Beutel – relativ flottes Projekt

An einem Beutel, der mit Notwendigem befüllt – Spielsachen, Obst, Trinkflasche etc. – für Spaziergänge zum nahe gelegenen Spielplatz benutzt wird, waren die Bändel an einer Seite abgerissen. Dem Wunsch zu flicken bin ich nicht nachgekommen. Wirklich Verschliessenes sollte man entsorgen, auch wenn es sich um einen Beutel handelte, der viel Spielplatzsand gesehen hat und sehen würde.

Also neu!

beutel

Mit den Erfahrungen Turnbeutel ging es schnell von der Hand. Diesmal in der Größe 45 x 35 cm für Muttern. Der untere Teil war ehemals ein Bein einer Jeans in taupe. Der untere Saum war der Innensaum der Hose. Darüber befindet sich ein Stoff von Hannas Rock, ebenso verwendet bei der Applikation. Die Applikation ist ein vierblättriges Kleeblatt. Ich wünsche damit Glück, das derzeit besonders benötigt wird. Die Taschen von Hannas Rock sind innen und außen weiterverwendet worden. Die Schnur vom alten Beutel wurde gewaschen und wiederverwendet. Der Schnurdurchzug stammt von einem festen Kissenbezug – Hannas Nachbarin bedachte mich. Die Filzverzierung, Stanzstücke aus Filz, nahm ich mit, als ich mir neue Filzpantoffel kaufte. Ein ganzer Beutel wartet noch auf weitere Verwendung. Innen wurde ein Tischläufer in beige von Hanna verarbeitet, ein fester Baumwollstoff gibt dem Ganzen so Formstabilität. Hanna muss den Beutel unbedingt sehen, innen und außen. Sie wird erstaunt sein, was sie dort wiedererkennt.

So ist festzuhalten: keine Kosten, eine Stunde Arbeit, fertig ist der neue Beutel! Das Flicken des alten hätte, da ich innwendig hätte auftrennen müssen, fast ebenso lange gedauert. So ist es aber doch viel schöner. Die Farbe passt zur Verwendung im Spielplatzsand, taupe ist unempfindlich und der untere Jeansteil zudem robust.

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Upcycling als Puzzle

Wenn die Kinder die Größe 98/104 erreichen, lassen sich zwar Oberteile der Erwachsenen zu Kindershirts oder zu Röckchen verarbeiten, jedoch wird es bei Kleidchen schwierig. Das geht nur, wenn mindestens zwei zusammenpassende Kleidungsstücke zur Verfügung stehen. Hilfreich sind dann Schnitte, die ein Zusammensetzen vor vorneherein vorsehen.

So habe ich bei Ottobre kids fashion 6/15 etwas Schönes gefunden: Die vordere Passe besteht aus drei Teilen und ist nicht nur einfach gerade gearbeitet, sondern seitlich verlängert sich die Passe schräg nach unten. Unter dem Mittelteil setzt der Rock gekräuselt an. Das fand ich chic.

Sollte Jemand andere Schnitte finden, die ein solches Stückeln ermöglichen, wäre ich für Tipps dankbar – bitte Kommentarfeld nutzen -, denn die Kinder wachsen weiter.

bütenkleidchen

Grundlage für die Passe war ein Sommertop, vorne geblümt und hinten weiß. Den mittleren Teil der vorderen Passe und die hintere Passe habe ich aus dem Geblümten gearbeitet. Links und rechts vorne in der Passe befindet sich der Rückenstoff des Tops. Außerdem habe ich die Passe doppelt gearbeitet, weil der dünne Sommerstoff für die Übergangszeit zu kalt wäre. Innwendig befindet sich also ebenso der weiße Rückenstoff des Tops. Das hatte noch den Vorteil, dass ich nicht mit Halsblende arbeiten musste, sondern das Innenliegende sauber am Hals verdeckt angenäht ist.

Tipp: Wenn Stoffe für die kältere Jahreszeit zu dünn erscheinen, nehme man sie einfach doppelt. Beim Stricken von Socken verfährt man doch ebenso, indem zwei Fäden parallel verstrickt werden.

Der Rockteil und die Ärmel stammen von einen Streifenshirt mit Ärmeln. Ich denke, dass man geometrische Muster mit organischen Mustern und Unistoffen kombinieren kann. Was ich nicht mag, aber oft sehe, sind Kombinationen aus verschieden gemusterten Kinderstoffen, wo allenfalls die Farben harmonieren. Die Ärmel habe ich übrigens ohne Auftrennen verwendet, indem ich den Armkugelbogen an passender Stelle am gefalteten Ärmel herausschnitt. So entfiel das Versäubern am Ärmel unten. Ebenso habe ich so geschnitten, dass der Saum des Rockteils erhalten blieb. Dabei habe ich die gesamte Höhe des Damenshirts genutzt. Dennoch ist das Kleidchen ein kurzes geblieben. Mehr war nicht heraus zu holen.

Abgerundet habe ich das Kleidchen durch eine Applikation. Aus dem geblümten Stoff habe ich eine Blüte verwendet, die ich nähmalend aufbrachte, siehe Nähmalen – tolle neue Nähwelten.

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Vampirkostüm als Upcyclingprojekt

vampirangezogen

„Süßes, sonst gibt’s Saures“, daran hat Curd Spaß. Zu Halloween wünscht er sich deshalb ein Vampirkostüm.

Ich bin froh, die schwarzen Sachen im Fundus abgelegter Kleidung brauchen zu können. Natürlich steht für einen Umhang kein so großes einzelnes Stoffstück zur Verfügung. Aber das macht nichts, Zusammensetzen aus Teilstücken geht auch, wie schon unter Jeansrock – das ultimative Upcyclingkonzept beschrieben.

Ausgangslage: zwei Poloshirts

Poloshirts

Dass schwarz nicht gleich schwarz ist, sieht man hier. Ich denke aber, dass das gerade ein interessantes Bild ergibt, wenn man die Töne abwechselt.

Schnitt für den halbkreisförmigen Umhang:

Curd hat die Spannweite 94 cm, d.h. der Halbkreis hat den Radius von 47 cm. Von der Ecke eines rechteckigen Bogens werden 47 cm kreisförmig markiert. Der Kreis wird dann ausgeschnitten und zweimal längs gefaltet. Damit hat man ein Achtel des Halbkreises.

schnitt1

schnitt2

Zuschneiden:

Fronten und Rücken der Poloshirts geben 8 brauchbare Teile her, Nähte, Bruststickereien und Schadstellen bleiben außen vor.

teilstücke

Zusammennähen:

Mit der Overlock werden die Teilstücke zum Halbkreis zusammengefügt. Der rückwärtige Halsbogen wird mit Hilfe eines Tellers markiert und abgeschnitten.

halbkreis

unterer Rand:

Der untere Rand wird nun gezackt, jeweils ein Teilstück erhält einen Bogen. Dann wird mit der Overlock versäubert. Auf einen eingeschlagenen Saum habe ich verzichtet.

zackenrand

Applikation:

Es fand sich ein helles, etwas glänzendes Garn – Rest aus einem Häkelprojekt -, der zu einem Spinnennetz gelegt und mit Zickzackstich festgenäht wurde.

spinnennetzapplikation

Befestigen:

Es sind jetzt Varianten denkbar: Im Projekt Kribbel, Krabbel – Marienkäfer verlassen ihr Winterquartier habe ich dem Umhang ein Bindeband angenäht. Im Internet gibt es eine Anleitung, wo durch angenähte Rechtecke quasi Ärmel entstehen. Ich dachte mir, dass Curd sowieso etwas Schwarzes unterziehen muss und dass ich den Umhang dann auch gleich an das Shirt nähen kann. So habe ich aus einem Damenshirt in schwarz ein Kindershirt gefertigt. Um den Umhang annähen zu können, muss man beim Arbeitsschritt Längsnähte unterbrechen, um den Umhang an der Schulter- und Ärmelmitte annähen zu können. Das heißt auch für fertige Shirts, dass man erst auftrennen müsste, um den Umhang annähen zu können.

umhangannähen

Man kann mit Flatlock arbeiten, ich habe mit dem Wabenstich der normalen Maschine genäht. Das ist etwas kniffelig, gründliches Stecken und Backpapier, das unter dem Füßchen mitläuft, haben geholfen. Zunächst habe ich den Schulterbereich und den Ärmelbereich genäht, erst zum Schluss die Rundung im Halsbereich/Rücken. Beim anschließenden Zusammennähen der Ärmel- und Seitennähte gilt es aufzupassen. Der Umhang liegt innerhalb des Ärmels, also ihn schön aus dem Nahtbereich wegschieben.

Vampirkostüm von vorne:

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Jetzt sieht man die Overlocknähte von links. Ich habe bewusst einen grauen Faden mitlaufen lassen, weil dann die Assoziation zu den zwischen den langen Fingerknochen der Fledermäuse ausgespannten Flughäuten leicht fällt.

Vampirkostüm von hinten:

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Morgen werde ich noch eine Plastikspinne erwerben, um sie vorne auf dem Shirt zu befestigen, und einen Faden zum Netz ausspannen. So könnte eine lebende Spinne feststellen, ob ihr etwas ins Netz gegangen ist. Die Idee hatte Opa.

Süßes oder Saures!

 

Turnbeutel

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Für den Kindergartenstart benötigt Cosi einen Turnbeutel/Rucksack. Ich habe mich orientiert an einer Anleitung im Netz. Für den Schelm habe ich eine passende Applikation bei Pinterest gefunden, siehe dort Oma näht, zauberhafte Applikationen.

Das Projekt ist vollständiges Upcycling. Nur die Kordel wurde neu gekauft. Grundlage waren drei Herrenhemden: Das Jeansartige hatte einen weiten, unmodischen Schnitt, das Gestreifte war zu eng geworden. Für das Futter wurde ein hellblaues Hemd verwendet, das im Schulterbereich verschossen war. Da der Rücken dieses Hemds nicht für das mittig ungeteilte Futter reichte, wurden noch Streifen des Oberstoffs seitlich ergänzt. Zudem befindet sich innen die Hemdtasche des Streifenhemds als Innentasche. Selbst die Schlaufen seitlich sind Upcycling, es handelt sich um Gürtelschlaufen einer Jeans. Warum neu nähen, wenn es Passendes im Fundus schon fertig genäht gibt? Die Schlaufen seitlich haben gegenüber eingenähten Kordeln den Vorteil, dass man die Kordellänge noch an die Größe des Kindes anpassen kann. Insofern ist die verwendete Anleitung super. Für die Applikation fanden sich Stoffrestchen. Katrin wird die Haare des Kerlchens, Stichwort Parka, wiedererkennen.

Jedenfalls hat nun Cosi einen Turnbeutel, der alles andere ist als Nullachtfünfzehn.

In derselben Weise entstand später ein Turnbeutel für die Enkelin. Da ihre Mutter mit Leidenschaft tanzt, wird der Beutel wohl gefallen. Ein Kissenbezug, ein Bettbezug und ein Hemd lieferten die großen Stoffstücke einschließlich Futter. Für die Applikation griff ich in die Läppchenkiste mit Restchen.

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Lecker! Waldfruchteis!

Die Idee zu dieser Applikation ist schon alt. Ich sah einmal ein Sommerkissen in einem Schaufenster beim sommerlichen Bummeln in Ahrweiler mit einem Eis als Applikation, und dachte: „Oh wie schön!“ Ich fotografierte das Kissen sogar, jetzt fand ich entsprechende Anregungen auch unter Pinterest.

Oma und Leni sind verschnuppt, deshalb passt die Applikation, und es ist Sommer.

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Woraus ist das Kleidchen entstanden?

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Es war Katrins Tunika, die am Ärmel Löchlein hatte. Wie man sieht, habe ich den Stoff und das obere Stickband verwendet. Das untere Stickband ist für ein Kinderkleid zu mächtig. Es wird sich eine andere Verwendung später finden. Ansonsten tauchen für die Applikation Stoffreste auf: Gregors Hemd für das Hörnchen, T-Shirt, Shorts und Haarband von Katrin für die Eiskugeln. Aus einem reichen Fundus findet sich immer etwas Passendes.

Wenn es wieder warm wird, Leni, gibt es richtiges Eis mit Oma und Opa, versprochen.

Was aus Mutters Schlafanzug wurde

Der schöne Schlafanzug hatte am Hosenbein einen Riss. So wanderte er zu Omas Upcycling und wurde ein Kinderschlaf- oder -spielanzug.

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Die Anregung zu dieser Applikation kam wieder einmal aus Pinterest. Die Schleifchen und die kleine Tasche unten habe ich dem Ausgangsstück entnommen. An der Schulter rechts oben sieht man noch, wo das Täschchen zuvor saß. Ich denke, mit ein paar Wäschen gleicht sich die Färbung dort noch an.

Leni, die sowieso sehr gut schläft, wird – so hoffe ich – mit den Kätzchen um die Wette schnurren.

Upcycling Blockstreifen für Kinder?

Was macht man mit Blockstreifen? Für Kinderkleidung sehen solche Stoffe recht mächtig aus. Sie tauchen so naturgemäß überwiegend bei Männershirts auf.

Ich denke, in der Kombination mit einem einfarbigen Stoff kann man den Effekt schmälern. Für kindgerechte Kleidung hatte ich Applikationen empfohlen, siehe Tristesse adé, Kleidung für Kinder aufhübschen. Diese Lösung darf angesichts des Übergewichts von Streifen nur zurückhaltend ausfallen. Ich erinnerte mich an mein Projekt Kleid für kleine Kölnerin und habe so eine einfache Lösung gefunden.

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Der Schnitt ist wie bei den Projekten Es war einmal Opas Schlafanzug die Ruckzuck-Variante. Der Ärmelstoff ist übrigens ein Rest aus dieser Quelle.

Christl gibt damit ihr Shirt an das Töchterchen weiter. Clara kann nun mit Leni in Sachen kleine Kölnerin mithalten.

Upcycling: Kragen von Herrenhemd nicht wegschneiden!

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Der Kragen an einem Herrenhemd passt in der Größe nicht für Kinderkleidung. Es gibt Ideen, wie man das Hemd samt Kragen weiterverarbeitet, z. B.: Schürze aus Herrenhemd, siehe Pinterest. Zur Verwendung bei Kinderkleidung wird der Kragen meist verworfen: Kleidchen aus Herrenhemd, siehe Pinterest. Das liegt auch daran, dass der Kragen durch Schmutz und Reibung arg mitgenommen ist. Aber: Das obere Stück, das außen oberhalb des Umschlags liegt, ist meist tiptop. Warum also nicht weiterverwenden?

Ich habe den guten Teil oberhalb des Knicks abgeschnitten, den Kragen in der Mitte halbiert, auf die passende Länge von der Mitte her verkürzt und nach Lösen eines Teils der Steppung rechts auf rechts wieder zusammengenäht. Die Steppnaht habe ich dann wieder ergänzt. Nun kann der Kragen in den Kragensteg aufgenommen werden. Der Kragensteg muss allerdings neu gefertigt werden, weil der Kragensteg das am meisten abgenutzte Stück eines Herrenhemds ist, also ab in die Tonne.

Da dieses Hemd von Opa Dieter einen Riss im unteren Ärmel hatte, konnte der Ärmelschlitz nicht wiederverwendet werden, der Ärmel reichte aber im oberen Teil noch für einen Kinderärmel. Ansonsten bin ich verfahren wie bei Herrenhemd wird zum JungenhemdHerrenhemd wird zur Mädchenbluse, weiteres Upcycling oder Herrenhemd wird zur Mädchenbluse – Tipps zum Upcycling.

Da das Hemd für Cosi gedacht ist, habe ich auf dem oberen Rücken eine Feuerwehr appliziert. Die andersfarbig passenden Stoffreste finden sich dann noch am Kragensteg und am Ärmelschlitz.

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Herrenhemd wird zur Mädchenbluse, weiteres Upcycling

Opas Hemd war wirklich sehr schön, keine Abnutzung, tolle, angenehme Baumwolle, aber es war leider zu eng geworden. So hing es einige Zeit im Schrank, sich davon zu trennen schien zu schwer. Mit dem Gedanken, dass daraus etwas für die Enkelin werden könnte, schaffte das nicht mehr getragene Hemd dann den Weg ins Nähzimmer.

Nun sieht es so aus:

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mit der Applikation:

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Das Verfahren Herrenhemd wird zur Mädchenbluse – Tipps zum Upcycling oder Herrenhemd wird zum Jungenhemd wurde wiederholt, nur die Orientierung am Ottobreschnitt war enger, d.h. die Bluse ist hinten länger, hat seitliche Schlitze und einen Stehkragen. Der dazu kombinierte Stoff war knapp, deshalb der Stehkragen statt eines Kragenstegs mit Kragen und deshalb die farblich abgesetzte Paspel an den Manschetten statt vollständig andersfarbiger Manschetten.

Die Bluse ist vom Schnitt her wunderbar geeignet, um mit Bewegungsfreiheit über einer Hose getragen zu werden.

Polohemd wird zum Polokleidchen

Es war einfacher als gedacht, und ich empfehle diese Umgestaltung – sew to new – ausdrücklich. Unter dem Motto, wer schlau ist, ist auch faul, wurde so viel als möglich erhalten, so der untere Saum, der Ärmelsaum, die Knopfleiste, der Kragen, selbst das Webband an der Krageninnenseite und der gesamte untere Teil des Shirts samt Nähten.

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Der Kragen wurde an der Knicklinie abgeschnitten und mittig verkürzt. Mit Wabennaht wieder aneinandergefügt ist der Kragen hübsch sauber genäht. Dies wurde auch schon beim Projekt Minnie mouse lässt fröhlich aus den USA grüßen so gehalten.  Das, was noch am meisten Zeit kostete, war das Austrennen des Webbands, um es zur Versäuberung der Krageninnenseite wiederzuverwenden. Ansonsten wurde der Schulterteil wieder genauso genäht wie er war, nur eben kleiner. Um den Kragen einzunähen, habe ich die Knopfleiste oben ein wenig aufgetrennt, um sie anschließend den Kragen umschließend wieder zu vernähen.

Die Farbe des Hemds schrie förmlich nach dem Thema Meer. Deshalb habe ich als Applikation eine Möwe aufgenäht. Die Anregung dazu findet sich bei Pinterest, auf der Pinnwand zauberhafte Applikationen bei Oma näht, Pinterest.