Ich frag‘ die Maus: Wo ist dein Haus? Die Maus darauf erwidert mir: Sag’s nicht der Katz‘, so sag ich’s dir:
Treppauf, treppab. Erst rechts, dann links, Dann geradeaus, Da ist mein Haus.
Du wirst es schon erblicken! Die Tür ist klein Und trittst du ein, Vergiss nicht, dich zu bücken.
Leni muss sich nicht wirklich bücken, sondern nur herunterschauen!
Und das Schwänzchen schaut heraus aus dem Haus (gehäkelt).
Oma hatte Spaß und freut sich königlich über das lustige Kleidchen.
Ich hatte noch einen kleinen Rest des Mäusestoffs. Der reichte so gerade für Passe und Ärmel. Dann hatte ich einen Feincord gekauft, den ich eigentlich anders verwenden wollte, aber hier passte er farblich bestens. So habe ich den in feine Falten gelegten Rock angesetzt, Rüffler, eine feine Sache. Der sah dann aber etwas langweilig aus, bis mir der Clou mit der Maus in der Tasche einfiel. Beim Nähen musste ich wirklich Schmunzeln und freue mich über das Werk.
Inzwischen gibt es ein Kleid mit Maus aus robustem, dehnbarem Cord im shop, natürlich mit dem lustigen Mäuschen.
In meinem Artikel Bändchenfasser – enorme Erleichterung hatte ich gezeigt, wie die Arbeit mit dem Bändchenfasser Schrägband anzunähen kinderleicht macht. Dass dies für Webware gilt, ist ja eigentlich selbstverständlich.
Aber wie sieht es aus, wenn dehnbare Materialien ins Spiel kommen. Kann dann der Bändchenfasser dann ebenso helfen?
Ich habe es ausprobiert, und zwar einerseits mit einem Dessousbändchen, das ich als Abschluss bei einem Kleidchen für Cilly verwenden wollte, und andererseits mit Jerseystoff, den ich für ein zweites weihnachtliches Kleidchen für meine Enkelin einsetzen wollte.
Annähen von Ziergummiband
Es werden fertige Gummibänder angeboten, die mittig schon eine Falz besitzen. Sie werden üblicherweise für feine Arbeiten an Unterwäsche eingesetzt. Bei den Minikleidchen für eine Zweijährige fand ich ein solches Bändchen passend. Da das Bändchen gefaltet die richtige Breite für meinen Bändchenfasser hatte, konnte ich ihn einsetzen und er brauchte den Stoff nicht nach innen umlegen, die Kanten des Gummibands sind fertig. Auch das funktioniert mit dem Bändchenfasser. Und noch etwas Praktisches hat sich ergeben. Während des Nähvorgangs lässt sich das Gummiband etwas einhalten. Damit habe ich den Halsausschnitt so hinbekommen, dass nichts lappt, nichts zu eng ist und dass das Band gerade passend anliegt. Es bedarf allerdings einiger Erfahrung im Nähen und entsprechendem Feingefühl, damit das Gummiband unter passendem Dehnen angenäht wird. Bei den Ärmeln habe ich stärker gezogen. So wurde der Armabschluss wie von selbst etwas gekraust und ist gleichzeitig dehnbar. Das gefällt mir überaus gut. Daumen hoch für den Bändchenfasser!
Annähen von Jerseyband
Jerseyband ist tückisch, weil es sich rollt und zwar auch noch ausgerechnet in die Richtung, die entgegen der Falz für ein Schrägband liegt. Was tun? Zuerst habe ich versucht, mit Hilfe von hauchdünner Bügeleinlage das Band zu zähmen. Das ließ sich machen, das Annähen klappte, aber leider ist der Jerseystreifen anschließend – auch nach Waschen – nicht mehr dehnbar und damit ungeeignet, um dehnbare Kleidung einzufassen. Dann stieß ich bei Pinterest auf einen Eintrag von K-Naehleon. Cailin schlägt vor, Sprühstärke zu verwenden. Das habe ich in mehreren Runden nachgemacht und bin schließlich – so denke ich – zu einer Optimierung gekommen.
Bei Jersey ist es egal, wie die Fadenlaufrichtung für das Schrägband liegt. Es gehen Streifen quer oder längs zur Strickrichtung des Stoffs. Wie bei Schrägband sollte das Zusammennähen allerdings immer diagonal erfolgen. Aber zunächst zur Stärke und dem Ausschneiden der Streifen. Es hat sich als sinnvoll erwiesen, erst ein Stück Jersey, aus dem die Streifen geschnitten werden sollen, mit Sprühstärke gründlich einzusprühen, ich habe Zeitungspapier untergelegt. Wenn die Stärkelösung ein wenig eingezogen und ein wenig eingetrocknet ist, wird gründlich von links und rechts gebügelt. Danach fühlt sich der Jerseystoff wie Webware an: fest, nicht verzogen, keine Wölbungen und Rollen. Er ist so prima hergerichtet, um die Streifen zum Einfassen in exakter Größe herauszuschneiden. Und die verhalten sich dann im Bändchenfasser wie Webware, es gibt überhaupt keine Probleme mehr, das Nähgut läuft 1A durch. Es lässt sich beim Durchlaufensogar ein wenig einhalten. Das ist günstig bei Halsausschnitten. An den Ärmeln habe ich den einzufassenden Stoff zuvor gekräuselt, weil ein zu starkes Dehnen des Streifens die durch Stärke erreichte Festigkeit zunichte macht. Hier geht es also anders als bei Gummiband.
Fazit: Der Bändchenfasser eignet sich für Einfassungen mit Jersey. Ausblicke auf wirklich fein eingefasste Jerseykleidung tun sich damit auf. Wieder ein Satz nach vorne in meiner Nähentwicklung!
Ein wirklich dicker, riesiger Baumwollpullover in beige-grau von Katrins Vater geriet in meinen Upcyclingfundus. Und weil Rudolph so gut ankommt und weil Strickwaren derzeit gerne angezogen werden und weil Clara ein so schmales Mädchen ist, habe ich ein Ballonkleid oder besser eine Ballontunika mit Rudolph daraus gezaubert. Den ballonförmigen Schnitt habe ich Freihand geschnitten, indem ich einen Raglangrundschnitt nach unten verlängerte. Ich denke, der Schnitt passt gut für ein schmales Mädchen. Die aufgesetzte Tasche mit Rudolph lag schon bereit – Applikationsvorlage Rudolph – das Rentier mit der roten Nase – und passte m. E. hier schön. Die runde Tasche habe ich entlang der Seitennaht nach innen geklappt und dann aufgenäht. Die Ärmelbündchen habe ich unverändert, nur schmäler geschnitten übernommen, ebenso die Bündchen am unteren Ende. Man soll ja so viel als möglich übernehmen und Näharbeit sparen. Am Hals konnte ich mit dem vorhandenen Bündchen nicht arbeiten, weil es zu dick und mindestens doppelt gestrickt war. Statt dessen habe ich einen Stickstreifen, es war noch reichlich Material vorhanden, eingeschlagen und gedehnt angenäht.
Und weil ich es so schön fand, habe ich ein Exemplar aus neuem Nickystoff genäht. Den Stoff musste ich vorwaschen, 6% Schrumpfung durch das Waschen waren angegeben. So ist es ein Exemplar in Größe 116/122 geworden.
Im Upcyclingfundus finden sich farblich gedeckte Kleidungsstücke Erwachsener. So kam mir ein langer, weiter, grauer Pullover mit Kapuze von Hanna unter, völlig ohne jeden Makel. Wahrscheinlich war es ein umfassendes Kleidungsstück für die Schwangerschaft.
Nun könnte man denken, für Kinder gibt ein solcher grauer Pullover nichts her. Aber ich habe euch schon an anderer Stelle berichtet, dass es nur auf die Idee und die Kombination ankommt, Damenpullover wird zum Schneemann-Winterkleidchen. Ich denke, von grauer Maus kann wirklich nunmehr nicht die Rede sein, allenfalls von hinten betrachtet.
Das Kleid hat unten die gesamte Weite des Pullovers übernommen. Im oberen Teil fanden sich am Pullover Linksmaschenreihen. die habe ich erhalten. Unten hatte der Pullover ein Bündchen, das ich nicht übernehmen konnte. Der Einfachheit halber habe ich unten mit einem Rollsaum abgeschlossen, mir erschien ein umgeschlagener Saum angesichts des sehr dehnbaren Materials als zu schwierig herstellbar. Die Kapuze des Pullovers habe ich einfach verkleinert angenäht. Dazu musste ich die Kapuze unten abschneiden und die Längsnaht versetzen, allerdings von Hand eine Öffnung im vorderen Abschluss der Kapuze zaubern und versäubern, damit das Band heraustreten kann. Nachträglich eine Öse einzuschlagen, war nicht möglich. Die vorhandenen Ärmel habe ich von unten beginnend schmäler und kürzer geschnitten und verwendet.
Die ganze Sache hat mich so viel Zeit gekostet wie gestern Deutschland gegen Frankreich spielte und wieder einmal verlor. Die Applikation lag allerdings schon bereit.
Zu feierlichen Anlässen wie Taufe, Hochzeit etc. bedarf es auch für die Kinder eines passenden outfits. Oft sehe ich bei den Mädchen zu derlei Gelegenheiten Polyestertüllröcke und viel Glitzer, das mag ich gar nicht. Dahinter steht natürlich, dass ich eine Erziehung zu Elfchen, Goldmaries und überzarten Geschöpflein nicht mag. Lenis Vater, mein lieber Sohn, hat ebenso andere und seine Vorstellungen: Dunkelrot und ein Trägerrock sollte es sein. Trägerröcke haben ebenso wie ärmellose Hängerchen den Vorteil, dass sie mit wechselndem und verschiedenem Drunter ganzjährig zu verwenden sind und sich je nach Kombination ein völlig anderes Bild ergeben kann.
Ich hatte noch dunkelroten Samtcord für ein klassisches Ensemble.
Den Schnitt für das Trägeroberteil habe ich aus „Kinderkleider“, ISBN978-3-572-08203-2. Ich habe allerdings statt den Rock anzukrausen vorne und hinten Kellerfalten gesetzt, weil der feste Cordstoff keine Kräuselung zuließ.
Der Blusenschnitt ist ein Grundschnitt aus Ottobre kids 6/17. Er besticht dadurch, dass der untere Teil des Ärmels noch einmal gekraust ist. Als Stoffe habe ich eine Bluse von mir verwendet, die zu eng geworden war, sowie einen Stoffrest mit Kätzchen. Letzterer macht das Ensemble kindgerecht. An den Ärmeln habe ich aus dem Kinderstoff noch einige Herzchen appliziert, um die Sache kindlich abzurunden. Ebenso gab der Stoffrest noch einen passenden Latz her. Je nach Witterung kann das günstig sein, weil der Blusenstoff doch recht leicht ist.
Sportliche Schuhe gehen zu dem outfit natürlich gar nicht. Deshalb habe ich noch passende Riemchenballerinas gekauft. Sie waren günstig, weil reduzierte Sommerware angeboten wurde. Eine passende Strumpfhose macht das Ensemble perfekt.
Der nächste Sonntag mit einem schönen Familienfest kann kommen!
In Hannas Beutel „zum Upcycling“ fand ich eine Sweatshirtjacke des Sohnes, die noch wirklich gut war, nur der Reißverschluss war defekt. Zudem trug die Jacke ein Emblem der Grundschule, die der Sohn besucht. Es ließ sich leider nicht entfernen – aufgeklebt.
Da Curd so groß aufgewachsen ist und mit fast 7 Jahren schon Kleidung der Größe 134 trägt, wollte ich die Jacke für ihn weiterverwenden. Sie zu zerschneiden, wäre zu schade gewesen.
So ist mir etwas eingefallen: Curd spielt Geschichten rund um Vampire nach und läuft bzw. „fliegt“ auch im Garten mit einem Halloween-Kostüm herum, das ich ihm letztes Jahr nähte, Vampirkostüm als Upcyclingprojekt, es passt so gerade hoch.
Es fand sich eine Applikationsvorlage, siehe Pinterest. Die habe ich auf einem quadratischen Stück Stoff aufgebracht und damit das Emblem der Grundschule übernäht. Passend dazu habe ich einen neuen Reißverschluss in orange gekauft und eingenäht. Dabei habe ich es mir wirklich einfach gemacht. Ich habe nur die Zähnchenleiste des alten Reißverschlusses weggeschnitten, der feste Rücken blieb vor Ort. Damit war die Front des Sweatshirts schon stabilisiert. Es war so besonders leicht, den neuen Reißverschluss oben auf zu nähen, nichts verschob sich.
Und hier das Ergebnis:
Das neue Emblem ist zwar auffällig, aber doch so zurückhaltend, dass Curd die Jacke in die Schule anziehen kann, speziell zu Halloween.
Nähen für Weihnachten hat ein wenig Vorlauf. Dem habe ich mich heute gewidmet, derweil es regnet und regnet und regnet – aber Gott sei Dank.
Da ich so gerne mit Taschen arbeite, die Applikationen tragen, habe ich überlegt, welche Applikationen für Weihnachtliches infrage kommen. Schneemann, Eiskristall, Schlitten, Weihnachtsmann, Engel, Bambi, Sterne, Geschenkekartons, Schleifen, Kometen und eben Rudolph, das fiel mir ein. Für Letzteres habe ich mich dann entschieden und erst einmal gezeichnet, dann auf Vliesofix übertragen, aufgebügelt, ausgeschnitten, wieder gebügelt, schließlich mit Stichen appliziert.
Und so ist es geworden:
Was habe ich damit vor? Das nächste Bild zeigt die Taschenlösung, die ich mir heute neu überlegt habe. Der Kreis wird für den Eingriff eingeschnitten und versäubert. Der gesamte Kreis wird dann versäubert und aufgenäht.
Die Applikation habe ich dann noch mit Inkscape gezeichnet. Sie ist vorgesehen für eine Tasche im Durchmesser von 15 – 18 cm.
Die Datei für die Applikation stelle ich euch zur Verfügung: im shop
Ich habe Ohren und Geweih mit dem Kopf aus einem Stück Stoff geschnitten. Es ist aber auch möglich, für Ohren und Geweih noch andere Stoffstücke zu nehmen, dann wird es bunter.
An dieser Stelle verweise ich auf bisher schon Genähtes für Weihnachten:
Für das Upcycling und für den Einsatz von Stoffresten, über die jeder Nähhaushalt zu genüge verfügt, sind Schnitte günstig, die ein Zusammensetzen ermöglichen bzw. verlangen. So bin ich auf einen Schnitt für eine absolut bequeme Tunika bei Ottobre 6/17 (Größe 62-104) gestoßen, der vielerlei bietet.
Für ein Zusammensetzen von verschiedenen Stoffen spricht aber nicht nur der Upcyclinggedanke, sondern auch die Möglichkeit, Interessantes zu kreieren. Was fällt denn der Industrie ein? Ich sehe zuhauf einfarbige Bekleidung mit Plots auf der Brust, ggf. aus glänzendem Material. Wie langweilig! Eine gewisse Ausnahme stellt Boden mini dar. Hier findet man fröhlich Zusammengesetztes, das entspricht jedenfalls eher meinem Geschmack.
Einen schönen Stoff mit kleinen Mäusen, an dem ich im Stoffgeschäft nicht vorbeikam, habe ich kombiniert mit grauem Jersey aus der Restkiste von Anne und mit gestreiften Bündchen, die ich noch hatte. Man stelle sich vor, die ganze Tunika wäre aus dem Mäusestoff gefertigt. Ich denke, das wäre ein wenig fad geraten.
Katrins Nachbarin übergab mir ihre Stoffrestbeutel. Darin fand sich ein etwas dickerer Jersey in beige. In Annes Stoffrestekiste habe ich einen passenden Streifenstoff entdeckt. Der Prozess ist recht lustig: Die Behältnisse werden auf dem Boden ausgekippt und los geht suchen, aneinander halten, am Fenster bei Licht betrachten, Schnitt auflegen, überlegen, wie es passen kann, verwerfen, neu suchen usw.. Der Stoff in beige reichte nicht vollständig, deshalb ist vorne ein Stück Streifenstoff eingesetzt. Dann fand ich beige eigentlich für ein Kind etwas zu farblos. Deshalb habe ich links und rechts unten einen kleinen Igel appliziert. So ist es doch kindgerechter geworden und Leni wird es mögen.
Der helle Stoff mit Eistütenmotiv aus Annes Stoffrestekiste reizte mich schon lange. Mit dem Tunikaschnitt gelang nun eine Verwendung. Das Unterteil war ein abgelegtes Pumashirt von Hanna. Ich habe Saum und Seitennähte erhalten, musste dann allerdings die Ärmel klassisch in die Armrundung einsetzen, aber kein Problem. Der Stoffrest gab nicht die volle erforderliche Länge der Ärmel her. So habe ich mir mit einem etwas längeren Bündchen geholfen. Den weißen Bündchenstoff hatte ich noch.
Der Schnitt wird in die Kategorie leicht eingeordnet. Ich kann das bestätigen. Die drei Teile waren im Nu fertig. Drei Empfehlungen habe ich dazu:
Der V-förmige Halsausschnitt wird von einem gedehnten Streifen gesäumt. Dieser Streifen sollte unbedingt aus Bündchenstoff sein, damit der Ausschnitt gut anliegt und das Kind gut hineinkommt.
Wenn der Stoff zu dick ist, fällt das Ankrausen hin zur Passe ein wenig schwer. Der Schnitt funktioniert leichter mit mittelschwerem oder leichtem Jersey.
Ottobreschnitte fallen recht groß aus, also Maßtabelle beachten.
Ich verweise an dieser Stelle auf ebenso günstige Schnitte fürs Upcycling
Dass das Einhorn einen Hype erlebt hat, beweisen die Verkaufsregale mit Macht. Auf der Einschulungsfeier meines Enkels wurde es mir wieder einmal vor Augen geführt, Einhörner, wohin das Auge sah. Schultüten, Ranzen, Kleidchen, Sticker, Geschenkpapier, die Mädchen wurden mit solcherlei Glitzer in Einhornmanier bedacht. Nun ist man es aber wirklich etwas leid.
Mir ist das sowieso ein wenig schleierhaft, wahrscheinlich bin ich zu rational veranlagt. Mir war lediglich ein Innenfutter für Lenis letztjährigen Winteroverall mit Einhörnern untergekommen. Dies aber auch nur, weil der Stoff farblich zum Oberstoff harmonierte.
Mein Unverständnis erfuhr nun eine gewissen Rechtfertigung, als ich in der Berliner Morgenpost las, dass die Sache mit dem Einhorn auf einen Irrtum zurückgeht. In babylonischen Reliefs waren wahrscheinlich Auerochsen abgebildet und man konnte nur ein Horn ausmachen. Auerochsen haben aber tatsächlich zwei Hörner. Macht nichts, die Sage war geboren.
Sollte es so sein, dass Irrtümer zu Sagenhaftem und Märchenhaftem führen?!
Jedenfalls hat es funktioniert. In der Morgenpost las ich weiter: „Dass die Vermarktung des sagenhaften Wesens auch noch im dritten Jahrtausend und 35 Jahre nach dem Kinofilm „Das letzte Einhorn“ funktioniert, lässt sich laut Peter Wippermann, Trendforscher und Professor für Kommunikationsdesign an der Universität Essen, gut erklären. „Das Einhorn verkörpert etwas Märchenhaftes, und es steht für die Realisierung von Träumen“, sagt er.“
Das süße Rehkitz kann man hierzulande in echt bestaunen. Weil so realistisch und nah, hat Bambi (Quelle Disney) es etwas schwerer, einen solchen Erfolg wie das Einhorn zu haben. Weil es so süß ist, wurde es aber ebenso filmisch genutzt, und taugt gleichermaßen fürs Märchenhafte und sogar für Filmpreise.
Jedenfalls tauchen nun Stoffe mit Bambi auf. Dass sie den Mädchen gefallen werden, steht außer Frage. Für meinen Geschmack eignen sie sich wohltuend weniger für ein Übermaß an Glitzer. Für die kommende herbstliche und winterliche Zeit sind sie bestens brauchbar. Ich habe also zugegriffen. Und das ist entstanden:
Ich realisierte wieder einmal die Kombination: Organisches, Einfarbiges, Geometrisches. Ein Kleid nur im Bambistoff schien mir zu langweilig. Der Passenstoff ist ebenso dehnbar wie der Bambistoff und kommt flauschig passend zu kühleren Tagen daher. Er fand sich in der Restekiste von Anne, einer echten Fundgrube.
Nun kann man gespannt sein, ob Bambi einen Trend ergibt.
Wenn du ein Mädchenkleid aus Webware herstellst, ist immer zu überlegen, wie das Kind leicht hinein und heraus schlüpfen kann. Deshalb bedarf es einer Knopfleiste oder eines Reißverschlusses. Willst du das Kleid ohne Querunterbrechung in A-Linie fertigen, wird das Rückenteil meist längs zweigeteilt und zumindest oben eine Schließung vorgesehen.
Ich habe mir da etwas ausgedacht:
Der Rückenschnitt des Kleids wird an den Stoffbruch angelegt. Dabei rückst du beispielsweise 4 cm vom Stoffbruch für Falte und Knopfleiste weg. Spätere Falte und späterer Knopfbereich werden zum eigentlichen Kleid hin abgesteppt, siehe erste Zeichnung, Längsnaht. Wo Stichlänge 5 steht, wird später aufgetrennt. Diese Naht dient dem exakten Arbeiten.
Zeichnung 2 zeigt nun, wie geschnitten wird. Ein schräger Schnitt wird zur Naht gesetzt. Im oberen Bereich werden die zwei Stofflagen entlang des Stoffbruchs getrennt.
Nun wird die Arbeit mit der linken Seite oben auseinandergeklappt und gebügelt. Das Bügeleisen kann heiß bleiben, denn nun schlägst du das rechte obere Stoffstück nach innen um und bügelst es. Dieser Teil ergibt später den Knopflochbereich. Den linken Teil schlägst du nun auf die rechte Seite, bügeln, und schließlich faltest du ihn zur Hälfte wieder nach links um, bügeln. Dieser Bereich ergibt später den Knopfbereich der Knopfleiste.
Befestigen und Versäubern: Den linken Rand des Knopfbereichs musst du versäubern, Overlock- oder Zickzackstich. Wenn alles gut liegt und gefaltet ist. musst du mit Coverlockstich oder dem Wabenstich der normalen Nähmaschine den oberen Faltenbereich und gleichzeitig den unteren Bereich der Knopfleiste versäubern bzw. befestigen.
Anschließend wird die Naht mit Stichlänge 5 wieder aufgetrennt. Es werden Knopflöcher gearbeitet und Knöpfe angenäht oder du setzt Kamsnaps. Diese halten die gefalteten Bereiche in ihrer Position, ein Absteppen ist aus meiner Erfahrung heraus nicht nötig.