Diesmal nicht mit Bärchen

Den Stoff mit den Schildkröten fand ich lustig und passend zu blauen Augen und passend dazu, dass Cilly häufig vor dem Aquarium wippt und dem Wassertreiben zuschauen kann. Der Himmel war die letzten Tage gar nicht blau, so belustigte ich mich an der Nähmaschine.

Das Resultat:

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Ich habe für das Shirt den schönen Schnitt wie unter Es war einmal Opas Schlafanzug verwendet. Damit lässt sich herrlich kombinieren. Schildkröten am ganzen Kind, das wäre zu unruhig geworden. Der passende braune Stoff war zuvor ein T-Shirt. Den Übergang der Stoffe habe ich mit einer selbst gefertigten Paspel verziert. Dank Paspelfüßchen an der Nähmaschine habe ich das sauber hinbekommen – schon wieder etwas gelernt. Wie man Paspeln selbst herstellt, kann man ansehen: Paspel herstellen.

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Jeggings – schmale, einfache Alltagshose

Seit Ende Juli sagt mir der Garten, dass das Jahr nun „kippt“. Verwelktes ist abzuschneiden, neue Blüten an der Stelle können nicht mehr erwartet werden.

So dauert es nicht mehr lange, dann werden die Tage kälter, Sommerkleidchen werden durch Leggings ergänzt werden müssen, und man greift wieder zu festeren und langen Hosen.

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In meinem Fundus warten zahlreiche Jeans auf ein Upcycling. Jetzt ist ihre Zeit gekommen.

Es gibt für ein Jeans-Upcycling reichlich Vorschläge im Netz. Was Kinderhosen angeht, werden meist weite Spielhosen mit Bündchen oben und unten genäht. Da ich aber vermute, dass die Mama lieber schmale Hosen für Leni bevorzugt, habe ich einen Schnitt aus Ottobre, kids fashion, 4/15 ausgesucht. Die Hose sieht aus wie eine Jeans, ist aber schmal wie eine Leggings, sie heißt so Jeggings. Wie die weiteren Spielhosen ist sie oben gerafft, allerdings nicht so stark und mit einem Gummizug versehen. Mit richtigen Jeans für Kinder im Schnitt der Standardjeans haben wir schlechte Erfahrung, entweder sie rutschen oder sie schneiden am Bäuchlein ein.

Wie werden nächste Woche bei der Anprobe sehen, ob der Schnitt taugt. Wenn ja, werden weitere Hosen dieser Art gefertigt. Solche Basics braucht man immer.

 

Täschchen, Täschchen

In den Nähblogs sehe ich so oft, dass Behältnisse aller Art genäht werden. Da ich für die nächste Reise noch eine kleine Kulturtasche benötige, habe ich eine Anleitung aus vier Stücken gefunden. Zudem lag bei geschenkten Stoffresten ein Muster, das für Kinder wahrlich ungeeignet ist, aber Oma liebt Erdfarben und Florales.

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Da ich Reißverschlüsse abgelegter Hosen austrenne und verwahre, fand sich ein passender Verschluss. Den Stoff musste ich nicht mit Bügeleinlage verstärken, da er selbst recht fest ist.

Die Anleitung erwies sich als überaus brauchbar und das Projekt ging leicht von der Hand.

Aus diesem Grund machte ich gleich weiter und erprobte eine weitere Anleitung aus zwei Teilen Stoff bei Funkelfaden.

So entstand für Petra, die petrol mag, aus Stoffresten ein weiteres Täschchen, das ich mit Füllvlies aufpolsterte. Katrin kann sich sicher erinnern, welchen Ursprung der braune Stoffrest hat. Was alles zu neuen Ehren kommt, ist wirklich lustig! Kosmetika oder eine Windel etc. für Cilly passen hinein.

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Gut in Übung fertigte ich dann noch ein ungefüttertes Täschchen aus Softshell für Leni oder Katrin. Die Stoffquelle findet sich unter Softshelljacke – soll es doch ruhig regnen!

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Die Erkenntnisse, die ich heute beim Nähen gewann, lassen sich sicher auf andere Behältnisgrößen und -varianten übertragen – und es ging leicht. Liebe Schwiegertöchter, bitte also Wünsche anmelden! Stoffreste sind genug vorhanden.

Wenn die Mutter mit der Tochter

demnächst im sommerlichen Garten gemeinsam und von Oma gemeinsam benäht auftaucht, ist Oma nicht nur stolz auf Garten und Nähen, sondern der Partnerlook signalisiert, wie stolz Mutter auf das Töchterchen ist – und das kann sie auch wahrlich sein.

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Die Idee zum Partnerlook tauchte im Gespräch am Rande auf und inspirierte mich. Auf der Suche nach Schnitten wurde ich bei Topas von Farbenmix fündig – kostenfrei nach Anmeldung. Ich erhielt 1A Anleitung und Beratung.

Es handelt sich um ein Upcycling-Projekt. Entstanden sind die Kleidungsstücke aus Omas Midi-Kleid mit Bahnen, das wegen der Farbe für Oma ein Fehlkauf war. Gedecktere Farben machen Oma schlanker. Also hing das Kleid beinahe ungetragen im Schrank. Die Bahnennähweise machte erforderlich, dass gestückelt werden musste. So haben die Teile nicht nur zwei Seitennähte, sondern insgesamt 5 bzw. 6 Längsnähte, seitlich bzw. mittig. Da die ausgesprochen leichte Viskose kaum Dehnung hat und Topas für  Jersey vorgesehen ist, habe ich beim Kinderkleidchen einen Schulterverschluss am Halsring gearbeitet. Dann kommt Leni auch ohne Dehnung in das Kleidchen. Außerdem habe ich den Halsring doppelt gearbeitet – außen rosa Feincord, innen Kleiderstoff – und wie bei Manschetten verdeckt genäht. Das untere Ärmelloch sowie den Saum habe ich mit einer schönen Litze abgeschlossen.

Impressionen aus meinem Garten, in dem das Foto entstand:

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Das Sitzhäuschen hat Martin mir nach einem Foto aus Landlust – gefunden bei Pinterest – noch sehr viel schöner als in der Fotovorlage gezimmert.

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Wie man sieht, sind Wildnis, Bauerngarten und mixed border des cottage garden meine Inspirationsquellen. Alle Stauden sind selbstgezogen und ich lerne jährlich dazu – an der Nähmaschine übrigens sicher wöchentlich. Blütenpracht im Bergischen zu erreichen, ist eine echte Herausforderung, das trockene Frühjahr hat mir auf unserem Lehmgrund geholfen.

Softshelljacke – soll es doch ruhig regnen!

Die Sommer sind wechselhaft, manchmal platscht es heftig. Da ist es gut, eine leichte, dennoch dichte Jacke zu haben, beispielsweise auf dem Weg in den Kindergarten per Fahrrad.

Oma hat sich informiert, beispielsweise kann man es hier tun.

Softshell zu nähen, ist nichts für Anfänger, denn Nähte hinterlassen Löcher im Material, d.h. man kann nichts auftrennen, es muss alles gleich sitzen. So ist es gut, dass ich erst jetzt zu diesem Material komme.

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Den Grundschnitt habe ich aus Ottobre kidsfashon 3/2017. Statt mit Knöfpfen zu schließen, habe ich einen Reißverschluss mit dahinter liegender Blende eingearbeitet. Außerdem habe ich die Jacke hinten länger gelassen, im Rücken verstellbar gerafft und Taschen aufgesetzt, statt Eingriffsblenden zu innenliegenden Taschen zu arbeiten. Letzteres schien mir angesichts des doch sperrigen Softshells leichter realisierbar. Ebenso fand ich es aus dem gleich Grund leichter, die Kanten mit Schrägband zu versäubern, statt Blenden gegenzunähen Die Ärmel habe ich mit verdeckten Bündchen abgeschlossen, dann pfeift auch nicht der Wind von vorne in die Ärmel – wie gesagt, ich dachte an den Vater, der Leni mit dem Fahrrad zum Kindergarten bringt und der auch bei Sauwetter die Straßenbahn meidet.

Püppi neu eingekleidet

Wer hätte das gedacht. Omas Puppe schafft es  nach 60 Jahren ins Internet. Weil der Wunsch nach Puppenkleidung aufkam, habe ich Stoffreste verarbeitet. Sie kamen noch aus dem Projekt Smoken – im Nu Sommerröckchen und Luftiges aus Feinjerseykleid, ein Schalkragen war noch übrig. Das gepunktete Restchen kam aus einem Projekt, das ich nennen würde: Oma näht sich Unterwäsche, immer frisch und fröhlich, nie langweilig, auch untendrunter.

Den Schnitt für die Ballontunika mit Kapuze gibt es kostenfrei bei RosaRosa, die Leggins habe ich freihändig geschnitten.

Ingrid, Omas alte Puppe, ist ein wenig kleiner als die zu Benähende, deshalb ertrinkt sie etwas in der Tunika.

Ein Kind wird sich freuen und Oma hatte wirklich Spaß!

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Höschen für den Pamperspopo

Unsere Kleinste benötigt Pumphöschen. Im Netz sind allerlei Schnittmuster zu finden. Bei Titantinasideen fand ich eine interessante Variante als freebook, bei der sich auch kleinste Stoffstückchen kombinieren lassen und es zu optisch schicken Höschen kommt.

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Leichter zu nähen ist eine einfachere Variante, die nur zwei Nähte im Höschenteil benötigt. Ich fand sie bei LYBSTES. ebenso als freebook.

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Petra wird mir verraten, welcher Schnitt im täglichen Gebrauch günstiger ist.

Hübsch aufhängen – Kleiderbügel mit Stoff beziehen

Es kann so aussehen: Sammelsurium im Kleiderschrank

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Oder aber hübscher: mit Stoff bezogene Kleiderbügel, einheitlich in der Lieblingsfarbe grün

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Ich gebe euch hier ein Anleitung für das Beziehen eines Kinderkleiderbügels. Die Anleitung ist leicht übertragbar für einen größeren Kleiderbügel.

benötigt werden:

  • ein Stoffrest, mindestens 20 x 38 cm für den Kinderkleiderbügel mit 35 cm Breite
  • ein Stück Pappe
  • ein Stift,
  • eine Schere
  • Nadel und Faden für das Handnähen
  • Nähmaschine, Geradstich
  • Streifen Füllvlies
  • Zierbändchen, 50 cm lang
  • einfacher Holzbügel

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Schritt 1: Schablone herstellen

Man zeichnet den Umriss des Bügels und gibt 1,5 – 2,5 cm zu, je nachdem, wie dick man füttern möchte. Damit hat man für ein größeres „Schrankprojekt“ den Schnitt.

Schritt 2: Stoff zuschneiden

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Der Schnitt wird gefaltet und im Stoffbruch angelegt. Das geschieht zweimal, oder man legt den Stoff gleich so, dass mit einem Schneiden zwei Seiten der Stoffhülle entstehen.

Schritt 3: obere Kante nähen

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Man legt den Stoff rechts auf rechts und näht die obere Kante bis kurz um die beiden Ecken. Dann wird die Naht auseinander gezogen oder auseinander gebügelt. Genau in der Mitte der Naht trennt man einen einzigen Stich wieder auf. Dies deshalb, damit man den Metallhaken später durchführen kann.

Schritt 4: Bügel polstern

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Um die beiden Enden legt man ein kleines Stück Füllvlies. Dann umwickelt man den Bügel mit einem Streifen Füllvlies. Wenn es dicker werden soll, kann man mit einem doppelt so langen Streifen auch wieder zurück wickeln, dann ist die Polsterlage doppelt.

Schritt 5: Stoff überziehen

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Zuerst führt man den Haken von innen durch die Nahtlücke in der oberen Naht. Dann zieht man den Stoff über beide Enden.

Schritt 6: untere Naht schließen

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Die untere Naht wird von Hand geschlossen. Das verlangt ein wenig Geschick, weil beim Nähen das Polster immer wieder zurückgeschoben werden sollte, damit es nicht zwischen die Naht gerät. Man arbeitet mit der unsichtbaren Zaubernaht, Video. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es am besten geht, wenn man zunächst von der Mitte aus zu einer Seite arbeitet und anschließend von der Mitte aus zur anderen Seite.

Noch ein Tipp: Mit Klammern kann man sich die zu nähenden Stoffteile umgeschlagen aneinander bringen. Das erspart so manches Greifen beim Nähen mit der Hand.

Schritt 7: Verschönern

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Mit einem Schleifchen wirkt der Bügel noch schöner. Das Schleifchen hat hier keine Funktion.

Anders wäre es, wenn eine mittlere Naht überdeckt werden müsste. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es schwieriger ist, den Bezug aus zwei Teilen links und rechts herzustellen. Das würde zwar die untere Naht, die per Hand gemacht werden muss, überflüssig machen, aber wenn man mit zwei vollständig mit der Maschine genähten Teilen arbeitet, verrutscht das Polster garantiert beim Überziehen der Stoffhülle.

noch schöner: Wenn der Bügel zum Lieblingskleidchen passt …

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weiteres Beispiel:

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Viel Spaß beim Ausprobieren! Vielleicht habt ihr noch weitere Tipps?!

In meinem Shop Mädchenfein: https://sewtonew.blog/naehen-fuer-dich/ biete ich Kleiderbügel an. Kleiderbügel kann ich auch im Auftrag fertigen, mit ggf. Wunschstoff und in gewünschter Anzahl. Bitte anfragen unter email!

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