Omas Spitzendeckchen im Schrank? Nicht entsorgen!

In zahlreichen Haushalten werden sich noch Spitzendeckchen befinden, die nicht mehr gebraucht werden. Ich denke die Zeit, dass diese Deckchen Möbel zierten, ist vorüber. So sah ich einen Stapel solcher Deckchen in Lindlar bei „coming home“, und die Geschäftsinhaberin erzählte mir, dass die Leute diese Deckchen zum Verkauf geben. Sie wunderte sich darüber und gab zu verstehen, dass man daraus doch noch etwas machen kann.

Ja, das geht tatsächlich:

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Als Kragen für ein feines Kleidchen kann ein Spitzendeckchen noch gute Dienste leisten. Die Größe entscheidet darüber. ob es für Damen oder Mädchenkleidung verwendet werden kann. Und dieses kleine Deckchen stammt tatsächlich noch von meiner Oma, ist also nahezu 100 Jahre alt. Da es aus Baumwolle ist, habe ich es einer Kochwäsche unterzogen. Danach war es tiptop.

Wie habe ich das mit dem Kragen fertig gebracht?

Erst einmal habe ich die Schulternähte geschlossen, aber nur diese. Dann lässt sich der gesamte Halsausschnitt auf dem Tisch ausbreiten, Vorderteil des Kleidchen in die eine, Rückenteil in die gegenüberliegende Richtung. Das Deckchen habe ich dann auf dem Halsausschnitt positioniert und mit ein paar Stecknadeln fixiert. Nun lässt sich, da das durchbrochene Deckchen nicht die Sicht auf das Halsloch nimmt, das Deckchen mittig entlang der Halskante wegschneiden, im Rücken habe ich entsprechend der Knopfleiste des Kleidchens das Deckchen durchtrennt. Noch einmal gut festgesteckt habe ich den Spitzenkragen nun an den Halsausschnitt genäht. Dann machte ich die Erfahrung, dass die Stickwülste des Deckchens doch recht dick sind. Eine Nadel brach. Also Jeansnadel oder Ledernadel verwenden! Im Rücken habe ich das Material um die Knopfleistenkanten geschlagen und innen festgenäht. Da das Material bei diesem Deckchen so dick war, habe ich mich dagegen entschieden, an der Halskante etwas nach innen umschlagen zu wollen, beispielsweise um mit Belegen zu versäubern. Stattdessen habe ich die Kante mit Schrägstreifen gefasst. Auch hier war die Jeansnadel vonnöten. In der Mitte des Deckchens hatte ich eine Rosette weggeschnitten. Diese habe ich fein herausgeschnitten, halbiert und damit die Unterkante der halben Ärmel verziert.

Ich denke, dass der klein gepunktete Stoff gut zu dem Deckchen passt, wirkliches Vintage-Outfit. So ist etwas Feines und Kleines entstanden. Wenn ich noch einmal Fotos gemacht habe, geht das Kleidchen in Größe 98 zu Etsy.

Upcycling, diesmal gar nicht so leicht – zusammengesetztes Jeanskleidchen

Mit dem Upcycling des robusten Jeansstoffs von Hosen hatte ich mich schon einmal beschäftigt. Wenn der Schnitt ein Zusammensetzen von Anfang an vorsieht, schneidet man aus den Hosenbeinen Stücke heraus, die dann gleich die Schnitteile ergeben, vorausgesetzt die Hosenbeine sind breit genug. So war entstanden: Upcycling Jeans – Jeanskleidchen aus vier Hosenbeinen – Freebook Größe 86 – 126

Anders sieht es aus, wenn die Stoffstücke erst zusammengefügt werden, um dann ein passend großes Stoffstück zu ergeben, aus dem man ein ganzes Vorderteil oder ein ganzes Rückenteil gewinnt.

Insbesondere für die Upcycling-Mode der Erwachsenen geht das gar nicht anders. Ich habe viele solcher Werke betrachtet und dabei hat sich herausgebildet, dass ich sie dann als ansehnlich empfinde, wenn die Stofflagen schräg verwendet werden.

Quelle: us.shein.com, theupsew.wordpress.com

So war die Idee geboren. Aber der Weg war dann lang und verlangte Durchhaltevermögen. Ein irres Projekt!

Zuerst habe ich einmal die hellen Jeans aus dem Fundus zusammengesucht. Dann wurden die dicken Nähte und Unansehnliches weggeschnitten und ich hatte dann längere oder kürzere brauchbare Beinstreifen. Diese habe ich einer heißen Wäsche und dem Trockner ausgesetzt. Die Stücke waren dann schön griffig und wirklich sauber. Die Waschmaschine und der Trockner hatten allerdings dadurch Flusenalarm, ein gründliches Reinigen der Siebe war vonnöten.

In gebügeltem Zustand habe ich die Streifen auf dem Boden ausgebreitet und zueinander Passendes nach Farbe und Struktur sortiert. Auf dem Zuschneidetisch habe ich mir mit dem Schnitt markiert, wie groß das Stoffstück werden muss. Dann wurden Streifen nebeneinander platziert und so lange umsortiert, bis mir das Bild gefiel. Außerdem sollten im Rücken die Streifen von links und rechts aufeinander treffen. Mit Stecknadeln habe ich dann markiert, wie die Stücke aneinander zu nähen sind.

Und nun wird es weiter aufwendig: Für ein Kleid, das schön fallen soll trotz des dicken Stoffs, verbieten sich Overlocknähte. Ich habe also mit Geradstich genäht, auseinandergebügelt und dann sowohl links als auch rechts neben der Naht abgesteppt, um die Naht zu sichern und flach zu halten. Zickzacknähte zur Versäuberung erschienen mir auch als zu dick. Also sind alle Nähte dreifach genäht. Der Aufwand lohnt sich, nachträglich betrachtet. Für Coverlocknähte mit ausfransendem Stoff auf der Vorderseite (siehe linkes Bild), dafür fehlte mir noch der Mut.

Und dann möchte ich ein Plädoyer für offene Prozesse halten, die Gutes statt Standard hervorbringen. Ursprünglich dachte ich, das Kleid hinten mit Reißverschluss schließen und die Kanten einfach mit Schrägband einzufassen zu wollen, wie schon so oft realisiert. Als dann aber das Vorderteil vor mit lag, fand ich es ohne weitere Verzierung als zu öde und zu kalt. Mir stachen die schrägen Linien ins Auge. Warum also nicht das Kleid schräg schließen und mit asymmetrischen Kragen versehen?

Einen geblümter Stoff im Fundus, nur ein kleines Stück, den hatte ich schon länger in der Nase, ohne dass mir bis jetzt eine Verwendung eingefallen wäre.

Eine schräge Naht galt es also wieder aufzutrennen und eine Knopfleiste anzunähen. Den Kragenschnitt habe ich mir am Halsausschnitt entlang gebastelt und den asymmetrischen Bubikragen fast Freihand geschnitten. Was entstanden ist, finde ich chic.

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Wenn man Preise von Upcycling-Mode sieht, fragt man sich, wie das kommt, wo doch der Stoff umsonst ist. Nun kann ich verstehen, wie aufwendig der Prozess ist, insbesondere an der Stelle Stoffe sortieren. Jedes Kleidungsstück dieser Art ist ein Werk und ein Unikat. Aus neuem Stoff in einem Rutsch zu schneidern, ist hier tatsächlich einfacher.

Das Kleid ist in Größe 110-116 gefertigt. Leni wird noch hineinwachsen. Ich hoffe Leni und Katrin können sich meiner Meinung „chic“ anschließen.

 

 

Ein zweites Mal: Kleid mit der Maus

Das Kleidchen, das ich für meine Enkelin nähte – Kleid mit der Maus – finde ich selbst so drollig, das ich die Maus noch einmal nähte. Diesmal auf einem Hängerchen in meinem A-Linie-Schnitt, den ich mir vor längerer Zeit ausdachte und so gerne verwende. Demnächst muss ich mich auch einmal für euch um die Digitalisierung des Schnitts kümmern.

Was ist also entstanden?

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Das Kleidchen biete ich bei Etsy an. Die Applikationsvorlage folgt demnächst zum download.

 

Feines Drehkleid zu Weihnachten

Das größere Weihnachtskleidchen, das ich zum Weihnachtsfest für Clara nähte – Frohe Weihnachten! Weihnachtskleidchen für die Mädels – ist inzwischen zu Leni gewandert und nach vielem Tragen etwas ramponiert. Was besonders gut daran gefällt, ist die Weite des Kleidchens, dessen Rockteil beim Drehen eine schöne Runde ergibt. So kam der Wunsch nach einem neuen Drehkleid auf. Ich verwendete wiederum den Schnitt aus Ottobre kids fashion 6/15, diesmal in Größe 110. An Stoff benötigt man zweimal die Länge des Kleidchens, das ist der Weite geschuldet. Außerdem wollte ich diesmal lange Ärmel nähen. Der Stoff ist Nickystoff, etwas glänzend und in altrosa. Den Schnitt für die kurzen Ärmel habe ich auf die Ärmellänge von Leni vergrößert. Sie benötigt immer etwas längere Ärmel als der Schnitt ansonsten angibt. Für den Halsabschluss habe ich mich für einen Bubikragen entschieden. Damit entsteht ein braves Kleidchen, wenn auch brave Kinder nicht mehr dem heutigen Erziehungszielen entsprechen. Oma erinnert sich noch an ihre Kindertage, damals galt brav noch als erstrebenswert. Bubikragen haben aber inzwischen eine Renaissance erfahren mit neuen Assoziationen wie beispielsweise retro als besonders chic.

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Den Schnitt für den Bubkragen habe ich mir selbst gebastelt, indem ich nach Schließen einer Schulternaht und noch freien Seitennähten das Nähgut ausbreitete und von Mitte vorne bis Mitte hinten den runden, halben Halsausschnitt auf Papier übertrug. Diese Linie ist dann die Ansatzkante des Bubikragens. Frei Hand habe ich dann gezeichnet und stelle euch den Schnitt des Bubikragens – Bukikragen 110 – passend zum verwendeten Schnitt aus Ottobre zur Verfügung.

An dieser Stelle ist das Projekt ein Upcycling-Projekt, weil ein rosa Babykleid, das mit Riss in meinem Fundus landete, den Stoff für den Kragen wie auch den Unterkragen hergab. Weitere Stücke des Babykleids dienten als Verzierung an den Ärmeln, als Beleg für den Halsausschnitt innen und für das Schleifchen. Rückwärtig wird das Kleid mit einen aufgesetzten Zierreißverschluss geschlossen.

Es ist noch etwas Stoff übrig. Ich denke, für das kleine Schwesterchen Lotta fällt mir damit noch etwas ein.

 

 

Probenäherin gewonnen

Es ist wunderbar, auf Gleichgesinnte zu treffen! Als Oma ist das ein wenig schwierig, weil Gleichaltrige eher nicht mit Nähen beschäftigt sind und weil Oma der Facebook-Generation noch hinterherhinkt. Aber es hat sich glücklich gefügt. Meinem Aufruf, mir Fotos zum Freebook Jeanskleidchen aus vier Hosenbeinen zukommen zu lassen (Upcycling Jeans – Jeanskleidchen aus vier Hosenbeinen – Freebook Größe 86 – 126), ist Julia gefolgt.  Daraus hat sich ein sehr schöner Kontakt ergeben und eben die Bereitschaft von Julia, mir beim Entwickeln von Schnitten behilflich zu sein.

Ich selbst schneidere die Kleidungsstücke mehrfach, ehe ich den zugehörigen Schnitt digitalisiere und bereitstelle. Aber: Es kann sich vor lauter Betriebsblindheit ergeben, dass etwas fehlt, dass die Anleitung nicht verständlich ist, dass für mich Selbstverständliches in der Anleitung zu kurz kommt, dass ich unterschiedliche Entwicklungsstufen in Sachen Nähen nicht berücksichtige oder dass Formulierungen zu Missverständnissen führen, usw., usw..

Was sollte eine Probenäherin mitbringen?

Erst einmal natürlich eine Nähmaschine und ein wenig Erfahrung im Nähen. Wenn Nähen ihre Leidenschaft ist und die Liebe zu schönen Stoffen und Gestaltungen hinzukommt, ist das überaus von Vorteil. Es geht aber auch um die kritische Prüfung von Schnitt und Anleitung. Dann werden neben der kreativen und handwerklichen Ader genaues Hinsehen, durchaus eine Neigung zum Perfektionismus und die Verpflichtung zum Exakten notwendig. Wenn die Kritik dann noch freundlich herübergebracht werden kann, umso besser!

All diese Anforderungen erfüllt Julia, und sie ist offenbar eine ganz liebe. Sie arbeitet im Bereich der Geodäsie. Wie wunderbar, auch dort wird vermessen! Sie näht mit Herzblut und findet Kindersachen eben zu süß. Sie beschenkt Kinder ihrer Bekanntschaft mit ihren handmade Stücken und näht für den Freundeskreis. Wenn ihr Näheres zu ihr erfahren wollt, hier ist der link zu ihrer facebook-Seite.

Ich jedenfalls bedanke mich für die kritischen Verbesserungen meines Projekts Kleid im Mustermix, Designerschnitt „Cilly“ – Schnitt für Mustermix fertiggestelltDesignerschnitt „Cilly“ – Hängerchen im Mustermix. Die Anleitung wurde dank der Hilfe von Julia noch einmal überarbeitet und ergänzt.

Und so sieht das Kleidchen im Mustermix (Größe 86) aus, das Julia zur Probe nähte und verschenken wird:

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Julia ist extra an eine schöne Blätterwand gefahren, um euch ein Foto mit schönem und passendem Hintergrund zu präsentieren. Danke!

 

Kleid mit der Maus

mauskleid5Ich frag‘ die Maus:
Wo ist dein Haus?
Die Maus darauf erwidert mir:
Sag’s nicht der Katz‘, so sag ich’s dir:

Treppauf, treppab.
Erst rechts, dann links,
Dann geradeaus,
Da ist mein Haus.

Du wirst es schon erblicken!
Die Tür ist klein
Und trittst du ein,
Vergiss nicht, dich zu bücken.

Leni muss sich nicht wirklich bücken, sondern nur herunterschauen!

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Und das Schwänzchen schaut heraus aus dem Haus (gehäkelt).

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Oma hatte Spaß und freut sich königlich über das lustige Kleidchen.

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Ich hatte noch einen kleinen Rest des Mäusestoffs. Der reichte so gerade für Passe und Ärmel. Dann hatte ich einen Feincord gekauft, den ich eigentlich anders verwenden wollte, aber hier passte er farblich bestens. So habe ich den in feine Falten gelegten Rock angesetzt, Rüffler, eine feine Sache. Der sah dann aber etwas langweilig aus, bis mir der Clou mit der Maus in der Tasche einfiel. Beim Nähen musste ich wirklich Schmunzeln und freue mich über das Werk.

füllige Pullover günstig fürs Upcycling

Ein wirklich dicker, riesiger Baumwollpullover in beige-grau von Katrins Vater geriet in meinen Upcyclingfundus. Und weil Rudolph so gut ankommt und weil Strickwaren derzeit gerne angezogen werden und weil Clara ein so schmales Mädchen ist, habe ich ein Ballonkleid oder besser eine Ballontunika mit Rudolph daraus gezaubert. Den ballonförmigen Schnitt habe ich Freihand geschnitten, indem ich einen Raglangrundschnitt nach unten verlängerte. Ich denke, der Schnitt passt gut für ein schmales Mädchen. Die aufgesetzte Tasche mit Rudolph lag schon bereit – Applikationsvorlage Rudolph – das Rentier mit der roten Nase – und passte m. E. hier schön. Die runde Tasche habe ich entlang der Seitennaht nach innen geklappt und dann aufgenäht. Die Ärmelbündchen habe ich unverändert, nur schmäler geschnitten übernommen, ebenso die Bündchen am unteren Ende. Man soll ja  so viel als möglich übernehmen und Näharbeit sparen. Am Hals konnte ich mit dem vorhandenen Bündchen nicht arbeiten, weil es zu dick und mindestens doppelt gestrickt war. Statt dessen habe ich einen Stickstreifen, es war noch reichlich Material vorhanden, eingeschlagen und gedehnt angenäht.

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Und weil ich es so schön fand, werde ich ein Exemplar aus neuem Nickystoff bei Etsy einstellen. Den Stoff musste ich vorwaschen, 6% Schrumpfung durch das Waschen waren angegeben. So ist es ein Exemplar in Größe 116/122 geworden.

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Von wegen graue Maus!

Im Upcyclingfundus finden sich farblich gedeckte Kleidungsstücke Erwachsener. So kam mir ein langer, weiter, grauer Pullover mit Kapuze von Hanna unter, völlig ohne jeden Makel. Wahrscheinlich war es ein umfassendes Kleidungsstück für die Schwangerschaft.

Nun könnte man denken, für Kinder gibt ein solcher grauer Pullover nichts her. Aber ich habe euch schon an anderer Stelle berichtet, dass es nur auf die Idee und die Kombination ankommt, Damenpullover wird zum Schneemann-Winterkleidchen. Ich denke, von grauer Maus kann wirklich nunmehr nicht die Rede sein, allenfalls von hinten betrachtet.

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Zum Aufpimpen habe ich „Rudolph“ verwendet, siehe Applikationsvorlage Rudolph – das Rentier mit der roten Nase. Rudolph ziert die Tasche, deren Konstruktion mir dank eines neuen Bändchenfassers eingefallen war.

Das Kleid hat unten die gesamte Weite des Pullovers übernommen. Im oberen Teil fanden sich am Pullover Linksmaschenreihen. die habe ich erhalten. Unten hatte der Pullover ein Bündchen, das ich nicht übernehmen konnte. Der Einfachheit halber habe ich unten mit einem Rollsaum abgeschlossen, mir erschien ein umgeschlagener Saum angesichts des sehr dehnbaren Materials als zu schwierig herstellbar. Die Kapuze des Pullovers habe ich einfach verkleinert angenäht. Dazu musste ich die Kapuze unten abschneiden und die Längsnaht versetzen, allerdings von Hand eine Öffnung im vorderen Abschluss der Kapuze zaubern und versäubern, damit das Band heraustreten kann. Nachträglich eine Öse einzuschlagen, war nicht möglich. Die vorhandenen Ärmel habe ich von unten beginnend schmäler und kürzer geschnitten und verwendet.

Die ganze Sache hat mich so viel Zeit gekostet wie gestern Deutschland gegen Frankreich spielte und wieder einmal verlor. Die Applikation lag allerdings schon bereit.

Einfaches Upcycling zur Nachahmung empfohlen!

 

zur Taufe – Outfit für die große Schwester

Zu feierlichen Anlässen wie Taufe, Hochzeit etc. bedarf es auch für die Kinder eines passenden outfits. Oft sehe ich bei den Mädchen zu derlei Gelegenheiten Polyestertüllröcke und viel Glitzer, das mag ich gar nicht.  Dahinter steht natürlich, dass ich eine Erziehung zu Elfchen, Goldmaries und überzarten Geschöpflein nicht mag. Lenis Vater, mein lieber Sohn, hat ebenso andere und seine Vorstellungen: Dunkelrot und ein Trägerrock sollte es sein. Trägerröcke haben ebenso wie ärmellose Hängerchen den Vorteil, dass sie mit wechselndem und verschiedenem Drunter ganzjährig zu verwenden sind und sich je nach Kombination ein völlig anderes Bild ergeben kann.

Ich hatte noch dunkelroten Samtcord für ein klassisches Ensemble.

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Den Schnitt für das Trägeroberteil habe ich aus „Kinderkleider“, ISBN978-3-572-08203-2. Ich habe allerdings statt den Rock anzukrausen vorne und hinten Kellerfalten gesetzt, weil der feste Cordstoff keine Kräuselung zuließ.

Der Blusenschnitt ist ein Grundschnitt aus  Ottobre kids 6/17. Er besticht dadurch, dass der untere Teil des Ärmels noch einmal gekraust ist. Als Stoffe habe ich eine Bluse von mir verwendet, die zu eng geworden war, sowie einen Stoffrest mit Kätzchen. Letzterer macht das Ensemble kindgerecht. An den Ärmeln habe ich aus dem Kinderstoff noch einige Herzchen appliziert, um die Sache kindlich abzurunden. Ebenso gab der Stoffrest noch einen passenden Latz her. Je nach Witterung kann das günstig sein, weil der Blusenstoff doch recht leicht ist.

Sportliche Schuhe gehen zu dem outfit natürlich gar nicht. Deshalb habe ich noch passende Riemchenballerinas gekauft. Sie waren günstig, weil reduzierte Sommerware angeboten wurde. Eine passende Strumpfhose macht das Ensemble perfekt.

Der nächste Sonntag mit einem schönen Familienfest kann kommen!

 

 

Einhorn out, Bambi in?

istock-492443641-50bbbc4e-13de-45ff-b201-6d18779ee0edDass das Einhorn einen Hype erlebt hat, beweisen die Verkaufsregale mit Macht. Auf der Einschulungsfeier meines Enkels wurde es mir wieder einmal vor Augen geführt, Einhörner, wohin das Auge sah. Schultüten, Ranzen, Kleidchen, Sticker, Geschenkpapier, die Mädchen wurden mit solcherlei Glitzer in Einhornmanier bedacht. Nun ist man es aber wirklich etwas leid.

Mir ist das sowieso ein wenig schleierhaft, wahrscheinlich bin ich zu rational veranlagt. Mir war lediglich ein Innenfutter für Lenis letztjährigen Winteroverall mit Einhörnern untergekommen. Dies aber auch nur, weil der Stoff farblich zum Oberstoff harmonierte.

Mein Unverständnis erfuhr nun eine gewissen Rechtfertigung, als ich in der Berliner Morgenpost las, dass die Sache mit dem Einhorn auf einen Irrtum zurückgeht. In babylonischen Reliefs waren wahrscheinlich Auerochsen abgebildet und man konnte nur ein Horn ausmachen. Auerochsen haben aber tatsächlich zwei Hörner. Macht nichts, die Sage war geboren.

Sollte es so sein, dass Irrtümer zu Sagenhaftem und Märchenhaftem führen?!

Jedenfalls hat es funktioniert. In der Morgenpost las ich weiter: „Dass die Vermarktung des sagenhaften Wesens auch noch im dritten Jahrtausend und 35 Jahre nach dem Kinofilm „Das letzte Einhorn“ funktioniert, lässt sich laut Peter Wippermann, Trendforscher und Professor für Kommunikationsdesign an der Universität Essen, gut erklären. „Das Einhorn verkörpert etwas Märchenhaftes, und es steht für die Realisierung von Träumen“, sagt er.“

ixxi-disney-bambi-thumperDas süße Rehkitz kann man hierzulande in echt bestaunen. Weil so realistisch und nah, hat Bambi (Quelle Disney) es etwas schwerer, einen solchen Erfolg wie das Einhorn zu haben. Weil es so süß ist, wurde es aber ebenso filmisch genutzt, und taugt gleichermaßen fürs Märchenhafte und sogar für Filmpreise.

Jedenfalls tauchen nun Stoffe mit Bambi auf. Dass sie den Mädchen gefallen werden, steht außer Frage. Für meinen Geschmack eignen sie sich wohltuend weniger für ein Übermaß an Glitzer. Für die kommende herbstliche und winterliche Zeit sind sie bestens brauchbar. Ich habe also zugegriffen. Und das ist entstanden:

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Ich realisierte wieder einmal die Kombination: Organisches, Einfarbiges, Geometrisches. Ein Kleid nur im Bambistoff schien mir zu langweilig. Der Passenstoff ist ebenso dehnbar wie der Bambistoff und kommt flauschig passend zu kühleren Tagen daher. Er fand sich in der Restekiste von Anne, einer echten Fundgrube.

Nun kann man gespannt sein, ob Bambi einen Trend ergibt.