Damenpullover wird zum Kinderkleidchen

Diesmal wurde es ein Kleidchen nicht mit Miezen oder Bärchen, sondern – Quak! – mit Froschapplikation. Das Prinzesschen benötigt keinen Prinzen, sondern eher etwas Lustiges. Zudem gab die Farbe des Pullovers die Richtung vor und so entstand ein kronenloses Breitmaul als Applikation, die die gedeckte Farbe des Pullovers auflockert.

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Ein wirklich schöner, blaugrüner Baumwollpullover aus feinstem, etwas glänzendem Garn wanderte in meine Upcyclingkiste. Wie kann daraus ein Kinderkleidchen entstehen?

  • Zunächst einmal habe ich die Ärmel und den Rollkragen abgeschnitten, die Seitennähte aber nicht durchtrennt.
  • Der entscheidende Schritt ist nun zu sehen: Die Seitennähte werden aufeinander gelegt. Darauf kommen die Schnitte für Vorder- und Rückseite. Da ich einen Schnitt für ein Shirt, siehe Oh weh – Schnullerfee angekündigt!, verwendete, habe ich so angelegt, dass nach unten der Pullover maximal verwendet wird und der Saum gar nicht neu zu arbeiten ist. Es ist darauf zu achten, dass die Schnittteile höhengleich angelegt werden. Geschnitten wird dann nur im oberen Bereich.

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  • Wie man sieht, befindet sich im oberen Bereich mehr Stoff, als der Schnitt verlangt. Diesen Überschuss habe ich vor dem Weiterverarbeiten gerafft, d.h. das Kleidchen hat vorne und hinten einen Kräuselbereich und ist dadurch obenherum bequem weit.
  • Aus einen gepunkteten Jeseystoffrest habe ich nun Kurzärmel angenäht, an diese wiederum den unteren Teil der vorhandenen Ärmel. Dabei spare ich ein, den Ärmelabschluss neu arbeiten zu müssen, und der besondere Bündchenbereich mit einem zusätzlichen farblichen Akzent bleibt erhalten. Ich habe nicht den ganzen vorhandenen Ärmel verarbeitet, um ein kindgemäß aufgelockertes Bild mit Wiederholung in der Applikation zu kreieren.
  • Als Kragen habe ich den Kragen des Pullovers verwendet, ihn nur entsprechend verkleinert.
  • Danach habe ich die Applikation gearbeitet. Eine Vorlage fand sich wieder einmal bei Pinterest.

Für die kältere Jahreszeit haben wir nun das erste wärmere Kleidchen. Weitere Pullover warten im Upcyclingfundus. Leni wird nicht frieren.

Transferpapier – Kleidung mit dem Computerdrucker aufhübschen

cats Kopie

Diese Miezen hatten es mir angetan und die dazugehörige Idee für ein Kleidchen musste ich unbedingt umsetzen. Ich habe die Vorlage gefunden über Pinterest. Aus der Miezenschar dort habe ich mit einem Programm zur Fotobearbeitung einzelne Miezen herausgenommen, vergrößert und gespiegelt. Nun kommt das Transferpapier zum Einsatz. Gedruckt wird also auf Transferpapier, bestehend aus einem Papier und damit verbundener Klebefolie.

 

 

 

 

Anleitung:

  • den Druck einige Zeit trocknen lassen, am besten ohne Anfassen in der Druckerlade
  • dann die Miezen entlang der Außenkontur mit 2-3 mm Abstand ausschneiden
  • die ausgeschnittenen Teile mit der Druckseite unten – also Folienseite – auf dem Stoff positionieren
  • heiß über dem aufgelegten Transferpapier bügeln, aber nicht mit Dampf, und dabei fest andrücken
  • einige Minuten abkühlen lassen
  • an einer Ecke vorsichtig das Papier anheben und das Papier von der Folie lösen
  • nun mit dem beigefügten Antihaftpapier oder mit Backpapier über die Miezen, Klebefolie auf Stoff, bügeln
  • wieder warten, bis alles abgekühlt ist

Jetzt ist der Druck auf dem Stoff und es ist unbedingt zu beachten, dass nach Waschen wieder mit Backpapier gebügelt werden muss. Anderenfalls bleibt das Bügeleisen an der Folie hängen und zerstört das Werk.

Insofern wäre eine Applikation mit Stoff oder eine Kombination aus Applizieren und Nähmalen eine Alternative. Angesichts der Feingliedrigkeit der Miezen und mit dem Wunsch, mehrere Miezen aufzubringen, habe ich mich diesmal für das Verfahren mit der Transferfolie entschieden. Der Alltagsgebrauch wird zeigen, ob das Verfahren taugt. Wenn nicht, lässt sich der Rockteil des Kleidchens durch ein neues Stück Stoff ersetzen.

Nun aber zum Produkt:

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Der weiße Rockteil war das untere Ende eines T-Shirts. Der gestreifte Jerseystoff ist neu.

Hals- und Armloch habe ich mit deinen roten Bändchen versäubert. Das Bändchen ist Webware und beim Nähen mit dem Bändchenfasser ist zu beachten, dass der Jerseystoff sich nicht dehnen sollte. Ich habe die Ausschnitte zuvor mit einer Overlocknaht fixiert.

Mit weißen T-Shirt, Pullover oder Blüschen ist das leichte Trägerkleid auch noch im herbstlichen Übergang zu tragen.

Ich hoffe Clara freut sich so wie ich über die Idee und deren Umsetzung.

Ein Schnitt – drei Kleidchen

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Den Ottobre-Schnitt 6/15 hatte ich schon gelobt, weil so Stoffstücke beim Upcycling zusammengesetzt werden können, sofern ein Kleidungsstück alleine nicht ein ausreichend großes Stoffstück hergibt.

Diesmal habe ich ein T-Shirt in Mint (Hanna sei Dank) verwendet und Längsnähte und Saum übernommen. Beim Ansetzen des Rockteils an der Passe und beim Ärmeleinsetzen wurde es dann etwas unhandlich gegenüber dem Verfahren Ärmelnähte und Seitennähte in einem Zug durchnähen. Aber es ließ sich dank der Kindergröße noch händeln. Der Pünktenstoff ist neu, der Kleinkarierte eine Reststück von einen Herrenhemd. Der Hemdenstoff wurde ebenso an der Passe hinten und im Inneren der Taschen verwendet.

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Es lässt sich an den drei Kleidchen schön ablesen, wie leicht und mit welchem Vergnügen man variieren und spielen kann – und die unendlichen Möglichkeiten sind wahrlich nicht ausgeschöpft:

  • Farbstellung weiß/schwarz/bunt oder blau/rot oder Minttöne
  • Halsausschnitt mit Rüsche, Stehkragen oder versäubert mit der Passeninnenseite
  • Kleidchen mit oder ohne Taschen
  • Ärmelabschluss mit Bändchendurchzug, gerafft mit untergenähtem Gummiband oder Ärmel vom Ausgangsshirt übernommen
  • Knöpfe vorne oder hinten an der Passe
  • mit oder ohne Applikation

Was mich bei den Projekten leitet, ist erst einmal, was an Stoffen im Fundus vorhanden ist. Wenn ich einen Grundstoff gefunden habe, der mir zusagt, suche ich dazu Passendes. Mitunter vergeht ein Tag, bis ich eine Vorstellung entwickelt habe, was daraus werden und was ich kombinieren könnte. Beim Nähen fallen dann weitere Entscheidungen aus dem Bauch heraus, indem ich das Produkt bzw. halbfertige Produkt immer wieder betrachte. Das Produkt wird nie so, wie ich es mir ganz am Anfang vorstellte.

In zweiter Linie versuche ich den Geschmack der Abnehmer zu treffen. Offensichtlich hat jeder Farben, die er liebt. Mit dem Pünktchenkleidchen treffe ich am ehesten den Geschmack von Mama und der zweiten Oma.

Für das Enkelkind selbst ist noch keine Farbe Favorit. Ich denke, dass man auf die Haare – diese sind noch blond – und die Augen – die sind inzwischen braun-grün-grau, nachdem sie zuvor dunkelblau waren – und den Hauttyp – der verrät, dass das Kind wahrscheinlich nicht blond bleiben wird – achten sollte. Insofern passt das Mintkleidchen tatsächlich am besten – nach meinem Dafürhalten.

Upcycling: Ärmel nicht aufschneiden!

Zunächst einmal: Es ist ein weiteres Kleidchen à la Upcycling als Puzzle entstanden.

von vorne:

sternkleid

Rückseite:

rückseitesternkleid

Bei der Gelegenheit möchte ich einen Tipp geben:

Man schneide zwar Ärmel ab, um sie weiter zu verwenden, aber man muss sie nicht unbedingt aufschneiden (In meinem Fall hatte der vorhandene Ärmel eine schöne Kappnaht). Den Schnitt kann man auch am geschlossenen Ärmel anlegen.

Zunächst einmal betrachten wir den Ärmelschnitt grundsätzlich: Ärmel haben eine Seite, die später nach vorne zeigt und eben eine hintere. Beide Seiten unterscheiden sich minimal.

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Vorne ist die Kurve deutlicher ein S, hinten verläuft die Linie flacher. Halbiert man den Schnitt, wird das deutlicher:

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Die Ärmellinie ist also vorne oben etwas höher gezogen, im unteren Teil ist der Armausschnitt deutlicher eingebuchtet. Wenn man diese geringen Unterschiede bedenkt, kann man den Schnitt auch gefaltet auf den abgeschnittenen, aber nicht aufgeschnittenen Ärmel legen und entlang der Außenlinie zuschneiden, zunächst ohne die Unterschiede vorne/hinten zu berücksichtigen. Das macht man danach, s.u..

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In vielen Fällen, z.B. wenn man ein Damenshirt Gr. 34 für Kinder umnähen möchte, rutscht man mit den Schnitt ganz unten an den Ärmel, und meist passt die Breite des Schnitts zum vorhandenen Ärmel mit dem Vorteil, dass man nicht einmal den Ärmelabschluss unten neu nähen muss. In meinem Fall gab es unten einen Ärmelschlitz mit Manschette. Das wollte ich nicht weiter verwenden, und ich musste mit dem Schnitt nach oben rutschen. Dann passt aber oben die Breite des Ärmels nicht zum Schnitt. Lösung: Der Kinderärmel wird in der Armkugel gerüscht. Die Stecknadel zeigt, um wie viel man kräuseln wird, damit der Ärmel in das Armloch am Kleid passt.

Nun muss noch ein wenig nachgeschnitten werden – dies schafft man freihand. Die Ministücke, die in den oberen Abbildungen von der Rückseite des Schnitts hervorlugten, sollten abgeschnitten werden, also am vorderen Ärmel unten ein wenig wegnehmen – die S-Kurve wird deutlicher – und am hinteren Ärmel die Kugel etwas wegschneiden, so dass die S-Kurve flacher wird. Und bitte für die beiden Ärmel bedenken, dass sie seitenverkehrt, nämlich für die rechte und für die linke Seite zu arbeiten sind!

Das Puzzle-Kleidchen oben entstand aus einem Shirt mit Knopfeinsatz. Dieser konnte noch verwendet werden, ansonsten war das Shirt durch und wurde entsorgt, siehe Wann lohnt es sich?. Sternchen- und Streifenstoff bildeten zuvor Damenblusen. Bei der Sternchenbluse musste ich die Abnäher, die Taillenpassform herstellten, auftrennen. Der Kragensteg wurde als Stehkragen eingesetzt, siehe Upcycling: Kragen von Herrenhemd nicht wegschneiden!. Den extrem dünnen Sommerstoff der Streifenbluse habe ich doppelt verwendet. Die Rückenpasse lieferte ein Stoffrest eines Herrenhemds.

Es macht Freude, die Überlegungen zum Upcycling anzustellen und die Ideen umzusetzen. Darum geht es. Die Kleiderschränke der Enkel sind eigentlich voll. Ich hoffe dennoch, Leni freut sich über das neue Kleidchen.

 

 

Snoopy vor dem Altkleidersack gerettet

snoopyshirt

Ein langes kurzärmeliges Nachthemd aus schön fester Baumwolle fand den Weg in meinen Upcycling-Fundus. Ich gehe davon aus, dass die bisherige Trägerin dem herzigen Aufdruck entwachsen ist. Aber für das Töchterchen ist Snoopy doch nett. Und der Lustige passte so gerade auf die Front des Raglanshirts. Das Nachthemd war lang genug, um auch noch die Ärmel für das Kindershirt herzugeben.

Der bewährte Schnitt wie bei Es war einmal Opas Schlafanzug kam erneut zum Einsatz. Mit Schleifchen an Hals und Ärmel wurde noch verziert.

Tipp: Ehe also Kleidungsstücke in den Altkleidersack oder in die Mülltonne wandern, ist zu überlegen, ob schöne Aufdrucke, die sehr häufig Shirts zieren, nicht weiterverwendet und in Szene gesetzt werden können.

Upcycling als Puzzle

Wenn die Kinder die Größe 98/104 erreichen, lassen sich zwar Oberteile der Erwachsenen zu Kindershirts oder zu Röckchen verarbeiten, jedoch wird es bei Kleidchen schwierig. Das geht nur, wenn mindestens zwei zusammenpassende Kleidungsstücke zur Verfügung stehen. Hilfreich sind dann Schnitte, die ein Zusammensetzen vor vorneherein vorsehen.

So habe ich bei Ottobre kids fashion 6/15 etwas Schönes gefunden: Die vordere Passe besteht aus drei Teilen und ist nicht nur einfach gerade gearbeitet, sondern seitlich verlängert sich die Passe schräg nach unten. Unter dem Mittelteil setzt der Rock gekräuselt an. Das fand ich chic.

Sollte Jemand andere Schnitte finden, die ein solches Stückeln ermöglichen, wäre ich für Tipps dankbar – bitte Kommentarfeld nutzen -, denn die Kinder wachsen weiter.

bütenkleidchen

Grundlage für die Passe war ein Sommertop, vorne geblümt und hinten weiß. Den mittleren Teil der vorderen Passe und die hintere Passe habe ich aus dem Geblümten gearbeitet. Links und rechts vorne in der Passe befindet sich der Rückenstoff des Tops. Außerdem habe ich die Passe doppelt gearbeitet, weil der dünne Sommerstoff für die Übergangszeit zu kalt wäre. Innwendig befindet sich also ebenso der weiße Rückenstoff des Tops. Das hatte noch den Vorteil, dass ich nicht mit Halsblende arbeiten musste, sondern das Innenliegende sauber am Hals verdeckt angenäht ist.

Tipp: Wenn Stoffe für die kältere Jahreszeit zu dünn erscheinen, nehme man sie einfach doppelt. Beim Stricken von Socken verfährt man doch ebenso, indem zwei Fäden parallel verstrickt werden.

Der Rockteil und die Ärmel stammen von einen Streifenshirt mit Ärmeln. Ich denke, dass man geometrische Muster mit organischen Mustern und Unistoffen kombinieren kann. Was ich nicht mag, aber oft sehe, sind Kombinationen aus verschieden gemusterten Kinderstoffen, wo allenfalls die Farben harmonieren. Die Ärmel habe ich übrigens ohne Auftrennen verwendet, indem ich den Armkugelbogen an passender Stelle am gefalteten Ärmel herausschnitt. So entfiel das Versäubern am Ärmel unten. Ebenso habe ich so geschnitten, dass der Saum des Rockteils erhalten blieb. Dabei habe ich die gesamte Höhe des Damenshirts genutzt. Dennoch ist das Kleidchen ein kurzes geblieben. Mehr war nicht heraus zu holen.

Abgerundet habe ich das Kleidchen durch eine Applikation. Aus dem geblümten Stoff habe ich eine Blüte verwendet, die ich nähmalend aufbrachte, siehe Nähmalen – tolle neue Nähwelten.

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Vampirkostüm als Upcyclingprojekt

vampirangezogen

„Süßes, sonst gibt’s Saures“, daran hat Curd Spaß. Zu Halloween wünscht er sich deshalb ein Vampirkostüm.

Ich bin froh, die schwarzen Sachen im Fundus abgelegter Kleidung brauchen zu können. Natürlich steht für einen Umhang kein so großes einzelnes Stoffstück zur Verfügung. Aber das macht nichts, Zusammensetzen aus Teilstücken geht auch, wie schon unter Jeansrock – das ultimative Upcyclingkonzept beschrieben.

Ausgangslage: zwei Poloshirts

Poloshirts

Dass schwarz nicht gleich schwarz ist, sieht man hier. Ich denke aber, dass das gerade ein interessantes Bild ergibt, wenn man die Töne abwechselt.

Schnitt für den halbkreisförmigen Umhang:

Curd hat die Spannweite 94 cm, d.h. der Halbkreis hat den Radius von 47 cm. Von der Ecke eines rechteckigen Bogens werden 47 cm kreisförmig markiert. Der Kreis wird dann ausgeschnitten und zweimal längs gefaltet. Damit hat man ein Achtel des Halbkreises.

schnitt1

schnitt2

Zuschneiden:

Fronten und Rücken der Poloshirts geben 8 brauchbare Teile her, Nähte, Bruststickereien und Schadstellen bleiben außen vor.

teilstücke

Zusammennähen:

Mit der Overlock werden die Teilstücke zum Halbkreis zusammengefügt. Der rückwärtige Halsbogen wird mit Hilfe eines Tellers markiert und abgeschnitten.

halbkreis

unterer Rand:

Der untere Rand wird nun gezackt, jeweils ein Teilstück erhält einen Bogen. Dann wird mit der Overlock versäubert. Auf einen eingeschlagenen Saum habe ich verzichtet.

zackenrand

Applikation:

Es fand sich ein helles, etwas glänzendes Garn – Rest aus einem Häkelprojekt -, der zu einem Spinnennetz gelegt und mit Zickzackstich festgenäht wurde.

spinnennetzapplikation

Befestigen:

Es sind jetzt Varianten denkbar: Im Projekt Kribbel, Krabbel – Marienkäfer verlassen ihr Winterquartier habe ich dem Umhang ein Bindeband angenäht. Im Internet gibt es eine Anleitung, wo durch angenähte Rechtecke quasi Ärmel entstehen. Ich dachte mir, dass Curd sowieso etwas Schwarzes unterziehen muss und dass ich den Umhang dann auch gleich an das Shirt nähen kann. So habe ich aus einem Damenshirt in schwarz ein Kindershirt gefertigt. Um den Umhang annähen zu können, muss man beim Arbeitsschritt Längsnähte unterbrechen, um den Umhang an der Schulter- und Ärmelmitte annähen zu können. Das heißt auch für fertige Shirts, dass man erst auftrennen müsste, um den Umhang annähen zu können.

umhangannähen

Man kann mit Flatlock arbeiten, ich habe mit dem Wabenstich der normalen Maschine genäht. Das ist etwas kniffelig, gründliches Stecken und Backpapier, das unter dem Füßchen mitläuft, haben geholfen. Zunächst habe ich den Schulterbereich und den Ärmelbereich genäht, erst zum Schluss die Rundung im Halsbereich/Rücken. Beim anschließenden Zusammennähen der Ärmel- und Seitennähte gilt es aufzupassen. Der Umhang liegt innerhalb des Ärmels, also ihn schön aus dem Nahtbereich wegschieben.

Vampirkostüm von vorne:

vampirfront

Jetzt sieht man die Overlocknähte von links. Ich habe bewusst einen grauen Faden mitlaufen lassen, weil dann die Assoziation zu den zwischen den langen Fingerknochen der Fledermäuse ausgespannten Flughäuten leicht fällt.

Vampirkostüm von hinten:

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Morgen werde ich noch eine Plastikspinne erwerben, um sie vorne auf dem Shirt zu befestigen, und einen Faden zum Netz ausspannen. So könnte eine lebende Spinne feststellen, ob ihr etwas ins Netz gegangen ist. Die Idee hatte Opa.

Süßes oder Saures!

 

Babyset – Geschenk zur Geburt

Eine liebe Freundin in England wird nun auch schon mehrfache Oma. Da darf ein Geschenk für den neuen Erdenbürger nicht fehlen.

Bei der Gelegenheit fällt mir eine Zeitungsnotiz ein, dass die jungen Leute wieder mehr Kinder bekommen. Es mag an den politischen Weichenstellungen liegen – Elterngeld, Kita etc. – vielleicht aber auch an Einsichten, dass Familie einen besonderen Wert darstellt. Zur Zeit meiner Familiengründung gab es 8 Wochen Mutterschutz nach der Geburt, mehr nicht, und man kehrte in den Beruf zurück, weil keine Garantie bestand, dass man nach dem Kinderkriegen und einer Erziehungspause überhaupt den Job wiederbekam. Es war wahrlich eine Zerreißprobe mit ständiger Übermüdung. Der Zeitgeist hieß Emanzipation, Viele schlugen sich deshalb doppelt und dreifach. Aus heutiger Sicht waren die Gedanken wirklich doof. Das Leben ist so lang, dass die Frauen auch nach Erziehungszeiten noch reichlich arbeiten können – und Steuern zahlen. Als u. A. für junge Kolleginnen und Kollegen Zuständige habe ich immer geraten, sich die Zeit für das Kind zu nehmen. Dreijährige verlassen aus sich selbst heraus ohne Tränen Mutters Rockzipfel, weil die Welt da draußen so interessant ist. Soviel Zeit muss sein, was sind schon drei Jahre in einer Lebensspanne! Die Zeiten haben sich Gott sei Dank geändert, heutige Regelungen begünstigen Mütter und Väter!!!

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Die Mütze habe ich nach einer kostenfreien Anleitung im Netz genäht, die Schnullerkette ebenso. Der Strampler ist insofern besonders, als er sich hinten zum Windelwechsel öffnen lässt. Der Schnitt stammt aus Ottobre kids fashion 4/16.

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Glückwunsch, liebe Anne, zum erweiterten Omadasein, und liebe Barbara zum neuen Söhnchen!

Plädoyer für Walkstoff – Winteroverall

Der Winter naht, jedenfalls nähplanerisch sollte man sich schon auf die kältere Jahreszeit vorbereiten.

Ich plädiere an dieser Stelle für Wolle. Wolle ist eine absolute Superfaser, das wissen – leider ist es ihnen nicht bewusst – Schafe und Ziegen, dem Schäfer mit seinem Walkumhang ist es bei Sauwetter sehr bewusst. Die Faser ist isolierend durch Mikrolufträume und sie ist gleichzeitig regulierend, was das Wasser und die Feuchtigkeit angeht. Schmutzabweisend verhält sie sich ebenso, und sie ist elastisch. Wenn man allerdings Wollfäden verstrickt, bleiben Löcher, durch die der Wind ziehen kann. Walk hingegen hat verfilzte Fasern und wird für den Wind undurchlässig. Man kommt dem natürlichen Schaffell so schon recht nahe.

Nähtechnisch ist Walk super, weil es nicht franst. Alle Versäuberungsarbeiten entfallen. Man muss auch nicht füttern, das habe ich nur aus modischen Gründen getan. Gegenüber Softshell bleiben mit den Nadelstichen dank der Elastizität von Walk keine Löcher, Auftrennen kann man also, falls mal etwas schief läuft beim Nähen.

So nähte ich dieses Jahr schon den dritten Walkoverall für die Enkelin. Walk hält wirklich warm, der Overall dafür, dass alle Körperteile verpackt sind, auch beim Bücken und Spielen. Leni hat den letzten Winter immer noch Mittagsschlaf draußen im Kinderwagen gehalten, warm verpackt u. A. dank Walkoverall.  Und die Frischluft unter Bäumen hat für eine gute Immunabwehr gesorgt. Dieses Jahr wird sie auf den Wegen zwischen Wohnung und Kindergarten gut verpackt sein, wenn Wind und Wetter ihr auf dem Fahrradsitz nicht so viel werden anhaben können.

diesjähriges Projekt, gefüttert mit Jersey, Einhornmotiv:

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Detail Zipperanhänger aus Perlen und Filz:

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Der Winteroverall aus dem letzten Jahr mit Häkelmäusen als Zipperanhänger:

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Der Schnitt stammt aus Ottobre, kids fashon 4/15. Das Heft hatte ich mir extra bestellt, Altexemplare kann man online ordern. Der Schnitt hat sich als super bequem und praktikabel erwiesen.

Für hochwertige Walkstoffe kann ich ein Spezialgeschäft empfehlen. Für einen weiteren Overall für die zweite Enkelin habe ich dort aktuell die Farbkarte bestellt.

erste Bewährungsprobe bei Herbstwetter:

bewährungsprobe

Jeansrock – das ultimative Upcyclingkonzept

Schon länger wollte ich einen Kinderrock aus Jeans nähen, weil Jeansstoff so ein unverwüstliches Material ist. Wie soll man das aber anstellen, wenn zwar abgelegte Jeans Erwachsener zur Verfügung stehen, aber große, unverletzte, nicht benähte Stoffstücke darin nicht zu finden sind.

Hier zunächst einmal das Ergebnis:

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Auf die Idee kam ich, als ich bunt zusammengesetzte Röckchen bei Pinterest fand. Zudem finde ich Tellerröckchen wegen der Weite und noch nicht vorhandener Kurven bei den Mädchen schön. Eine grundsätzliche Anleitung findet sich in Maries Blog. Angesichts des festen Jeansstoffs kommt aber hier allenfalls der Halbkreistellerrock infrage.

Wenn man mit Reißverschluss arbeiten will, ist die Taillenweite maßgebend für das Weitere. Bei der Entscheidung für Gummiband, Bindeband oder Bündchenabschluss in der Taille ist die breiteste Körperstelle zu messen, also Hüfte/Po-Umfang, damit man in den Rock bequem hineinkommt.

tellerrock

 

Jetzt nimmt man z. B. ein Zeitungsblatt und schlägt von einer Ecke aus einen Kreis  (man kann wenige Punkte mit Hilfe eines Lineals markieren, das reicht) mit dem Radius, der sich aus dem gemessenen Umfang geteilt durch pi, also durch 3,14 ergibt. In meinem Beispiel war das 55/3,14. Der zweite Kreis hat den Radius, der zuvor ermittelt wurde, plus gewünschter Rocklänge. Dann wird ausgeschnitten und man hat den Schnitt für die Hälfte des Rocks. Wenn man dann zweimal faltet, entsteht das Achtelstück des Rocks. Das sieht dann so aus:

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Dieses Stück passt auf aufgeschnittene Ärmel, auf Hosenbeine etc., es lassen sich also Kleidungsstücke mit Stellen verwerten, die man zuvor nicht im Blick hatte! Das macht das Konzept so ultimativ.

auf Hosenbeinen:

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So kamen 8 schöne Stücke zusammen:

upcyclingrock4

aneinander genäht:

upcyclingrock5

Nun gilt es noch schön und einzigartig zu gestalten. Man hätte sportlich weiter machen können, z.B. einfach mit bunten Steppnähten. Da sich jedoch Claras Geschmacksbildung derzeit entlang von Lillyfee entwickelt, habe ich mich für verspielt entschieden. So habe ich Girlanden mit Zickzack in rosa aufgenäht und darauf Vögelchen appliziert.

vögelchen

Stoffrestchen in rosa sind bei Omas von Enkelinnen immer vorhanden. Nun habe ich noch Bund und Bindeband ergänzt und gesäumt.

Ich bin sicher, dass ich diese Konzept mit anderen Stoffen und anderen Gestaltungsideen wiederholen werde.