Schnelles Kleidchen

Ja, wenn ich meinen easy-peasy-Schnitt verwende, ist schnell ein neue Kleidchen entstanden.

Gemusterte Stoffe wie diesen bedruckten Musselin kombiniere ich gerne mit Unistoffen. Im Fundus fand sich ein passender weicher Stoff zum Musselin. So folge ich wieder einmal dem Verfahren, dass Rockteil und Passenteil aus verschiedenen Quellen stammen und ein halbes Upcycling-Kleid genäht wird. Allerdings musste ich in der Passe eine vordere und hintere Mittelnaht vorsehen, damit ich auskam.

Die Passe habe ich diesmal bogenförmig gestaltet, damit es nicht zu langweilig aussieht.

Die Mühe, den hinteren Halsausschnitt mit Streberstreifen zu versehen, habe ich mir gemacht, dies deshalb, weil der Passenstoff ziemlich franselig ist. Zu Streberstreifen habe ich schon vieles veröffentlicht. Es lohnt sich, sich damit zu befassen: https://sewtonew.blog/2021/11/01/streberstreifen-beim-upcycling/, https://sewtonew.blog/2021/11/11/streberstreifen-aussen/, https://sewtonew.blog/2023/03/13/nicht-ohne-streberstreifen/

Wenn man in den angeschnittenen Ärmel hinein sieht, entsteht die Vorstellung, dass es noch besser wäre, auch die Ärmelausschnitte mit Streberstreifen zu versehen. Beim nächsten Mal!

Wer sich für den Ruck-Zuck-Schnitt interessiert, hier gibt es den link:

Jerseyschnitte für Webware verwenden – Geht das?

Es geht, aber zunächst:

Dehnbare Stoffe sind sehr beliebt, in der Mode, ebenso bei Näherinnen, denn einerseits sind die Kleidungsstücke bequem, andererseits ergibt sich keine Maßschneiderei und Kompliziertes beim Nähen. Wie schnell ist beispielsweise ein Halsausschnitt mit Bündchenstoff gefertigt!

Dennoch verliebt man sich zuweilen in besonders schöne Stoffe, die aber nicht dehnbar sind. Was ist dann zu tun? Sind die Schnitte, die für elastische Materialien konzipiert sind, dann zu verwenden. Ja, aber! Mit ein paar Veränderungen gelingt die Anpassung.

Bei diesem Kleidchen wurde ein Schnitt für elastischen Stoff – mindestens 20 % Elastizität – verwendet. Um bequeme Weite zu schaffen, habe ich den Schnitt, statt ihn an den Stoffbruch für vorne und hinten anzulegen, vom Stoffbruch 4 cm weggerückt und damit Falten vorne und hinten vorgesehen. Vorne oben habe ich die Falte ein klein wenig zugenäht, dann springt sie auf, um insbesondere in der Höhe der Achseln Bewegungsfreiheit zu geben. Statt ein Bündchen anzunähen, habe ich den Halsausschnitt eingefasst. Natürlich muss es oben einen Verschluss geben, denn es dehnt sich ja nichts, derweil das Kleidchen übergezogen wird. Dieser befindet sich hinten und ist in Verlängerung der Falte angelegt.

Dazu habe ich schon einmal eine Anleitung gegeben, die es wirklich einfach macht.

Das Kleidchen ist für Lotta. Katrin hatte sich diesen Stoff und diese Art noch einmal gewünscht. Ich habe den dunklen, robusten Pünktchenstoff mit einem Upcyclingstoff, ehemals Mutters Shirt, kombiniert. Farbliche Akzente habe ich mit rotem Bauschgarn und Zierstich gesetzt.

halbes Upcycling geht auch

Für Weihnachten habe ich einen wunderschönen Lillestoff erstanden.

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Ich stellte mir dann ein ganzes Kleidungsstück aus diesem Motivstoff vor und entschied, dass das ein wenig zu unruhig würde. Ein Unistoff in blaugrau, weiß, bräunlich oder rot, fand ich, würde hingegen den Motivstoff heben und aufwerten.

Wegen des starken Stoffs habe ich mich zudem für einen schlichten Raglanschnitt entschieden, der Stoff alleine wirkt genug.

Un so habe ich von einem abgelegten Pullover die Ärmel im unteren Teil genommen – tatsächlich habe ich sie vollends unten ganz gelassen, Bündchennähen gespart -, um sie für Lenis Weihnachtsshirt zu verwenden. Beide Stoffarten sind aus Baumwolle, der Lillestoff ist organischer Sweat und die Ärmel sind Baumwollstrickware, also perfekt für Tragekomfort und das Waschen kombiniert.

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