesen und mit vorhandenen Stoffen wie ehemaligen Spucktüchern zu beginnen.

Allgemeines über Musselin, sehr viel Interessantes und eine wundervolle Übersicht bietet sewsimple.

Was das Nähen angeht, informiert farbenmix wieder einmal hervorragend, ausführlich und mit Nähvideo. Die geeigneten Sticharten werden besprochen und es gibt jede Menge Ideen für luftige Mädchenbekleidung.

In Ermanglung eines Obertransportfußes habe ich mich zunächst mit der Overlock versucht. Dabei ist wirklich wichtig, dass der Stoff nicht gebügelt ist, sondern geschrumpft verarbeitet wird. Außerdem muss die Overlock auf Raffen, dabei maximale Stärke, eingestellt sein, anderenfalls schlägt die Naht Wellen. Außerdem habe ich extrem langsam genäht, der Stoff flutscht leicht seitlich weg. Das erste Ergebnis, hellblaues Übungsstück mit dunkelblauer Overlocknaht, stellte mich nicht zufrieden. Die vom Overlockmesser hinterlassene Kante sieht unsauber aus. Deshalb habe ich beim grauen Exemplar die Kante umgeschlagen genäht und so geführt, dass das Overlockmesser die Kante nicht traf, Auf der anderen Seite der Naht habe ich anschließend überschüssiges Material wie an der Kante einer Applikation entlang vorsichtig entfernt. Das Ergebnis ist doch viel sauberer!

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Das hellblaue und das graue Exemplar waren zuvor Babyspucktücher. Da sie für ein Halstuch etwas zu klein waren, habe ich die äußeren Versäuberungsnähte aufgetrennt und so ein paar Zentimeter gewonnen. Man sieht noch die Einstiche der ehemaligen Naht. Ich hoffe, die Löcher schließen sich bei der ersten Wäsche.

Das dunkelblaue Exemplar war groß genug. Hier habe ich jenseits der Säume eine Ziernaht (Wabenstich) in pink gezogen. Gezogen ist aber falsch, beim Nähen habe ich den Stoff gleichmäßig vor dem Füßchen geschoben, damit die Naht nicht wellig wird.

Fazit: Es näht sich gut mit raffenden Overlockstich und es wird funktionieren unter Verwendung eines Oberstoff-Transportfüßchens. Verschiedene Fadenspannungen sollten noch in die Erprobung gehen, ehe ich mich an Kleidung aus Musselin wage.