Nimm drei! – wenn der Stoffrest nicht reicht

Mit größer werdenden Enkeln wird Upcycling schwieriger, weil Stoffstücke, die schon mal verarbeitet waren, nach Wegschneiden von Nähten und Abnähern nicht mehr für ein ganzes Kleidungsstück reichen. Verwahrt man allerdings Allerlei, Stauraum vorausgesetzt, finden sich zwei, drei oder mehr Stücke, die miteinander harmonieren und neu verarbeitet werden können. Dabei ist darauf zu achten, dass nicht nur die Farben, sondern auch die Qualität der Stoffe zueinander passen. Blau zu blau und Baumwolle zu Baumwolle, so in diesem Fall!

Bei diesem Hoodie wurde ein Jerseystoffrest, ein Rest von einem weichen, flexiblen Cord und der Rücken eines Herrenhemds verwendet. Der unifarbene Jerseystoff gab die Ärmel und die Innenseite der Kapuze und den unteren Saumabschluss her. Der weiche Cord bildete Vorder- und Rückenteil des Hoodies. Kapuzenaußenseite, Schlitzversäuberung und Ärmelabschlüsse lieferte das Herrenhemd.

Ich denke, es ist ein ansprechendes, harmonisches Ganzes entstanden. Es ist zudem individuell und durch die Kombinatonen interessant und nicht alltäglich.

Hier noch einige Details:

Es ist also ratsam, doch Vieles aufzubewahren. Ein reicher Fundus bietet entsprechende Kombinationsmöglichkeiten. Mir macht es auch Freude, in den „Schätzen“ zu kramen, bis eine Idee für etwas Neues entsteht. Upcycling macht so echt Spaß!

Doubleface Hoodie mit schönen Details

Die Vorteile von Doubleface liegen auf der Hand. Man hat zwei Stofflagen unterschiedlichen Designs, die miteinander verwebt sind. Damit ist der Stoff recht dick, also gut geeignet für einen wärmenden Hoodie, der ein Enkelkind nunmehr in den Herbst begleiten soll. Gleichzeitig sind die beiden Stofflagen im Design zueinander passend, der Partnerstoff ist also gleich vorhanden, man muss den Stoff nur jeweils von der anderen Seite verwenden. Je nachdem, wie man die Seiten verwendet, entsteht ein individuelles, in jedem Falle niemals langweiliges Kleidungsstück. Bei der Verwendung zur Kapuze muss man diese nicht füttern, innen wie außen ist schon ein schöner, ansehnlicher Stoff vorhanden.

Der Doublefacestoff hat eine gestreifte und eine gepunktete Seite. Für die Kapuze wurde innen gestreift und außen gepunktet gewählt. Der Corpus ist gepunktet, die Ärmel aber sind gestreift. Abschlussbündchen bilden wiederum einen Kontrast.

Nun zu den schönen Details: Wer qualitativ hochwertig kaufen will, sieht beim Kauf auch innen in das Kleidungsstück hinein. Wurde einfach mit Overlocknähten zusammengefügt? Oder sind Innennähte verschönert? Das ist möglich über Kappnähte oder über Streberstreifen, die ein Kleidungsstück auch innen sehr sauber aussehen lassen.

Ich habe die Vorderfront der Kapuze eingefasst. Wer über einen Bändchenfasser verfügt, hat es mit dieser Entscheidung beim Nähen einfach. Ich habe einen passenden geblümten Baumwollstoff, einen Rest, in Schrägstreifen geschnitten. Damit wurde die Kapuze vorne versäubert. Die Schrägstreifen dienten dann weiter als Streberstreifen. Klappt man den Ärmel hoch, sieht man so nicht etwa auf eine Overlocknaht, sondern auf ein hübsches inneres Detail. Entsprechend bin ich verfahren bei der Ansatznaht der Kapuze am Hals und beim unteren Abschluss mit Bündchen.

Der Schnitt ist ein Ottobreschnitt und deshalb gewählt, weil ich gerne Sattelärmel verwende. Sie sind eleganter als Raglanärmel, aber ebenso leicht zu nähen.

Wer Weiteres über Doubleface erfahren will, schaue auch zu diesen Projekten der Vergangenheit:

Ich kann Doubleface nur empfehlen unter dem Motto Designvielfalt und Schönheit von innen und außen!